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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Do 4. Apr 2019, 22:39
von Benutzer 72 gelöscht
Rohana, ich glaube, du nimmst das ganze zu persönlich - ehrlich jetzt:
Es geht darum, dass "in der Landwirtschaft" was geändert werden muss und an den Rahmenbedingungen auch! ja-a (z.B. "Subventionen nur, wenn gemeinnützig").
Das ist eine Berufsgruppe, keine Sippe und: ja-a - weil du weiter oben gemeint hast, jeder, der eine Spritze in die Hand nähme, tät kriminalisiert werden.
Da ist schon die nächste Berufsgruppe - nicht Sippe!

die mit einigen Imageproblemen zu kämpfen hat: die Ärzte (samt Pharmaindustrie)
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Fr 5. Apr 2019, 07:28
von emil17
Rohana hat geschrieben:
Die Gewässerstudie zeigt dass was im Wasser ist, nicht wer wann was wie macht.
Mit dieser Art von Realitätsverweigerung geht weder das Problem weg, noch werdet ihr Bauern dadurch in der Bevölkerung beliebter.
Wenn du eine Anzeige wegen Bankraubes machst, sagt die Kripo ja nicht nur "wir wissen, dass was überfallen worden ist, aber wir wissen nicht wer es war."
Wer also argumentiert, Hauptsache, man kann mir nix nachweisen und das Mittel ist ja nicht verboten, der sagt doch nur, dass ihm die Natur und alles andere eigentlich völlig egal ist. Das ist genau das Image, das die Landwirtschaft zum Teil schon hat - und ihr wundert euch, warum.
Dass ihr damit den anständigeren Teil eurer Berufskollegen schädigt, ist offenbar auch egal.
Mein Vorschlag wäre: Sämtliche Kosten weiterführender Analysen bis hin zur Überführung der Zuwiderhandelnden zahlt der, der es war - und wenn es ihn ruiniert.
Dann hört der Unfug ganz schnell auf, weil es sich herumspricht, dass es sich nicht lohnt, hier etwas zu riskieren - und das ist ja der Zweck der Übung.
Ich mache drauf aufmerksam, dass Vergiftung von Gewässern kein Kavaliersdelikt ist und dass der Tatbestand, wenn die Grenzwerte überschritten sind, auch formaljuristisch gegeben ist. Zudem handelt es sich um ein Offizialdelikt, ist also von Amtes wegen zu verfolgen, auch wenn keine Anzeige vorliegt.
Rohana hat geschrieben:Da wären wir dann wieder bei Sippenhaft
Sippenhaft ist nicht die gezielte Suche eines Verursachers unter einer Gruppe von Verdächtigen, sondern die Haft von Angehörigen eines (vermuteten) Täters, von denen die Behörde keinen Grund zur Annahme hat, dass sie an der Tat beteiligt waren. Das ist etwas grundsätzlich anderes.
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Fr 5. Apr 2019, 08:25
von Rohana
Liest du eigentlich das was du schreibst? Meinst du wirklich, dass irgendwas besser wird, wenn die Bauern vorauseilenden Kotau machen sobald irgendwo irgendwas nachgewiesen wird, was irgendwie durch sie zustande gekommen sein könnte, ohne aber dass ansatzweise feststeht wie es dazu kam?
Wenn eine Studie zeigt, dass Gewässer unzulässig stark (!) belastet sind, dann muss man halt schauen ob man rausfinden kann wie das passiert ist, ob es zu illegaler Anwendung kam (das ist ja gar nicht gegeben!), ob tatsächlich *ein* Verursacher ausgemacht werden kann oder ob das eine kumulative Geschichte ist und wenn ja, welche Konsequenzen man ziehen kann damit es in Zukunft nicht so kommt.
Ich frage mich allerdings, wer das leisten soll, wenn alle Gewässer permanent und lückenlos über das bestehende hinaus auf alle möglichen Stoffe überprüft werden sollen - sicherlich ist es im Interesse der Öffentlichkeit, nicht nur eine Hexenjagd auf die Landwirtschaft zu veranstalten, sondern andere Verursacher von Belastungen gleich mit ausfindig zu machen... sollen das auch die Bauern bezahlen, ja? 2% der Bevölkerung sind für die Umwelt zuständig und der Rest macht Kreuzchen?
Jesus ist der, der am Kreuz für die Sünden der Welt gestorben ist und das rechne ich ihm hoch an, aber weder ich noch sonstwer haben vor, das nachzumachen. Die, die sich nen Strick nehmen, sind schon so genug.
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Fr 5. Apr 2019, 08:36
von Buchkammer
Rohana hat geschrieben:
Jesus ist der, der am Kreuz für die Sünden der Welt gestorben ist und das rechne ich ihm hoch an,...
Warst du damals dabei und hast gesehen das es so war? Oder zählt das schon als unterschwellige Missionierung?

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Fr 5. Apr 2019, 08:39
von emil17
Rohana hat geschrieben:Liest du eigentlich das was du schreibst? Meinst du wirklich, dass irgendwas besser wird, wenn die Bauern vorauseilenden Kotau machen sobald irgendwo irgendwas nachgewiesen wird, was irgendwie durch sie zustande gekommen sein könnte, ohne aber dass ansatzweise feststeht wie es dazu kam?
