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Re: alte Rezepte

Verfasst: Mi 30. Jan 2019, 22:23
von Gelöschter Benutzer 54
ich hab immer angenommen, dass die vielen KH eine preisfrage sind. je nach region gibt es immer eine KH-quelle, die massig zur verfügung steht und billig zu haben ist. mehl, kartoffel, reis - je nach land/klima ist das oft eine der lebensgrundlagen.

satt und glücklich macht das auch noch. soweit ja perfekt :)

ich würde pasta lieben. überhaupt alles typisch italienische. zu schade, dass ich keine italienerin geworden bin, die das abkann.

Re: alte Rezepte

Verfasst: Do 31. Jan 2019, 05:19
von hobbygaertnerin
Nachdem sogar auf unseren Flächen vieles aus der römischen Besatzungszeit gefunden wurde, denke ich mal, dass da auch ein par Gene in uns weiterleben. Ob ich jetzt diese Fischwürze aus dieser Zeit haben möchte, nein eher nicht. Und so manches, was zwar nur aus der Überlieferung bekannt ist, wäre auch nicht mein Fall.
Wir haben aber auch italienische Verwandtschaft - und ich kann gut den Unterschied der verschiedenen Küchen sehen.Hab viele Rezepte von der Verwandtschaft gelernt, dafür die bayer. Rezepte an die Verwandtschaft weitergegeben.
Was mir aufgefallen ist, Essen geniessen, auf gute Zutaten achten, sich Zeit nehmen fürs Kochen und Essen, da hab ich sehr vieles gelernt.
Selbstgemachte frische Pasta schmeckt ganz anders als die Pasta aus dem Packerln, da brauchts auch gar nicht viele weitere Zutaten -
Heute gibts bei uns aber was österreichisches, Kasspressknödel mit Sauerkraut- einen Teil der Knödel friere ich roh ein und die kommen immer wieder gebraten in den Suppenteller,
ich mag sehr gerne eine gute selbstgekochte Suppe - und eine bunte Mischung aus diversen Suppeneinlagen wartet im Gefrierschrank.
Im Sommer, wo es warm oder heiss ist, mit der grossen Auswahl an Gemüse, Tomaten, Gurken, Zuccini, Auberginen, Salat und und koche ich sicher anders, aber jetzt, wo es kalt ist, wo die Tage kurz sind, die Nächte lang, da lasse ich mein Bauchgefühl auch mitentscheiden- ob es stimmt, dass wir angeblich die Krauts sind, keine Ahnung, aber ich bin begeistert, was es zum Beispiel alles an Kohlsorten gibt, das frische Sauerkraut aus dem Fass, selbst die verfemten Rüben lassen sich sehr gut verarbeiten und zubereiten.
Ich kaufe wenig Gemüse, warum auch, wächst ja alles im Garten, wird teilweise eingefroren oder im Sand für den Winter gelagert. Der eine oder andere Film übers Gemüse und seine dunklen Seiten der Herstellung im Fernsehen gezeigt- hat mich noch ein bisschen mehr dazu veranlasst, entweder selbst so weit es geht, anzubauen, zu pflanzen, zu ernten und zu kochen und essen oder bei einer Freundin zu kaufen, die einen Gemüsebaubetrieb haben.
Heute ist Chiasamen und vieles andere Superfood in aller Munde, die Kochzeitschriften sind voll mit Avokadorezepten, ist ja alles schön und gut, ich hab mich eben nur schon ein paar Mal gefragt, brauch ich das alles, kann nicht unsere Gegend und Region auch mit guten Zutaten, mit guten Rezepten aufwarten?
Die alten Rezepte sind sicher auch ein wenig aus der Mode gekommen, die vielen Einbrennen passen nicht mehr in die heutige Zeit, auch so manches andere,
aber mir stellen sich manchmal die Haare auf, wenn ich Kochsendungen im Fernsehen sehe- je exotischer und teurer die Zutaten, umso besser scheint es zu sein und dann wird auch das ganze im Stehen gegessen oder der obligatorische Wein dazugetrunken.
Nix gegen ein Glas Wein, ist auch mal eine schöne Sache, aber im normalen Alltag ?????
Was ich mich schon öfters gefragt habe- auch die Frauen und Männer früherer Zeit hatten nicht die Unmengen an Zeit, die für aufwendige Gerichte gebraucht wurde, die alten Kochbücher sind ja oft sogen. Kochbücher von Herschaftsköchinnen und -köchen, auch war nicht das Geld dafür vorhanden, um so aufwenige Zutaten zu kaufen.
Aber ich glaub nicht, dass die Normalos ausser in Not- und Kriegszeiten nur von Brei und anderem gelebt haben.
Schon alleine der Erfindungsreichtum bei den überlieferten Rezepten, das nötigt mir Respekt ab, gab ja auch noch keine Herde, keine elektrischen Küchenhelferlein- aber oft eine grosse Schar hungriger Mäuler zu versorgen.
Kann mir aber auch gut vorstellen, dass auch ein Stück aus Überheblichkeit sehr viele überlieferte Rezepte in den Familien nicht mehr weitergegeben wurden- ich hab die letzten Jahre in vielen Familien, wo noch eine fite und rüstige Oma in den 70igern oder 80zigern vorhanden war- nachgefragt und so manches dabei gelernt.
Die vielen Tips und Erfahrungen stehen in keinem Kochbuch- der eine oder andere Kniff macht aus einem Gericht eben etwas ganz besonderes.
Meine Mutter lebt leider nicht mehr, sie war eine hervorragende Köchin, ich krieg auch heute noch den "Giggerl" in der Bratraine nicht so hin, wie sie es konnte, ihr Reisauflauf, die Rupfhauben, irgendwas fehlt da bei mir, wenn ich es mache.

