Hallo!
Man muss ja auch bedenken, dass auch der freiste Auslauf irgendwann mal völlig abgeputzt ist. Insekten vermehren sich nicht Windeseile, die oft beschriebenen Hochrechnungen von x Billionen Fliegen aus einem Pärchen im Jahresverlauf sind statistische Extrembeispiele. Und was soll man mit Statistiken machen, die man nicht selber gefälscht hat? Richtig, nicht glauben

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Um mal ein Zitat zu gebrauchen: "Schießt man einmal links am Hasen vorbei und einmal rechts am Hasen vorbei, hat man statistisch einen hundertprozentigen Volltreffer"

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Nun ja, was ich sagen will: Die Insekten können gar nicht so schnell natürlich reproduzieren, um die Mengen zu liefern, die die Hühner täglich bräuchten. In großen freien Ausläufen/ Grundstücken, wo die Hühner gehen können, wohin sie wollen, wie bei mir, kann ich feststellen, dass sie viel unterwegs sind, und entweder zwei- dreimal am Tag eine Runde drehen auf unseren knapp 2000 m², oder aber eine gewisse Zeitlang nur gewisse Partien nutzen, bevor sie zum nächsten übergehen.
Das dürfte der natürlichen Lebens- und Ernährungsweise der Hühner am ehesten entgegen kommen, so können besser neue Beutetiere nachwandern oder sich fortpflanzen.
Die meisten Hühner heutzutage haben aber ihre fest eingezäunten Bereiche, und die sind irgendwann leer gefuttert, und durch das Wegfuttern eventuell nachwandernder irgendwann auch die nähere Umgebung! Ergebnis: Tierisches Protein- technische Wüste, außer mal ein paar verwehten schwärmenden Ameisen oder so...
Auch bei unserem recht großzügigen Platz und einem Grundstamm von 1,10- 1,15 sowie 20- 30 Nachzuchttieren im Jahr ist gegen Hochsommer/ Spätsommer zu merken, dass die tierische Ausbeute immer weniger ergiebig wird. Dabei sind's weniger die Regenwürmer, die lassen die Hühner sogar oftmals liegen, sondern mehr die Spinnen, Hundertfüsser, Asseln, Larven etc., die die Hauptbeute bilden und rarer werden.
Und so gebe ich den Hühnern sporadisch oder anders gesagt im Schnitt 1x die Woche eine Dose hochwertiges Hundedosenfutter, meistens Rinti (um die 70- 90 % Fleisch), doch nun habe ich günstigeren, hoffentlich gleichwertigen Ersatz vom Raiffeisen gefunden. Lebensmitteltaugliches Fleisch (90 %), dass ebenfalls sehr gut ankommt. Und aggressiv werden die Hühner davon nicht die Bohne!
Viel eher sind sie seit der relativ regelmäßigen Gabe viel ruhiger geworden... Bevor ich damit anfing, gab es um jeden Fetzen proteinhaltigeren Futters (Nudel, Reis, Fleisch, Dosenfutter) fast eine wüste Keilerei, vor allem die Hybriden waren da ganz arg drauf... Seit der regelmäßigeren Gabe hat sich diese kopflose Gier echt sehr relativiert. Sicher ist man zu Anfang noch etwas flitziger drauf und haut mit guten Brocken ab, aber das ganze geht weitaus ausgeglichener,
befriedigter, vor sich...
Was mir zeigt, dass dieser Weg durchaus der richtige ist... Und so bekommen meine Monster im Sommer seltener, im Winter häufiger hoch fleischprozentige Hundedose, und alles ist bestens.
Ich bilde mir sogar ein, das ist dahingehend gesundheitsfördernd, dass die Hühner draußen nicht mehr wahllos jedes Getier in sich reinfressen, sondern auswählen. Am Anfang spachtelten sich vor allem die beiden Hybriden (nun nur noch eine) jede kleine Nacktschnecke und jedweden Regenwurm rein, den sie erwischen konnten. Später aber, mit der Dosenfütterung, verschmähten sie diese immer öfter.
Und warum ist das gut? Weil Schnecken und Regenwürmer Zwischenwirte von Parasiten wie zB dem Kleinen Hühnerbandwurm sind und von weiterem mehr sein können... Also quasi zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen, Sommer wie Winter.
Grüße,
Andreas