Nun ja, wenn in fast allen Gewässern, die ausschliesslich aus intensiv genutztem Landwirtschaftsgebiet stammen, zu hohe Konzentrationen an Substanzen nachgewiesen werden, die ausschliesslich in der Landwirtschaft angewendet werden, dann ist das wohl mehr als " ohne dass ansatzweise feststeht, wie" !
Dir fehlt offenbar das Problembewusstsein. Das hast du mit der Mehrzahl der konventionellen Landwirte gemeinsam und das ist eins der grundlegenden Probleme der modernen Landwirtschaft.
Unter anderem deshalb sind immer weniger Steuerzahler bereit, den Laden kritiklos weiter zu finanzieren.
Ob nun die Mittel nicht so wie vom Hersteller vorgeschrieben ausgebracht worden sind oder ob die zulässigen Gaben oder Gewässerabstände oder Zeitfenster falsch sind, das würde bei einer Untersuchung wohl herauskommen.
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Fr 5. Apr 2019, 08:50
von Rohana
Ob nun die Mittel nicht so wie vom Hersteller vorgeschrieben ausgebracht worden sind oder ob die zulässigen Gaben oder Gewässerabstände oder Zeitfenster falsch sind, das würde bei einer Untersuchung wohl herauskommen.
Und ohne eine WEITERE Untersuchung weiss man es eben nicht.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Fr 5. Apr 2019, 09:21
von penelope
Abgasgrenzwerte gelten ja auch für alle PKW und es wird kein Unterschied gemacht, ob jemand mit seinem Auto wirklich nur die Strecken fährt, bei denen ein Auto auch sinnvoll ist oder ob jemand anders sich für 200 Meter zum Bäcker ins Auto setzt. Das ist ja auch keine "Sippenhaft". Wie bitte soll man das auch sonst regeln?
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Fr 5. Apr 2019, 10:19
von Benutzer 6456 gelöscht
Liebe/r Rohana,
Das ist schon recht toll, was du hier schreibst! Ich wohne hier mitten im Schweinegürtel von NRW und was glaubst du, passiert hier regelmäßig? Ja, genau, die Nitratwerte im Grundwasser sind regelmäßig zu hoch. Wie gut, dass im Ruhrgebiet keine so intensive Landwirtschaft betrieben werden kann wie hier, denn dadurch schafft es Gelsenwasser immer noch, durch Beimischung diese Werte unter den Grenzwert abzusenken.
Auch ist die Krebsrate aller gängigen Krebsarten für eine ländliche Gegend sehr hoch. Das liegt nicht am Autoverkehr, der sich hier in Grenzen hält, auch nicht an Industrieemissionen, die schön an uns vorbei nach Südosten driften, sondern (mittlerweile auch nachgewiesen) am hohen Nitratgehalt des Wassers, der immer knapp unterhalb des Grenzwertes liegt. Denn alle Bevölkerungsgruppen sind hier betroffen, kleine große, alte Junge und Frauen wie Männer!
Gestern sind dann diese Nitratverseucher, die bald nicht mehr wissen, wohin mit ihrem Siff, nach Münster gefahren um genau dagegen zu demonstrieren, dass die Düngeausbringung hier reduziert werden soll. Was soll man da als normaler Mensch, der auf Trinkwasser angewiesen ist, noch sagen?
Ich kanns hier bald nicht mehr sehen, wie hartnäckig du und Oelkanne ignorieren wollen, dass ihr mit euerer Art des Wirschaftens unsere Erde zerstört! Hört doch auf eure Kinder und wartet nicht, dass irgendein Politiker wach wird, werden die eh nicht, sondern tut etwas für euch und eure Kinder! Hört auf mit diesem Blödsinn und besinnt euch darauf, wofür Bauersein steht: vertretbar Lebensmittel erzeugen, durch die weder Tiere ausgebeutet werden noch unsere Erde so nachhaltig verseucht wird, dass man kaum noch auf ihr Leben mag/kann. Mir hat mein Nachbar, der mittlerweile 75 wird, erzählt, dass er es furchtbar findet, wie sein Sohn wirtschaftet und mit den Mastrindern umgeht. Das hätte es zu seiner Zeit nicht gegeben. Aber Sohnemann ist auch schon ins Grübeln gekommen, tut nämlich nicht gut, so zu wirtschaften, weder ihm noch seinem Geldbeutel....
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Fr 5. Apr 2019, 10:27
von Benutzer 6456 gelöscht
Und noch was, bevor du dann mit deinen Gegeargumenten kommst:
Wir hier in D erzeugen die meisten Schweine, wir Schlachten sie und Mastgeflügel zum menschenverachtenden Dumpingpreis, wir bringen sie mit Discountern (auch eine deutsche Idee) in Umlauf. Was glaubst du, wenn einer in diesem Kreislauf einfach damit aufhören würde? Was, wenn es Landwirte wären...
Ich fände das toll! Dann gäbe es keine Schnitzel mehr für 1,50€ das Kilo, unsere europäischen Nachbarn könnten gar nicht so schnell eine solche Infrastruktur aufbauen, um diese Lücke zu schließen. Und China übrigens auch nicht...
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Fr 5. Apr 2019, 10:32
von Rohana
Alles ist gut, wenn's die anderen machen und zahlen, nicht wahr? Nein, das ist mir nichtmal die verschwendete Zeit für eine ausführliche Antwort wert.
