Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

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Rohana
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1821

Beitrag von Rohana »

emil17 hat geschrieben: Das Beispiel von "gehe selber nach Kasachstan und suche dir dort den resistenten Weizen" hinkt schon deshalb, weil sich die Firmen die Pflanzen selber als geschützt eintragen lassen wollten und so das Monopol auf die Verwendung der Resistenzeigenschaft gehabt hätten.
Äh? Wenn du eine anerkennungsfähige Sorte entdeckst oder neu züchtest, bist du nunmal der Sortenschutzinhaber sofern du Sortenschutz beantragst. Da können "die Firmen" noch so viel wollen.
Dass Ina eine neue, anerkennungsfähige Sorte züchtet ist natürlich in etwa so wahrscheinlich wie dass ich Kanzlerin werde (also nicht völlig ausgeschlossen), eben weil zur Zucht halt ein bisschen was an Arbeit und Zeit und Know-How dazugehört, was über "ich stell mir das jetzt in den Garten und vermehre es 20 Jahre und hoffe auf natürliche Selektion" hinausgeht ;)
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emil17
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1822

Beitrag von emil17 »

Mein Problem besteht darin, dass Firmen neue Sorten patentieren und die Elternpflanzen gleich damit, ohne die "Inhaber" auch nur zu fragen, denn das sind irgendwelche Eingeborenen. Es ging nie darum, die Züchter um ihr Entgelt zu prellen, wie ihr mir das unterstellt.
Oelkanne hat geschrieben:Hätte ich nicht Atrazin schreiben sollen, sondern "die Kulturbegleitflora wurde durch einen herbziden Wirkstoff aus der Gruppe der Triazine erfolgreich bekämpft, gleichzeitig zeichnet sich der Bodenwirkstoff durch ein äußerst niedriges phytotoxisches Potential aus bei gleichzeitig großer Dauerwirkung."
Das hätte doch auch wieder nur mecker gegeben.
Es geht auch kürzer: Billig, wirkt. Rest ( in dem Fall z.B. Grundwasser) egal, da nicht mein Problem.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
Benutzer 4754 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1823

Beitrag von Benutzer 4754 gelöscht »

emil17 hat geschrieben:Mein Problem besteht darin, dass Firmen neue Sorten patentieren und die Elternpflanzen gleich damit, ohne die "Inhaber" auch nur zu fragen, denn das sind irgendwelche Eingeborenen. Es ging nie darum, die Züchter um ihr Entgelt zu prellen, wie ihr mir das unterstellt.
Oelkanne hat geschrieben:Hätte ich nicht Atrazin schreiben sollen, sondern "die Kulturbegleitflora wurde durch einen herbziden Wirkstoff aus der Gruppe der Triazine erfolgreich bekämpft, gleichzeitig zeichnet sich der Bodenwirkstoff durch ein äußerst niedriges phytotoxisches Potential aus bei gleichzeitig großer Dauerwirkung."
Das hätte doch auch wieder nur mecker gegeben.
Es geht auch kürzer: Billig, wirkt. Rest ( in dem Fall z.B. Grundwasser) egal, da nicht mein Problem.
Die Genetik der Wildpflanzen gehört niemanden, weder irgend einer Firma noch irgend welchen Eingeborenen.

Nein, es geht nicht kürzer.
Ob Atrazin nun giftig ist oder nicht ist in dem fall hier öllig irrelevant:
es ging darum Ina darzulegen das der Ertragszuwachs beim Mais in den letzen 60 Jahren nicht wie von ihr vermutet durch "mehr Chemie" kam sondern maßgeblich durch die Züchtung neuer Sorten.
Das Atrazin vor 60 Jahren das Neueste vom Neusten war, dafür kann ich nichts, dafür kann die Pflanzenzüchtung nichts
es war damals "Stand der Technik" und daran gibt es nichts zu rütteln.

Früher fuhr man auch noch Bleibenzin in Autos die nicht selten 20l/100km schluckten, baute in windeseile Stahlwerke und Kokereien die vor lauter Dreck im Winter den Schnee schwarz färbten. Kläranlagen? Mülldeponien bauen? So ein quatsch braucht keiner, gibt doch Flüsse und den Müll kippen wir einfach in irgend ein Loch und machen später Erde drüber.
Wirtschaftswunder you know?

Man könnte auch zum besseren vergleich die Erträge bei mechanischer Unkrautregulierung vergleichen,
dafür wird es aber kaum Daten geben
denn im Gegensatz zur heutigen übersatten Wohlstandsgesellschaft war damals rationelles Denken auch noch im Kopf des Politikers und Städters verankert, heute ist es der Falschinformation und verklärter Ideologie gewichen.
Benutzer 72 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1824

Beitrag von Benutzer 72 gelöscht »

Rohana hat geschrieben:Äh? Wenn du eine anerkennungsfähige Sorte entdeckst....


