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Re: Glyphosat-Diskussion

Verfasst: Fr 5. Okt 2018, 12:03
von Benutzer 3370 gelöscht
ina maka hat geschrieben:
Kraut&Rübe hat geschrieben: die suche nach allheilmittel hat uns zum status quo gebracht.

von der idee, irgendwas für alles und jedes zu nutzen, wieder abzukommen, wäre der erste schritt zur besserung.


es dürfte allerdings etwas kompliziert sein, soetwas in Gesetzen, die im ganzen Land immer und für alle gelten sollen, festzuhalten :hmm:
Es muss nicht alles immer in Gesetze betoniert werden, es reicht schon sich des eigenen Verstandes zu bedienen, dafür müsste man halt auch die eigene indoktrinationsfähigkeit entlarven.

Aber Denken tut weh und Selberdenken noch viel mehr, da ist es doch besser den Heilsbringer anzubeten, oder zumindest den, der verspricht das Heil in die Welt zu bringen.

Re: Glyphosat-Diskussion

Verfasst: Fr 5. Okt 2018, 14:21
von Benutzer 72 gelöscht
RichardBurgenlandler hat geschrieben:Es muss nicht alles immer in Gesetze betoniert werden, es reicht schon sich des eigenen Verstandes zu bedienen,
Wenn der Nachbar literweise Glyphosat versprüht? :hmm:

Nee - das war jetzt überspitzt...
Ich weiß, dass meine Nachbarn das nicht tun - ihnen sei Dank!

Aber was hilft mir selber denken, wenn es darum geht, dass andere etwas tun, was mir (den mir Lieben) schadet?
Mich nicht einmischen, weil es mich ja nichts angeht?
Reden? Hilft das?
Hilft ja nicht mal hier im Forum....
ganz selten mal, dass jemand von seiner vorgefassten Meinung abrückt (inkludiert mich auch)

Im Prinzip Ja: ich bin auch für Anarchie in ihrer gesunden Form - nämlich dass jeder seinem (gesunden) Gewissen folgt und selber denkt ...

mach mer´s? :aeh: :flag:

und alles ist gut
:michel:

Re: Glyphosat-Diskussion

Verfasst: Fr 5. Okt 2018, 18:10
von Benutzer 3370 gelöscht
ina maka hat geschrieben:Aber was hilft mir selber denken,
Du kannst ja mal die Gegenprobe machen: Zb.: Einführung der Impfpflicht per Gesetz oder Kindesabmahme bei nicht Befolgung. :grinblum:

Ich denke, da ziehst du Selberdenken dem Gesetz vor?

Der Ruf nach dem Gesetz ist der selbe Mechanismus wie der Ruf nach dem Allheilmittel (siehe K&R) Es wird das eine durch das andere ersetzt und Selberdenken(Eigenverantwortung, Selbstbestimmung, Freiheit, freier Wille) wird ausgeschaltet.

Re: Glyphosat-Diskussion

Verfasst: Fr 5. Okt 2018, 20:29
von emil17
RichardBurgenlandler hat geschrieben: Es muss nicht alles immer in Gesetze betoniert werden, es reicht schon sich des eigenen Verstandes zu bedienen, dafür müsste man halt auch die eigene indoktrinationsfähigkeit entlarven.

