An dem Bild der Fräse von unten sieht man auch, dass die zusätzliche Strebe im Oberteil der Bank nun ihren Zweck hat: Sie verhindert, dass die Platte durchhängt.
Um einen Paralellanschlag zu montieren und eventuelle Anpressfedern, wollte ich T-Nutschienen verwenden. In diesen Schienen laufen sowohl spezielle Schraubzwingen, als auch M8 Sechskantschrauben. Ich bestellte also bei Sautershop einige Aluminium T-Nutschienen. Diese sind 17 mm breit und glaube ich 12 mm hoch. Ich fräste also mit der kleinen Kressfräse und einem Paralellanschlag zwei Nuten in die Werkbankplatte. Achtung: Diese Nuten müssen absolut rechtwinklig und paralell zueinander laufen, sonst läuft der Anschlag hinterher nicht richtig!!! Exakt die Tiefe der Nuten einhalten, sonst gibt es Versatz und der ist, wie gesagt, gefährlich. Auch diese Arbeiten haben einen gewissen "Thrill", weil man sich hier schön die Platte versauen kann, in die man schon wochenlang Arbeit gesteckt hat.
Ich bohrte Löcher in die T-Nutschienen, fast die Löcher mit einem extra gekauften Mini-Kegelsenker an und montierte sie mit einigen sehr dünnen, aber recht langen Holzschrauben in der Platte. Gerne ein paar Schrauben mehr nehmen, denn da ist später Zug nach oben aus den Schienen. Alles klappt (einigermaßen), das Ergebnis sieht dann so aus:

Den Parallelanschlag fertigte ich an, indem ich zwei 20er Multiplexplatten in 80 cm Länge zuschnitt und miteinander verdübelte. Vorher setzte ich in das "Seitenteil" auch noch eine T-Nutschiene ein, um hier eventuelle Anpressfedern etc. zu montieren. Außerdem setzte ich wieder die schon bekannte Lochsäge und eine Stichsäge ein, um an beiden Brettern exakt in der Mitte eine Aussparung für den Fräskopf zu machen. Durch diese wird ja später dann auch abgesaugt.
Ich machte einen kleinen Kasten zur Staubabsaugung. Leider wollte ich hier probieren, ob ich wohl auch einen Kasten auf 45° Gehrung hinbekäme (damit man die gestreiften Seiten der Multiplexplatten nicht sähe), was nicht der Fall war.

Resultat: Den Kasten zu verdübeln und zu verschrauben war echt nervig, und er sieht aus wie sau.

Man sollte ihn auf jeden Fall an mindestens einer Seite verschrauben, auch wenn man dann Schraubenköpfe sieht, aber es muss sich öffnen lassen, damit man ihn zur Not von innen reinigen kann. Achja, in einer der Seiten fräste ich freihand mit der kleinen Fräse ein rundes Loch, in das sich der Schlauch der Absaugung einsetzen lässt. Es macht Sinn dieses Loch nach hinten hin etwas kleiner zu machen, damit der Schlauch gut hält. Wer es nicht hinbekommt und zu groß gemacht hat, kann auch nachträglich noch einen Stutzen einkleben.
Im exakten Abstand der beiden T Nutschienen in der Werkbank bohrte ich in die Platte des Paralellanschlags zwei 8er Löcher (gerade, bitte!) und zog zwei M8 Sechskopfschrauben durch. Auf der Oberseite kam eine M8 Sternmutter drauf (gibts bei ebay, eine Flügelmutter ginge aber auch). So sieht das jetzt aus:

Der Anschlag läuft mit den M8 Schrauben in den Nutschienen. Ich weiß exakt, wo die Mitte des Fräskopfes liegt und kann den Anschlag dank der Skala auf der Platte in genauem Abstand dazu und perfekt gerade positionieren. Ich ziehe nur die beiden Sternmuttern fest und er sitzt wie angegossen auf der Platte. Ich will nicht prollen, aber das ist wirklich ein ziemlich geiles System ...

So, jetzt habe ich zwei Stunden getippt, in einiger Zeit gehts weiter!