interessante Frage! weiß ich auch nicht - ich dachte immer, das ist freiwillig und die Landwirte bekommen als Entschädigung Geld dafür - stimmt nicht?centauri hat geschrieben:Ist die Landwirtschaft gezwungen Ausgleichsflächen zur Verfügung zu stellen? Soweit ich weis nicht. Und wenn sie das tun wird das ohne Geld auch nicht ablaufen. Erkläre mir das. Hab da echt keine Ahnung.
Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
-
Benutzer 72 gelöscht
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
-
Benutzer 2354 gelöscht
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
ja so einfach hat der Bauer es eben natürlich auch nicht einfach weil er eben an sein Land gebunden ist und dadurch nicht ganz so flexibel reagieren kann. Wenn die eine Autobahn durch dein Land bauen ist es eben weg da nützen dir das Geld für die Fläche auch wenig.
- Rohana
- Förderer 2018

- Beiträge: 4791
- Registriert: Mo 3. Feb 2014, 20:31
- Familienstand: verheiratet
- Wohnort: Oberpfalz
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Tja, an Eigentumsflächen kommen sie nicht ohne weiteres, aber sie kommen dran wenn sie wollen (für Pipelines, Stromtrassen, Strassen, ... wird im öffentlichen Interesse auch enteignet zur Not). Ausgleichsflächen betreffen bei uns bisher "nur" Pachtflächen, aber im Gesamtbild gesehen ist jede Ausgleichsfläche die vorher landwirtschaftlich genutzt wurde und dann eben "ausgleicht", ein Minus auf der Landwirtschaftsseite und nirgendwo sonst. Was genau wird also ausgeglichen? Renaturierung von ehemals städtisch oder industriell genutzten Flächen ist teuer...centauri hat geschrieben:Klar habt ihr auch Fahrzeuge. Aber stelle dir mal vor ihr dürft mit euren Traktoren nicht mehr aufs Feld weil sie irgend welche Grenzwerte nicht einhalten. So wie es bei den Handwerkern ist die nicht mehr in die Stadt dürfen.Rohana hat geschrieben:Meinst du wir haben keine Fahrzeuge?ja, die Ausgleichsflächen, die kenn ich - davon werden unsere Flächen nämlich kleiner.
Für den Landwirt ist der Traktor ein wichtiges Betriebsmittel genau so wie für den Handwerker sein Transporter. Ich habe weder das eine Problem noch das andere. Und wenn mich mal jemand aus der Umweltzone Leipzig anruft das er einen Baum gefällt haben möchte. Ich muss da nicht hin fahren was ich auch nicht mehr mache.
Ist die Landwirtschaft gezwungen Ausgleichsflächen zur Verfügung zu stellen? Soweit ich weis nicht. Und wenn sie das tun wird das ohne Geld auch nicht ablaufen. Erkläre mir das. Hab da echt keine Ahnung.
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
-
centauri
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Naja das enteignet werden kann betrifft ja nicht nur die Landwirtschaft. Das hat jetzt nichts mit den Ausgleichsflächen zu tun.
@Rohana
Meine Frage war, ob ein Landwirt Ausgleichsflächen zur Verfügung stellen muss? Egal ob Eigen- oder Pachtland.
Und wenn es bei euch ja nur Pachtland betrifft liegt es vielleicht auch daran das der Landwirt lieber Pachtland dafür zur Verfügung stellt als sein eigenes?
@Rohana
Meine Frage war, ob ein Landwirt Ausgleichsflächen zur Verfügung stellen muss? Egal ob Eigen- oder Pachtland.
Und wenn es bei euch ja nur Pachtland betrifft liegt es vielleicht auch daran das der Landwirt lieber Pachtland dafür zur Verfügung stellt als sein eigenes?
- emil17
- Beiträge: 8406
- Registriert: Di 21. Sep 2010, 08:07
- Wohnort: In der Schweiz da, wo die Berge am höchsten sind
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Enteignung kann jeden treffen, aber Landwirte sind besonders oft davon betroffen, weil sie viel Fläche bewirtschaften und weil landwirtschaftliche Nutzfläche geringere Quadratmeterpreise hat als z.B. ein Villenviertel, das gar nichts produziert. Hier spielt auch politische Einflussnahme eine Rolle, leider. Deshalb, und nicht nur aus rein logistischen Gründen, stehen Müllverbrennungsanlage selten auf einem Bonzenhügel
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
-
centauri
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Da kommt es darauf an wie viel man hat. Wenn sie meinem Nachbarn von seinen 1500 ha 2 weg nehmen ist das was anderes wie wenn sie einem Kleinbauern mit 20 ha die selbe Fläche nehmen. Oder uns nehmen sie 2500 m². Da ist die Hälfte weg.emil17 hat geschrieben:Enteignung kann jeden treffen, aber Landwirte sind besonders oft davon betroffen, weil sie viel Fläche bewirtschaften
- Rohana
- Förderer 2018

- Beiträge: 4791
- Registriert: Mo 3. Feb 2014, 20:31
- Familienstand: verheiratet
- Wohnort: Oberpfalz
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Da fragt aber keiner nach welchen Wert diese x ha für seinen Besitzer haben. Wenn Strasse dann Strasse.
