Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
- Rohana
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Hab nochmal mit Kollegen Rücksprache gehalten, da weiss auch niemand von expliziten Kontrollen der Sorten zur Aussaat. Wer natürlich regelmässig nachfragt ist die STV, die die Nachbaugebühren für nachgebaute Sorten eintreibt, aus nachvollziehbaren Gründen... aber sonst interessiert das niemanden.
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
- emil17
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Gemäss Sortengesetzgebung dürfen nur zugelassene Sorten in Verkehr gebracht (= gewerbsmässig gehandelt) werden.
Wie das in der Praxis ist, wenn jemand Ernte aus nicht zugelassenen Sorten zu Erwerbszwecken verkauft, wäre interessant zu wissen - Kartoffeln könnte man ja legen und Korn könnte man aussäen, was gemäss Sortenverkehrsgesetz dann unzulässig wäre.
Wirklich problematisch ist aber die Patentierung von Sorten, d.h. dass man diese nicht zur Weiterzucht verwenden darf. Eine neue Soerte kann ja nur zugelassen werden, wenn sie sich von anderen wesentlich unterscheidet.
Die Zucht beruht seit jeher darauf, dass man sich verschiedenste Sorten hernimmt und daraus versucht, neue mit verbesserten Eigenschaften zu erhalten. Das wird durch diese Patente stark behindert. Zudem ist es unfair gegenüber denen, die die Ausgangssorten gezüchtet oder selektiert oder kultiviert haben. Noch unfairer wird es, wenn man sich Sorten oder Sortengruppennamen eintragen lässt, die man nicht selber gezüchtet hat.
Das Problem ist ganz ähnlich wie bei open source Software.
Wie das in der Praxis ist, wenn jemand Ernte aus nicht zugelassenen Sorten zu Erwerbszwecken verkauft, wäre interessant zu wissen - Kartoffeln könnte man ja legen und Korn könnte man aussäen, was gemäss Sortenverkehrsgesetz dann unzulässig wäre.
Wirklich problematisch ist aber die Patentierung von Sorten, d.h. dass man diese nicht zur Weiterzucht verwenden darf. Eine neue Soerte kann ja nur zugelassen werden, wenn sie sich von anderen wesentlich unterscheidet.
Die Zucht beruht seit jeher darauf, dass man sich verschiedenste Sorten hernimmt und daraus versucht, neue mit verbesserten Eigenschaften zu erhalten. Das wird durch diese Patente stark behindert. Zudem ist es unfair gegenüber denen, die die Ausgangssorten gezüchtet oder selektiert oder kultiviert haben. Noch unfairer wird es, wenn man sich Sorten oder Sortengruppennamen eintragen lässt, die man nicht selber gezüchtet hat.
Das Problem ist ganz ähnlich wie bei open source Software.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
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Benutzer 4754 gelöscht
- osterheidi
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
interessanter artikel der große zusammenhänge erwähnt. und wenn dann erst noch alle veganen berliner sich regional ernähren wollen .... wo sollen sonst die vielen mangos und avocados erst erzeugt werden 
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Benutzer 72 gelöscht
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
erster Blödsinn (sorry für das Wort - richtet sich nur auf den Inhalt dieser Aussage!):osterheidi hat geschrieben: wenn dann erst noch alle veganen berliner sich regional ernähren wollen .... wo sollen sonst die vielen mangos und avocados erst erzeugt werden
Veganer brauchen weder Mangos noch Avocados, auch wenn die lecker schmecken und gesund sind - Walnüsse und Brennessel und/oder Äpfel, Himbeeren, Brombeeren etc. tun´s auch
zweitens:
Was wäre, wenn sich alle Schweine regional ernähren täten??
Ja klar. "bio" ist mehr Arbeit und weitet sich ein bisschen mehr aus, vertreibt aber viel weniger "Natur" aus den Anbauflächen - das kann man beim besten Willen nicht "Flächenverbrauch" nennen, es sei denn, man wolle die Flächen versiegeln und kann das nicht, weil da ja schon Nahrungsmittel angebaut werden und Wildinsekten ihre Heimat haben
hab heute in einer Zeitung aus dem Jahr 2017 einen Spendenaufruf gesehen, der mich zum Nachdenken gebracht hat:
mit einer Spende von 100 Euro ermöglichen Sie einen Kind in Kenia ein Jahr lang zwei warme Mahlzeiten am Tag
- emil17
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Der Autor im Link von Oelkanne meint, man solle realistisch bleiben und Bio könne niemals alle Menschen ernähren.
