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Re: Nochmal was zu Roundup
Verfasst: Sa 6. Okt 2012, 14:49
von Buchkammer
Glyphosat hat in der EU im Jahr 2002 eine Zulassung für 10 Jahre erhalten. Die Zulassung basierte ausschließlich auf einer "grauen Liste", d.h. auf Daten, die von der Industrie geliefert wurden
Eine Neubewertung steht somit 2012 an, sie soll aber auf 2015 verschoben werden. Durch die Aufschiebung der Zulassung auf 2015 soll der Industrie Zeit für die Erstellung neuer Studien nach wissenschaftlichen Standards eingeräumt werden. Damit bleiben aber glyphosathaltige Mittel weitere 3 Jahre am Markt und spülen Geld in die Kassen der Hersteller. Nach der neuen EU-Pestizidrichtline 1107/2009 ist „graue Literatur“ für die Bewertung nicht mehr zulässig, sondern nur Artikel die gewissen wissenschaftlichen Standards genügen. Von der Industrie gelieferte Daten durchlaufen häufig nicht den "peer-review"-Prozess, der die Voraussetzung für das Erscheinen in einer wissenschaftlichen Zeitschrift ist. In diesem Prozess begutachten andere Wissenschaftler anonym, ob die vorliegende Studie wissenschaftlichen Kritieren standhält.
Quelle:
Webseite keine Gentechnik
Hab die letzten Tage irgendwo in den Medien aufgeschnappt, dass die Zulassung bereits bis 2015 verlängert wurde. Mal sehen, 2015 werden sicher wieder wissenschaftliche Studien auf den Tisch gelegt, die von den Herstellern selbst angefertigt wurden.

Re: Nochmal was zu Roundup
Verfasst: Fr 10. Okt 2014, 22:35
von unkrautaufesserin
Ich hole das Thema mal aus aktuellem Anlaß hoch:
Gestern Abend habe ich noch schnell die Wäsche abgenommen, als die Luft plötzlich bitter schmeckte.
Wir wohnen auf einem Hof, dessen Ackerfläche beim Kauf bei den Vorbesitzern geblieben ist, und von denen an die örtliche Agrargenossenschaft verpachtet ist. Diese Agrargenossenschaft, hier liebevoll auch Kolchose genannt, spritzt gerade in der ganzen Umgebung die Felder tot und sät dann Getreide ein.
Letztes Jahr stand auf dem Feld hinter unserem Garten auch schon Winterweizen.
Gestern kam der Wind mit Stärke 4 aus Süden, und das Feld liegt direkt südlich.
Nachdem ich nun die Lunge ordentlich voll Roundupdampf hatte, fühlte ich mich ein bißchen bekifft, hatte Schwierigkeiten beim konstruktiven Denken.
Heute bin ich neben der Spur, habe keine Kraft, und mir tut alles weh. Autofahren ging nicht schneller als 70, und ich habs bei den lebensnotwendigen Fahrten belassen. Der Blutdruck ist hoch, mir ist schwindelig und ich kann mich schlecht konzentrieren.
Kennt jemand von Euch diese Nebenwirkungen? Kommt noch mehr auf mich zu?
Liebe Grüße, M.
Re: Nochmal was zu Roundup
Verfasst: Fr 10. Okt 2014, 23:23
von Thomas/V.
Bei mir sind die geografischen und Besitzverhältnisse auch so.
Wenn die ihre Giftspritzen übers Feld ziehen, gehe ich allerdings schnell ins Haus und nehme keinen tiefen Luftzug in die Lunge....

Re: Nochmal was zu Roundup
Verfasst: Sa 11. Okt 2014, 12:48
von unkrautaufesserin
Na, ich habe nicht drauf geachtet, wo es gerade brummt. Und als die Luft bitter schmeckte, war es zu spät...
Heute sinds übrigens Brüllekopfschmerzen. Hoffentlich bin ich morgen durch, da muß ich arbeiten...
Liebe Grüße, M.
Re: Nochmal was zu Roundup
Verfasst: Sa 11. Okt 2014, 18:51
von Helmut
Re: Nochmal was zu Roundup
Verfasst: Sa 11. Okt 2014, 19:04
von Adjua
unkrautaufesserin hat geschrieben:Na, ich habe nicht drauf geachtet, wo es gerade brummt. Und als die Luft bitter schmeckte, war es zu spät...
Heute sinds übrigens Brüllekopfschmerzen. Hoffentlich bin ich morgen durch, da muß ich arbeiten...
Liebe Grüße, M.
Wenn ich so etwas höre, bin ich um meine Location froh, auch wenns nicht die beste Gartenbaugegend ist - da spritzt wenigstens niemand.
Re: Nochmal was zu Roundup
Verfasst: Fr 17. Okt 2014, 19:02
von Manfred
Re: Nochmal was zu Roundup
Verfasst: Mo 20. Okt 2014, 11:25
von hias90
Wie sieht für euch denn die Alternative aus? Biolandwirtschaft? Dann empfehle ich euch nochmal dringend das Bevölkerungswachstum mit den Erträgen der Biolandwirtschaft gegenüberzustellen?
Und an alle die meinen, dass die Gutachten und wissenschaftlichen Publikationen über Glyphosat nur von Monsanto und Co. finanziert wurden. Das ist einfach nur lächerlich und übelste Lügenpropaganda. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter an einem agrarwissenschaftlichen Lehrstuhl fühle ich mich bei sowas schon selber angegriffen.
Ich bitte im Gegenzug doch mal um eine wissenschaftliche Veröffentlichung, welche noch nicht vom Journal zurückgewiesen wurde, und nicht von einer NGO finanziert wurde, und trotzdem große Gefahren für den Menschen in Zusammenhang mit Glyphosat aufdeckt.
Re: Nochmal was zu Roundup
Verfasst: Mo 20. Okt 2014, 13:42
von Benutzer 146 gelöscht
hias90 hat geschrieben:Wie sieht für euch denn die Alternative aus? Biolandwirtschaft? Dann empfehle ich euch nochmal dringend das Bevölkerungswachstum mit den Erträgen der Biolandwirtschaft gegenüberzustellen?
Du könntest Recht haben: Vielleicht ist der Einsatz von Glyphosat mittelfristig ein Mittel gegen das Bevölkerungswachstum...

Re: Nochmal was zu Roundup
Verfasst: Mo 20. Okt 2014, 14:27
von Sabi(e)ne
Auf englisch gibt es ein schönes Wort: If something is wrong look upstream...