Dieser Kevran ist ein lustiger Geselle gewesen.
Wer Lust hat sich damit zu beschäftigen und wie esoterische Wissenschaft funktioniert, findet einiges auf kevran-info.de. (ich distanziere mich von den Aussagen der Betreiber dieser Webseiten!!!)
Eier legen: Die Henne hat diesmal kaliumreiche Haferflocken bekommen und muss folglich aus Kalium Kalzium gemacht haben; der Kalziumgehalt des Futters wird nicht angegeben.
Da wird in der Kritik, die vom Autor zitiert, aber nicht akzeptiert wird, gerechnet, was mit der Henne gemäss traditioneller Kernphysik passieren würde, wenn sie auch nur den Kalk der Schale eines einzigen Eies aus Kalium durch Transmutation erzeugt hätte: Es würden aufgrund der Massebilanz der Kernumwandlung 50`000`000 kJ = 13'900 kWh frei - das arme Tier.
Kevran postulierte damals einfach eine "Niedrigenergie-Transmutation in biologischen Systemen", um seine Hypothese zu retten, damit es die Henne beim Eier produzieren nicht zerreisst. Das verletzt zwar den Energieerhaltungssatz, der im Universum bisher als immer und ausnahmslos geltend gefunden wurde, aber um eine Weltanschauung zu retten muss man wohl Opfer bringen.
Das erinnert doch sehr an die Methode der Kirche, wo man Auferstehung, unbefleckte Empfängnis und dergleichen mehr postuliert, um Kompatibilität der Religionslehre mit biologischen Erkenntnissen zu ermurksen. (Heilige Jungfrau Maria, die du empfangen hast, ohne zu sündigen ...) In der Kirche ist das in Ordnung, in den Naturwissenschaften aber nicht.
Aufschlussreich ist der
Umgang mit Messdaten. Es wird behauptet, beim Trocknen von Früchten werde Kupfer teilweise in Eisen umgewandelt. Es folgt eine Tabelle mit Messwerten, die das belegen sollen. Kommentar des Autors der Webseite:
Beim Trocknen von Obst verändert sich die Mineralienzusammensetzung (vgl. in diesem Buch Kap. 16, S. 153ff.). Die unten angeführten Werte sind Beispiele dafür aus anerkannten, neuen Quellen. Für diese doch eigentlich erstaunlichen Änderungen kenne ich keine Erklärung, sie werden auch nicht kommentiert. Eine biologische Transmutation im Verlauf des Trocknungsprozesses könnte – nach Kervran – die Erklärung sein.
a) Trocknung ist ein rein physikalischer Prozess, er funktioniert ganz ohne Biologie.
b) es werden Prozente und Absolutgehalte mit bis zu 5 geltenden Ziffern angegeben, aber weder die Anzahl Messungen noch Mittelwert und Standardabweichung. 119.35 Milligramm Phosphor pro 100 g - nicht etwa 120 +- 5. Und das mit Daten aus mehreren Quellen. So etwas wäre heute unpublizierbar. Entweder weiss der Autor nicht was er da rechnet, oder wenn er es weiss, müsste nicht nur seine Analytik extrem genau sein, sondern die Früchte "aus mehreren anerkannten neuen Quellen" müssten alle den exakt gleichen Gehalt an diesen Elementen enthalten haben (was in der Publikation darzulegen wäre). Mich erinnert das an die Euphorie beim erstmaligen Benutzen des Taschenrechners, wo man Erdradius als 6370 km mal zwei mal pi gerechnet und dann den Erdumfang auf Tausendestelmillimeter genau zurückbekommen hat.
c) wenn es beim Trocknen durch Bilanzierung der Wägedaten rechnerisch zur Vermehrung von Elementen kommt, würde man zuerst dieses Phenomen statistisch absichern, dann die Analytik eichen (indem man Proben mit bekanntem Gehalt sowie Proben ohne Gehalt durchlässt, Standard bei jedem Analysenlabor), dann die Analytik von einem anderen Labor wiederholen lassen.
c) Ist das Phänomen immer noch da, würde man die Probenahme untersuchen. Früchte vom gleichen Baum müssen beispielsweise nicht zwingend gleiche Gehalte an Spurenelementen haben, beim Zerkleinern von Proben zur Analyse ist es keine gute Idee, eine Maschine mit Edelstahlmessern zu verwenden, wenn man Eisen nachweisen will, und so weiter. All das sind Gründe, warum Laborant ein Beruf ist und warum die meisten hochdekorierten Wissenschaftler ohne gutes Laborpersonal hilflos sind.
d) Verwendet man Daten aus mehreren Quellen, so muss man sich sowohl die Mühe machen, Werte mit unterscheidlichen Standardabweichungen zusammenzuzählen, wie auch die einzelnen Quellen genau auf Plausibilität prüfen, bevor man deren Daten verwendet.
Das ist alles Handwerk, und der Autor würde besser datran tun, sich das einmal anzueignen, bevor er sich über die traditionelle Wissenschaft beschwert, die neue Erkenntnisse ablehnt.
Auch über Regenwürmer weiss der Betreiber der Webseite Bescheid:
Nach manchen Autoren verleibt sich jeder Regenwurm pro Sekunde ein Zehntel Gramm Boden ein, was pro Jahr drei Tonnen ergibt.
Rechnen wir mal was der Wurm kann: Das wären pro Tag 8.64 Kilo. (3000 Kilo/365 Tage gibt auch etwa so viel, es ist also kein Datenfehler). Bei einem angenommenen Durchmesser des Regenwurmkotes von drei Millimetern und einer Dichte des Kotes von 1.5 Kilo pro Liter gibt das einen Kotfaden von (8.64kg /1.5kg/l) " 1'000'000 mm3/l /(3mm*3mm" pi/4) = 815 Meter, den das Tierchen pro Tag ausscheiden muss. Das sind Turbowürmer!
Oder doch das "nach manchen Autoren" nachprüfen, bevor man deren Zahlen übernimmt?