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
-
centauri
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Nee, da fragt keiner. Ideelle Werte lassen sich auch nicht berechnen. Nur wenn sie einem Landwirt eine Bundesstraße durch die Felder zimmern ist das vielleicht nicht so schlimm wie wenn sie mir eine hinters Haus hin pflastern. Für den Bauern ist es eine wirtschaftliche Sache. Für mich wäre es ein Einschnitt in die Lebensqualität und zusätzlich noch eine Abwertung des Grundstücks.Rohana hat geschrieben:Da fragt aber keiner nach welchen Wert diese x ha für seinen Besitzer haben. Wenn Strasse dann Strasse.
- emil17
- Beiträge: 8406
- Registriert: Di 21. Sep 2010, 08:07
- Wohnort: In der Schweiz da, wo die Berge am höchsten sind
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Ich habe beim Vergleich noch etwas böse Gedanken:
Der Besitzer des Hofes von 1500 ha sitzt vermutlich nicht mehr selber auf dem Schlepper, ist dafür Abgeordneter oder Mitglied in diversen Kommissionen. Du bist bloss Hobbygärtner und kannst deine 2500m2 viel besser abtreten als er, denn eigentlich brauchste die gar nicht.
Also kann es sein, dass aus rein sachlichen Gründen bei Dir enteignet werden muss, denn enteigungsberechtigte Projekte sind ja zwingend standortsgebunden, können also nicht irgendwo gebaut werden.
Wenn du dann Einsprache machst und eine andere Variante vorschlägst, müssen die Planer der Kommission dagegen sein, denn sie sind die Experten.
Für die Enteigung ist der wirtschaftliche Fortbestand meist kein Kriterium, du kriegst den Bodenrichtwert und dann schau selber, wie du weiterwursteln kannst.
Die wirklichen Planungsentscheide fallen im Vorfeld dessen, was öffentlich wird. Ausnahmen bestätigen die Regel.
Das ganze geht auch umgekehrt. Wenn Bauland neu eingezont werden muss und mehrere Flächen zur Auswahl stehen, geschieht das manchmal dort, wo irgend einer einen Spezi in der entscheidenden Kommission hat, die mehrere Entwürfe erarbeitet und kommentiert.
Manchmal geht das sehr direkt: Bei der Planung, ob Südanflüge an den Flughafen Zürich erfolgen sollen, kommt Einspruch aus den betroffenen Gemeinden mit dem Argument, dort würden hochpreisige Villenviertel überflogen und die Entwertung der Grundstücke, folglich der Schaden durch den Lärm sei viel grösser als wenn anderswo überflogen wird. Da muss dann (ich vermute) noch ein einflussreicher Anwohner mit dem Chef des Bundesamtes für Zivilluftfahrt ein bisschen Golf spielen, und die Sache ist vom Tisch.
Der Besitzer des Hofes von 1500 ha sitzt vermutlich nicht mehr selber auf dem Schlepper, ist dafür Abgeordneter oder Mitglied in diversen Kommissionen. Du bist bloss Hobbygärtner und kannst deine 2500m2 viel besser abtreten als er, denn eigentlich brauchste die gar nicht.
Also kann es sein, dass aus rein sachlichen Gründen bei Dir enteignet werden muss, denn enteigungsberechtigte Projekte sind ja zwingend standortsgebunden, können also nicht irgendwo gebaut werden.
Wenn du dann Einsprache machst und eine andere Variante vorschlägst, müssen die Planer der Kommission dagegen sein, denn sie sind die Experten.
Für die Enteigung ist der wirtschaftliche Fortbestand meist kein Kriterium, du kriegst den Bodenrichtwert und dann schau selber, wie du weiterwursteln kannst.
Die wirklichen Planungsentscheide fallen im Vorfeld dessen, was öffentlich wird. Ausnahmen bestätigen die Regel.
Das ganze geht auch umgekehrt. Wenn Bauland neu eingezont werden muss und mehrere Flächen zur Auswahl stehen, geschieht das manchmal dort, wo irgend einer einen Spezi in der entscheidenden Kommission hat, die mehrere Entwürfe erarbeitet und kommentiert.
Manchmal geht das sehr direkt: Bei der Planung, ob Südanflüge an den Flughafen Zürich erfolgen sollen, kommt Einspruch aus den betroffenen Gemeinden mit dem Argument, dort würden hochpreisige Villenviertel überflogen und die Entwertung der Grundstücke, folglich der Schaden durch den Lärm sei viel grösser als wenn anderswo überflogen wird. Da muss dann (ich vermute) noch ein einflussreicher Anwohner mit dem Chef des Bundesamtes für Zivilluftfahrt ein bisschen Golf spielen, und die Sache ist vom Tisch.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
-
Benutzer 146 gelöscht
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
@emil:
"etwas böse Gedanken"?? Das, was Du beschreibst, ist die banale Realität in den meisten Fällen! Auf kommunaler Ebene absolut alltäglich und offensichtlich, auf höherer Ebene gibt man sich ETWAS mehr Mühe mit der Verschleierung, dafür sind die Summen auch höher.
"etwas böse Gedanken"?? Das, was Du beschreibst, ist die banale Realität in den meisten Fällen! Auf kommunaler Ebene absolut alltäglich und offensichtlich, auf höherer Ebene gibt man sich ETWAS mehr Mühe mit der Verschleierung, dafür sind die Summen auch höher.