:eek:
Wie geht das?
Die wachsen einfach so wild und "gehören" niemandem?
Nee, aber du hast damit (ohne zu wollen?) verraten, dass es stimmt, was emil kritisiert:
emil17 hat geschrieben:Mein Problem besteht darin, dass Firmen neue Sorten patentieren und die Elternpflanzen gleich damit, ohne die "Inhaber" auch nur zu fragen, denn das sind irgendwelche Eingeborenen.


Rohana hat geschrieben:Dass Ina eine neue, anerkennungsfähige Sorte züchtet ....
Definiere bitte "anerkennungsfähig"!
Ich meine mal, wir zwei verstehen darunter etwas anderes....

"Anerkennungsfähig" im Sinne derer, die mit Zucht ihr Geld verdienen wollen, sollen "meine" Sorten gar nicht sein!!
Z.B. lege ich viel Wert darauf, dass "die Sorte" nicht allzu einheitlich ist, sondern genetisch flexibel und sich auch noch ändern kann.....
- "anpassen" eben :holy:

Oops - gerade noch gesehen!
Für Olkanne sind die Sorten der Eingeborenen gleich überhaupt Wildpflanzen
*** ohne Worte ***
Benutzer 4754 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1825

Beitrag von Benutzer 4754 gelöscht »

ina maka hat geschrieben:
Rohana hat geschrieben:Äh? Wenn du eine anerkennungsfähige Sorte entdeckst....


:eek:
Wie geht das?
Die wachsen einfach so wild und "gehören" niemandem? Wie offt sollen wir uns denn noch wieder holen? NEIN
Nee, aber du hast damit (ohne zu wollen?) verraten, dass es stimmt, was emil kritisiert:
emil17 hat geschrieben:Mein Problem besteht darin, dass Firmen neue Sorten patentieren und die Elternpflanzen gleich damit, ohne die "Inhaber" auch nur zu fragen, denn das sind irgendwelche Eingeborenen.


Rohana hat geschrieben:Dass Ina eine neue, anerkennungsfähige Sorte züchtet ....
Definiere bitte "anerkennungsfähig"! Frage doch nicht so blöde wenn es schon dasteht oder du dir die antwort in unter einer Minute selbst raussuchen kannst:
§1 Sortenschutzgesetzt

Ich meine mal, wir zwei verstehen darunter etwas anderes....
da gibt es nur eine Definition, und die lässt keinen Interpretationsspielraum zu.

"Anerkennungsfähig" im Sinne derer, die mit Zucht ihr Geld verdienen wollen, sollen "meine" Sorten gar nicht sein!!
Z.B. lege ich viel Wert darauf, dass "die Sorte" nicht allzu einheitlich ist, sondern genetisch flexibel und sich auch noch ändern kann.....
- "anpassen" eben :holy:

Oops - gerade noch gesehen!
Für Olkanne sind die Sorten der Eingeborenen gleich überhaupt Wildpflanzen es sind keine Sorten, es sind wildpflanzen. wenn ich jetzt die kasachische Staatsbürgerschaft annhme, bin ich ein eingeborerener von kasachstan und dann dort ungestört die gentik für meine Weizensorten suchen?
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1826

Beitrag von emil17 »

Die Wildform des Weizens stammt nicht aus Kasachstan - was man also dort findet, ist Kulturweizen.
Daran ändert es auch nichts, dass es für die Eingeborenen absurd ist, so etwas wie eine Pflanzensorte besitzen können zu wollen.

Das von Oelkanne zitierte Sortenschutzgesetz gilt nur in Deutschland.
Die Genetik der Wildpflanzen gehört niemanden, weder irgend einer Firma noch irgend welchen Eingeborenen.
... und aus genau diesem Grund kann man nicht die Pflanzen, sondern nur die Verfahren schützen, mit denen man solche Pflanzen züchtet. Wer die Verwendung von Sorten für die Weiterzüchtung verbietet, verbietet das, was er selber vorher getan hat.
Das ist nicht schwer zu verstehen.
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1827

Beitrag von Benutzer 72 gelöscht »

Was sagst du zu dieser Seite??

Wie ich das verstehe, gibt es "Wildformen" und "alte Sorten", aber keine "Wildsorten" vom Weizen.
Und außerdem wird da davon geredet, dass die Züchter sich in Genbanken bedienen, nicht in der Steppe.

