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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Fr 5. Apr 2019, 10:42
von Benutzer 72 gelöscht
SunOdyssey hat geschrieben:Wir hier in D erzeugen die meisten Schweine, wir Schlachten sie und Mastgeflügel zum menschenverachtenden Dumpingpreis, wir bringen sie mit Discountern (auch eine deutsche Idee) in Umlauf. Was glaubst du, wenn einer in diesem Kreislauf einfach damit aufhören würde? Was, wenn es Landwirte wären...
Das war mal eine gute Idee!! :daumen: :michel:

Nur tät ich nicht "auf die Landwirte" warten (die werden wie Rohana schon erwähnte "alles gut, solang andere zahlen") nicht auf ihre Einkommensquelle verzichten wollen...

Also ich fang heute damit an!
Nee, stimmt nicht ganz, wir essen ja schon die längste Zeit öhh... wie sagt man? bewußt??

(muss mich trotzdem per "Sippenhaft" als Konsumentin beschimpfen lassen)

Bestreiken wir mal die Fleischprodukte! :daumen: :daumen: :michel:

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Fr 5. Apr 2019, 11:00
von emil17
Rohana hat geschrieben:Alles ist gut, wenn's die anderen machen und zahlen, nicht wahr?
Wieso soll das Verursacherprinzip in der Landwirtschaft nicht gelten?
Rohana hat geschrieben:Nein, das ist mir nicht mal die verschwendete Zeit für eine ausführliche Antwort wert. :bang:
Eine Sackgasse wars dann, wenn es nicht mehr weitergeht.
Keine Argumente mehr ... schade.
Freude über die "gewonnene" Diskussion kommt bei mir nicht auf, denn verloren hat einmal mehr ... die Umwelt.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Fr 5. Apr 2019, 11:10
von Benutzer 6456 gelöscht
Warum sollte diese/r Landwirt/in denn anders sein al die zigtausend Kollegen in diesem Land? Ich frage auch -btw- was so ein Mensch in einem SV-Forum macht?
Für Landwirte sind immer nur wir Konsumenten schuld, klar, wir kippen ja auch die Gülle auf die Felder, kloppen so viele Schweine wie möglich in die Buchten und spritzen alles tot oder klein, was nicht Mais oder Getreide oder was eben gerade Geld oder viel Fördermittel bringt.
Im Ernst, mit solchen Leuten zu diskutieren, bringt meist nix! Quod erst demonstrandum, kann ich nur sagen.

Aber dieses hartnäckige Leugnen und dauernd auf irgendwelche Studien schielen, bringt mich schon auf die Palme!

Rohana, den Touareg hat sich der Bauer links von mir von Fördermitteln der EU geleistet, hat er auch so gesagt! Ich kann mir nur einen Passat leisten, der seine 20 Jahre auf dem Buckel hat, denn ich zahle eure Zeche!

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Fr 5. Apr 2019, 11:20
von Rohana
emil17 hat geschrieben:
Rohana hat geschrieben:Nein, das ist mir nicht mal die verschwendete Zeit für eine ausführliche Antwort wert. :bang:
Eine Sackgasse wars dann, wenn es nicht mehr weitergeht.
Keine Argumente mehr ... schade.
Freude über die "gewonnene" Diskussion kommt bei mir nicht auf, denn verloren hat einmal mehr ... die Umwelt.
Ich sehe keine "gewonnene" Diskussion deinersets - wie kann das Verursacherprinzip greifen, wenn kein direkter Verursacher zu ermitteln ist bzw. ermittelt wird, und was ist wenn keine illegalen Handlungen ursächlich waren? Ich bin nicht blind für die Problematik, aber dein Ansatz ist mir zu undifferenziert. Es läuft halt doch wieder hinaus dass die Landwirte als Prügelknaben und zum Exempel statuieren herhalten, davon hab ich ganz dezent die Schnauze voll. Umweltbelastung durch Autoabgase ist dagegen ne heilige Kuh, Autofahrer sind halt ein paar mehr als Landwirte... ;)

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Fr 5. Apr 2019, 11:31
von Benutzer 6456 gelöscht
Nö, das sehe ich auch so wie du, ich bin nicht umsonst ÖPNV-Nutzer, das nimmst du einfach an, dass das für mich oder uns nicht so wichtig ist. Aber-und das scheinst du hier sehr zu ignorieren-hier in diesem Faden geht es um Landwirtschaft! Und da ist der Bezug zum Umweltschaden, Volksgesundheit und Wirtschaft eben klar erkennbar. Was soll denn da dieses hartnäckige Leugnen?

