Rohana hat geschrieben:Wer die Wahl hat zwischen Bio oder nicht, entscheidet über z.B. die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln in der Produktion
Sorry, aber das lenkt vom Problem ab.
Gesetzliche Vorschriften gehören eingehalten, egal bei welchem Gewerbe.
Wie man das durchsetzt, ist Sache der Behörden, da gibt es schon Methoden.
Es wäre aber im Interesse der Bauern, das freiwillig anzustreben und die schwarzen Schafe selber an die Kandare zu nehmen.
Warum die Landwirtschaft besonders in Kritik steht?
- Sie ist der grösste Subventionsbezüger bezogen auf die Wirtschaftsleistung. Landwirte haben pauschal den Ruf, ohne Subventionen gar nichts zu machen. Das ist zwar ungerecht, wenn man die Arbeitsleistung in der Erwerbslandwirtschaft mit den Reallöhnen dort in Bezug setzt, aber reiner Zufall ist dieses Vorurteil eben auch nicht.
- Sie hat die grösste Flächenbeanspruchung und damit die grösste Verantwortung im Umweltbereich
- Nahrungsmittel gehen den Leuten näher als Schrauben oder Waschmaschinen
- Wegen erhöhter Betroffenheit: jeder, der es sehen will, kann die Verarmung und Verwüstung (ja, Verwüstung, wenn man die glyphosatbehandelten Äcker im Frühjahr sieht) weiter Landstriche sehen und den Gestank falscher Tierhaltung riechen.
- Die Unterschiede zwischen dem, was in der Werbung behauptet wird, und dem, was geschieht, sind sehr offensichtlich.
- Niemand interessiert sich für das Gejammer wegen Kostendruck und Zwang zur Effizienz, denn das ist in allen Gewerben das selbe Lied. Mit dem kleinen Unterschied, dass die meisten Gewerbe zwar ebenso einengende Auflagen haben, aber keine Subventionen für das Unterlassen von Umweltverschmutzung bekommen.
- Weil es früher der häufigste Beruf war, haben viele noch einen Bezug zur Landwirtschaft (Mein Opa ...)
- Landwirte dürfen auf ihren Grundstücken Dinge, die private Nichterwerbs-Landwirte nicht dürfen (Bauen im Aussenbereich, z.B.). Das weckt Neid.
Unfair an der Sache ist bloss, dass mit "den Bauern" auch alle jene betroffen sind, die sich ehrlich bemühen, nicht nur Renditeoptimierung auf ihren Feldern zu machen. Die Bio-Landwirtschaft ist in den Wurzeln auch und vor allem eine Initiative von Landwirten gewesen, die sich mit den Übelständen ihrer Produktionsweise nicht abfinden wollten.