Re: Frage an Elektriker
Verfasst: Mo 27. Jan 2014, 21:22
So, und nun nachdem alles klar ist bring ich es wieder ein wenig durcheinander.
Wenn du eine sehr alte Hausinstallation hast mit baumwollumsponnenen Alu-Drähten aus irgend einer glorreichen Ersatzstoff-Zeit, zweipolige Porzellan-Steckdosen und so, dann bitte alles raus und neu, auch wenn die Anlage noch Bestandesschutz haben sollte.
Jede Steckdose will drei Drähte: Polleiter (wo "Saft" drauf ist), Neutralleiter (da wo der Strom zurückgeht wenn er sich abgearbeitet hat) und der Schutzleiter.
Wenn du einen einfachen Ein/Aus Schalter anderswo hast, dann braucht nur der Polleiter über den Schalter geführt werden. Neutral- und Schutzleiter müssen da nicht hin.
Aber: Wenn eine Erweiterung möglich sein soll, wo der Schalter ist möchte man später vielleicht mal auch eine Steckdose, dann führt man die anderen Drähte gleich mit da hin, denn später noch einen Draht mehr in ein belegtes Rohr einziehen geht nicht.
Beim Lichtschalter mit Steckdose für den Staubsauger kombiniert hast du jetzt nicht zwei, sondern vier Drähte (Polleiter von der Sicherung, geschalteten Polleiter zur Lampe, Neutral- und Schutzleiter für die Steckdose falls mal eine kommt).
Wenn der Schalter einen gleichwertigen Bruder auf der anderen Seite vom Flur hat wirst du sogar fünf Drähte finden. Es gibt eben auch noch Wechselschalter, das sind die, wo man eine Lampe von zwei Orten aus schalten kann. Die haben drei Drähte nur für die Schaltfunktion.
Ist bei jedem diesem Schalter eine Steckdose, dann können es sogar sechs Drähte in fünf Farben sein: Drei für die Dose, zwei meist gleichfarbige vom/zum anderen Wechselschalter und der geschaltete Polleiter vom Schalter zur Lampe.
All diese Fälle sind in gewöhnlichen Wohnungen häufig anzutreffen.
Mit den Drahtfarben ist es auch so ein Sache: Die sind genormt, aber die Norm wurde verschiedentlich geändert. Was heute grün/gelb, blau und braun sein sollte, war mal rot, gelb und schwarz (nicht wegen der Deutschen Nationalflagge), dann gelb/grün, gelb und schwarz. Für geschaltete Drähte und weiter Zwecke nimmt man die anderen Farben. Ganz früher gab es gar keine Schutzleiter (aber mehr Elektrotodesfälle).
Wenn das Installationsnetz, wie es halt in alten Häusern so geht, gewachsen ist (man hängt an, wo gerade Saft in der Nähe ist, und sieht es mit den Leiterfarben nicht so eng), kann es zum Detektivspiel werden, wenn man herausfinden will, was woher kommt und wohin geht.
Bei Drehstrom ist es wieder anders, weil es da drei Polleiter gibt, aber als Laie gibt es wirklich keinen Grund, an 400V-Dosen und Schaltern herumzuschrauben.
Die Fehlerstromschutzschalter sind eine feine Sache, die haben schon manchen Unfall und Elektrobrand verhindert und sind ihre Kosten allemal wert. Würde ich unbedingt installieren lassen.
Fazit: Wenn du dich damit gar nicht auskennst, wende Dich an einen Fachmann. Ein guter Lehrgang ist, ein paar Jahre Modelleisenbahn zu spielen. Da funktioniert alles gleich, nur sind die Kurzschlüsse häufiger, aber weniger heftig.
Wenn du eine sehr alte Hausinstallation hast mit baumwollumsponnenen Alu-Drähten aus irgend einer glorreichen Ersatzstoff-Zeit, zweipolige Porzellan-Steckdosen und so, dann bitte alles raus und neu, auch wenn die Anlage noch Bestandesschutz haben sollte.
Jede Steckdose will drei Drähte: Polleiter (wo "Saft" drauf ist), Neutralleiter (da wo der Strom zurückgeht wenn er sich abgearbeitet hat) und der Schutzleiter.
Wenn du einen einfachen Ein/Aus Schalter anderswo hast, dann braucht nur der Polleiter über den Schalter geführt werden. Neutral- und Schutzleiter müssen da nicht hin.
Aber: Wenn eine Erweiterung möglich sein soll, wo der Schalter ist möchte man später vielleicht mal auch eine Steckdose, dann führt man die anderen Drähte gleich mit da hin, denn später noch einen Draht mehr in ein belegtes Rohr einziehen geht nicht.
Beim Lichtschalter mit Steckdose für den Staubsauger kombiniert hast du jetzt nicht zwei, sondern vier Drähte (Polleiter von der Sicherung, geschalteten Polleiter zur Lampe, Neutral- und Schutzleiter für die Steckdose falls mal eine kommt).
Wenn der Schalter einen gleichwertigen Bruder auf der anderen Seite vom Flur hat wirst du sogar fünf Drähte finden. Es gibt eben auch noch Wechselschalter, das sind die, wo man eine Lampe von zwei Orten aus schalten kann. Die haben drei Drähte nur für die Schaltfunktion.
Ist bei jedem diesem Schalter eine Steckdose, dann können es sogar sechs Drähte in fünf Farben sein: Drei für die Dose, zwei meist gleichfarbige vom/zum anderen Wechselschalter und der geschaltete Polleiter vom Schalter zur Lampe.
All diese Fälle sind in gewöhnlichen Wohnungen häufig anzutreffen.
Mit den Drahtfarben ist es auch so ein Sache: Die sind genormt, aber die Norm wurde verschiedentlich geändert. Was heute grün/gelb, blau und braun sein sollte, war mal rot, gelb und schwarz (nicht wegen der Deutschen Nationalflagge), dann gelb/grün, gelb und schwarz. Für geschaltete Drähte und weiter Zwecke nimmt man die anderen Farben. Ganz früher gab es gar keine Schutzleiter (aber mehr Elektrotodesfälle).
Wenn das Installationsnetz, wie es halt in alten Häusern so geht, gewachsen ist (man hängt an, wo gerade Saft in der Nähe ist, und sieht es mit den Leiterfarben nicht so eng), kann es zum Detektivspiel werden, wenn man herausfinden will, was woher kommt und wohin geht.
Bei Drehstrom ist es wieder anders, weil es da drei Polleiter gibt, aber als Laie gibt es wirklich keinen Grund, an 400V-Dosen und Schaltern herumzuschrauben.
Die Fehlerstromschutzschalter sind eine feine Sache, die haben schon manchen Unfall und Elektrobrand verhindert und sind ihre Kosten allemal wert. Würde ich unbedingt installieren lassen.
Fazit: Wenn du dich damit gar nicht auskennst, wende Dich an einen Fachmann. Ein guter Lehrgang ist, ein paar Jahre Modelleisenbahn zu spielen. Da funktioniert alles gleich, nur sind die Kurzschlüsse häufiger, aber weniger heftig.