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Re: Starke "natürliche" Schmerzmittel?

Verfasst: Di 10. Aug 2010, 11:58
von BernhardHeuvel
Ich hatte mal einen Zahn, der von innen her Druck aufbaute durch eine Entzündung, begleitet von den entsprechenden Schmerzen.

Die Weidenrinde habe ich als Erstes probiert, die hatte jedoch auch in größeren Mengen keine nennenswerte Wirkung. Sie half schon bei kleineren Schmerzen, doch gegen diese starken Schmerzen eben nicht. Helfen kann da meiner Erfahrung nach nur der Mohn. Und zwar durchaus der getrocknete Mohnsamen, in rauhen Mengen genossen.

Begleitend dazu arbeite ich heute mit Bienenstichen an bestimmten Akkupunkturstellen, was sehr gut wirkt. Bienengift hat auch eine schmerzstillende Komponente, allerdings ist bei Entzündungen der schnelle und kräftigere Herzschlag, der durch Bienengift bei Überdosierung hervorgerufen werden kann, vielleicht sogar kontraproduktiv. Das gilt auch für den Alkohol, der für Schwellungen und Entzündungen nicht wirklich förderlich ist und die Ursache der Schmerzen womöglich noch vergrößert. Da muß also das richtige Maß getroffen werden.

Akkupressur hilft auch sehr gut, vor allem bestimmte Punkte am Ellbogen. Es erstaunt mich jedes Mal aufs Neue, wenn Du diese Stelle drückst und der Schmerz verschwindet. Leider kannst Du nicht die ganze Zeit draufdrücken, doch Pausen ab und zu sind echt erholsam. Atempausen sozusagen.

Ansonsten helfen Kaubewegungen des Kiefers bei fast allen Arten von Schmerzen. Kauen, kauen kauen. Ich wechsel das Kauen mit Summen ab. Summen, Singen, Kauen. Das funktioniert sehr gut.

Auch das Riechen an Kräutern, die ätherische Öle enthalten hilft sehr gut, wie zum Beispiel Lavendel oder Fenchel.

Es geht darum, entweder zusätzlich angenehme Reize zu schaffen oder ablenkende Reize. Habe ich Schmerzen an der Hand, dann schaffe ich Reize am Fuß. Damit lenke ich die Konzentration von einem Punkt ab.

Viel Vitamin C ist ebenfalls wirksam. Ich verwende vor allem frischen Zitronensaft.

Vielleicht ist es im Zeitalter der schnellen Pille überaltetes Wissen, doch ich habe schon Schmerzen gehabt, wo schnelle Hilfe nicht kommen konnte. Das war einfach nicht drin. Und sich in dieser Situation selbst über die Runden helfen zu können, ist nützliches Wissen.

Viele Grüße
Bernhard

Re: Starke "natürliche" Schmerzmittel?

Verfasst: Di 10. Aug 2010, 12:05
von BernhardHeuvel
Waldschrat hat geschrieben:Die Dosis macht das Gift...
Paracelsus sagte:

„All Ding’ sind Gift und nichts ohn’ Gift; allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift ist.“

Und das ist ein Unterschied.

Des Weiteren sind heute die Erkenntisse derart gewachsen, dass nicht unmittelbar giftige aber kleine Dosen eines Wirkstoffes sich mit der Zeit akkumulieren und giftige Wirkungen entfalten. Siehe Druckrey–Küpfmüller Gleichung.

Viele Grüße
Bernhard

Re: Starke "natürliche" Schmerzmittel?

Verfasst: Di 10. Aug 2010, 12:49
von lavendel
Hallöle,
Ich hab mir folgendes überlegt. Manfred geht davon aus daß es eine Entzündung ist. Ergo ist ein gutes Immunsystem notwendig um damit fertig zu werden. Wie haltet Ihr es so mit der Abwehr? Allein die natürliche Ernährung ist schon Gold wert, je weniger Chemie in der Nahrung desto besser , frische Luft soll auch gut sein, dazu die positive Grundeinstellung das es richtig ist was man grade tut,
was fällt wem noch ein?
PS, ich schwör auf Ingwer als Booster.
Grüßle, Marion
:strick:

Re: Starke "natürliche" Schmerzmittel?

Verfasst: Di 10. Aug 2010, 13:23
von BernhardHeuvel
Soforthilfe bei der Abwehr:

- Zitronensaft, frisch gepresst
- Propolis
- Bienenstiche
- Thymian

Langfristig:

Gutes, reichhaltiges Essen mit allen Stoffen, welche die Körperzellen benötigen.

