Flächenverluste durch steigende Meeresspiegel:
a) wegen thermischer Ausdehnung durch wärmeres Wasser
b) wegen Abschmelzung von Eis auf Festland
Betroffen sind logischerweise Tiefländer. Davon gibt es grosse Flächen, die dicht besiedelt und dicht bewachsen sind.
Manfred hat geschrieben: Mi 3. Nov 2021, 22:36
Wenn du recht behältst, bleibt die Schweiz ja bald von Lawinen verschont.
Zur Zeit gibt es in den Alpen grosse Probleme wegen unstabil werdenden Hängen, da der alpine Permafrost verschwindet, der diese Schuttmassen stabilisiert hat. Das bedroht vor allem infrastrukturen.
Mit den Lawinen wird es nicht besser, denn Starkniederschläge, die viel Nassschnee bringen, und nicht das allgemeine Temperaturmittel alleine sind zu betrachten. Schnee und Lawinen sind nicht dasselbe, genauso wie eine allgemeine Erwärmung und eine Häufung von Hitzewellen nicht dasselbe ist.
Manfred hat geschrieben: Mi 3. Nov 2021, 22:36
Und wieso Flächenverlust durch steigende Meeresspiegel?
Das schwimmende Eis leistet dazu ja keinen Beitrag, wenn es taut.
Und wenn Eis auf den Landmassen taut, werden dabei Flächen frei, wie auch auf den nördlichen Landmassen Flächen weiter im Norden intensiver genutzt und besiedelt werden können.
Eisfrei werdendes Land ist erst mal einige Jahrzehnte bis Jahrhunderte unfruchtbar und hat zuerst subarktisches Klima oder/und liegt in Gebirgen und ist dann reiner Fels. Darauf könnte man selber kommen, selbst wenn man sich nicht mit Landwirtschaft beschäftigt.
Dann haben seltsamerweise sogar tauende Eisberge einen wenn auch nicht sehr grossen Effekt, denn es ist Süsswassereis. Meerwasser ist salzhaltig und hat eine höhere Dichte als Schmelzwasser von Eisbergen. D.h. wenn die Meereisbedeckung sich ändert, hat das einen Effekt auf den Meeresspiegel.
Manfred hat geschrieben: Mi 3. Nov 2021, 22:36
Dazu kommt, dass sie Kontinentalplatten schwimmen. Durch Masseverlagerung wird es Hebungen und Senkungen geben.
Das sind andere Zeitmassstäbe und es ist nicht beeinflussbar, macht aber kurzzeitig (einige Jahrhunderte) vergleichsweise wenig aus. Zudem bewirkt dies einen zusätzlichen Anstieg des Meeres, der vorwiegend *jetzt* produktive Flächen betrifft, denn wenn z.B. Grönland wegen Abschmelzens der Eisauflast auftaucht, nimmt seine Fläche zu und es verdrängt mehr Wasser.
Manfred hat geschrieben: Mi 3. Nov 2021, 22:36
Schwierig zu prognostizieren, was in Summe dabei herauskommt
Überhaupt nicht, dazu braucht man nur eins der zahlreichen frei vefügbaren digitalen Höhenmodelle herzunehmen und berechnen, wieviele Flächen in welcher Klimazone und welcher Höhe liegen. Sowas wäre vielleicht noch in den 1970er Jahren eine Herausforderung gewesen.
Der thermische Ausdehnungskoeffizient von Wasser ist kein Geheimnis, die Eisverluste auf Festland sind durch Satelitendaten gut bekannt.
Wer behauptet, diese Prognose sei schwierig, hat keine Ahnung von Stand der Forschung.
Es hängt also nur vom Temperaturanstieg ab, was passieren wird. Deshalb drehen sich alle seriösen Diskussionen gegenwärtig auch nur darum, wieviel Temperatur wie schnell was bewirken wird.
Manfred hat geschrieben: Mi 3. Nov 2021, 22:36
zumal ohne funktionierende Klimamodelle.
Die modernen Klimamodelle können den gegenwärtigen Temperaturanstieg sehr gut aus Messdaten vergangener Zeit vorhersagen, was als wesentliches Qualitätsmerkmal eines Modells gilt.
Daraus kann man den Effekt des CO2 auf das Klima auch recht gut abschätzen.
Jedenfalls viel besser, als wenn man hinterm Ofen sitzt, sich ein paar Videos vom Internet zusammenklickt (die irgendwas oder auch gar nichts mit dem Problem zu tun haben, siehe kolumbianische Riesenschlangen), merkt, dass es kompliziert sein könnte und also erst mal behauptet, es sei nicht vorhersagbar, was passieren werde.
Manfred hat geschrieben: Mi 3. Nov 2021, 22:36
Wir Mitteleuropäer leiden jedenfalls nicht besonders darunter, dass sich der hiesige Eisschild in den letzten Jahrtausenden verkrümelt hat. Für uns wäre es eher doof, wenn er wieder kräftig wachsen würde ...
Eine tolle Einstellung. Die Leute in der norddeutschen Tiefebene, die auch noch zu Mitteleuropa gehört, kennen ja auch schon die Lösung möglicher Probleme:
Manfred hat geschrieben: Mi 3. Nov 2021, 21:45Unsere Siedlungspraktiken und unseren Landbau müssen wir halt den sich ändernden Gegebenheiten anpassen.
