Quelle: https://www.weltagrarbericht.de/aktuell ... 33559.htmlDer Ökolandbau bringt vor allem beim Umwelt‐ und Ressourcenschutz deutliche Vorteile gegenüber der konventionellen Landwirtschaft. Zu diesem Ergebnis gelangt eine umfassende Metaanalyse unter Leitung des staatlichen Thünen-Instituts und der Universität Kassel, die am 21. Januar veröffentlicht wurde.
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„Die Ergebnisse verdeutlichen, dass der Ökolandbau ein hohes Potenzial zum Schutz von Grund- und Oberflächenwasser zu zuschreiben ist“, lautet das Fazit in puncto Gewässerschutz. „Positiv wirkt sich der Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel aus. Im Mittel vermindert eine ökologische Bewirtschaftung in den ausgewerteten Untersuchungen die Stickstoffausträge um 28%. Durch den Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel wird der Eintrag von Wirkstoffen mit einer potenziell hohen Umwelttoxizität unterbunden.“ Auch bei Tierarzneimitteln sei wegen der Produktionsvorschriften für die ökologische Tierhaltung von deutlich geringeren Einträgen auszugehen.
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Ganz eindeutig punktet der Ökolandbau hingegen bei der Artenvielfalt. Im Mittel lagen die Artenzahlen der Ackerflora um 95% höher, bei den Feldvögeln um 35% und bei blütenbesuchenden Insekten um 23% höher. Zu berücksichtigen sei aber, dass die Landschaftsstruktur einen erheblichen Einfluss auf die Artenvielfalt habe und diese die Effekte der Landnutzung stark überlagern könne. Auch beim Klimaschutz brachte der Ökolandbau positive Effekte, doch die Wissenschaftler differenzierten hier nach Emissionen pro Hektar und pro Tonne. Durch eine höhere Kohlenstoffspeicherungsrate – die Forscher sprechen von einem im Schnitt 10% höheren Gehalt an organischem Bodenkohlenstoff und eine um 256 kg C/Hektar höhere jährliche Kohlenstoffspeicherungsrate – sowie verminderte Lachgasemissionen stießen Ökobetriebe laut Studie im Mittel 1.082 kg weniger CO2‐Äquivalente pro Hektar und Jahr aus.
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Die Autoren schlussfolgern, dass der ökologische Landbau „einen relevanten Beitrag zur Lösung der umwelt‐ und ressourcenpolitischen Herausforderungen dieser Zeit leisten kann und zu Recht als eine Schlüsseltechnologie für eine nachhaltige Landnutzung“ gelte. „Die Studie zeigt, dass Ökolandbau beim Umwelt- und Ressourcenschutz deutliche und messbare Vorteile bringt“, kommentierte Felix Löwenstein, Vorsitzender des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft.
Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Metastudie: Ökolandbau bringt Vorteile für Umwelt‐ und Ressourcenschutz (von weltagrarbericht.de)
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
"Zu berücksichtigen sei aber, dass die Landschaftsstruktur einen erheblichen Einfluss auf die Artenvielfalt habe und diese die Effekte der Landnutzung stark überlagern könne. "

Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Hier wäre zu differenzieren:
a) jemand der in einer Agrarwüste bio macht und eine gewaltige prozentuale Steigerung erreicht wenn er statt keinen plötzlich wenige Begeitarten (früher "Unkraut") hat;
b) jemand der in einer ohnehin schon struktur- und artenreichen Landschaft bio macht und deshalb nur einen geringen Förderffekt hat;
c) wie b aber wegen besonderer Kulturmassnahmen sind Arten der roten Listen darunter.
Der langen Rede kurzer Sinn, ohne absolute Zahlen kann man mit Prozentwerten wenig anfangen. Andersrum, je nachdem worauf man die Prozent bezieht kann man sich die Sache schönrechnen.
(An der Börse kannst mehrere hundert Prozent gewinnen, aber höchstens hundert Prozent verlieren, also rechnet sich das ...)
Die konvis sind da natürlich ganz anderer Meinung, denn sie beziehen alle Emissionen nicht auf Fläche sondern auf Erntemengen in Tonnen, weil Menge produzieren das einzige ist, was sie besser können als die anderen.
So hat jeder recht, denn es geht hier in dieser Diskussion schon lange nicht mehr darum zu überlegen, ob man selber etwas noch nicht ganz optimal macht.
Nachdem das "die Konsumenten wollen nur billig und deshalb kann man nichts machen" und "ohne viel Geld geht sowieso nichts" durch Gegenbeispiele widerlegt und somit als nicht absolut und überall und immer richtig dargelegt worden sind, schläft der Faden (siehe auch Bienensterben, das ist das selbe Thema) nun etwas ein.
Schade.
a) jemand der in einer Agrarwüste bio macht und eine gewaltige prozentuale Steigerung erreicht wenn er statt keinen plötzlich wenige Begeitarten (früher "Unkraut") hat;
b) jemand der in einer ohnehin schon struktur- und artenreichen Landschaft bio macht und deshalb nur einen geringen Förderffekt hat;
c) wie b aber wegen besonderer Kulturmassnahmen sind Arten der roten Listen darunter.
