Man kann die Grösse der Komponenten nicht berechnen, wie man eine Gleichung löst, man kann sie nur hinsichtlich bestimmter Annahmen optimieren und dann die passendste auf dem Markt erhältliche Ware verwenden.
Den Annahmen liegen Schätzungen über den Heiz - und Warmwasserbedarf zugrunde sowie über das Klima am Ort. Gegebenheiten wie Ort der Kollektoren (Dachneigung und Ausrichtung, Horizontüberhöhung) müssen natürlich bekannt sein. Bei der Heizung ist die benötigte Mindesttemperatur für die Verbrauchsseite von grosser Bedeutung, und so weiter.
Man setzt dann realistische Grössen für Kollektorfläche und Speichervolumen ein und berechnet mit den getroffenen Annahmen die Speichertemperatur für jeden Tag. Daraus kann man dann den Ertrag in kWH (oft genannt, aber wenig aussagend) und in Autonomietagen (besser) sowie den Ertrag in nutzbaren kWh während der Heizperiode berechnen. Man erhält dann Aussagen wie "wenn ich 2 m2 mehr Kollektorfläche installiere kostet das 1700 Euro mehr, dafür habe ich einen Monat mehr Warmwasser ohne Fremdenergie und der Heizenergiebedarf vermindert sich um 2300 kWh" (behafte mich nicht mit den konkreten Zahlen!)
In der Praxis nimmt man lieber den grösseren Speicher - unter 200 Liter pro m2 Kollektorfläche würde ich nicht mehr gehen. Man hat mehr Autonomie bei längeren Schlechtwetterperioden, und hier treffen die Simulationsprogramme oft nicht relaistische Annahmen. Zudem ist es nicht nur so, dass 100 kWh im Sommer 20 Euro kosten; man müsste in meinem Fall einfeuern und das ist im Sommer erst ein Thema, wenn in der Dusche kein warmes Wasser kommt, also äusserst lästig.
Wichtigste Grösse ist die Kollektorfläche. Zu viel wirkt sich nicht nur in den Kosten aus, sondern erbringt auch unsinnige Mehrerträge dann, wenn man sie nicht braucht. 3000 kWh mehr pro Jahr hört sich gut an, aber wenn 80% davon kochendes Wasser im Hochsommer sind, nützt Dir das in der Praxis gar nichts. Zu wenig ist verschenktes Geld.
Kollektoren würde ich, wenns geht, 60 Grad geneigt genau Süd montieren. Das vermindert den Gesamtertrag etwas, verbessert die Ausbeute aber entscheidend Anfangs und Ende der Saison, wenn man tatsächlich etwas davon hat.
Die Einschaltdauer der Pumpe des Primärkreislaufes ist einfach: sie läuft immer dann, wenns in den Kollektoren mehr als ∆T wärmer ist als im Speicher. ∆T wird je nach Anlage auf etwa 10 Grad gestellt - zuviel mindert den Ertrag in Randzeiten, zuwenig kann den Speicher sogar entladen, wenn die Leitungswege Speicher <-> Kollektor lang sind. Das ist dann aber schon "Feintuning". Nimm auf jeden Fall ne neue regelbare Pumpe für Solaranlagen, auch wenn die teurer ist. Die Dinger müssen langlebig und zuverlässig sein, 20 Euro billiger im Ankauf können 200 Euro mehr für den Servicetechniker bedeuten, oder 3 Stunden schrauben am Samstagabend.
Wenn man den Speicher nahe bei Bad und Küche hat, wo die grössten Warmwasserverbraucher sind, hat man kurze Leitungswege und die Abwärme des Speichers ist nicht verloren. Eine WaMa und Geschirrspüle mit Warmwasseranschluss lohnt sich auch, da gehen auch ein paar hundert kWH pro Jahr durch, wenn mehrere Personen im Haushalt sind.
Spiel mal
hiermit etwas herum - gibt grobe Schätzmöglichkeiten und damit schon einige Anhaltspunkte.
Die Anlage ist im Zusammenhang mit eigenen Komfortansprüchen und der vorhandenen Gebäude hinsichtlich Architektur und Heizverhalten zu planen - das ist nicht so einfach wie ein Auto zu kaufen.