Viele Grüße
Bernhard

Re: Starke "natürliche" Schmerzmittel?

Verfasst: Di 10. Aug 2010, 13:34
von Aproximata
für die Immun Abwehr: Echinacea purpurea, als Frischpflanzensaft. Hinweis: nicht andauernd einnehmen, da eine andauernde Immunstimulation zu einer Immunsupression führen kann. Empfehlenswert z. B: 3 Tage Einnahme, 3 Tage Pause nicht länger als 8 Wochen

Re: Starke "natürliche" Schmerzmittel?

Verfasst: Di 10. Aug 2010, 15:43
von Knurrhuhn
Genau, gute Ernährung ist das allerwichtigste.

Aber vor allem vermeide ich die Einnahme von Antibiotika, wenn es nur irgendwie geht. Wie heutzutage damit umgegangen wird ist einfach nur verantwortungslos. Kaum ein Arzt erzählt einem wie wichtig anschließender Aufbau der Darmflora ist.
Gut, bei wirklich schlimmen akuten Sachen wie jetzt bei Manfred würde ich wohl auch darauf zugreifen, wenn die Schmerzen nicht auszuhalten sind.
Aber aus eigener, leidlicher Erfahrung weiß ich, wie schnell Ärzte mit der Verschreibung von ABs sind. Damit hab ich mir über Jahre der ständigen Entzündungen regelrecht die Darmflora zerschossen, und ein Infekt jagte den nächsten. :red: Damals war ich leider noch in dem Glauben, der Doc hat grundsätzlich recht .... bis ich dann irgendwann mal kapierte, daß es auch anders geht.

Neulich hatte ich z.B. einen Harnwegsinfekt, den habe ich mit pflanzlichem Antibiotikum gut weg bekommen. Problem ist nur, daß das sauteuer ist und man es selber zahlen muß. Die Sachen, die Folgeschäden nach sich ziehen und weitere behandlungsbedürftige Infekte auslösen, die werden verschrieben ohne Ende.
Manchmal helfen mir auch Heil-Tees sehr gut, aber leider nicht immer.

Re: Starke "natürliche" Schmerzmittel?

Verfasst: Di 10. Aug 2010, 20:40
von Benutzer 68 gelöscht
lavendel hat geschrieben:Wie haltet Ihr es so mit der Abwehr? Allein die natürliche Ernährung ist schon Gold wert, je weniger Chemie in der Nahrung desto besser , frische Luft soll auch gut sein, dazu die positive Grundeinstellung das es richtig ist was man grade tut,
was fällt wem noch ein?
Schlaf. Das Immunsystem arbeitet besonders im Schlaf.
Dann noch: Händewaschen und sonstige Hygiene.
lavendel hat geschrieben:PS, ich schwör auf Ingwer als Booster.
Mit Knoblauch zusammen besonders wirksam :hotti:

Re: Starke "natürliche" Schmerzmittel?

Verfasst: Di 10. Aug 2010, 21:21
von Sabi(e)ne
@Frau Hollerbusch: ich sach nur "Propolistinktur" - das Zeugs hilft gegen fast alles.
Bei beginnenden Blasenentzündungen jede Stunde 5 Tropfen unter die Zunge - nach ein paar Stunden ist es eine "gewesene beginnende Infektion".
Dito bei Magenproblemen, und äußerlich bei allen nicht-offenen Dingen wie Schweißfüße, Pilzen, etc.
Bei Noro-Virus oder ähnlichem Magen-Darm-Krams einen Schluck aus der Pulle (verdünnt, die Tinktur sollte 96% Alk haben) - das hilft tatsächlich enorm.
Wobei ich nicht weiß, inwieweit die Darmbakterien was abkriegen...
Apitherapie ist übrigens sehr oft sehr wirkungsvoll - aber zu billig, um Gewinne für eine Industrie zu liefern. Es lohnt sich, sich damit näher zu beschäftigen.

Re: Starke "natürliche" Schmerzmittel?

Verfasst: Mi 11. Aug 2010, 00:03
von Waldschrat
Ja, Propolis kann ich auch empfehlen. Wirklich ein Allheilmittel, ganz erstaunlich.

Eine Arbeitskollegin die selber imkert, hat mir das mal bei nem Hautproblem "aufgeschwatzt". Kann man dann selber in Schmalz oder so zu einer Salbe anrühren.

Re: Starke "natürliche" Schmerzmittel?

