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Re: Selbstversorgung und Partnerschaft/Beziehung

Verfasst: Fr 4. Mär 2016, 13:36
von fuxi
centauri hat geschrieben:Naja Little Joe, [...] ich würde mal klären wer die Eier in der Hose hat.
Ich sitze hier einfach im Hintergrund und amüsiere mich köstlich über diesen Satz. :haha:

Bei uns ist mein MysteryMan ja jetzt auch nicht der Mega-Gartenarbeiter, aber wir haben im dem Bereich zumindest die gemeinsame Basis, dass wir das System, in dem der Großteil der Lebensmittel und Produkte hergestellt wird, absolut zum Kotzen finden. Auch wenn er ohne mich wohl nicht den Antrieb dazu gefunden hätte, werden die teureren (und was noch viel schrecklicher ist: gesünderen!) Bio-Lebensmittel und der selbstangebaute Kram gerne gegessen und wir kochen eigentlich fast immer zusammen. Beim Gärtnern und Viehzeug hilft es vielleicht, dass ich eh jemand bin, der am liebsten alleine arbeitet. So ist es dann eher mein MysteryMan, der mich immer mal wieder daran erinnert, dass er mir auch helfen kann, wie zum Beispiel beim schwere Sachen schleppen, Enten schlachten, Weingerüst aufstellen, und so weiter. Ich bin die mit dem Enthusiasmus für Selbstversorgung und er unterstützt mich, wo ich will.

Re: Selbstversorgung und Partnerschaft/Beziehung

Verfasst: So 6. Mär 2016, 12:58
von Naturräuber
Spannendes Thema!
Selbstversorgung ist für manche hier ein selbst gewähltes hobby, für andere der lebensentwurf.
:daumen:

Ich habe in 10 Jahren Ehe alles was Selbstversorgung angeht alleine gestemmt, mein Exmann fand das insgesamt auch ok, ich hab es auch verdammt gerne gemacht, naja manchmal hätte ich mir schon etwas Hilfe gewünscht...hochschwanger die Wiese sensen, für eine Natursteinmauer habe ich tagelang die schweren Steine hangauf durchs riesen Grundstück gewälzt, zu zweit wärs einfach schneller gegangen, oder selbst die kleine Bitte beim Essen kochen,"kannst du mal etwas Petersilie aus dem Garten holen"...nach ner Viertelstunde kam er wieder: "ich hab keine gefunden" :ohoh:
Das waren die kleinen bitteren Momente, aber mir war auch klar, ich MUSSTE ja keine Wiese sensen, oder Mauer bauen um den Garten zu terassieren.
Was mir allerdings viel mehr gefehlt hat, etwas Anerkennung für das was ich tue, die habe ich definitiv nie bekommen!
Er hat oft ganze Tage im Garten gesessen, Gitarre gespielt, es gab kleine Sessions.

Einzig nach der Ehe, habe ich dann doch noch ein Lob bekommen, das ich den Garten immer so schön gemacht habe!

Jetzt erlebe ich es ganz anders, und ich muß sagen, ich möchte gegen nix anderes auf der Welt mehr tauschen!

Vor über 3 Jahren, da hab ich mal Dinge ausprobiert, die mir überhaupt nicht liegen, einen Abfahrtsskikurs, dann einen Discofoxtanzkurs für 20€...für den Tanzkurs hatte ich nen Kumpel überredet mitzumachen, der hat in letzter Minute gekniffen, ich stand dann saudoof da herum.
Die Leute vom Tanzverein haben dann den einzigen Zuschauer überredet...in der 1. Pause haben wir uns kurz unterhalten, er Galabauer (für mich der Traumberuf meines Partners!) er hat auch gleich die 20€ für den Kurs bezahlt. Nach dem Abend war ich schon völlig begeistert von Ihm.

Kurz danach ist eine Beziehung draus geworden, wir haben beide ein neues Hobby Discofox (Sogar mit der dazugehörigen primitiven Musik kann ich mittlerweile leben, wichtig ist uns der Spaßfaktor!) wir haben beide die gleiche Art von Humor, und im September werden wir heiraten!

Wir sind nicht gleich, aber was ich immer wieder beeindruckend finde, wir sind beide wirklich komplett unterschiedlich aufgewachsen, haben unser Leben gelebt, wie es unterschiedlicher nicht sein kann, und trotzdem gibt es so wahnsinnig viele Dinge, über die wir gleicher Meinung sind, dieses sich gegenseitig zu verstehen ohne viele Worte.
Was das Selbstversorgen anbetrifft, wir ziehen beide an einem Strang, jeder hat seine Schwerpunkte: er Tiere, Bauarbeiten, ich Garten, Küche.
Beide versuchen sich aber auch freiwillig im Bereich des anderen. Ja, und die Anerkennung und Wertschätzung ist jetzt da, für die Arbeit des anderen! Und genau das genieße ich! :)

Re: Selbstversorgung und Partnerschaft/Beziehung

Verfasst: So 6. Mär 2016, 20:55
von Dyrsian
emil17 hat geschrieben:Wenn wir einer Meinung sind macht sie was ich will.
Sosnt mach ich was sie will.
klappt doch
.
Ist bei uns ähnlich. :haha:
Sie macht die Blumen, ich das Gemüse, das klappt gut.
Jeder kann seine Hobbies leben, sie strickt, ich baue und bastle und jeder bestaunt die Werke des Anderen. Wir backen Brot und kochen beide, und misstrauen der Lebensmittelindustrie.
Wenn ich mal Hilfe brauche, gibt es die, wen es über Beratung hinausgeht, etwas unwillig, aber sie kommt :)
Beratung ist mithin die Wichtigste Hilfe, und weil sie schlauer und bedachter ist als ich auch meistens erfolgreich, ala "Meinst du nicht du müsstest diese komischen Ringe noch an den Kolben machen bevor du den Motor wieder zusammenbaust?" :lol:

Re: Selbstversorgung und Partnerschaft/Beziehung

Verfasst: So 6. Mär 2016, 21:40
von Olaf
Das ist schön, wie ihr das beschreibt, ich glaub, so muss das sein.
WIr haben vorhin über die Abwesenheit unseres einen Nachbarn gerätselt.
Also seine Frau ist nach Korea geflogen, weil der Vater gestorben ist.
Aber wor treibt sich Micha rum?
Irgendwann hatte meine Frau die Erkenntnis!
"Der ist zu seiner Mutter gefahren, der kann doch nicht kochen!"
Ich, voller Verachtung, " das wäre das LETZTE, wenn ich mich von Deiner Kochkunst abhängig machen würde!"
Und da sind wir uns einig, jeder sollte ein freies und selbstbetimmtes Leben führen.
Kurz, jeder solte alles können. Gut oder schlecht ist ja egal, nur nicht anbhängig sein.
LG
Olaf