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Re: Bienenratsch
Verfasst: So 3. Feb 2019, 09:52
von hobbygaertnerin
Was ich an solchen "Lockangeboten" bedenklich finde, es wird der Eindruck erweckt, dass bei Lebensmitteln beim Preis immer noch was nach unten geht-
und diese billigen Lebensmittel werden ja auch im grossen Stil gekauft.
Wie soll bei der Masse ein Wertschätzung für die Arbeit und den Wert der Lebensmittel herkommen, wenn es nur noch immer billiger geht?
Wenn ich die Arbeit und die Sorgfalt sehe, die mit Honig zusammenhängt- aber auch, dass guter Honig seinen Preis haben muss.
Es ist ja nicht nur beim Honig, sondern generell, immer noch billiger und dann wird geschrieen, dass alles so bäh ist.
Aber es wird gekauft.
Re: Bienenratsch
Verfasst: So 3. Feb 2019, 10:44
von Zaphira
Hat das schon mal jemand ausprobiert?
Man löst Honig ( oder Zucker) in Wasser auf und besprüht damit die Bienen. Dadurch setzt der Putztrieb ein und Varroamilben fallen ab. Das ersetzt natürlich nicht die Ameisensäure oder Oxalsäure, aber selbst wenn nur 20 oder 30 Milben abfallen hilft das ja schon ein wenig.
Vielleicht kann man das im März/April machen, wenn es warm wird und bevor man den Honigraum aufsetzt oder auch zwischendurch nach dem Abschleudern.
Re: Bienenratsch
Verfasst: So 3. Feb 2019, 12:08
von bienengarten
Vor allem müßte man sich als Kunde mal Gedanken machen wie solche Preise zustande kommen.Da steht doch alles hinten an,egal ob Tierwohl ,Umwelt oder Verdienst des Erzeugers.
Ich hatte im letzten Jahr eine Anfrage für eine größere Menge an Honig,fertig abgefüllt im 500 Gramm Glas.
Als es dann um den Preis pro Glas ging sind da Welten aufeinander getroffen.
Der Abnehmer rechnete mit 100 % Profit,ich sollte dafür alle anderen Kosten tragen damit er auf seine Marge käme.
Habe dann dankend abgelehnt und ihm gesagt er solle sich doch seinen Honig anderweitig einkaufen.
Bei einem Regalpreis von 6,50 € pro Glas kann sich jeder ausrechnen was da für mich über geblieben wäre.
Re: Bienenratsch
Verfasst: So 3. Feb 2019, 12:23
von hobbygaertnerin
Ich bin froh, dass die Imkerei nur als Hobby läuft, die Vorstellung, welche Mengen an Völkern man haben müsste, um davon leben zu können, grusel.
Es wird ja übersehen, dass der Preis im Geschäft dem Erzeuger nicht viel Luft lässt- aber so läuft es ja im Grossen und Ganzen überall.
Wenn ich mir nur so vor Augen halte, was alleine schon die ganze Honigrührerei an Zeit kostet, um cremigen Honig zu erzeugen.
Schon eine verrückte Welt- das Sachen, die uns ernähren und wichtig sind, werden immer wertloser vom Preis her-
und alles andere hat so ein wenig Statuscharakter.
Re: Bienenratsch
Verfasst: So 3. Feb 2019, 13:13
von Benutzer 6456 gelöscht
Da hast du leider recht! Ich hoffe trotzdem, dass sich das gerade ändert. Bienen sind zurzeit Sympathieträger No 1.
Re: Bienenratsch
Verfasst: So 3. Feb 2019, 18:03
von hobbygaertnerin
Das mit den Bienen ist so eine zweischneidige Sache-
auf der einen Seite ja, sie sind geachtet und geschätzt, aber bitte ja keine im Rasen, auch deshalb ist der Rasenrobotter so im Kommen und wie letztes Jahr schimpft und gejammert wurde wegen dem vielen Obst-
in den neuen Siedlungen gibts nicht mehr viel Nahrung für Insekten, die Gärten sind sehr klein, da wird ein grosser Teil gepflastert, ein bisschen Grün mäht der Robbi und ansonsten sind die Kiesmulchflächen ganz gross im Kommen, der Garten soll möglichst wenig Arbeit machen.
Es fangen inzwischen sehr viele mit dem Imkern an- aber nach ein paar Jahren ist die Euphorie vorbei, macht doch einiges an Arbeit, mehr als gedacht.
Ich hab seit mehreren Jahren Bienen und versuche ihre Bedürfnisse mit ihren Augen mehr und mehr zu verstehen.
Hab mich schon ein paar Mal gefragt, wie diese billigen Honigpreise in den Geschäften zustande kommen, auch z.B. warum so manche Honige nie fester werden, der gerührte Honig bleibt relativ gut streichfähig, aber wer diesen flüssigen Honig von je her kennt, für den ist der Imkerhonig zum Teil etwas unbekanntes.
Was mir auffällt, wenn Kinder mit dem flüssigen Honig und diesem Geschmack aufgewachsen sind, denen schmeckt der Imkerhonig nicht.
Re: Bienenratsch
Verfasst: So 3. Feb 2019, 22:48
von bienengarten
Wenn man dem Honig alle Kristallisationskerne entzieht bleibt er dauerhaft flüssig,dann noch alles an Pollen und Enzymen raus und schon hast du Langnase Honig.
Hat in meinen Augen aber mit Honig nichts mehr zu tun.
Mehr so eine Art Zuckersirup.
Wer damit groß geworden ist der kann mit richtigem Honig vom Imker wenig anfangen,da geb ich dir recht.
Meine Gartennachbarn stöhnen auch unter den Unmengen an Obst das durch die Bienen plötzlich wieder an den Bäumen hängt
Alleine die Erdbeeren und Brombeeren hängen jedes Jahr so voll,von den Obstbäumen ganz zu schweigen.
Das ist dann doch ein wenig ungewohnt wenn die Natur auf einmal wieder halbwegs funktioniert.
Und dann erst der Ärger mit den Bienenschwärmen,der eine oder andere geht dann doch trotz aller Sorgfalt auf die Reise und hängt dann ausgerechnet bei ihnen am Birnbaum.Schlimm,ganz schlimm.

Re: Bienenratsch
Verfasst: Mo 4. Feb 2019, 09:40
von Zaphira
Ich werde immer nach streichfähige Honig gefragt, flüssigen wollen viele nur für die Salatsauce.
Der Mann einer Nachbarin darf nur festen Honig essen, weil er beim Frühstück Zeitung liest. Er saut sonst den ganzen Tisch voll.

Er hat Flüssighonigverbot von seiner Frau.
Re: Bienenratsch
Verfasst: Mi 6. Feb 2019, 05:28
von hobbygaertnerin
Flüssigen Honig für die Salatsauce hab ich anders hergestellt, Honig und Apfelessig als Sauerhonig angesetzt,
ich hab gestern Abend nochmals in der neuen Imkerzeitung einen Beitrag von Bernhard Heuvel gelesen, der macht jetzt im Februar die erste Durchschau bei den Bienen- so früh hab ich da noch überhaupt nicht in den Bienenstock geschaut.
Re: Bienenratsch
Verfasst: Mi 6. Feb 2019, 09:12
von Zaphira
Mal abgesehen davon, dass es zu kalt ist den Bienenstock im Februar zu öffnen, was für einen Sinn hat das?
Ich kann jetzt doch sowieso nichts verbessern oder ändern um diese Jahreszeit.
Ich koche Balsamico-Essig aus Essig, Saft und Honig. Honig kommt natürlich erst am Schluss dazu, wenn alles etwas abgekühlt ist. Ich mag den lieber als gekauften. Den gibt's ausserdem nur in der Plastikflasche.