1.
SunOdyssey hat geschrieben:Warum sollte diese/r Landwirt/in denn anders sein al die zigtausend Kollegen in diesem Land? Ich frage auch -btw- was so ein Mensch in einem SV-Forum macht?
Erwerbslandwirte sind wichtig und wir sind in manchen Dingen auch stur wie ein Ochse vor der neuen Stalltüre. Diskutieren mit denen, die schon gleicher Meinung sind, ist einfach.
2.
Rohana hat geschrieben:wie kann das Verursacherprinzip greifen, wenn kein direkter Verursacher zu ermitteln ist bzw. ermittelt wird, und was ist wenn keine illegalen Handlungen ursächlich waren?
Bitte lies genau, was ich fordere: Der Zusammenhang und damit die Evidenz sind mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit gegeben.
Ob Anwendungsfehler bzw. Missachtung der Vorschriften oder falsche Vorschriften oder die Zulassung überhaupt ursächlich sind, kann nur eine Untersuchung zeigen. Die muss aber erfolgen, und das ist mein Vorwurf an die Behörden.
Dass die Substanz aus Spritzbrühen von Landwirten und nicht vom lieben Gott selber stammt, steht für mich ausser Zweifel. Also fängt man da an und forscht rückwärts ... nix Sippenhaft, sondern Ermittlung.
Immerhin zeigen aber Berichte aus dem kantonalen Vollzug, deren Lesenmüssen ich Dir gerne erspare, dass die häufigsten Ursachen von Gewässerbelastungen aus der Landwirtschaft zu hohe Dosierungen und das Nichteinhalten von Abständen zu Gewässern sind. Bei Jauche (dem häufigsten Problem) auch noch das Ausbringen auf gefroreren Boden. Daran sind allemal die Landwirte schuld.
Wenn, wie oben mit Oelkanne diskutiert, die Bedeutung von Grenzwerten aus Kreisen der Landwirtschaft selbst sehr salopp umgedeutet wird "Bedenklich ist es erst, wenn die gleiche Substanz dreimal den Grenzwert überschritten hat" und die Bedeutung überhaupt relativiert wird "die meisten Substanzen waren darunter", müssen Zweifel am Problembewusstsein schon erlaubt sein. Immerhin wird ja in dieser Stellungnahme in Zweifel gezogen, dass überhaupt ein Problem besteht ("Forschungszweck unklar").
Ein Grenzwert ist ganz schlicht eine Kennzahl, die die Behörden zum Handeln zwingt. Er bedeutet nicht, dass die Substanz in geringerer Konzentration unbedenklich ist.
Ein Beispiel aus eigener Erfahrung, wie salopp man mit sowas in gewissen Kreisen umgeht: Ich war als Mittelschüler mal bei einem Erwerbslandwirt. Der wollte was gegen die Fliegen in seinem Stall machen. Das Mittel, das ihm im Geschäft (ich war dabei) empfohlen wurde, hatte recht viel Kleingedrucktes auf rotem Hintergrund auf der Flasche. Da stand, das Vieh darf nach Anwendung zwei Wochen lang nicht eingestallt werden und im gleichen Gebäude dürfen keine Futtermittel gelagert sein. Der Verkäufer sagte, Blödsinn, das steht nur wegen der Zulassung - nicht auf den Kopf der Kühe spritzen und das ist dann gut so. Und so wurde es dann auch gemacht.
Das Mittel enthielt als Wirkstoff vermutlich PCB und ist heute nicht mehr zugelassen.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.