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Re: Sparen durch Selbstversorgung

Verfasst: Mi 8. Aug 2018, 18:00
von centauri
@ivy :daumen:
Manchmal kommt es hier rüber als würden wir alle in einem Wettbewerb stehen. :)

Re: Sparen durch Selbstversorgung

Verfasst: Mi 8. Aug 2018, 18:59
von hobbygaertnerin
Das sehe ich andes,
mir reicht meine Arbeit mit all seinen Gegebenheiten, die mich manchmal ärgern, belasten.......
das möchte ich mir mit meinem Hobby nicht antun.
Hab noch niemand getroffen, der seine neuen Skier und Ausrüstung, die Kosten für die Seilbahn und auch bei anderen Hobbies wie Motorrad usw. berechnet, ob sich das in irgendeiner Weise rechnet.
Wichtig ist mir, dass ich die Arbeit relativ effizient erledigen kann, dass sich das Ganze nicht zum reinen Arbeitsmarathon entwickelt- sicher manchmal frage ich mich schon, warum ich mir das antue, aber meist kommt dann eine Antwort und ich weiß warum.
Feinkost aus dem Delikatessenladen muss es nicht werden, aber z.B. die selbstgemachte Pasta mit der selbstgemachten Sosse-
das kann auch nicht slow food. Einen Tomatensamen in die Erde geben, die Pflanzen betüdeln und begleiten, dann ernten, verarbeiten, ins Glas geben, mit den Gewürzen nach meinem Geschmack
Am Anfang war ich auch der Meinung, ich müsste mir mit der SV Einkommen erwirtschaften-
aber da hab ich nicht das dafür passende Umfeld- und für die Vermarktung fehlt mir die Zeit.
Was sich mit der Zeit entwickelt, so eine Art Netzwerk zum Tauschen.

.

Re: Sparen durch Selbstversorgung

Verfasst: Mi 8. Aug 2018, 20:13
von Maisi
Vermarkten würde ich gar nicht wollen, denn dann ginge ja schon wieder ein Hamsterrad los: genug produzieren, Marketing, Buchhaltung,... Von den Auflagen in D in Bezug auf Lebensmittelproduktion mal ganz abgesehen. Dann wird irgendwann aus dem Wollen ein Müssen.

Mir reicht mein kleines Netzwerk vor Ort, wo man Saatgut, Pflanzen oder Ernte tauscht und meine Brot- und Eier-Abnehmer.

Re: Sparen durch Selbstversorgung

Verfasst: Mi 8. Aug 2018, 21:36
von Oli
Vielen Dank strega, Manuela & Buchkammer
Ich freue mich, wenn meine Worte etwas berühren und bewirken - und natürlich auch, wie in diesem speziellen Fall, wenn ich die Bestätigung bekomme, nicht allein in dieser parallelen Galaxie zu werkeln. ;)
Schreiben sollte ich auch mal wieder auf meinem schändlich vernachlässigten Blog. :rot: Bücher über SV gibt es ja derzeit wie Sand am Meer, die meisten haben es chicer, größer, unkrautfreier - und bedienen damit die Träume und Wunschvorstellungen derjenigen, die es beim Träumen belassen viel besser ... gut, authentisch kann ich. :)

strega, ich finde auch, jeder sollte immer bereit sein, sein Tun und seine Ansichten kritisch zu beäugen um so dem ein oder anderen Tunnelblick auf die Schliche zu kommen, der einem die Sicht auf Möglichkeiten links und rechts des Weges vielleicht verstellt. :)
Vor allem wenn es um den Götzen Geld geht.

