Von hinteh her:
Oelkanne hat geschrieben: das ich noch dazu verschweige das ich nur 1/3 aller Gewässer betrachte machts nicht besser
Macht was nicht besser?
Die Studie bezieht sich auf Gewässern aus Landwirtschaftsgebieten. Man sollte vielleicht den Titel der Studie lesen, statt sowas zu behaupten.
Die Belastung von Kleingewässern aus landwirtschaftlichen Nutzflächen zu messen, war ja das Motiv zur Studie. Wenn ich das wissen will, messe ich nicht im Winter und nicht im Wald und nicht in Gletscherbächen.
Die EAWAG ist eine Institution des Bundes, die wie Materialprüfungsanstalten oder Wetterdienste grundsätzlich nur beschreibt, was ist. Ihre Gutachten werden von allen Gerichten anerkannt.
Bei denen gilt, wie bei jedem seriösen Institut, der Grundsatz, dass derjenige Laborant, der misst, nicht weiss, woher die Proben stammen. Bei jeder Messcharge werden zudem Blindproben mit bekanntem Gehalt mitlaufen gelassen, um die Zuverlässigkeit der Analysegeräte beweisen zu können. Welche Proben das sind, weiss der Laborant ebenfalls nicht.
Diese "anderen" Gewässer sind bloss von dem "AgroInstitut" ins Spiel gebracht worden, um von den ihnen unbequemen Tatsachen abzulenken.
In grosseren Fliessgewassern und Flussen liegen die nachweisbaren Mengen von Pflanzenschutzmitteln erfahrungsgemass um Grossenordnungen tiefer.
Wen wundert das, wenn man weiss, dass das Einzugsgebiet aller grösseren Schweizer Flüsse zum überwiegenden Teil in den Gebirgen liegt und es sich im Sommer vorwiegend um Schmelzwasser handelt ... Und wie gesagt, es geht um Kleingewässer.
Die "nur 2 wirklich bedrohlichen von 180" sind ebenfalls eine Behauptung aus der Stellungnahme der Gegenpartei. Wenn man genau liest, schreiben die zwar selber 12% und nicht 1.1 % beanstandete Messwerte, aber wegen einer Zehnerpotenz Fehler der dir. Oelkanne, beim Abschreiben passiert ist, muss man ja nicht so kleinlich tun.
Zudem gab es kein untersuchtes Gewässer, das nie unzulässig hoch belastet war. Muss man ja nicht schreiben.
Das "wirklich bedenklich" hast du eben selber erfunden:
"Nur 2 Wirkstoffe wurden in mehreren Kleingewassern in Konzentrationen nachgewiesen, die uber langere Zeit die Kriterien uberschreiten", siehe Fussnote 2, und diese Zahl stammt zudem nicht aus der Studie selber, sondern aus der Stellungnahme des Bundesamtes für Landwirtschaft dazu. Das BLW hätte auch schreiben können, "gar kein Wirkstoff war dauernd und überall zu konzentriert vertreten" und damit wäre das Problem ganz vom Tisch gewesen, aber so offensichtlich wollten sie die Öffentlichkeit dann doch nicht für dumm verkaufen. Die Landwirtschaftsfunktionäre des Bundes haben genauso wie ihre Kollegen in Berlin oder Brüssel ein Problem mit zu schlechten Umweltwerten, weil auch sie eine der grössten Ausgabeposten des Haushaltes sind.
Das was du da zu betreiben versuchst, nennt man schönrechnen. Was nicht sein darf, kann nicht sein.
Interessant, aus Sicht des Wissenschaftlers, ist auch die Kritik an der Messmethode:
Forschungsfragestellung unklar
In diesem Projekt wurden kleine (belastete) Gewasser aus landwirtschaftlichen Gebieten (---> solche Gewässer sind also belastet, das wollten wir doch wissen) mit einer konservativen Methode untersucht. Die Fragestellung und das Forschungsvorhaben hinter diesem Ansatz sind nicht klar (ist es das wirklich nicht?). Zudem stehen diese Gewasser im Rahmen der Registrierung von Pflanzenschutzmitteln bereits im Fokus und die Schutzziele fur den Schutz dieser Gewasser im Rahmen der Gesetzgebung sind formuliert worden. (mit anderen Worten, die gesetzlichen Grenzwerte werden nicht eingehalten)
Verwirrende Darstellung der Ergebnisse
Es wird zum Teil die Einheit ng/L (Nanogramm pro Liter = 1 Milliardstel Gramm pro Liter) fur die gemessenen Konzentrationen verwendet, aber an mehreren Stellen im Text, wenn es um die Grenzwerte geht, wird die Einheit μg/L (Mikrogramm pro Liter = 1 Millionstel Gramm pro Liter) gebraucht. Die zwei unterschiedlichen Einheiten konnen beim Leser den Eindruck erwecken, als ob die Werte weit uber den Grenzwerten liegen wurden. Wenn man sich auf den Datensatz konzentriert ohne den Text zu lesen, kann man so zu einer volligen falschen Beurteilung der Daten kommen. (Tja, wer Daten ohne Einheiten und Text liest und Mikro- und Nanogramm nicht unterscheiden kann, der kann natürlich nichts dafür)
Ein wissenschaftlicher Grund fur die Verwendung zwei verschiedener Einheiten wird nicht angegeben bzw. kann nicht erkannt werden. Eine solche nicht kongruente Darstellung ist wenig professionell, da die beiden Einheiten um einen Faktor 1'000 auseinanderliegen. Der Grund dürfte darin liegen, dass für bestimmte Stoffe die Grenzwerte um mehrere Zehnerpotenzen geringer sind als für andere. Beide Einheiten sind zulässig und üblich. Einheiten ganz zu ignorieren ist auch nicht professioneller. Ich messe auch Düngergaben in kg pro ha und Erträge in to pro ha, wo ist das Problem?