Hallo Erika,
bei deinem Posting musste ich von Herzen lachen.
Mir gefällt deine kritische Einstellung, mit Wunderglauben und Wundermittel hab ich´s auch nicht so.
Auf normalem, mit gutem Kompost versorgten Boden kriegt man schon einiges auf die Reihe- aber der mit Holzkohle versehene Kompost bewirkt ein anderes Maiswachstum und vor allem die Maiskolben sind sehenswert (Zumindest hab ich es bei mir im Garten und bei einem Betrieb auf dem Feld so gesehen.) Mit bester Fruchtfolge und besten Böden können annähernd solche Maispflanzen erzeugt werden. Aber wie könnte es gelingen, auch auf schlechtesten Böden genügend gesunde Lebensmittel zu erzeugen?
Mein Traum wäre eine Holzvergaseranlage- um Wärme und Strom zu erzeugen- und vor allem wegen der Holzkohle. Bei mir läuft neben meinem Blick für Natur und Zusammenhänge leider auch immer die Betriebswirtschaft im Hinterkopf mit. Ich bin überzeugt, dass mit der Holz- oder Biokohle einiges in Richtung Bodenverbesserung und Pflanzenwachstum getan werden könnte.
Jedes Jahr kommt bei mir guter Kompost auf die Gartenfläche und doch wurde in 20 Jahren dieser scheinbar von den Pflanzen "zusammengegessen". Wenn es möglich wäre, mit Holzkohlenkompost den Grundstock für eine sich ausbreitende Bodenfruchtbarkeit zu setzen, das würde der sich selbst vermehrenden "Terra Preta" in den amazonischen Wäldern doch entsprechen. Auch Alwin Seifert schrieb von Kompostwirtschaft und sich auch im angrenzenden, nicht mit Kompost versehenen Flächen von ausbreitender verbesserter Bodenfruchtbarkeit.
Seit Freitag hab ich eine Gitterbox voller Holzkohlenbokashi angelegt- aber auch meine übrige Kompostwirtschaft läuft genauso weiter, wie auch die Pflanzenjauchen.
Heuer mit der vergleichenden Zugabe von Holzkohlenpulver. Solche Dinge probiere ich immer über mehrere Jahre im Garten aus- um mir ein Bild davon zu verschaffen.
Denn für teure Experimente ist die Gewinnmarge in der Landwirtschaft zu klein. Erst mit diesen Erfahrungen kann ich an meine bessere Hälfte herangehen- und an Veränderungen im Betrieb denken.
Ich bin überzeugt, dass es auch vor Justus von Liebig ein vielschichtiges und weltumspannendes Wissen über eine gute Bodenwirtschaft gab- diejenigen Kulturen, die das nicht beherrschten- bekamen die Quittung.
Hab schon viel in Richtung Pflanzen, Boden usw. gelesen, versucht und mit Akribe verfolgt-
das Holzkohlepulver, das Steinmehl und EM gehören zu den für mich wichtigen Dinge, ebenso auch das Kompostierpulver von der Abtei Fulda, die Bücher von Alwin Seifert über seine Erfahrungen und Sir Albert Howard über die Kompostierung in Indien oder auch die Bücher von Tompkin und Bird über Pflanzen und Boden.
Besonders für die Selbstversorgung ist eine gute Bodenfruchtbarkeit unerlässlich.
Wie können wir es schaffen, auch ärmste, ausgelaugteste und kaputteste Böden wieder zu gesunden und fruchtbaren Böden werden zu lassen?
Wie kann Bodenfruchtbarkeit erhalten und vor allem nachhaltig und zukunftsfähig auf die Reihe gebracht werden können?
Besonders hat mich auch Sepp Holzer mit seinen Schilderungen von den Zuständen der heutigen südamerikanischen Böden, Kulturen und Lebensbedingungen sehr zum Nachdenken gebracht.
http://de.wikipedia.org/wiki/Terra_preta
wünsch einen schönen Sonntag
hobbygaertnerin