Hallo,
ich sehe schon der Thread hat das übliche Forenschicksal erlitten - irgendwann ist man vom Thema abgedriftet und dann ...
Was ist aus der Wand geworden? Würde mich jetzt einmal interessieren. Hast du noch ein Schaf in die Wand gestopft oder hast du gleich die Wand verbrannt an kalten Winterabenden.
In den Kommentaren waren einige interessante Sachen, wo ich noch mal nachfragen wollte, bzw. selber was ergänzen.
Schafwolle: Da ich erst neulich den Schafwollteppich von Oma Böllert weggebracht habe, weil der sich plötzlich in kleine Kügelchen zu verwandeln begann (Mottenlarven und ihr Produkte) - bin ich, was reine Wolle angeht auch schon immer skeptisch gewesen, so toll sich das auch anhört. Gehen eigentlich auch alte Wollpullis? Der Wand wird das Kratzen am Hals ja nichts ausmachen.
Borsalz: Hiermit behandelt man Cellulose (Altpapier), Hanf, Wolle um sie "ungeniesbar" und feuerresistenter zu machen. ALLERDINGS - ist in Deutschland leider nicht mehr für den Privatman erhältlich. Ich such auch noch nach Alternativen.
Schaumglasschotter: Wäre ein interessante Idee für die Bodenebene, weil es sowieso traditionell als kapilarbrecher (gegen aufsteigende Feuchte) benutzt wird. Allerdings dämmt das Zeug nicht wirklich. Hat eine Wärmeleitfähigkeit von λ ≈ 0.09 W/mK. Als "Perimeterdämmung" (unter Bodenplatte, direkt auf Erdreich) ist es allerdings super, was vor allem daran liegt, dass es Feuchtigkeit fern hält. Zum Vergleich - Mineralwolle hat eine Wärmeleitfähigkeit von λ ≈ 0.04 W/mK (je geringer, desto besser). Schafwolle übrigens auch. Und Cellulose (Altpapier). Besser geht eigentlich nicht. Nur PUR-Hartschaumplatten übertreffen das noch (λ ≈ 0.025 W/mK). Schaumglasschotter präsentiert sich bei
http://www.u-wert.net klar abgeschlagen als schlechtester Dämmstoff.
Dies liegt aber klar auch an den "Lücken" beim Schotter. Würden man dagegen
Schaumglasplatten nehmen, hat es ebenfalls ein λ ≈ 0.04 W/mK - aber für Wände wohl kaum geeignet.
Schaumglas als Lehmschüttung in einem Fachwerkhaus bietet gute Werte (0.09 W/mk - zum Vergleich Hanf-Leichtlehmschüttung 0,06 W/mK - 0,08 W/mK; Holzleichtlehm Claytec 0,17 W/mK) - aber das ist ein anderes Thema.
Ebenfalls wohl die
Strohdämmung. Deutscher "Baustroh" (ja, den gibts wirklich!) hat nen guten Wert von 0,052 W/mk - den aber wohl nur wenn Winddichtigkeit gegeben ist. Im Strohballenbau wird er dazu von allen Seiten mit Lehm umschlossen (dient auch dem Brandschutz - und dem Schutz vor dummen Mäusen). Ähnlich wird es bei
Schilfrohrplatten (0,056W/mk) aussehen, die auch zur Fachwerdämmung benutzt werden - aber halt auch "unter" Lehm.
Der King unter den natürlichen Dämmstoffen aber ist die
Holzfaserdämmplatte. Die hat einen λ ≈ 0,045 W/mK UND bietet den besten Hitzeschutz. Wenn es um Dachdämmung ginge - wäre das also der Favourite.
Aber nun zum aktuellen Problem:
(auch wenn du es möglicherweise schon gelößt hast)
Meine Idee wäre:
1. Die Winddichtpappe ist super. So weitermachen.
2. Schaumglasschotter bis zur Bodenkante (gut verdichten, z.b. mit nem schweren Hammer) gegen die Feuchte von Unten und als Spielverderber für Nager etc..
Darüber einen Streifen Dachpappe und einen Balken oder ein Brett als Trennschicht
3. den Rest mit Steinwolle (Mineralwolle) auffüllen - Grund: ist am günstigsten und dämmt gut (Maske tragen!) Wenn Geld keine Rolle spielt, würde ich natürlich Holzfasermatten oder Hanfmatten vorschlagen
4. Die Holzfaserplatten wieder drauf (möglichst bis zum Boden - und möglichst ohne Lücke)
5. Und da drauf ne schöne Holzverschalung
Sperrholz, OSB - oder Rigipsplatten ginge natürlich auch - aber da hätte ich dann Bedenken bei der Verwendung von Mineralwolle. Da könnte Tauwasser drin anfallen, dass dann nicht weg"dampfen" kann - und dann schimmelt die Wand von Innen.
Das waren meine unqualifizierten 5 cent.
Würd mich natürlich interessieren, wie es ein echter Schwede machen würde.
Habe auch schon davon gelesen, dass jemand seine Zwischenräume mit Sägespäne aufgefüllt hat. Geht auch, dämmt auch - aber ich weiss nicht, ob es "Nebenwirkungen" gibt.
Mich persönlich würde auch die Variante - Dämmung aus Altpapier selbst herstellen interessieren - in Deutschland geht das offiziell leider nicht - und man müßte Borsalz (Borax) zusetzen als Brandhemmer und Antiinsekt - und da wurde der Verkauf an Privat verboten. Eine Alternative zu Borax habe ich leider noch nicht gefunden (keine Ahnung ob Soda funktionieren würde).
Soweit.
Gruß aussm Sauerland