Der langen Rede kurzer Sinn, ohne absolute Zahlen kann man mit Prozentwerten wenig anfangen. Andersrum, je nachdem worauf man die Prozent bezieht kann man sich die Sache schönrechnen.
(An der Börse kannst mehrere hundert Prozent gewinnen, aber höchstens hundert Prozent verlieren, also rechnet sich das ...)
Die konvis sind da natürlich ganz anderer Meinung, denn sie beziehen alle Emissionen nicht auf Fläche sondern auf Erntemengen in Tonnen, weil Menge produzieren das einzige ist, was sie besser können als die anderen.
So hat jeder recht, denn es geht hier in dieser Diskussion schon lange nicht mehr darum zu überlegen, ob man selber etwas noch nicht ganz optimal macht.
Nachdem das "die Konsumenten wollen nur billig und deshalb kann man nichts machen" und "ohne viel Geld geht sowieso nichts" durch Gegenbeispiele widerlegt und somit als nicht absolut und überall und immer richtig dargelegt worden sind, schläft der Faden (siehe auch Bienensterben, das ist das selbe Thema) nun etwas ein.
Schade.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
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Benutzer 4754 gelöscht
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Benutzer 72 gelöscht
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Bist oder warst du nicht an einer landwirtschaftlichen Fachschule??
Dort hast du noch nie einen Quatsch gelesen?
Die Erkenntnis kommt allerdings reichlich spät, denn die Tradition, dass jeder Landwirt seine eigene, angepasste Hofsorte selber vermehrt, ist doch schon so gut wie ausgestorben.
Ich hab es noch erlebt (nicht in Europa) und: ja, sicher!! Es gibt, es ermöglicht eine enorme Unabhängigkeit.....
Dort hast du noch nie einen Quatsch gelesen?
Die Erkenntnis kommt allerdings reichlich spät, denn die Tradition, dass jeder Landwirt seine eigene, angepasste Hofsorte selber vermehrt, ist doch schon so gut wie ausgestorben.
Ich hab es noch erlebt (nicht in Europa) und: ja, sicher!! Es gibt, es ermöglicht eine enorme Unabhängigkeit.....
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Benutzer 4754 gelöscht
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Es ist doch völliger Humbug das die Bayer AG die Landwirte abhängig machen mag,ina maka hat geschrieben:Bist oder warst du nicht an einer landwirtschaftlichen Fachschule??
Dort hast du noch nie einen Quatsch gelesen?
Die Erkenntnis kommt allerdings reichlich spät, denn die Tradition, dass jeder Landwirt seine eigene, angepasste Hofsorte selber vermehrt, ist doch schon so gut wie ausgestorben.
Ich hab es noch erlebt (nicht in Europa) und: ja, sicher!! Es gibt, es ermöglicht eine enorme Unabhängigkeit.....
ja man versucht Kunden an sich zu binden
wie jedes Unternehmen.
Aber man zwingt niemanden die Beratung von Bayer überhaupt in Anspruch zu nehmen oder Bayer-Sorten auszusäen.
Das Bayer nur seine eigenen Sorten empfiehlt ist doch auch logisch,
oder hast du bei Aral schon Mal Werbung für Shell-V-Power gesehen, macht Mc Donalds Werbung für BurgerKing und verkauft die Deutsche Bank am liebsten Produkte der Commerzbank?
Nein.
Das beim Mais mit Liniensorten "nichts" zu holen ist, ist an den Taz-Redakteuren und auch an dir offensichtlich vorüber gegangen.
Seit 1960 hat sich der Ertrag von Körnermais vervierfacht(!), ein wesentlicher Anteil von diesem Zuwachs hat die Züchtung mit der Entwicklung von Hybridsorten beigesteuert.
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Benutzer 72 gelöscht
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Das klingt ja sehr überzeugend und toll.Oelkanne hat geschrieben:Seit 1960 hat sich der Ertrag von Körnermais vervierfacht(!), ein wesentlicher Anteil von diesem Zuwachs hat die Züchtung mit der Entwicklung von Hybridsorten beigesteuert.
Aber trotzdem: zu welchem Preis? (Chemie ....
Die meisten "Abhängigmachungen" beginnen übrigens ohne Zwang
- Rohana
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Jetzt erklärst du mir mal was genau Hybridsorten (höherer Ertrag durch Heterosis-Effekt) mit "Chemie" zu tun haben...
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
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viktualia
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Ina, du übersiehst da grade, dass ja gar nicht der Bauer die Früchte macht, sondern die liebe Sonne, der Regen, die Erde.Die meisten "Abhängigmachungen" beginnen übrigens ohne Zwang
Wer erzählte das doch immer hier?
Und, bitte, ist das keine Abhängigkeit für den Bauern, der ja erntet?
Und beim Punkt Erde, also Bodenbeschaffenheit und Lage, also geologisch und meteorologisch, wachsen manche Sorten halt anders als andere.
