ina maka hat geschrieben:
Mein Allerjüngster nimmt Hühnerbeine immer in die Hand und lässt die noch mal über den Tisch hüpfen, bevor er alles wegisst und sagt dazu "gogo!" (das ist sein Wort für Vogel).
Also IRGENDWOHER weiß er, dass er da einen toten Vogel isst, obwohl er Hühner nur entweder frei herumlaufend oder fertig gerupft in der Küche kennt!
Meine Kinder kriegen schon mal Mitleid mit einem angebissenen Apfel, der dann rumliegt und nicht fertiggegessen wird...
(haben sie sicher daher, dass ich immer sage "nur anbeißen und zurücklegen geht nicht" - oder?)
Na, das wär was! Hier fliegen derzeit ständig angefressene Äpfel rum und aus vielen anderen Lebensmitteln wird irgendwas 'gekocht'. Vor wenigen Tagen wurden gläserweise Teekräuter in Stofftaschentücher gewickelt als 'Schnüffelkissen' weil das die einzige Medizin sei, die den Stofftieren hilft.
Finde ich einerseits toll, kreativ, genau auf dem richtigen Weg - andererseits schwierig das richtige Maß zu vermitteln.
Bei Tieren hat offenbar unser Weg (ich hatte vor ein paar Jahren mal einen Thread dazu, Jagd, schlachten etc.) anscheinend gut funktioniert. Gut im Sinne von solide zum omnivoren SV-Leben passend ohne Herzschmerz.
Vor einiger Zeit war mir ein Huhn im Stall bei der Milbenbehandlung gegen die Fensterscheibe geflogen, war danach klöterig im Kopf und wurde geschlachtet. Als ich meine Tochter aus dem Kindergarten abholte erzählte ich, dass die Tochter von Frau Königsbergerin verstorben sei.
Reaktion: "Oh nein! Die arme. Und was machen wir jetzt mit ihr?"
Ich: "Hühnerfrikassee."
Sie: "Ohhhh lecker!"
Am nächsten Tag lief sie fröhlich in den Schlegel beissend durch die Küche und erzählte Geschichten von dem Huhn.
Und um die Kurve zum Thema zu bekommen:
1 Mai letztes Jahr, die Böcke waren frei, der Gatte schoß seinen ersten Bock der Saison und nahm ihn draussen auf dem Hofplatz mit einem Jagdkollegen aus.
Kind drückt sich die Nase an der Küchentür platt, versucht einen Blick zu erhaschen und entwickelt Stielaugen. Als der Eingeweidesack fiel rief sie: "Mama, Mama, Papa operiert das Reh!"
(Ich persönlich finde den Moment wo es platscht ja immer nicht so appetitlich, aber anscheinend ist sie da weit besser davor.)