Ich schlage vor, man solle mal solange Bio machen, bis sich der Anteil an Nahrungsmitteln, der im gleichen Deutschland verdirbt oder weggeworfen wird, deutlich verringert hat. Ein Gut, von dem 1/3 produziert, aber dann nicht genutzt wird, ist nicht knapp! Folglich kann man es sich leisten, bekannte Misstände durch andere, etwas ertragsschwächere Erzeugungsmethoden verringern zu wollen.
Das Verschwendungsproblem ist nicht Schuld der Bauern, aber es ist ein Argument dafür, dass nicht um jeden Preis erzeugt werden muss.
Immer mehr Landwirtschaftsfunktionäre erkennen, dass da bei der konventionellen industriellen Landwirtschaft ein massives Umweltproblem besteht. Das wissen die zwar schon lange. Jetzt ist es aber bei der Bevölkerung angekommen und man hat ein Imageproblem, das sich nicht mit dem Lärm von ein paar Ökofundis, Spinnern und Weltverbesserern abtun lässt. Die rund 300 Euro pro ha und Jahr Nettosubvention der Bauern durch den Staat sind in Gefahr, wenn die Akzeptanz derjenigen wegbricht, die das mit ihren Steuern bezahlen. Die erwarten einen sorgfältigen Umgang mit der Umwelt - mit ihrer Umwelt. Der Erfolg der Bienenkampagne in Bayern ist nur ein Beispiel dafür.
Beim Ausstieg aus der Atomenergie hiess es von Seiten der Experten der Stromkonzerne auch mal, man müsse realistisch bleiben und könne den Strombedarf ohne Atomkraftwerke nie decken. Auch dort wurde der Strombedarf als gottgegeben betrachtet und nie auch nur andiskutiert, ob man da nachbessern könnte. Erst nachdem der politische Druck von unten zu gross wurde und die grossen Parteien umgeschwenkt sind (Wählerstimmen!), ging es plötzlich.
Ich schlage vor, man solle mal solange Bio machen, bis sich der Anteil an Nahrungsmitteln, der im gleichen Deutschland verdirbt oder weggeworfen wird, deutlich verringert hat. Ein Gut, von dem 1/3 produziert, aber dann nicht genutzt wird, ist nicht knapp! Folglich kann man es sich leisten, bekannte Misstände durch andere, etwas ertragsschwächere Erzeugungsmethoden verringern zu wollen.
Das Verschwendungsproblem ist nicht Schuld der Bauern, aber es ist ein Argument dafür, dass nicht um jeden Preis erzeugt werden muss.
Immer mehr Landwirtschaftsfunktionäre erkennen, dass da bei der konventionellen industriellen Landwirtschaft ein massives Umweltproblem besteht. Das wissen die zwar schon lange. Jetzt ist es aber bei der Bevölkerung angekommen und man hat ein Imageproblem, das sich nicht mit dem Lärm von ein paar Ökofundis, Spinnern und Weltverbesserern abtun lässt. Die rund 300 Euro pro ha und Jahr Nettosubvention der Bauern durch den Staat sind in Gefahr, wenn die Akzeptanz derjenigen wegbricht, die das mit ihren Steuern bezahlen. Die erwarten einen sorgfältigen Umgang mit der Umwelt - mit ihrer Umwelt. Der Erfolg der Bienenkampagne in Bayern ist nur ein Beispiel dafür.
Beim Ausstieg aus der Atomenergie hiess es von Seiten der Experten der Stromkonzerne auch mal, man müsse realistisch bleiben und könne den Strombedarf ohne Atomkraftwerke nie decken. Auch dort wurde der Strombedarf als gottgegeben betrachtet und nie auch nur andiskutiert, ob man da nachbessern könnte. Erst nachdem der politische Druck von unten zu gross wurde und die grossen Parteien umgeschwenkt sind (Wählerstimmen!), ging es plötzlich.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
- osterheidi
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Ja es war ironisch gemeint von mir.
