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Re: Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod
Verfasst: Sa 23. Feb 2013, 17:07
von ahora
danke olaf,
das war sehr ausführlich, deine frau hat schon ein interessantes leben bisher gehabt - lach -
nein der becker kommt aus dem saaaaaaaaaaarland, nicht hessen.
ich spreche, wie man an meinen texten unschwer erkennen kann, hochdeutsch

ne, meine mutter und meine oma kamen aus der stadt, fein, gebildet, da sprach man hochdeutsch und französisch. klar habe ich einige wörter drauf und verschleife auch einige wörter, aber alles im allen recht dialektfrei.
solange man die menschen einigermaßen versteht, ist dialekt in ordnung, aber wir haben hier eine schwäbin, die versteh ich auch nach dreimaligen nachfragen nicht, dann kommt ihr mann und übersetzt.
so und jetzt noch ein genitiv. wessen post war das? ahoras
hier eine ganz lustige seite bezüglich aprostrophe und deren inflationäre verwendung.
http://www.studis-online.de/Studieren/R ... stroph.php
Re: Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod
Verfasst: Sa 23. Feb 2013, 17:21
von die fellberge
- um mal wieder auf die Ausgangsfrage zu kommen:
"Tut dem Elsbeth dat Land wirklisch alles jehören?"
.
Re: Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod
Verfasst: Sa 23. Feb 2013, 18:01
von Olaf
wessen post war das? ahoras
Das ist zu billig.
Ich hätte vorhin schon von Dir erwartet, dass Du statt:
ch liebe den genitiv, wie man an meinen posts sehen kann
sowas schreibst wie :
"Ich bin ein Verfechter des Genitivs!"
*lach* ich kann nix dafür. Meine Eltern waren beide Deutschlehrer, am Abendbrotstisch haben wir das zelebriert, schöne Wortwahl brachte Anerkennung. Und manchmal haben wir absichtlich falsch gesprochen.
Eigentlich bin ich ihnen dankbar, und grad bei meiner Tochter ist das widerum auf fruchtbaren Boden gefallen.
Das ist jetzt aber meinem Sohn ungerecht gegenüber. Als der ein paar Monate in Polen gearbeitet hatte, sprach der ein Hochdeutsch, dass es mir schon fast in den Ohren wehtat.
Auf Nachfrage: "Die Chefs können da alle gut deutsch! Aber man muss gaaanz sauber sprechen, sonst verstehen die es nicht."
aber wir haben hier eine schwäbin
Ja. Die Planer unseres Krankenhausneubaus waren Schwaben. Es ist ganz viel IT-seitig schief gelaufen, weil ich die nicht verstanden, aber immer peinlich berührt freundlich genickt habe. Ich hab mich nicht getraut, denen vorzuschlagen, ob wir nicht lieber englisch sprechen könnten.
Aber wer weis, wie das klänge...
Nu ists zu spät, ich muss jetzt damit leben, die haben ihre Kohle.
Re: Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod
Verfasst: Sa 23. Feb 2013, 18:06
von Olaf
Marianne, dat luurt uss nach ne Kölsche?
(Ein kläglicher Versuch meinerseits)

Ansonsten: Siiiischer dat!
Re: Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod
Verfasst: Sa 23. Feb 2013, 18:10
von si001
Olaf hat geschrieben: Es ist ganz viel IT-seitig schief gelaufen, weil ich die nicht verstanden,

Meine Mutter war zu Besuch. Wir standen an der Supermarktkasse, vor uns 2 Frauen, die sich (laut) unterhielten. Meine Mitter guckt mich an und sagt: "...und die verstehen sich?"

(Das war badisch - nicht schwäbisch. Ganz wichtig!)
Re: Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod
Verfasst: Sa 23. Feb 2013, 18:44
von Sabi(e)ne
@olaf: beim IFT haben wir 3 Saarlänner, und die versteh ich fast noch schlechter als Bayern, vor allem ab deren 3. Bier... Ich hab nicht gegoggelt nach Fam. Becker, sondern einfach nur gedacht, daß es kein Hessisch ist.

Re: Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod
Verfasst: Sa 23. Feb 2013, 18:49
von Zacharias
Isch binn midde em Middelrhein uffgewachse, alsu wöklich middedrinn, uffen Insel. Do hät ma nadirlich och säi eijene Sprooch, die zum musselfrängische gehiert un Dativ un Genitiv spille net sun wischtije Rull. Dennoch läschte mäi Ellere bäi mir als vüttes Kend Wert uff kurrektes Huhdäitsch, nodemm mäi Schwestere Probleme midde Rechtschräiwung gehätt hann. Wo ma frejer peinlich, häit fallen ich dodosch häi nit su ganz dull off, bin awer imma noch stulz truff, wenn mich de Läit missvastiehn, weilich isch ch wie sch ausspräsche doon un b wie p.
Wenn isch awer mit meine Ellere telefoniere doon, kann isch kään Hudeutsch mie, wat immer widda zo Lachanfälle fihrt, wenn Besoch häi is. Awer ganz schaaf woremol mäin Dochta säin Freundin, die dann gefrocht hätt: Sag mal, aus welchem Land kommt deine Mutter eigentlich?"
Und für die, die das nicht verstehen, noch die Übersetzung:
Ich bin mitten im Mittelrhein aufgewachsen, also wirklich mittig, auf einer Insel. Da hat man natürlich auch seine eigene Sprache, die zum moselfränkischen gehört und Dativ und Genitiv spielen nicht so eine wichtige Rolle. Dennoch legten meine Eltern bei mir als viertes Kind Wert auf korrektes Hochdeutsch, nachdem meine Schwestern Probleme mit der Rechtschreibung bekamen. War mir früher peinlich, heute falle ich dadurch hier nicht so ganz dolle auf, bin aber immer noch stolz darauf, wenn mich die Leute missverstehen, weil ich ch wie sch ausspreche und b wie p.
Wenn ich aber mit meinen Eltern telefoniere kann ich kein Hochdeutsch mehr, was immer wieder zu Lachanfällen führt, wenn Besuch hier ist. Aber ganz scharf war mal eine Freundin meiner Tochter, die fragte "Sag mal, aus welchem Land kommt deine Mutter eigentlich?"
Re: Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod
Verfasst: Sa 23. Feb 2013, 19:02
von sybille
Das tollste, das ich mal gehört habe, als eine Kollegin mit ihrer Mutter telefonierte und dann die Türe zumachte, weil es zog: "Waat, esch sein jrad die Dür am zo am trecke".
Warte, ich bin gerade die Tür am zu am machen.
Re: Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod
Verfasst: Sa 23. Feb 2013, 19:12
von Olaf
@ Birgit:
Klasse!
Ich hab mich durch den ganzen Text gequält, und irgendwie hab ich ihn doch verstanden, und dann erst mitbekommen, dass es da unten noch ne Übersetzung gibt!
Die hab ich dann aber nicht mehr gelesen! Edit: Doch jetzt, aber da stand ja nix neues
Für MICH der Beitrag des Tages!
*totlach*
Olaf
Re: Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod
Verfasst: Sa 23. Feb 2013, 19:14
von Olaf
@ Sabine:
Was ist IFT ImmigrantenForumsTreffen?
(Ja, ich weis, was es ist...)
LG
Olaf