Verfasst: Mi 11. Aug 2010, 01:11
von Waldschrat
BernhardHeuvel hat geschrieben:
Waldschrat hat geschrieben:Die Dosis macht das Gift...
Paracelsus sagte:

„All Ding’ sind Gift und nichts ohn’ Gift; allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift ist.“

Und das ist ein Unterschied.

Des Weiteren sind heute die Erkenntisse derart gewachsen, dass nicht unmittelbar giftige aber kleine Dosen eines Wirkstoffes sich mit der Zeit akkumulieren und giftige Wirkungen entfalten. Siehe Druckrey–Küpfmüller Gleichung.

Viele Grüße
Bernhard

So what.

Mit Latein kann ich nicht dienen, aber den Spruch kann man ja auch im Innernet googeln. Allerdings habe ich ja nicht zitiert, sondern das gängige geflügelte Wort (die Ableitung des alten Zitats) benutzt. DAS ist ein Unterschied.

Aber zur Sache, die Dosis macht, dass es entweder

Gift ist,
nicht Gift ist.

Beide Aussagen stimmen, das ist eine einfache Logik.

Verdünne Digitalis auf die entsprechende Dosis - und Du hast ein Herzmedikament. Wenn Du zuviel davon nimmst, wirds halt wieder giftig... Darauf beruht Medizin in vielen Fällen - auf der richtigen Dosis. Was anderes habe ich nicht gesagt.

Dass man medizinisch wirksame Stoffe nicht regelmäßig, in beliebigen Mengen und ohne Indikation zu sich nimmt, dürfte hier Allen klar sein, darum gings ja auch nicht. Für Chinesen ist jeder "Tee", der nicht vom Teestrauch kommt, Medizin. Pfefferminztee hat in der chin. Übersetzung nicht das Wort "cha" (Tee) als Bestandteil, sondern den Begriff für Medizin. So zumindest mein Chinesischlehrer vor einigen Jahren. Genaugenommen gilt das für jedes Würzmittel (ich sag blos Ingwer, Knoblauch...). Wir Westler schmeissen im Prinzip also laufend "Medizin" ahnungslos in unser Essen, weil wir es nur als Gewürz verstehen. Aber auch hier gilt wohl: Die Dosis machts (kann man sich auf diese drei Worte einigen???) :pfeif:

Naja und der letzte Satz--- sowas passiert, wenn der Körper mit den Stoffen sozusagen nichts anfangen kann und sie statt zu verwerten speichert (bspw. im Fettgewebe). Trifft bspw. auf Schwermetalle zu, die sich bekannterweise über Jahrzehnte im Körper ansammeln. Aber Quecksilber galt in kleinen Mengen ja auch mal als Heilmittel....

Das gilt aber nicht für alle Stoffe oder Verbindungen!!! Zuviel Vitamin C wird bspw. einfach ausgeschieden. Funktionierende Nieren vorausgesetzt.

Es gibt auch eine Eisenspeicherkrankheit, man sagt ja immer Eisenmangel ist gefährlich. Für die Betroffenen aber ist eben gerade Eisen in der Nahrung gefährlich, weil es sich ablagert. Das ist aber wie gesagt eine Krankheit und nicht der Normalfall.

http://de.wikipedia.org/wiki/Hämochromatose

Diverse Vitamine (fettlösliche) werden nach Genuss im Übermass auch erstmal gespeichert und können unerwünschte Wirkungen entfalten. Dies tritt aber nur auf, wenn Du die zu hohe Dosis in kurzer Zeit zu Dir nimmst. Irgendwann wird das nämlich doch verstoffwechselt. Es gibt chronische Überversorgungen, dazu musst Du aber praktisch jeden Tag eine Überdosis zu Dir nehmen, denn eine bestimmte Menge braucht Dein Körper ja auch. Täglich normal kleine Dosen reichern sich aber nicht an. Außer Du hast schon ne Stoffwechselkrankheit (kann angeboren sein).

http://de.wikipedia.org/wiki/Hypervitaminose

Was Hermann Druckrey angeht, so hat er karzinogene Stoffe untersucht, das ist ja an sich schon ein Spezialfall. Das sollte man bedenken.

Zitat Wiki:

"Er entdeckte das Prinzip der Summationswirkung, die bei krebserregenden Substanzen eine zentrale Rolle spielt."

Merke: Bei krebserregenden Substanzen... :robin: Nicht alle "Substanzen" sind krebserregend, auch nicht die, die niedrig dosiert Heilmittel und hochdosiert giftig sind...

Gute Nacht!