Und ja, so wie es jetzt läuft, seid ihr die Prügelknaben! Ihr macht euch aber selbst dazu, siehe oben!

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Fr 5. Apr 2019, 12:45
von emil17
1.
SunOdyssey hat geschrieben:Warum sollte diese/r Landwirt/in denn anders sein al die zigtausend Kollegen in diesem Land? Ich frage auch -btw- was so ein Mensch in einem SV-Forum macht?
Erwerbslandwirte sind wichtig und wir sind in manchen Dingen auch stur wie ein Ochse vor der neuen Stalltüre. Diskutieren mit denen, die schon gleicher Meinung sind, ist einfach.
2.
Rohana hat geschrieben:wie kann das Verursacherprinzip greifen, wenn kein direkter Verursacher zu ermitteln ist bzw. ermittelt wird, und was ist wenn keine illegalen Handlungen ursächlich waren?
Bitte lies genau, was ich fordere: Der Zusammenhang und damit die Evidenz sind mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit gegeben.
Ob Anwendungsfehler bzw. Missachtung der Vorschriften oder falsche Vorschriften oder die Zulassung überhaupt ursächlich sind, kann nur eine Untersuchung zeigen. Die muss aber erfolgen, und das ist mein Vorwurf an die Behörden.
Dass die Substanz aus Spritzbrühen von Landwirten und nicht vom lieben Gott selber stammt, steht für mich ausser Zweifel. Also fängt man da an und forscht rückwärts ... nix Sippenhaft, sondern Ermittlung.
Immerhin zeigen aber Berichte aus dem kantonalen Vollzug, deren Lesenmüssen ich Dir gerne erspare, dass die häufigsten Ursachen von Gewässerbelastungen aus der Landwirtschaft zu hohe Dosierungen und das Nichteinhalten von Abständen zu Gewässern sind. Bei Jauche (dem häufigsten Problem) auch noch das Ausbringen auf gefroreren Boden. Daran sind allemal die Landwirte schuld.

Wenn, wie oben mit Oelkanne diskutiert, die Bedeutung von Grenzwerten aus Kreisen der Landwirtschaft selbst sehr salopp umgedeutet wird "Bedenklich ist es erst, wenn die gleiche Substanz dreimal den Grenzwert überschritten hat" und die Bedeutung überhaupt relativiert wird "die meisten Substanzen waren darunter", müssen Zweifel am Problembewusstsein schon erlaubt sein. Immerhin wird ja in dieser Stellungnahme in Zweifel gezogen, dass überhaupt ein Problem besteht ("Forschungszweck unklar").
Ein Grenzwert ist ganz schlicht eine Kennzahl, die die Behörden zum Handeln zwingt. Er bedeutet nicht, dass die Substanz in geringerer Konzentration unbedenklich ist.

Ein Beispiel aus eigener Erfahrung, wie salopp man mit sowas in gewissen Kreisen umgeht: Ich war als Mittelschüler mal bei einem Erwerbslandwirt. Der wollte was gegen die Fliegen in seinem Stall machen. Das Mittel, das ihm im Geschäft (ich war dabei) empfohlen wurde, hatte recht viel Kleingedrucktes auf rotem Hintergrund auf der Flasche. Da stand, das Vieh darf nach Anwendung zwei Wochen lang nicht eingestallt werden und im gleichen Gebäude dürfen keine Futtermittel gelagert sein. Der Verkäufer sagte, Blödsinn, das steht nur wegen der Zulassung - nicht auf den Kopf der Kühe spritzen und das ist dann gut so. Und so wurde es dann auch gemacht.
Das Mittel enthielt als Wirkstoff vermutlich PCB und ist heute nicht mehr zugelassen.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Fr 5. Apr 2019, 13:22
von Benutzer 6456 gelöscht
Danke auch, Emil, dass offensichtlich nur du hier berechtigt bist, Kommentare zu schreiben! Ich lasse mir das weder von dir noch von anderen verbieten!
Zudem spreche ich hier von meiner Heimat und nicht von der Schweiz! Deshalb, lass auch andere hier leben und komm runter von deinem hohen Ross!