Apropos: Wo wächst heute noch echter Wildweizen?? :hmm:
In alten Sorten oder Wildformen schlummern Eigenschaften, mit denen moderne Sorten verbessert werden können. [....]
Die Forscher kreuzten zwei moderne Weizensorten mit einer Wildweizenart.
(aus obigem link)

Rohana hat doch gemeint, emil soll nach Kasachstan gehen und wenn er dort eine anerkennungsfähige ..
Moment, ich zitiere lieber richtig:
Rohana hat geschrieben:Äh? Wenn du eine anerkennungsfähige Sorte entdeckst oder neu züchtest, bist du nunmal der Sortenschutzinhaber sofern du Sortenschutz beantragst.
(Farbigmachung durch mich)
Oelkanne hat geschrieben:Wie offt sollen wir uns denn noch wieder holen?
bitte nicht, einmal euch holen reicht .....
nicht wieder und wieder holen ;)

:daumen: Das Wort "anerkennungsfähig" scheint echt kein "normales" deutsches Wort zu sein, sondern ein Fachbegriff für was auch immer - ich hab es gefunden im Zusammenhang mit Praktika - mein Fehler, ich hab es wie ein normales Wort behandelt und darunter soetwas wie "wünschenswert" verstanden.
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Rohana
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1828

Beitrag von Rohana »

emil17 hat geschrieben: Das von Oelkanne zitierte Sortenschutzgesetz gilt nur in Deutschland.
"Für den Sortenschutz besteht ein von der UPOV verwaltetes internationales System im Internationalen Übereinkommen zum Schutz von Pflanzenzüchtungen, dem derzeit 71 Staaten und die Europäische Union angehören." Wikipedia.

Was ist so schwer zu verstehen an "anerkennungsfähig"? "Zur Anerkennung nach Sortenschutzgesetz fähige Sorte" ist nicht grade unkomplizierter, aber wenn es nötig ist, bitte.
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1829

Beitrag von emil17 »

Rohana hat geschrieben:Äh? Wenn du eine anerkennungsfähige Sorte entdeckst oder neu züchtest, bist du nunmal der Sortenschutzinhaber sofern du Sortenschutz beantragst.
Deshalb habe ich ja den Reisartikel zitiert. Dort wurde auch versucht, etwas patentieren zu lassen, was offenbar auf dem Mist von anderen gewachsen ist.
Wer so etwas tut, leistet keinen Beitrag zur Ernährungssicherheit, sondern will bloss ohne eigene Leistung Geld verdienen.
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#1830

Beitrag von emil17 »

Rohana hat geschrieben: "Für den Sortenschutz besteht ein von der UPOV verwaltetes internationales System im Internationalen Übereinkommen zum Schutz von Pflanzenzüchtungen, dem derzeit 71 Staaten und die Europäische Union angehören."
Das bedeutet nur, dass die Sortenschutzgesetze dieser anderen Länder den gleichen Schutz bieten. Diese internationalen Verpflichtungen bedeuten immer eine freiwillige Verpflichtung der Unterzeichnerstaaten, ihre Gesetze anzupassen. Es bedeutet nicht, dass man die gesetzgeberische Gewalt an Dritte abgibt. Es bedeutet folglich auch nicht, dass du das von Oelkanne zitierte Sortenschutzgesetz im Ausland anwenden kannst. Willst du im Ausland klagen, musst du das dort passende Gesetz heraussuchen (das wenn es sich um einen Übereinkommens-Mitgleidstaat handelt, dir die gleichen Rechte schützt, wie das im Inland der Fall wäre) und das dann nach nationalem Recht durchzusetzen versuchen. Das geht in Polen auf polnisch und in Frankreich auf französisch.
Als Einzeltäter bist du damit schon hoffnungslos überfordert, denn sein Recht durchsetzen muss man selber. Die Konzerne unterhalten deshalb in jedem Land umfangreiche Rechtsabteilungen.
Verwechsle bitte nicht den kommerziellen Nachbau geschützter Sorten mit der Weiterzüchtung auf Basis von geschützten Sorten und diesen nicht mit der Patentierung von Sorten.
Zudem ist der Anbau von Nutzpflanzen nicht frei, wie behauptet wurde - es dürfen nur zugelassene Sorten kommerziell angebaut werden. Damit sind die meisten alten Landsorten schon raus, weil niemand die Zulassung beantragt und die dafür erforderlichen Kriterien (Sortenreinheit, Krankheitsresistsenz) in der von den Behörden verlangten Weise nachgewiesen hat.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
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