Manuela, wenn Mr. Right lernfähig ist, offen und ohne Scheuklappen durch's Leben geht, ergibt sich der Rest vielleicht von selber.
Als ich den Hof hier gekauft habe, wollte ich von Kerlen nichts mehr wissen, in Ruhe mit meinen Hunden und Katzen vor mich hin leben und gärtnern und über kurz oder lang eine schrullige Alte werden. Dann lernte ich meinen späteren Mann auf der Baustelle kennen, wir hakten ganz pragmatisch die Punkte ab, die uns wichtig sind, verliebten uns und zogen gemeinsam in den Rohbau. Zum Winter hin, klar.
Jetzt haben wir 2 Kinder, ein fast fertiges Haus, einen nahrhaften Garten voller Leben, einen Haufen Arbeit, die Köpfe voller Pläne, ein tolles Netzwerk, ganz viel Bestätigung für unseren Lebensstil, viele gute Sachen zu essen, immer mehr Kunden und Glück im Bauch. :)
Mein Mann wusste zwar theoretisch, auf was er sich einlässt, die ganze Tragweite meiner Pläne und Dickköpfigkeit hat er aber wohl erst später ernst genommen. Er kommt vom Hof, also der Teil mit Wind, Wetter, Pflicht und so war ihm nicht neu. Er sieht nun (glaube ich) von Jahr zu Jahr mehr das große Ganze.




Und generell: Wir haben jetzt und hier ein tolles, erfülltes Leben. Vor allem eben auch durch diesen Lebensentwurf. Werden auch wieder andere Zeiten mit irgendwelchen Problemen kommen, aber wenn ich mir vorstelle, ich sollte so ein Miesepeter oder eine Miesepetra sein, der/die/das in jeder Suppe eine Perücke findet und für jede Lösung eine Handvoll Probleme parat hat - boah nee, da geht einem doch die Lebensfreude ab!

Im Übrigen sind wir keine Traumtänzer sondern ganz normale, fleissige Menschen die ausreichend Lebensjahre auf dem Zähler haben, um zu wissen wie der Hase läuft. Klar, manch einer mag was von 'Karma', 'das große Ganze' und 'Landidylle' lesen und schlussfolgert voreilig, es hier mit einem Phantasten zu tun zu haben. Dem sei gesagt, dass auch ich den Hof mit harten Talern bezahlen musste. Nur habe ich, nachdem ich früher wirklich viel verdient habe, für mich festgestellt, dass das irgendwie Kokolores ist, nicht sinnstiftend, nicht nachhaltig beeindruckend, nicht gut.
Ich habe also ein bisschen was aufgegeben für dieses Leben hier. ;)
Monetär gesehen. Das schränkt den Sparfaktor jetzt vermutlich ein, so SV-mässig gesehen oder?

Der Gegenwert ist aber höher denn ich bin nach wie vor nicht versteinert im Kopf, sondern habe meine Begeisterungsfähigkeit und Neugierde bewahrt und bin immer offen, das Wunder zu sehen. Wer weiss, wie ich drauf wäre, wenn ich weiter sinnlosen Scheiß gearbeitet hätte, der übermäßig viel Kohle reinbringt!?
Jaja, gärtnern ist Therapie :) für nicht wenige.

Ich werde an dieser Stelle kein 1x1 des Marketing verschenken, aber bitte: erzählt mir nicht, was geht und was nicht geht, das ist anmaßend.

Zu Überschüssen noch eins: ist nicht schlimm, wenn man etwas nicht mehr essen mag und nicht verkaufen kann. Das wird zu Kompost. Und im nächsten Jahr, mit etwas Feenstaub und ein wenig Wunder werden vielleicht Süßkartoffeln draus, oder irgendwas, was länger haltbar ist. :moin:

Re: Sparen durch Selbstversorgung

Verfasst: Mi 8. Aug 2018, 21:39
von Benutzer 72 gelöscht
poison ivy hat geschrieben:die Frage, die Ihr hier Euch scheinbar gern stellt ist, wieviel gruene Zettel wuerde ich theoretisch fuer meine Tomaten, Himbeeren ... bekommen, wenn ich sie denn gegen gruene Zettel tauschen wuerde?
oh, haha - "green frog skin" :lol:
nein, mal abgesehen davon, dass es bei uns eher rote Zettel sind (10 Euro-Scheine), bin ich sowieso auf der Schiene
We don´t want no Green Frog Skin!
Mir persönlich ist es sowas von wurscht, ob wir als Familie uns durch meine "SV"-"Arbeit" Geld ersparen oder nicht...
Ich werde nur getriggert, wenn jemand behauptet, das wäre ein teures Hobby, denn ich bin früher auf Pferden geritten ;)
Maisi hat geschrieben:Vermarkten würde ich gar nicht wollen, denn dann ginge ja schon wieder ein Hamsterrad los: genug produzieren, Marketing, Buchhaltung,... Von den Auflagen in D in Bezug auf Lebensmittelproduktion mal ganz abgesehen.
genau so seh ich das!