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Fr 5. Apr 2019, 13:48
von Rohana
emil17 hat geschrieben: Ob Anwendungsfehler bzw. Missachtung der Vorschriften oder falsche Vorschriften oder die Zulassung überhaupt ursächlich sind, kann nur eine Untersuchung zeigen. Die muss aber erfolgen, und das ist mein Vorwurf an die Behörden.
Da kommen wir dann zusammen, denn ich fände es auch gut wenn diese Spuren dann weiterverfolgt werden und nich nur als Aufhänger für die nächste böse Meldung über die Landwirtschaft dienen. Persönlich habe ich grossen Respekt vor PSM jeglicher Art (genau wie vor den Wirkstoffen in der Humanmedizin) und für mich ist zum einen klar, dass man vorsichtig und umsichtig damit umgehen muss, aber auch dass sie unter unseren Wirtschaftsbedingungen in bestimmten Situationen nötig sind. Genauso wie generelles Bauernbashing ärgert mich wenn Berufsgenossen nachlässig bis grob fahrlässig oder gar vorsätzlich gesetzeswidrig mit diesen Stoffen umgehen würden, das muss und darf nicht sein - wenn man es denn also nachweisen kann, nur zu (aber: Beweise statt Generalverdacht!). Anders wäre die Lage wenn die bisherigen Anwendungsvorschriften nicht effektiv genug wären, dann muss da nachgebessert werden... insofern wäre ich sehr gespannt auf weitere Ergebnisse einer Folgeuntersuchung, so sie denn stattfindet.
Der Verkäufer sagte, Blödsinn, das steht nur wegen der Zulassung
Ich hab auch schon erlebt dass sich niemand fürs Kleingedruckte interessiert. Ist in meinen Augen ein ganz schmaler Grat zwischen gewissen Dingen, die den Bedingungen der Zulassung geschuldet sind, und tatsächlichen Sachverhalten. Wenn mein TA sagt dass der Wirkstoff idR nach der Hälfte der Wartezeit abgebaut ist, aber die Wartezeit doppelt so lang ist weil die Firma einen Sicherheitspuffer will, glaube ich dem - muss aber die Zulassung beachten. X Tage Wartezeit sind einzuhalten, das ist dann halt so.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Fr 5. Apr 2019, 13:50
von emil17
SunOdyssey hat geschrieben:Danke auch, Emil, dass offensichtlich nur du hier berechtigt bist, Kommentare zu schreiben! Ich lasse mir das weder von dir noch von anderen verbieten!
Mir kam nur gerade das
"Ich frage auch -btw- was so ein Mensch in einem SV-Forum macht?" etwas quer, denn warum sollte "so ein Mensch" hier nicht diskutieren dürfen?.
SunOdyssey hat geschrieben:Zudem spreche ich hier von meiner Heimat und nicht von der Schweiz!
Hier läuft es genau gleich wie bei Euch, nur heissen die Ämter und die Behörden anders.
SunOdyssey hat geschrieben:Deshalb, lass auch andere hier leben und komm runter von deinem hohen Ross!
zur Kenntnis genommen

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Fr 5. Apr 2019, 13:55
von emil17
Rohana hat geschrieben: ...
Danke
Ich träume immer noch vor einer Welt, in der jeder vom Ertrag seiner Erzeugnisse anständig leben kann, ohne dies auf Kosten anderer oder der Umwelt tun zu müssen.
Anständige Preise für anständige Produkte versuchen wir zu bezahlen, aber der Handel scheint daran auch nicht wirklich interessiert zu sein.
da gibts also noch einige Baustellen mehr.
... nur damit nicht der Eindruck aufkommt, verbietet denen das Spritzen und alles ist gut. :flag: