Emil, nach deinen Vorstellungen von "lokal" dürften wir gar kein Mais anbauen
und Ina auch keine Tomaten.
Nun, der höhere Ertrag kommt nicht "nur" vom Heterosis-Effekt, sondern verlangt auch mehr Dünger - mehr "Mineralisation" des Bodens ...
Und soviel ich weiß, mag sein, dass ich irre, gibt es da ein paar Schädlinge mehr, die auf ertragreichere Pflanzen fliegen und es gibt ja auch - ob bei uns weiß ich nicht (denke eher nicht), diese "roundupresistenten Nutzpflanzen".
Der Ertragszuwachs bei Mais kommt fast ausschließlich aus der Züchtung:
Düngemittel gab es in den 60er schon die gleichen wie heute, nur deren Verwendung war lange nicht so stark reglementiert.
Die Unkrautbekämpfung erfolgte mit Atrazin, gut wirksam und äußerst gut verträglich für den Mais.
Die heutigen Wirkstoffe zwicken den Mais doch etwas mehr, jedes zwicken geht auf den Ertrag.
Schädlinge und Schadpilze in nennenswertem Umfang kannten wir bis vor wenigen Jahren garnicht und selbst heute spielen sie eine untergeordnete Rolle (den Oberrheingraben mit dem WMWB Mal ausgenommen, da ist das Problem aber hausgemacht).
Nein, GVO Sorten gibt es in Deutschland nicht.
kein BT-Mais, keine RR-Sorten (Glyhosatresistent).
halt alles mehr "Chemie"
in deiner etwas verblendeten Vorstellung vielleicht,
in der Realität aber nicht.
dass Landwirte vom Wetter und sowieso von der Natur abhängig sind, ist ein alter Hut. Sind wir im Grunde genommen alle.
Ich finde es halt einfach nicht so prickelnd, diese gottgegebene oder naturgegebene Abhängigkeit gegen eine Abhängigkeit von "der Industrie" zu tauschen.
Die Abhängigkeit vom Wetter kann man nicht eintauschen
Wo kommt diese Vorstellung her das die Landwirte von der Industrie abhängig seien?
Es ist niemand gezwungen Mineraldünger und moderne Sorten zu verwenden. Es wird auch keiner gezwungen Pflanzenschutzmittel zu verwenden.
Es steht mir als Landwirt und Unternehmer frei ob ich einen Schlepper von Fendt, John Deere oder doch Case fahre, ob ich meinen Mais mit einer deutschen, einer italienischen oder amerikanischen Säemaschine in den Boden bringe.
Ich kann auch wählen ob ich eine Sorte von Bayer, Syngenta, LimaGrain oder sonst wem aussäe.
Ich kann selbst entscheiden ob ich Dünger aus Lutherstadt Wittenberg, Rostock, Ludwigshafen oder doch Russland nehme oder lieber Gülle fahre.
Ob ich das Unkraut aushacke oder ein Mittel von DuPont, BASF oder Adama bleibt auch mir überlassen.
Mir bleibt es aber auch überlassen ob ich den Acker nicht einfach still lege und ohne die Produktion von Nahrungsmittel viekeicht mehr Geld in der Tasche habe.
Das einzige was ich nicht wählen kann ich das Wetter, den gesetzlichen Rahmen und den Weltmarktpreis.
eigentlich hat mich Oelkanne´s unbegründetes Urteil gestört:
"so ein Quatsch" ist keine Aussage, die irgendwas besagt außer, dass er es für einen Quatsch hält.
Mehr sollte es auch nicht heißen.
Was die taz da versucht der Landwirtschaft und Bayer in die Schuhe zu schieben ist auch völliger Irrsinn.
Und ja - auf Dauer macht es mir ein bisschen Angst, dass wir, was Nutzpflanzensaatgut angeht, von Konzernen abhängig geworden sind.
Gott sei Dank ist es bei den Tomaten ja nicht so

Es steht jedem frei eigene Sorten zu züchten und diese beim Bundessortenamt zuzulassen.
Das kann/darf jeder von uns.
Ich sehe ein grundsätzliches Problem bei patentierten Sorten: Patentiert werden Eigenschaften, die aus anderen Pflanzen oder Bakterien stammen und per Gentechnik auf diese Sorten übertragen worden sind. Patentwürdig kann aber nur eine geistige Eigenleistung sein. Das wäre in diesem Falle das Wissen, wie man Gene transferiert. Die Gene selbst stammen nicht aus der Retorte des Patentinhabers, sondern von anderen Lebenwesen, an denen niemand Urheberrechte beanspruchen kann, sind also nicht patentfähig.
Gentechnik ist in DE verboten.
Gentechnikverfahren kann man wie alles andere auch patentieren lassen.
Ein Patentinhaber auf ein Resistenzgen könnte deshalb auch verbieten, die andere Sorte, von der das Gen stammt, ohne sein Einverständnis anzubauen. Zudem hat er bei der Entwicklung etwas selbst gemacht, was er Dritten verbietet: sich aus der Sortenvielfalt ungefragt bedient.
Findest du in der Kasachischen Steppe irgend eine Weizen Sorte die gegen die heutigen Gelbroststämme resistent ist und schaffst diese Eigenschaft in eine deiner Weizensorten ein zu kreuzen:
Herzlichen Glückwunsch Emil,
dein Finanzielles Auskommen ist gesichert,
nach dem du die 20.000.000€ Züchtungskosten durch Saatgutgebühren wieder eingenommen hast.
Ina dürfte nun nicht mit deiner gelbrostresistenten Weizensorte weiter züchten um ihre eigenen Sorten zu verbessern, sie würde sich dadurch etwa 15.000.000€ sparen.
Ina dürfte aber in die Kasachische Steppe fahren, sich dort die selbe Pflanze wie du holen und selbst züchten.