Re: Meine energieautarke Zweigstelle auf Sardinien.
Verfasst: Mi 1. Feb 2012, 19:54
Ich kann mitfühlen ... Auch in der Schweiz hat es sich noch nicht überall herumgesprochen, dass man Böschungen an gerade so noch stabilen Hängen aus Moränenschutt oder Lockergestein mit einer dünnen Humusschicht, durch den Wurzelteppich der Vegetation überdeckt, tunlichst nicht anschneiden soll.
Die Regenfälle sind hier nicht so brutal wie bei Euch, aber das Lockermaterial bröselt dann unter den Wurzeln raus, bis die untersten Bäume in der Luft stehen und umkippen. Die Böschung wandert so immer weiter nach oben, weil der Hang ja nicht noch steiler werden kann.
Am stärksten betroffen sind sonnseitige Böschungen. Ich bin auch nicht gleich drauf gekommen, warum - denn eigentlich müssten die sich rascher bewachsen. Sommertrockenheit ist nie das Problem. Es passiert im Spätwinter - die Frühjahrssonne taut den Hang oberflächlich auf, das Schmelzwasser von weiter oben kann noch nicht versickern, weil der Untergrund noch gefroren ist, und verwandelt die oberflächliche Erde im Wechselspiel von Gefrieren und Auftauen in einen Brei, der langsam zu Tal bzw. auf den Weg hinunter kriecht. Das hält keine Jungpflanze aus.
Jedes Frühjahr nach der Schneeschmelze werden die Waldwege dann mit dem Radbagger ausgestossen. Dass es einen Grund haben könnte, warum man auf den alten Saumwegen nur das Fallholz entfernen muss, darauf kommt offenbar keiner. Schuld ist der Regen oder der viele Schnee oder das Ausbleiben des vielen Schnees oder der Frostwechsel, je nachdem wies grad passt.
"Man muss eben im Frühjahr ausbaggern, wenn man die Wege offen halten will" - gibt ja wirklich einen gern genommenen Grundstock an Aufträgen in einer sonst flauen Zeit.
Noch grauenhafter sind die flächigen Erosionsschäden der Skipisten im Sommer, wo man grossflächig planiert hat, um Kunstschnee zu sparen. Die alpinen Wiesen sind dadurch grossflächig zerstört (Blumen pflücken wäre verboten gewesen!) und können sich wegen dem oben beschriebenen Effekt kaum regenerieren. Wenn man eine Mischung aus Stroh, Teer, Grassaat und Dünger draufwirft, ist es zwei Jahre schön grün und dann fängt es auch an, weil die genügsamen Tiefwurzler fehlen, welche die Erde festhalten könnten, bis sich wieder ein Wurzelteppich gebildet hat.
Der tiefere Grund liegt nicht darin, dass man nicht wüsste, wie vorgehen, aber erstens ist es heute nicht zeitgemäss, auf den Einsatz von schweren Baumaschinen zu verzichten, und dann lohnt es sich einfach nicht, auf praktisch unproduktivem Land Erosionsschutz zu betreiben. Die Zeche bezahlen ja dann später andere Leute.
Wenn Du es schaffst, ein Stück Strasse nach Deiner Art zu entwässern und dann nach dem nächsten Starkregen den Unterschied zeigen kannst, vielleicht ändert sich dann langsam etwas.
Die Regenfälle sind hier nicht so brutal wie bei Euch, aber das Lockermaterial bröselt dann unter den Wurzeln raus, bis die untersten Bäume in der Luft stehen und umkippen. Die Böschung wandert so immer weiter nach oben, weil der Hang ja nicht noch steiler werden kann.
Am stärksten betroffen sind sonnseitige Böschungen. Ich bin auch nicht gleich drauf gekommen, warum - denn eigentlich müssten die sich rascher bewachsen. Sommertrockenheit ist nie das Problem. Es passiert im Spätwinter - die Frühjahrssonne taut den Hang oberflächlich auf, das Schmelzwasser von weiter oben kann noch nicht versickern, weil der Untergrund noch gefroren ist, und verwandelt die oberflächliche Erde im Wechselspiel von Gefrieren und Auftauen in einen Brei, der langsam zu Tal bzw. auf den Weg hinunter kriecht. Das hält keine Jungpflanze aus.
Jedes Frühjahr nach der Schneeschmelze werden die Waldwege dann mit dem Radbagger ausgestossen. Dass es einen Grund haben könnte, warum man auf den alten Saumwegen nur das Fallholz entfernen muss, darauf kommt offenbar keiner. Schuld ist der Regen oder der viele Schnee oder das Ausbleiben des vielen Schnees oder der Frostwechsel, je nachdem wies grad passt.
"Man muss eben im Frühjahr ausbaggern, wenn man die Wege offen halten will" - gibt ja wirklich einen gern genommenen Grundstock an Aufträgen in einer sonst flauen Zeit.
Noch grauenhafter sind die flächigen Erosionsschäden der Skipisten im Sommer, wo man grossflächig planiert hat, um Kunstschnee zu sparen. Die alpinen Wiesen sind dadurch grossflächig zerstört (Blumen pflücken wäre verboten gewesen!) und können sich wegen dem oben beschriebenen Effekt kaum regenerieren. Wenn man eine Mischung aus Stroh, Teer, Grassaat und Dünger draufwirft, ist es zwei Jahre schön grün und dann fängt es auch an, weil die genügsamen Tiefwurzler fehlen, welche die Erde festhalten könnten, bis sich wieder ein Wurzelteppich gebildet hat.
Der tiefere Grund liegt nicht darin, dass man nicht wüsste, wie vorgehen, aber erstens ist es heute nicht zeitgemäss, auf den Einsatz von schweren Baumaschinen zu verzichten, und dann lohnt es sich einfach nicht, auf praktisch unproduktivem Land Erosionsschutz zu betreiben. Die Zeche bezahlen ja dann später andere Leute.
Wenn Du es schaffst, ein Stück Strasse nach Deiner Art zu entwässern und dann nach dem nächsten Starkregen den Unterschied zeigen kannst, vielleicht ändert sich dann langsam etwas.