Und ich liebe Gurken und Tomaten noch immer - immer mehr, weil wir Intimfreunde geworden sind, seit ich selber "züchte". Das ist eine Freude für mich, wäre es lästige Arbeit, ich denke, ich tät es nicht machen :im:

Aber auf die Freude zu verzichten, frische Boskoop-Äpfel essen zu dürfen (die angebliche Genußreife erst nach langer Lagerung vergällt mir die Freude an Äpfeln!) - nein!

Da könnte ich nicht sagen, ob uns dieser 2-Euro-Baum inzwischen Geld erspart - ist ja auch egal...
(er war im Sonderangebot, weil schon relativ groß und im Topf, es war aber Hochsommer)

Aber bitte nicht, dass wer herkommt und mir unterstellt, es wäre das ein teures Luxus-Hobby meiner Wenigkeit! :grr: :flag:

@Oli: hab dein post auch als sehr gut formuliert empfunden - du hast einen Blog??
muss schnell reinschaun! :aeh:

Re: Sparen durch Selbstversorgung

Verfasst: Mi 8. Aug 2018, 23:10
von Buchkammer
poison ivy hat geschrieben:... einiges zu grünen Zetteln mit Nummern drauf ...
Für mich persönlich eher nach dem Verstand geschrieben. Das ist ja prinzipiell nichts schlechtes und jeder hat eben seine Meinung zum Thema.

Andere schreiben hier über den Verstand und dann aus dem Herzen heraus. Für mich die angenehmere Art, einen Text zu lesen, wo jemand seine Gedanken teilt.

Frei nach Friedrich Schiller:

“Letztlich sind wir doch Barbaren geblieben. Es wird sich erst etwas ändern, wenn wir durch das Herz den Verstand ausdeuten.“