Re: alte Rezepte

Verfasst: Do 31. Jan 2019, 08:49
von Benutzer 72 gelöscht
hobbygaertnerin hat geschrieben:Nachdem sogar auf unseren Flächen vieles aus der römischen Besatzungszeit gefunden wurde, denke ich mal, dass da auch ein par Gene in uns weiterleben.
haben die alten Römer wirklich Pasta gegessen?

Bei meiner Oma - eine echte Kärntnerin - gab es sehr sehr oft Nudeln, aber nie gekaufte "Pasta" mit Sauce dazu, sie hat immer selber gefüllte gemacht oder eben Knödel.

Kärnternudel in verschiedenen Varianten:
200g griffiges Mehl (eventuell ein bisschen mehr), einen halben Teel. Salz, 2 Eier, 2 Eßl. Öl mit einem Schuß Wasser nach Gefühl mischen und lange kneten. in der Schüssel beölen, zudecken und ca. 1 Stunde stehen lassen. auswalken, mit dem Roller Kreise ausschneiden, füllen, Nudeln formen, ins kochende Wasser.

Fülle 1 "Kärntner Nudel":
250g gekochte fein passierte Erdäpfel, 250g Topfen, einen halben Teel. Salz, 2-3 Teel. getrocknete Kärntner Minze.

Fülle 2 "Kletzennudel":
300g Kletzen (getrocknete Birnen) dünsten und mixen, ergibt nach dem Putzen etwa 200g, 100g Topfen, mit Zimt und Zucker abschmecken.

