Re: Tomaten und Wurzelballen
Verfasst: Mo 21. Jan 2013, 15:24
@65375 und @ Adjua
Die Trasch-Stöckli-Presse ist ein Gerät aus uralter Zeit, als die Bauern noch jeder seinen eigenen Schnaps (Obstler) brannte.
Eine fahrende „Brenne“ (Destillationseinrichtung) auf 4 Eisen bereiften Holzrädern, gezogen von 2 Pferden (Schlepper gab es damals noch nicht oder nur selten), fuhr den Bauernhöfen nach und brannte die in Eichenfässern eingemachte Maische aus Äpfeln und Birnen.
Wenn der Alkohol herausdestilliert war, blieben noch die Rückstände vom Obst übrig, die fürchterlich stanken. Man kippte oder schöpfte diese an einen Haufen. Das Wasser floss ab und zurück blieb der Trester oder eben das Trasch. Da stach man mit der Presse in den Haufen hinein, zog eine Presse voll Trasch heraus und setzte ein sog. Trasch-Stöckli auf ein Regal-Brett, das man in ein Gestell einfügte, wenn es voll war. Dort liess man diese Stöckli trocknen. Deshalb auch das Loch in der Mitte. Es diente lediglich dazu, dass das Stöckli schneller und besser trocknete. Die Stöckli brauchte man im Winter zum Heizen. Sie gaben sehr warm und waren fast mit Briketts zu vergleichen.
Der Zufall wollte es, dass ich zu so einer Presse kam. Ich setze sie jetzt komplett zweckentfremdet ein um Wurzelballen zu pressen. Das Loch in der Mitte kommt mir zu gut, weil ich dort milde Aussaaterde einfüllen kann. Das Stöckli selber besteht aus mit Nährstoffen angereicherter Anzuchterde, wie ich dies anschaulich beschrieben habe.
Die Presse selber findet man heute kaum noch, und wenn, am ehesten in ländlicher Gegend mit Obstbau.
Wie man dieser Presse im deutschen und österreichischen Raum sagen könnte, weiss ich nicht. Was Trasch ist, habe ich erklärt. Was rauskommt nennt man im Diminutiv ein Stöckli (von Stock) wie auch Zuckerstock. Was eine Presse ist, ist jedem bekannt. Vielleicht ein alter Bauer in einer Obstbaugegend könnte hier noch Auskunft geben.
@ihno
Du schreibst:
LG Stieglitz
Die Trasch-Stöckli-Presse ist ein Gerät aus uralter Zeit, als die Bauern noch jeder seinen eigenen Schnaps (Obstler) brannte.
Eine fahrende „Brenne“ (Destillationseinrichtung) auf 4 Eisen bereiften Holzrädern, gezogen von 2 Pferden (Schlepper gab es damals noch nicht oder nur selten), fuhr den Bauernhöfen nach und brannte die in Eichenfässern eingemachte Maische aus Äpfeln und Birnen.
Wenn der Alkohol herausdestilliert war, blieben noch die Rückstände vom Obst übrig, die fürchterlich stanken. Man kippte oder schöpfte diese an einen Haufen. Das Wasser floss ab und zurück blieb der Trester oder eben das Trasch. Da stach man mit der Presse in den Haufen hinein, zog eine Presse voll Trasch heraus und setzte ein sog. Trasch-Stöckli auf ein Regal-Brett, das man in ein Gestell einfügte, wenn es voll war. Dort liess man diese Stöckli trocknen. Deshalb auch das Loch in der Mitte. Es diente lediglich dazu, dass das Stöckli schneller und besser trocknete. Die Stöckli brauchte man im Winter zum Heizen. Sie gaben sehr warm und waren fast mit Briketts zu vergleichen.
Der Zufall wollte es, dass ich zu so einer Presse kam. Ich setze sie jetzt komplett zweckentfremdet ein um Wurzelballen zu pressen. Das Loch in der Mitte kommt mir zu gut, weil ich dort milde Aussaaterde einfüllen kann. Das Stöckli selber besteht aus mit Nährstoffen angereicherter Anzuchterde, wie ich dies anschaulich beschrieben habe.
Die Presse selber findet man heute kaum noch, und wenn, am ehesten in ländlicher Gegend mit Obstbau.
Wie man dieser Presse im deutschen und österreichischen Raum sagen könnte, weiss ich nicht. Was Trasch ist, habe ich erklärt. Was rauskommt nennt man im Diminutiv ein Stöckli (von Stock) wie auch Zuckerstock. Was eine Presse ist, ist jedem bekannt. Vielleicht ein alter Bauer in einer Obstbaugegend könnte hier noch Auskunft geben.
@ihno
Du schreibst:
Schade, dass ich Schwarztorf bei uns nicht kaufen kann! Unsere Moore sind seit Jahren geschützt, und es findet kein Torfabbau mehr statt. Schwarztorf ist übrigens die Schicht unter dem Weisstorf.Das Zementartige kommt vom Schwarztorf ( nicht Weißtorf ).
LG Stieglitz