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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Di 12. Mär 2019, 07:51
von Benutzer 72 gelöscht
Oelkanne hat geschrieben:gut, das du auch das erkannt hast. Das Problem hast du aber nicht erkannt:
es wird deutlich mehr Bio-Ware produziert als konsumiert. Durch die Überproduktion brechen die Preise ein und die kleinen Betriebe mit den höheren Produktionskosten gehen pleite.
Und das ist, weil es "die Konsumenten" so wollen?

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Di 12. Mär 2019, 09:05
von Rohana
ina maka hat geschrieben:
Oelkanne hat geschrieben:gut, das du auch das erkannt hast. Das Problem hast du aber nicht erkannt:
es wird deutlich mehr Bio-Ware produziert als konsumiert. Durch die Überproduktion brechen die Preise ein und die kleinen Betriebe mit den höheren Produktionskosten gehen pleite.
Und das ist, weil es "die Konsumenten" so wollen?
Wer, wenn nicht die Konsumenten, soll die Bioware sonst konsumieren? Am Ende des Tages sagt jeder, der konventionelle Artikel kauft, obwohl ein Bio-Artikel verfügbar wäre: "Nö, ich will kein Bio". Egal ob bewusst oder unbewusst. Grade jetzt, wo im letzten billigen Discounter die Bio-Ware angekommen ist, kann sich da kaum noch einer rausreden dass es "das" ja nicht gäbe. Andersrum ist die Bio-Produktion mittlerweile genau wie die Konvi-Produktion fast komplett vom LEH abhängig, mit allen negativen Folgen - der Endverbraucherpreis geht nach unten, der Erzeugerpreis auch, nur die Handelsmarge nicht... :kaffee:

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Di 12. Mär 2019, 09:37
von Benutzer 72 gelöscht
ina maka hat geschrieben:
Oelkanne hat geschrieben:Durch die Überproduktion brechen die Preise ein
Und das ist, weil es "die Konsumenten" so wollen?
Rohana, ich meinte das: die Überproduktion, die zu einem Preisverfall führt.

Dass der Handel da keine gute Rolle spielt, glaube ich dir und dass es traurig ist, dass noch immer zu wenige "bio" kaufen wollen auch....

Aber einfach "dem Konsumenten" den schwarzen Peter zuschieben, ist halt auch zu kurz gedacht.

Wir leben in einer arbeitsteiligen Gesellschaft, da ernährt niemals einer alle anderen.

Und die Natur kann für das alles gar nichts dafür!

Dass kleine Betriebe mit höheren Produktionskosten eingehen, ist leider eine Tatsache - nicht nur in der Landwirtschaft!!
Ihr wart noch sehr lange von diesem Phänomen verschont.

Ich finde es auch schade, dass es kaum noch kleine Bäcker gibt, Schuster, Greisler, Schneider, Reparaturwerkstätten aller Art, kleine Theater, kleine Schulen ("in jedem Dorf").

Was kann man denn dagegen tun?
Das wird wohl von den meisten Menschen so gewollt sein - oder nicht?? :hmm:

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Di 12. Mär 2019, 10:01
von Rohana
ina maka hat geschrieben:
ina maka hat geschrieben:
Oelkanne hat geschrieben:Durch die Überproduktion brechen die Preise ein
Und das ist, weil es "die Konsumenten" so wollen?
Rohana, ich meinte das: die Überproduktion, die zu einem Preisverfall führt.

Dass der Handel da keine gute Rolle spielt, glaube ich dir und dass es traurig ist, dass noch immer zu wenige "bio" kaufen wollen auch....
Wer will denn, dass die Bio-Produktion noch weiter steigt?! Auf 30% im Volksbegehren, 50% in irgendwelchen anderen Visionen - wer fordert denn das, wenn nicht "die Konsumenten"?

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Di 12. Mär 2019, 10:14
von Benutzer 72 gelöscht
Rohana hat geschrieben:Wer will denn, dass die Bio-Produktion noch weiter steigt?!
ein Landwirt mit "Gewissen"?? :im:

Wenn ich aus der Insektendiskussion zitieren darf:
emil17 hat geschrieben:Worüber wir uns hier die Köpfe heissreden, ist nicht das Prinzip, sondern es sind die Auswüchse des Kapitalismus, sprich der Gewinnoptimierung um jeden Preis, und die unerwünschten Auswirkungen davon auf Dritte.
(Hervorhebung durch mich)

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Di 12. Mär 2019, 10:22
von Rohana
Die Landwirte sind es aber nicht, die fordern dass bis dann und dann x % der Landwirtschaft auf Bio umgestellt sein müssen. Auch ein "Landwirt mit Gewissen" weiss dass es Unfug ist für die Tonne zu produzieren, und da man Gewissen nicht essen kann, wird er erst schauen ob er sein Produkt loswird, bevor er alles umstellt - mal ganz abgesehen davon dass "Gewissen" kein Geld für Umbau, Maschinen etc bereitstellt. Mag ja sein dass es Leute gibt die ins Blaue investieren, ab gewissen Summen ist das aber unrealistisch.