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strega
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
und zusätzlich zur Tatsache, dass eh ein Drittel der landwirtschaftlichen Erzeugnisse weggeworfen wird kommt noch dazu,
dass in der sogenannten Ersten Welt ein Grossteil der Leute eh überfressen ist
wenn die gesünder leben würden könnt wohl locker insgesamt die Hälfte des bisherigen Produktionsumfangs wegfallen, inclusive dessen was dann nicht mehr weggeworfen werden würde
und dann reichts wieder locker für alle und eben doch mit Bio
dass in der sogenannten Ersten Welt ein Grossteil der Leute eh überfressen ist
wenn die gesünder leben würden könnt wohl locker insgesamt die Hälfte des bisherigen Produktionsumfangs wegfallen, inclusive dessen was dann nicht mehr weggeworfen werden würde
und dann reichts wieder locker für alle und eben doch mit Bio
Frauen, die sich gut benehmen, schreiben selten Geschichte. Eleanor Roosevelt
- emil17
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Das halte ich für gefährlich.strega hat geschrieben:und zusätzlich zur Tatsache, dass eh ein Drittel der landwirtschaftlichen Erzeugnisse weggeworfen wird kommt noch dazu,
dass in der sogenannten Ersten Welt ein Grossteil der Leute eh überfressen ist
wenn die gesünder leben würden könnt wohl locker insgesamt die Hälfte des bisherigen Produktionsumfangs wegfallen, inclusive dessen was dann nicht mehr weggeworfen werden würde
und dann reichts wieder locker für alle und eben doch mit Bio
Nicht wegen der medizinischen Aspekte der Überfressenheit.
Sondern weil es einfach Leute gibt, die mehr essen als was andere für sie als gut befinden. Dann bräuchte es irgend ein Amt, das entscheidet, wer wieviel zu kriegen hat. Das wäre schlimm für alle und da sind die übergewichtigen Leute, egal ob freiwillig oder krankheitshalber, der geringere Schaden.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
- emil17
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
In diesem Artikel sind noch weitere Dinge drin, die einer Diskussion wert sind.
Da steht z.B. wörtlich:
Immerhin wird hier Tiermast als Hauptursache für Grundwasserbelastung bestätigt, was im Forum von manchen Diskussionsteilnehmern immer wieder bestritten wird.
En Kausalzusammenhang besteht hingegen nicht, aber aus anderen Gründen:
Es ist möglich, Tiermast so zu betreiben, dass das Grundwasser nicht belastet wird, z.B. durch tiergerechte Haltung und Verzicht auf Importfutter. Dann wird das Fleisch teurer (und vermutlich sogar besser). Man hätte den zitierten Satz also besser etwas anders geschrieben: Wer zweimal in der Woche ein Schnitzel auf dem Teller sehen will, der muss wohl in Zukunft etwas mehr dafür bezahlen.
Beim Artenschwund erwähnt er zu Recht den Bodenverbrauch durch Überbauungen als Problem, aber das bedeutet nicht, dass die Landwirtschaft nichts damit zu tun hätte. Ein Baulobbyist würde umgekehrt mit gleicher Logik argumentieren: Der Flächenverlust durch Überbauung von 70 ha pro Tag sei nur ein winziger Bruchteil der landwirtschaftlichen Nutzfläche, die Artenverluste könnten mithin unmöglich durch die Flächenverluste allein bedingt sein.
Zudem ist Landwirtschaftsboden nicht frei in der Preisbildung, sondern (mindestens in der Schweiz) hat jeder Selbstbewirtschafter gegenüber einem Nicht-landwirt ein Vorkaufsrecht zum vom Amt festegelegten kapitalisierten Ertragswert. In Deutschland regelt das Grundstückverkehrsgesetz die Sache ähnlich, und auch dort kann es leicht umgangen werden - etwa indem man statt Grundstücke Betriebe mit Grundbesitz kauft.
Aber auf die Produktionskosten bestehnder Betriebe kann sich das nicht auswirken.
Die Dumpingpreise im Lebensmittelbereich hat der Bio-Markt sicher nicht zu verantworten, denn diese Produkte sind nicht die billigsten. Es ist doch eher so, dass viele Betriebe dank Umstellung auf Bio bessere Preise für ihre Erzeugnisse erhalten.
