Adjua hat geschrieben:Und ganz wenig Staat ist dann afghanische Zustände .... wo ist denn das Modell, wo kleine Leute so gut leben bei wenig Staat?
Falsche Frage: Die Kleinen müssen ja gar nicht gut leben. Sie sollen zu möglichst tiefen Löhnen möglichst viel arbeiten. Das geht am besten mit einer gewissen Arbeitslosigkeit und dem Glauben, dass man selbst schuld ist, wenn man keine Arbeit hat. Dazu braucht es auch nicht gleiches Recht für alle. Es braucht vor allem eine Privilegierung derer, die schon haben. Die Armen, nicht die Reichen, müssen den Gürtel enger schnallen, wenns endlich aufwärts gehen soll mit dem Vaterland. Umverteilen ist Gift (ausser von unten nach oben), denn dann arbeiten die faulen Säcke noch weniger oder wollen gar mehr Lohn, was doch Gift für die Wirtschaft ist, wie alle wissen.
Die Reichen muss man schonen, denn sie tragen überproportional zum allgemeinen Wohlstand bei. Wie genau das geht, kann derzeit Romney in den USA gut erklären. Ist doch ungerecht, dass einer 10 Millionen Einkommen versteuern muss, bloss weil er 10 Millionen Einkommen hat! Mehr Markt, weniger Staat wirds schon richten. Funktioniert schon seit über hundert Jahren nie, wird aber immer noch als Allerheilsmittel verkündet (Ausser wenns um ne Finanzspritze für den eigenen Konzern geht).
Die Funktionen, aus denen sich der Staat zurückzieht, werden dann meist von mafiaähnlichen Organisationen übernommen. Manche Leute finden das offenbar gut.
@Theo: Nettoempfänger ist im Sinne des Wortes jemand, der mehr bekommt als was er leistet. Ich würde z.B. einen Immobilienspekulanten, der von den Mieten "seiner" Hausleute besser lebt als jeder von diesen, als Nettoempfänger bezeichnen. Ob eine alleinerziehende Mutter, die vom Kassiererin-Gehalt ihre Kinder nicht durchbringen kann und deshalb Sozialhilfe bekommt, auch Nettoempfängerin ist, wage ich hingegen in Frage zu stellen.
Im Sinne des Bauern ist natürlich jede Kuh Nettoempfängerin, denn man muss vorne mehr Gras reinschaufeln als hinten unten Milch rauskommt. So gesehen ist fast jeder Arbeiter Nettoempfänger - der Unternehmer muss ihnen ja Lohn zahlen, damit sie seinen Gewinn mehren.
Dagegen sind bürokratische Eigentore wie das mit dem Schorni wirklich harmlose Alltagsärgernisse.
Zurück zum Thema:
Man kanns auch nach Methode Schweik versuchen:
"Sehr geehrter Herr Bezirksoberschornsteinfegermeister,
nach reiflicher Überlegung bin ich zum Schluss gekommen, dem Feuerstättenbescheid nicht beizutreten, da mir die Anzahl und Lage der in meinem Hause sich befindlichen Feuerstätten bereits sehr gut bekannt ist und ich keinen diesbezüglichen Bescheid brauche. Der Nutzen der von Ihnen angebotenen Dienstleistung für meinen Haushalt erschliesst sich mir deshalb nicht.
Mit vorzüglicher Hochachtung usw. "