Du guckst von der Seite >lokal angepasstes Saatgut< im Sinne von: lokal selektiert, gezüchtet, vermehrt, genutzt;
so (mit solchen Apps) könnte lokal genutzt werden, was global selektiert wurde.
Der Artikel mosert auf ganz schräge Art mit Bauern, die nicht Kuhkuscheln, sondern Computern wollen.
Rsp. unterstellt ihnen, sich von Bayer kaufen zu lassen, auch wenn sie so was nur mal nutzen um zu schauen, ob deren Programm diese oder jene Sorte vorschlagen würde.
Es gibt jetzt Computerprogramme für diese Art "global denken, lokal handeln". Das ist der eigentliche Inhalt des Artikels.
Was da Bayer oder den Bauern unterstellt wird ist eher, räusper, Zeitgeist. Oder wie immer man das nennen will.
- emil17
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Das Problem an der Sache ist, dass hier patentierte Hybridsorten empfohlen werden, auf die für jeden Anbau Lizenzgebühren anfallen.
Das mag zu Beginn eine win-win Situation für Anbieter und Landwirt sein.
"Global denken, lokal handeln" passt für solche Sorten schlecht. Natürlich kann ein Landwirt nur lokal handeln, weil er nur auf seinem Land, das sich nur an einem Ort befindet, anbaut. Die Verwendung des Begriffs in der Landwirtschaft wäre deshalb eine Tautologie, wenn man diesen so anwendete.
Lokale Sorten sind per Definition solche, die nur lokale Verbreitung haben. Sie verhalten sich zu diesen Hybridsorten etwas so wie fränkischer Speierlingsmost zu Coca-Cola. Sehr oft sind es auch selektierte Landsorten, die nicht genetisch einheitlich sind.
Ich sehe ein grundsätzliches Problem bei patentierten Sorten: Patentiert werden Eigenschaften, die aus anderen Pflanzen oder Bakterien stammen und per Gentechnik auf diese Sorten übertragen worden sind. Patentwürdig kann aber nur eine geistige Eigenleistung sein. Das wäre in diesem Falle das Wissen, wie man Gene transferiert. Die Gene selbst stammen nicht aus der Retorte des Patentinhabers, sondern von anderen Lebenwesen, an denen niemand Urheberrechte beanspruchen kann, sind also nicht patentfähig.
Ein Patentinhaber auf ein Resistenzgen könnte deshalb auch verbieten, die andere Sorte, von der das Gen stammt, ohne sein Einverständnis anzubauen. Zudem hat er bei der Entwicklung etwas selbst gemacht, was er Dritten verbietet: sich aus der Sortenvielfalt ungefragt bedient.
Wie das in der Praxis läuft, siehe z.B. hier am Beispiel des Basmati-Reises
Bei Software ist es auch genau deshab verboten, Programmteile Dritter ohne deren Einverständnis in eigene Programme einzubauen und auf diese dann Patentschutz zu beanspruchen.
Im wissenschaftlichen Publikationswesen nennt sich das Plagiat oder verständlicher abschreiben.
Das mag zu Beginn eine win-win Situation für Anbieter und Landwirt sein.
"Global denken, lokal handeln" passt für solche Sorten schlecht. Natürlich kann ein Landwirt nur lokal handeln, weil er nur auf seinem Land, das sich nur an einem Ort befindet, anbaut. Die Verwendung des Begriffs in der Landwirtschaft wäre deshalb eine Tautologie, wenn man diesen so anwendete.
Lokale Sorten sind per Definition solche, die nur lokale Verbreitung haben. Sie verhalten sich zu diesen Hybridsorten etwas so wie fränkischer Speierlingsmost zu Coca-Cola. Sehr oft sind es auch selektierte Landsorten, die nicht genetisch einheitlich sind.
Ich sehe ein grundsätzliches Problem bei patentierten Sorten: Patentiert werden Eigenschaften, die aus anderen Pflanzen oder Bakterien stammen und per Gentechnik auf diese Sorten übertragen worden sind. Patentwürdig kann aber nur eine geistige Eigenleistung sein. Das wäre in diesem Falle das Wissen, wie man Gene transferiert. Die Gene selbst stammen nicht aus der Retorte des Patentinhabers, sondern von anderen Lebenwesen, an denen niemand Urheberrechte beanspruchen kann, sind also nicht patentfähig.
Ein Patentinhaber auf ein Resistenzgen könnte deshalb auch verbieten, die andere Sorte, von der das Gen stammt, ohne sein Einverständnis anzubauen. Zudem hat er bei der Entwicklung etwas selbst gemacht, was er Dritten verbietet: sich aus der Sortenvielfalt ungefragt bedient.
Wie das in der Praxis läuft, siehe z.B. hier am Beispiel des Basmati-Reises
Bei Software ist es auch genau deshab verboten, Programmteile Dritter ohne deren Einverständnis in eigene Programme einzubauen und auf diese dann Patentschutz zu beanspruchen.
Im wissenschaftlichen Publikationswesen nennt sich das Plagiat oder verständlicher abschreiben.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