Fülle 3 "Fleischnudel":
120g Faschiertes mit 2 kleinen Zwiebeln rösten, auskühlen lassen, mischen mit: 120g faschiertes Selchfleisch (gekochtes, mageres), Basilikum, Majoran, Petersilie, Liebstöckel1 Ei (falls zu trocken), eventuell ein paar Semmelbrösel

Re: alte Rezepte

Verfasst: Do 31. Jan 2019, 10:04
von Doris L.
Man findet althergebrachte Rezepte auch aus anderen Regionen, nicht so Mehlspeiselastig. https://www.gekonntgekocht.de/rezepte/d ... steinisch/ Überlieferte Rezepte, teilweise modernisiert. Rechts stehen noch mehr deutsche Landschaften mit regionaler Küche. Blöd ist wenn man sich was speichern will. Sehr lästig.
https://www.so-schmeckt-sigmaringen.de/ ... Portal.pdf

@ Hildegard ,wie machst du die Suppeneinlagen, kann man die auch einwecken? Mein Gefrierschrank hat nur 2 Schubladen ,da passt nicht viel rein. Eventuell einen neuen Faden machen mit Suppeneinlagen?

Wieso sind Nudeln teuer gewesen? Wir hatten auch kein Geld bei 4 Kindern. Meine Mutter hat dann Ketchup über die Nudeln getan. Vermutlich hat mir das die Nudeln madig gemacht. Als Beilage gab es manchmal grünen Salat mit Zucker bestreut. Oder Quark mit Kaffeepulver und mit Milch gestreckt damit das Paket Quark für alle reichte. Wir hatten einen Kleingarten direkt hinterm Haus, geerntet wurde nicht. Ich bin ziemlich sauer darüber weil ich jedes Jahr als Kind den Garten vorbereitet und gesäht hatte. Ja ich bin sauer. Und neidisch auf euch.
Vermutlich bin ich deshalb so scharf auf`s einmachen :lol:

Re: alte Rezepte

Verfasst: Do 31. Jan 2019, 10:37
von Maisi
Nudeln waren vermutlich deswegen "teuer", weil man die kaufen mußte, während die Kartoffeln im Keller lagen. Ich esse Kartoffeln unheimlich gern, aber Nudeln liebe ich schon von Kindesbeinen an; die gab es halt auch seltener als Kartoffeln, die wir selbst hatten. Von Nudeln mit Ketchup bin ich zum Glück mein ganzes Leben lang bis jetzt verschont geblieben :lol: Meine Mutter hatte schon immer viel Gemüse angebaut in zwei Gärten, als Kind hab ich aber nicht so realisiert, das war eben einfach so. Mit den Jahren ist mir allerdings schon aufgefallen, daß die Mütter meiner Schulfreundinnen das alle durch die Bank nicht gemacht hatten, die kochten nicht mal Marmelade im Sommer ein, was ich total merkwürdig fand! :) Die waren auch nie groß im Garten zugange, der entweder von Unkraut zugewuchert war oder dann nur Rasen bzw. eh nur ein kleiner Vorgarten. Das war in den 80er/90ern, da hatten die Fertiggerichte und Supermärkte wohl endgültig ihren Siegeszug erreicht....

Mehlspeisen gabs regelmäßig, bei mir auch heute noch jeden Freitag. Morgen wieder, hach, mach ich nen Apfelstrudel oder Kaiserschmarrn oder doch Dampfnudeln? Grübel.... Vorfreude ist die schönste Freude :holy:
Doris L. hat geschrieben:......Ja ich bin sauer. Und neidisch auf euch.
Vermutlich bin ich deshalb so scharf auf`s einmachen :lol:
Aber wie man sieht, ist es doch nie zu spät! :)

Re: alte Rezepte

Verfasst: Do 31. Jan 2019, 11:13
von hobbygaertnerin
Ich fand es als Kind nicht so toll und prickelnd, dass ich im Garten, beim Einkochen, ........... mithelfen musste,während meine Freundinnen zum Baden fuhren oder einfach nichts helfen mussten.
Erst mit der Zeit ist mir dieser Wert dieser Lebensschule erst wirklich bewusst geworden.
Von den Nudeln mit Ketchup bin ich zum Glück auch verschont geblieben, kann dem auch bis heute nicht viel abgewinnen. Aber selbstgemachte Nudeln brauchen nicht viel weitere Zutaten, um ein gutes Essen zu werden.
Ich hab das mal gelesen, keine Ahnung ob es stimmt, dass der Limes auch später noch über einen langen Zeitraum auch als sogenannte Kochgrenze verschiedener Gerichte diente.
Hab mir vorgenommen, mich mit der deutschen Schrift näher zu befassen, meine Schwiegermutter hatte mir ein paar handgeschriebene Kochbücher der Vorfahrinnen in die Hände gelegt und mich gebeten, diese Kochbücher sorgsam für die nächste Generation aufzubewahren. Kann mir zwar nicht vorstellen, dass für die alten Kochrezepte mal Interesse besteht- aber ich versuche - die Rezepte überhaupt lesen zu können.