Abgesehen davon steht es jedem Konvi-Landwirt frei ob und was er an PSM anwendet, welche Sorten und Fruchtfolgen er anbauen will... man muss kein Bio-Siegel haben um etwas nicht zu spritzen etc, genauso wenig wie man als Konvi verpflichtet ist alles zu machen was machbar ist. :kaffee:

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Di 12. Mär 2019, 15:31
von woidler
Bei der Fordeurng nach 30 % Bioflächen im Bayrischen Volksbegehren stell ich mir eh die Frage wie das geschehen soll :

Ich interpretiere die Forderung mal dahin gehend, daß man auf diesen "Bio"Flächen keinen Kunstdünger und keine Pflanzenschutzmittel einsetzen darf .
Werden jetzt die restlichen 70 % der Flächen als konventionelle Flächen pro Flurnummer verlost. Oder wird per Betriebsnummer erstmal ein größerer Anteil verlost, wer Bio machen muß , bzw. bleiben darf und anschließend kommt die Feinabstimmung mit den m² .
Wie schuats dann mit der Kreislaufwirtschaft aus. Darf dann ein Betrieb , der nur ein paar Ha konventionelle Flächen bei der Lotterie zugewiesen bekommen hat , dann seinen Viehbestand weiter mit zugekauftem Importfutter füttern und die Gülle dann auf seine "Bioflächen" ausbringen ?

Konsequent wäre ein EU-weites Verbot des Herstellens, Handels, Einsatzes von Kunstdüngern und Pflanzenschutzmitteln , sowie das EU-weite Verbot der Einfuhr von Lebensmitteln und Rohstoffen, die unter Verwendung von Kunstdüngern und Pflanzenschutzmitteln produziert worden sind.

Dann gäbe es im EU-Binnenmarkt nur noch "Bio" - Lebensmittel und kein Preisgefälle zu konventionellen Produkten. Die Verringerung der Produktion wird dann wohl zu gewissen Preissteigerungen führen . Aber der Verbraucher müsste sich dann keine Gedanken machen, was er jetzt kaufen soll.

Der Hinweis auf die EU ist den realen politischen Verhältnissen geschuldet, ging natürlich einfacher mit ohne EU in D alleine ..

woidler

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Di 12. Mär 2019, 17:58
von Benutzer 4754 gelöscht
Wie ihre Vorhaben umgesetzt werden sollen wissen die Leute des Begehrens doch selbst nicht

Konsequent wäre ein EU-weites Verbot des Herstellens, Handels, Einsatzes von Kunstdüngern und Pflanzenschutzmitteln , sowie das EU-weite Verbot der Einfuhr von Lebensmitteln und Rohstoffen, die unter Verwendung von Kunstdüngern und Pflanzenschutzmitteln produziert worden sind.
Das Prinzip das nichts Importiert werden darf was nicht nach unseren Regeln produziert wurde fordert die LW schon lange,
die Politik macht aber genau das Gegenteil und tauscht z.B. deutsche Autos gegen US-GenSoja.

Würde man dieses Prinzip anwenden hätte die Landwirtschaft hier genügend Mittel um den Forderungen seitens der "Umweltschützer" nach zu kommen.
Gleichzeitig wurde der Verbraucher aber auch merken was es heißt wenn es weniger oder zu viel Regnet...
da kostet das Brötchen eben nicht mehr 14 sonder 24ct
(Ein Aufschlag von fast 60%!)

denn Mal schnell eine große Menge Weizen aus Russland oder China importiert geht dann nicht mehr.
Dann wird das Päckchen Butter auch nicht mehr 1 oder 2€ kosten sondern 4 oder 5€.


Isolation nach außen stärkt die heimische Landwirtschaft ,Bedingung für diese Isolation ist aber eine große Produktionssicherheit um die Versorgung aufrecht zu erhalten.
Ertragsstabilität ist im Biolandbau ein Fremdwort.

Weil es uns hier (zu) gut geht fordern nun mache "Wunder was" bedenken aber nicht was passiert wenn es uns nicht mehr so gut geht.

Um die Gesellschaft wieder zur Vernunft zu bringen und auch um klarzustellen das eine starke heimische Landwirtschaft wichtig ist benötigt es vermutlich einen (Handels) Krieg im Verlaufe dessen alle Lebensmittel Importe gestoppt werden und wir auf unsere eigene Produktion angewiesen sind.

Der wird aber vermutlich nicht kommen.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Di 12. Mär 2019, 19:19
von Benutzer 72 gelöscht
oops - welches Volksbegehren??
ich dachte an das verlinkte Bio-Filmchen, dass es da um ein Volksbegehren geht, hab ich irgendwie übersehen....
Oelkanne hat geschrieben:Würde man dieses Prinzip anwenden hätte die Landwirtschaft hier genügend Mittel um den Forderungen seitens der "Umweltschützer" nach zu kommen.
Gleichzeitig wurde der Verbraucher aber auch merken was es heißt wenn es weniger oder zu viel Regnet...
da kostet das Brötchen eben nicht mehr 14 sonder 24ct
(Ein Aufschlag von fast 60%!)
Da bin ich ja einmal fast einverstanden mit deinem Vorschlag!! :grinblum:
Oelkanne hat geschrieben:denn Mal schnell eine große Menge Weizen aus Russland oder China importiert geht dann nicht mehr.
Ich frag mich noch immer, wo dieser Weizen hinkommt, wenn "wir" ihn mal nicht brauchen - ?

Und :aeh: mal schnell ein paar Tausend Liter Erdöl importieren dürfte dann aber der Fairness halber auch nicht sein...
Ich will mir nicht Kaffee und Schokolade nehmen lassen - deshalb triggert mich diese Forderung :mrgreen:

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Mi 13. Mär 2019, 00:31
von woidler
Zu einer autarken Volkswirtschaft würde es dann natürlich auch gehören, daß man kein Erdöl und andere Energie-Rohstoffe
mehr importiert - das ist dann Selbstversorgung auf nationaler Ebene . Jeder verbraucht das, was er selber produziert

Und Welthandel fehlt es natürlich auch an der Geschäftsgrundlage des internationalen Kapitals.

Und @ ina maka, es finden sich sicher ein paar Tauschartikel, die man an Kaffee und "Schokolade" produzierende Staaten liefern könnte,ohne die dort lebenden zu diskriminieren.


woidler