Am Schluss schreibt er von überrissenen Qualitätsansprüchen bezüglich Makellosigkeit von Gemüse, Früchten und Kartoffeln. Damit hat er natürlich Recht. Ich sähe gerne weitere Kriterien der Gütebewertung, als da wären Freiheit von Rückständen von Pestiziden (das geht weiter als: Liegt unter der zulässigen Höchstgrenze und ist deshalb unwichtig), bei Fleisch, Milch und Eiern selbstverständlich die Haltungsbedingungen.
Da steht z.B. wörtlich:
Offenbar ist also doch die konventionelle Landwirtschaft eine Hauptquelle für Nitrat im Grundwasser, wie wir endlich von kompetenter Seite lesen können.Wir sollten uns die Dinge also nicht zu einfach machen. Wer zweimal in der Woche ein Schnitzel auf dem Teller sehen will, darf sich über zu viel Nitrat im Grundwasser nicht wundern.
Immerhin wird hier Tiermast als Hauptursache für Grundwasserbelastung bestätigt, was im Forum von manchen Diskussionsteilnehmern immer wieder bestritten wird.
En Kausalzusammenhang besteht hingegen nicht, aber aus anderen Gründen:
Es ist möglich, Tiermast so zu betreiben, dass das Grundwasser nicht belastet wird, z.B. durch tiergerechte Haltung und Verzicht auf Importfutter. Dann wird das Fleisch teurer (und vermutlich sogar besser). Man hätte den zitierten Satz also besser etwas anders geschrieben: Wer zweimal in der Woche ein Schnitzel auf dem Teller sehen will, der muss wohl in Zukunft etwas mehr dafür bezahlen.
Beim Artenschwund erwähnt er zu Recht den Bodenverbrauch durch Überbauungen als Problem, aber das bedeutet nicht, dass die Landwirtschaft nichts damit zu tun hätte. Ein Baulobbyist würde umgekehrt mit gleicher Logik argumentieren: Der Flächenverlust durch Überbauung von 70 ha pro Tag sei nur ein winziger Bruchteil der landwirtschaftlichen Nutzfläche, die Artenverluste könnten mithin unmöglich durch die Flächenverluste allein bedingt sein.
Das ist nicht einmal halb richtig, weil der behauptete Kausalzusammenhang nicht besteht: Die Margen werden durch Anstieg der Bodenpreise genauso geringer wie ich teurer wohne, wenn mein Eigenheim auf dem immobilienmarkt im Preis steigt. Das spielt nur eine Rolle, wenn man Boden kauft, nicht aber, wenn man Boden im Eigenbesitz bewirtschaftet.Der Anstieg der Bodenpreise lässt die Bauern förmlich das „Letzte“ aus jedem Zentimeter Boden herausholen. Denn die Margen werden zunehmend geringer, wenn der Boden immer teurer, die Lebensmittel aber immer günstiger im Supermarkt werden.
Zudem ist Landwirtschaftsboden nicht frei in der Preisbildung, sondern (mindestens in der Schweiz) hat jeder Selbstbewirtschafter gegenüber einem Nicht-landwirt ein Vorkaufsrecht zum vom Amt festegelegten kapitalisierten Ertragswert. In Deutschland regelt das Grundstückverkehrsgesetz die Sache ähnlich, und auch dort kann es leicht umgangen werden - etwa indem man statt Grundstücke Betriebe mit Grundbesitz kauft.
Aber auf die Produktionskosten bestehnder Betriebe kann sich das nicht auswirken.
Die Dumpingpreise im Lebensmittelbereich hat der Bio-Markt sicher nicht zu verantworten, denn diese Produkte sind nicht die billigsten. Es ist doch eher so, dass viele Betriebe dank Umstellung auf Bio bessere Preise für ihre Erzeugnisse erhalten.
Am Schluss schreibt er von überrissenen Qualitätsansprüchen bezüglich Makellosigkeit von Gemüse, Früchten und Kartoffeln. Damit hat er natürlich Recht. Ich sähe gerne weitere Kriterien der Gütebewertung, als da wären Freiheit von Rückständen von Pestiziden (das geht weiter als: Liegt unter der zulässigen Höchstgrenze und ist deshalb unwichtig), bei Fleisch, Milch und Eiern selbstverständlich die Haltungsbedingungen.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
