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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Di 15. Jan 2019, 08:54
von centauri
emil17 hat geschrieben:Enteignung kann jeden treffen, aber Landwirte sind besonders oft davon betroffen, weil sie viel Fläche bewirtschaften
Da kommt es darauf an wie viel man hat. Wenn sie meinem Nachbarn von seinen 1500 ha 2 weg nehmen ist das was anderes wie wenn sie einem Kleinbauern mit 20 ha die selbe Fläche nehmen. Oder uns nehmen sie 2500 m². Da ist die Hälfte weg.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Di 15. Jan 2019, 09:06
von Rohana
Da fragt aber keiner nach welchen Wert diese x ha für seinen Besitzer haben. Wenn Strasse dann Strasse.
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Di 15. Jan 2019, 09:16
von centauri
Rohana hat geschrieben:Da fragt aber keiner nach welchen Wert diese x ha für seinen Besitzer haben. Wenn Strasse dann Strasse.
Nee, da fragt keiner. Ideelle Werte lassen sich auch nicht berechnen. Nur wenn sie einem Landwirt eine Bundesstraße durch die Felder zimmern ist das vielleicht nicht so schlimm wie wenn sie mir eine hinters Haus hin pflastern. Für den Bauern ist es eine wirtschaftliche Sache. Für mich wäre es ein Einschnitt in die Lebensqualität und zusätzlich noch eine Abwertung des Grundstücks.
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Di 15. Jan 2019, 10:36
von emil17
Ich habe beim Vergleich noch etwas böse Gedanken:
Der Besitzer des Hofes von 1500 ha sitzt vermutlich nicht mehr selber auf dem Schlepper, ist dafür Abgeordneter oder Mitglied in diversen Kommissionen. Du bist bloss Hobbygärtner und kannst deine 2500m2 viel besser abtreten als er, denn eigentlich brauchste die gar nicht.
Also kann es sein, dass aus rein sachlichen Gründen bei Dir enteignet werden muss, denn enteigungsberechtigte Projekte sind ja zwingend standortsgebunden, können also nicht irgendwo gebaut werden.
Wenn du dann Einsprache machst und eine andere Variante vorschlägst, müssen die Planer der Kommission dagegen sein, denn sie sind die Experten.
Für die Enteigung ist der wirtschaftliche Fortbestand meist kein Kriterium, du kriegst den Bodenrichtwert und dann schau selber, wie du weiterwursteln kannst.
Die wirklichen Planungsentscheide fallen im Vorfeld dessen, was öffentlich wird. Ausnahmen bestätigen die Regel.
Das ganze geht auch umgekehrt. Wenn Bauland neu eingezont werden muss und mehrere Flächen zur Auswahl stehen, geschieht das manchmal dort, wo irgend einer einen Spezi in der entscheidenden Kommission hat, die mehrere Entwürfe erarbeitet und kommentiert.
Manchmal geht das sehr direkt: Bei der Planung, ob Südanflüge an den Flughafen Zürich erfolgen sollen, kommt Einspruch aus den betroffenen Gemeinden mit dem Argument, dort würden hochpreisige Villenviertel überflogen und die Entwertung der Grundstücke, folglich der Schaden durch den Lärm sei viel grösser als wenn anderswo überflogen wird. Da muss dann (ich vermute) noch ein einflussreicher Anwohner mit dem Chef des Bundesamtes für Zivilluftfahrt ein bisschen Golf spielen, und die Sache ist vom Tisch.
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Di 15. Jan 2019, 12:01
von Benutzer 146 gelöscht
@emil:
"etwas böse Gedanken"?? Das, was Du beschreibst, ist die banale Realität in den meisten Fällen! Auf kommunaler Ebene absolut alltäglich und offensichtlich, auf höherer Ebene gibt man sich ETWAS mehr Mühe mit der Verschleierung, dafür sind die Summen auch höher.
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Di 15. Jan 2019, 17:14
von Benutzer 4754 gelöscht
@Emil,
bei 1500ha Acker fährt der Chef noch selbst Schlepper...
wo er dann Mal nurnoch Pickup und Drehstuhl fährt ist wenn der Betrieb mehrere Betriebszweige als jeweils eigenständige Abteilung hat.
Genossenschaftsbauern fahren eher Drehstuhl als Privatbauern.
Wir bewirtschaften eine mittlere 4 stellige Hektarzahl Ackerland, die Viehhaltung ist mit 2000 Mastbullen praktisch nicht existent

,
hier fährt der Chef eigentlich alles, bei Bedarf nimmt er auch noch Besen und Motorsense in die Hand.
Wir sind hier ja nicht in der Wirtschaft wo man um 16 Uhr Feierabend hat,
hier hat man Feierabend wenn die Arbeit erledigt ist und dir geht leider nie aus....
Leute "mit Stallgeruch" kommen in der Politik nicht weit,
sieht man ja an Christina Schulze-Föcking in NRW.
Man kommt höchstens Mal in den Gemeinderat
aber dann ist auch Schluss.
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Di 15. Jan 2019, 17:26
von emil17
Ach so, ja, bei Euch gilt ja alles was weniger als 250 ha hat, als Kleinbauer ...
Bei uns gabs mal einen Nationalrat (das entspricht in etwa einem Bundestagsabgeordneten), der gab vor Bauer zu sein, hat aber alles bewirtschaften lassen, und war auch noch Advokat. Eigentlich war er Advokat, denn das bringt mehr ein.
Es gibt ja auch hochrangige Politiker(innen), die sind mehrfache Eltern und verstehen also was von den Problemen der Familie, und wissen das auch wählerstimmenfangwirksam zu kommunizieren. Bei genauerem Hinschauen stellt man dann aber fest, dass die zwar Familie, aber auch eine nette Villa mit drei Zimmern pro Kind und einen ganzen Zoo von Dienstboten haben.
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Di 15. Jan 2019, 18:25
von Benutzer 4754 gelöscht
Ach so, ja, bei Euch gilt ja alles was weniger als 250 ha hat, als Kleinbauer ...
naja das stimmt so auch nicht ganz
der normale Privatbauer hat in Westdeutschland meist zwischen 80 und 200ha im Norden evtl auch 250ha
in Ostdeutschland hat der normale Privatbauer auch so 150-300ha evtl auch Mal 350.
Alles darüber braucht mindestens einen Angestellten und ist damit für mich kein Privatbauer mehr.
Die Politik versucht Betriebe mit 60-90ha zu erhalten,
die wegen aber unaufhaltsam von den BWLern aufgefressen.
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Di 15. Jan 2019, 18:54
von Benutzer 4754 gelöscht
0-60/80ha werden idr im Nebenerwerb bewirtschaftet.
Die Zahlen beziehen sich auf reine Ackerbauern.
Kommt noch Viehaltung hinzu kann man noch mal etwas Fläche abziehen
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Do 17. Jan 2019, 14:58
von Rohana
HS Osnabrück: Studie zu Verbraucherakzeptanz von Aufpreis für Tierwohllabel-Fleisch
https://www.hs-osnabrueck.de/de/nachric ... m-fleisch/