In diesem Artikel sind noch weitere Dinge drin, die einer Diskussion wert sind.
Da steht z.B. wörtlich:
Wir sollten uns die Dinge also nicht zu einfach machen. Wer zweimal in der Woche ein Schnitzel auf dem Teller sehen will, darf sich über zu viel Nitrat im Grundwasser nicht wundern.
Offenbar ist also doch die konventionelle Landwirtschaft eine Hauptquelle für Nitrat im Grundwasser, wie wir endlich von kompetenter Seite lesen können.
Immerhin wird hier Tiermast als Hauptursache für Grundwasserbelastung bestätigt, was im Forum von manchen Diskussionsteilnehmern immer wieder bestritten wird.
En Kausalzusammenhang besteht hingegen nicht, aber aus anderen Gründen:
Es ist möglich, Tiermast so zu betreiben, dass das Grundwasser nicht belastet wird, z.B. durch tiergerechte Haltung und Verzicht auf Importfutter. Dann wird das Fleisch teurer (und vermutlich sogar besser). Man hätte den zitierten Satz also besser etwas anders geschrieben: Wer zweimal in der Woche ein Schnitzel auf dem Teller sehen will, der muss wohl in Zukunft etwas mehr dafür bezahlen.
Beim Artenschwund erwähnt er zu Recht den Bodenverbrauch durch Überbauungen als Problem, aber das bedeutet nicht, dass die Landwirtschaft nichts damit zu tun hätte. Ein Baulobbyist würde umgekehrt mit gleicher Logik argumentieren: Der Flächenverlust durch Überbauung von 70 ha pro Tag sei nur ein winziger Bruchteil der landwirtschaftlichen Nutzfläche, die Artenverluste könnten mithin unmöglich durch die Flächenverluste allein bedingt sein.
Der Anstieg der Bodenpreise lässt die Bauern förmlich das „Letzte“ aus jedem Zentimeter Boden herausholen. Denn die Margen werden zunehmend geringer, wenn der Boden immer teurer, die Lebensmittel aber immer günstiger im Supermarkt werden.
Das ist nicht einmal halb richtig, weil der behauptete Kausalzusammenhang nicht besteht: Die Margen werden durch Anstieg der Bodenpreise genauso geringer wie ich teurer wohne, wenn mein Eigenheim auf dem immobilienmarkt im Preis steigt. Das spielt nur eine Rolle, wenn man Boden kauft, nicht aber, wenn man Boden im Eigenbesitz bewirtschaftet.
Zudem ist Landwirtschaftsboden nicht frei in der Preisbildung, sondern (mindestens in der Schweiz) hat jeder Selbstbewirtschafter gegenüber einem Nicht-landwirt ein Vorkaufsrecht zum vom Amt festegelegten kapitalisierten Ertragswert. In Deutschland regelt das Grundstückverkehrsgesetz die Sache ähnlich, und auch dort kann es leicht umgangen werden - etwa indem man statt Grundstücke Betriebe mit Grundbesitz kauft.
Aber auf die Produktionskosten bestehnder Betriebe kann sich das nicht auswirken.
Die Dumpingpreise im Lebensmittelbereich hat der Bio-Markt sicher nicht zu verantworten, denn diese Produkte sind nicht die billigsten. Es ist doch eher so, dass viele Betriebe dank Umstellung auf Bio bessere Preise für ihre Erzeugnisse erhalten.
Am Schluss schreibt er von überrissenen Qualitätsansprüchen bezüglich Makellosigkeit von Gemüse, Früchten und Kartoffeln. Damit hat er natürlich Recht. Ich sähe gerne weitere Kriterien der Gütebewertung, als da wären Freiheit von Rückständen von Pestiziden (das geht weiter als: Liegt unter der zulässigen Höchstgrenze und ist deshalb unwichtig), bei Fleisch, Milch und Eiern selbstverständlich die Haltungsbedingungen.