Re: Sparen durch Selbstversorgung

Verfasst: Do 9. Aug 2018, 05:24
von hobbygaertnerin
Finde es interessant, die verschiedenen Sichtweisen und Umsetzung von SV lesen zu können, deine Beiträge Oli sind für mich sehr aufschlussreich.
Fällt mir auch auf, dass die Bücher über SV wie die Pilze aus dem Boden schiessen, aber wirklich hilfreich find ich sie in den allerwenigsten Fällen. Einer schreibt vom anderen ab, tolle Bilder, die modernen Bilderbücher zum Träumen. Es geht eben nicht so von selbst wie meistens beschrieben, hängt einiges an Arbeit dran, aber im Fitnesstudio oder beim Sport ist Schinderei total erwünscht und baut Muskeln auf, bei der SV ist das eben auch so, aber ich finde es geht tiefer, die Freude daran, etwas mit eigenen Händen geschaffen zu haben, das sieht man am nächsten Tag auch noch und am Übernächtsten auch.
Ich koche sehr gerne und da sehe ich es ähnlich, die Masse an Kochbüchern sind genauso nett bebildert, aber der Inhalt wird immer leerer, die Masse an Rezepten sind grösstenteil unpraktisch, sehr aufwendig von der Arbeits- und Zubereitungszeit wie von den Zutaten her, ich sammle am Liebsten die alltagstauglichen, praktischen Rezepte, wo ich genau weiß, das haut mit ein paar Zutaten hin und am Schluss steht was Gutes auf dem Tisch.
Hin und wieder fahre ich mit dem Fahrrad durch die Gegend und mir geht jedesmal das Herz auf, wenn ich noch so bewirtschaftete Gärten sehe, wo man merkt, da steht noch der Ansatz von grösstmöglicher Eigenversorgung im Vordergrund.
Von Zeit zu Zeit gehe ich in Bauernmuseen, dort werd ich immer sehr dankbar, heute leben zu dürfen, das Leben früher war schon manchmal grenzwertig hart, da leben wir heute wie im Paradies. Es ist eine Erleichterung, dass es heute andere Vorratsmöglichkeiten gibt und wenn wirklich eine Unwetterkatastrope alles vernichtet, dass man doch noch irgendwoher Kartoffeln bekommt, wenn die eigenen Pflanzen wie Matsch am Boden liegen und nichts mehr zu ernten zu erwarten ist.
Die heurige Wetterlage macht mich nachdenklich, wie wir in Zukunft mit den wettermässigen Gegebenheiten besser klarkommen, dieses Jahr hätte ich ohne Bewässerung keinen Halm zum Ernten draussen, aber so insgesamt ist eben alle paar Jahre ein Aussetzerjahr. Einmal total nass, dass alles absäuft, die Schnecken sich massenhaft übers Gemüse hermachen, Frost im April und das wars dann mit der Obsternte, ein anderes Mal haut Hagel alles kurz und klein und dieses Jahr ist noch nicht rum- was da noch alles kommt?
Eines hab ich gelernt, es ist ein Geschenk, ausreichend ernten zu können, die Bäume wachsen nicht in den Himmel, man bleibt am Boden und jedes Jahr ist anders. Was mich am Meisten fasziniert, man lernt nie aus, ich habe grössten Respekt vor den Vorfahren, wie sie das auch alles arbeitsmässig wuppen konnten.
Inzwischen über ich mich aber auch in der Kunst des Weglassens, es gäbe nie ein genug an Wissen, Können, an Möglichkeiten, an Ideen.

Re: Sparen durch Selbstversorgung

Verfasst: Do 9. Aug 2018, 17:37
von poison ivy
beim Stichwort 'Bauernmuseum' macht's bei mir 'klick'
ich verkaufe keine Buecher, ich krieg auch keine Provision,
das ist nur der Link zu einem Buch, das mir bei Bauernmuseum,
eingefallen ist
und ich geb's ja zu, ich liebe Gene Logsdon's Schreibe
sorry, weiss nicht, ob's das ueberhaupt auf Deutsch gibt
https://www.amazon.com/Gene-Logsdons-Pr ... 1626545952

edit:
Herr Buchkammer, danke, dass Du mir 'Verstand' zugestehst,
ich hab glaub auch 'Herz' aber Seelenstrip fuer Wildfremde ist nicht mein Ding

Re: Sparen durch Selbstversorgung

Verfasst: Do 9. Aug 2018, 17:39
von si001
hobbygaertnerin hat geschrieben:aber so insgesamt ist eben alle paar Jahre ein Aussetzerjahr.
Meine Oma hat mich gelehrt, dass man immer für (mindestens) 2 Jahre konservieren (einkochen, trocknen usw.) sollte, denn es kann immer mal wieder ein Jahr mit Totalausfall geben.
So haben wir auch nach der Missernte 2017 im Winter noch was im Keller gehabt. Im Frühjahr 2018 lichteten sich dann die Reihen und jetzt weiß ich kaum wohin mit meinen Gläsern. :)

Re: Sparen durch Selbstversorgung

Verfasst: Do 9. Aug 2018, 17:45
von poison ivy
dito,
ich krieg jedenfalls keine Panik,
wenn im Sommer noch Zeug vom letzten Herbst im Regal steht,
wer weiss wie lang der naechste Winter wird
men Problem ist eher die Uebersicht zu behalten,
irgendwann, wenn ich gross bin, krieg ich einen Vorratsraum,
nicht Kuechenschraenke mit 1000 Ecken und Verstecken, aus denen dann irgendwann
lang vergessenes Zeug zum Vorschein kommt