Re: alte Rezepte

Verfasst: Do 31. Jan 2019, 11:23
von Doris L.
Ich habe als Kind gerne im Garten gebuddelt. Beete angelegt . Das blieb ganz mir überlassen.
Aus einem anderem Buch weiß ich das auch ein Unterschied sein soll zwischen Katholisch und Evangelisch würzen. Evangelische haben wohl spartanisch weniger Gewürze verwendet, was in unserer Küche aber nicht stimmte. Meine Mutter kannte nur Pfeffer und Salz, alles andere war schon exotisch.

Re: alte Rezepte

Verfasst: Do 31. Jan 2019, 14:17
von Minze
ina maka hat geschrieben:Kärnternudel in verschiedenen Varianten:
Ohh, danke dafür Ina, das habe ich mir gleich in mein Rezeptbuch kopiert. Ich habe noch Kletzn da und werde die Nudeln auf jeden Fall ausprobieren. Ravioli mit Kartoffelfüllung habe ich schon gemacht, sehr lecker, obwohl das ja wie Stulle mit Brot ist :lol:

Re: alte Rezepte

Verfasst: Do 31. Jan 2019, 20:37
von Küstenharry
ina maka hat geschrieben:
hobbygaertnerin hat geschrieben: Kärnternudel in verschiedenen Varianten:
200g griffiges Mehl (eventuell ein bisschen mehr), einen halben Teel. Salz, 2 Eier, 2 Eßl. Öl mit einem Schuß Wasser nach Gefühl mischen und lange kneten. in der Schüssel beölen, zudecken und ca. 1 Stunde stehen lassen. auswalken, mit dem Roller Kreise ausschneiden, füllen, Nudeln formen, ins kochende Wasser.

Fülle 1 "Kärntner Nudel":
250g gekochte fein passierte Erdäpfel, 250g Topfen, einen halben Teel. Salz, 2-3 Teel. getrocknete Kärntner Minze.

Fülle 2 "Kletzennudel":
300g Kletzen (getrocknete Birnen) dünsten und mixen, ergibt nach dem Putzen etwa 200g, 100g Topfen, mit Zimt und Zucker abschmecken.

Fülle 3 "Fleischnudel":
120g Faschiertes mit 2 kleinen Zwiebeln rösten, auskühlen lassen, mischen mit: 120g faschiertes Selchfleisch (gekochtes, mageres), Basilikum, Majoran, Petersilie, Liebstöckel1 Ei (falls zu trocken), eventuell ein paar Semmelbrösel
Das sind schon mal gute Füllungen.
Gibt es noch weitere Füllungsvarianten, die euch einfallen.
Am Wochenende möchten die Jungs gerne Nudeln selber machen, und wir möchten wohl welche mit Füllung essen.

Re: alte Rezepte

Verfasst: Sa 2. Feb 2019, 09:28
von Benutzer 6456 gelöscht
Ja, mit Kürbis!

Kürbis und Knollensellerie in kleine Würfelchen schneiden, mit roten fein geschnittenen Ziebelchen kräftig anbraten und dann als Füllung in die Nudeltäschchen. Salzen und Pfeffern nicht vergessen. Wer mag, kann das Ganze auch mit Curry würzen, das muss aber als erstes in das Bratfett, damit es seinen Geschmack richtig entfalten kann.
Ein Löffel Honig macht das Brät übrigens rund und lecker.