ina maka hat geschrieben:
sorry, emil17 - ich habe vergessen, dass wir nicht von Mensch zu Mensch handeln, sondern "das Geld" bedinen
müssen
Das ist ein treffliches Beispiel einer an sich guten Sache, die ins Schlechte verdreht worden ist.
Geld als unparteiisches Mittel, um materielle Forderungen auszugleichen - warum nicht? Solange fair gefordert und fair bezahlt wird, ist dagegen eigentlich nichts einzuwenden.
Denn sonst heisst es zwar, ich habe Zahnweh und du bist Zahnarzt, also musst du ... aber eben zu selten heisst es, weil er mir hilft, muss ich auch.
Sowas wie eine Stunde Holz hacken gegen ein Nachtessen ist ok. Eine Stunde Holzhacken für 20 Euro und 20 Euro für ein Nachtessen ist auch ok und hat den Vorteil, dass ich auch für Leute Holz hacken kann, die nicht kochen können.
In geschlossenen Gesellschaften, wo jeder jeden kennt, braucht es eigentlich kein Geld - aber es braucht immer Regeln, die durchsetzen, dass jeder auch für andere leistet, wenn er von diesen etwas bekommt.
Das Problem taucht aber erst dort wirklich auf, wo man strukturelle Bedürftnisse in leistungslose oder unfaire Einkommen verwandeln kann, also etwa, einem Verdurstenden eine Flasche Wasser für 1000 Euros zu verkaufen.
Es wäre ein Kurzschluss, das unfaire Verhalten auf das Geld an sich zu projizieren - Niemand bedient Geld, sondern er bedient die Leute, die andere ausnützen, indem sie mehr fordern, als was ihnen zusteht. Das Geld spielt darin eine ähnliche Rolle wie das Messer in der Hand des Mörders.
Am Geld haften zwei weitere folgenschwere Fehlschlüsse:
- Geld muss arbeiten: Es arbeiten in Wirklichkeit immer Leute für andere, wenn dies stattfindet
- Der Preis ist eine Eigenschaft der Ware oder Dienstleistung: In Wirklichkeit ist er ein Mass für die Gier, mit der andere die Sache haben wollen.