Aber Denken tut weh und Selberdenken noch viel mehr, da ist es doch besser den Heilsbringer anzubeten, oder zumindest den, der verspricht das Heil in die Welt zu bringen.
Um sicher Recht zu tun, braucht man sehr wenig vom Recht zu wissen. Allein um sicher Unrecht zu tun, muss man die Rechte studiert haben. (Lichtenberg)
Es geht ja um Profitsicherung, da hört bei Grosskonzernen wie auch allzuoft bei natürlichen Personen der Spass auf und der Sinn der Gesetze ist in diesem Zusammenhang nicht, zu bestimmen was Recht ist, sondern sein Geschäftsmodell juristisch unangreifbar zu machen. Deshalb beschäftigen die meisten Grossfirmen im Agrochemikalien- und Pharmabereich mehr Juristen als Forscher.
In unserem Rechtssystem muss man, um jemanden zur Unterlassung von etwas zu veranlassen, was er nicht aus eigenem Verstand unterlassen oder beenden will, die Gesetze und die Gerichte bemühen. Da wir des weiteren positives Recht haben ("Keine Strafe ohne Gesetz, keine Unterlassungsverfügung ohne Nachweis der Ordnungswidrigkeit"), muss man alles in Gesetze betonieren, wenn man Übelstände beenden will, mit denen wenige auf Kosten vieler und der Umwelt Gewinne machen. Der Begriff Verstand hat in diesem Zusammenhang keine Verwendung.
Genau genommen sind es nicht Gesetze, denn würden die umweltrelevanten Gesetze konsequent angewendet, wäre vieles besser. Es sind Verordnungen, welche die Ausführungsbestimmungen der Gesetze sind. Hierin wird beispielsweise aufgezählt,welche Produkte wofür zugelassen sind. Hintergrund ist, dass Verordnungen durch den Verwaltungsapparat angepasst werden können, Gesetze müssten vors Parlament. Da man nun nicht jedesmal die Abgeordneten bemühen will, wenn sich z.B. die maximal zulässige Krümmung von Importbananen Klasse II ändern sollte, ist das an sich sinnvoll und die Lobbyarbeit vieler von der Agrochemie bezahlter "Experten" besteht darin, die Verordnungen so zu beeinflussen, dass das Geschäft ihrer Brötchengeber nicht allzusehr gehemmt wird.
Wenn du beispielsweise durch Einsprachen, Prozessverschleppung, getürkte Gutachten usw. die Nichtzulassung hinausschieben kannst, kannst du das Produkt länger mit Gewinn verkaufen. Ist der Profit höher als der Aufwand plus der Kollateralschaden wegen schlechter Presse, wird es folglich gemacht.
So einfach ist das.

Weil die Juristen nach dem Buchstaben und nicht nach der Sache entscheiden, gibt es absurde Beispiele juristscher Logik wie etwa dieses: Einem Ausländer aus dem Nicht-EU-Raum wird sein Auto geklaut, mit dem er unterwegs ist. Nach der Anzeige bei der Polizei erhält er eine Wertdeklarationsaufforderung vom Zollamt mit der Begründung, da der Wagen nun nicht nachweislich das Land wieder verlassen werde, sei Einfuhrzoll zu entrichten.

Re: Glyphosat-Diskussion

Verfasst: Fr 5. Okt 2018, 21:56
von Benutzer 3370 gelöscht
In diesem Sinne schlage ich als Pflichtlektüre, H.D.Thoreaus "Über die Pflicht zum Ungehorsam gegen den Staat/Civil Disobedience", vor.

Re: Glyphosat-Diskussion

Verfasst: Fr 5. Okt 2018, 22:17
von Benutzer 72 gelöscht
:hmm: :hmm: :hmm:

Es ist wohl verboten, einen Landwirt daran zu hindern, Pestizide auf seinem Acker zu sprühen? :hmm:
:aeh:
:duckundweg:

nicht so gemeint, oder?

*******************************************

Vor dem Gesetz sollten halt alle gleich sein - wirklich alle!
Auch die Brennesseln, die Bienen, die Blattläuse und die zukünftigen Menschen.....

Das wär mal was!

Re: Glyphosat-Diskussion

Verfasst: Sa 6. Okt 2018, 07:31
von Rohana
ina maka hat geschrieben: Vor dem Gesetz sollten halt alle gleich sein - wirklich alle!
Auch die Brennesseln, die Bienen, die Blattläuse und die zukünftigen Menschen.....
Und dann stellen wir jeden der schonmal ne Fliege erschlagen hat wegen Totschlags vor Gericht? Super Idee. :dreh:

Re: Glyphosat-Diskussion

Verfasst: Sa 6. Okt 2018, 09:36
von Benutzer 72 gelöscht
Rohana hat geschrieben:Und dann stellen wir jeden der schonmal ne Fliege erschlagen hat wegen Totschlags vor Gericht? Super Idee. :dreh:
:haha: :haha:

siehst das kommt, wenn man davon ausgeht, dass jeder gleich denkt..... (mea culpa)

"Die Fliege" ist die Summer aller Fliegen :hmm:
"Großvater Fliege bitte verzeih, dass ich eines deiner Kinder getötet habe"

(Großvater = "großer Vater" nicht Opa).

"Die Fliege" getötet habe ich, wenn ich sie ausgerottet habe.

Wir essen ja auch Tiere und die Tiere fressen einander. Na sicher sind da Unterschiede.
Aber dass (Wild)Tiere und -Pflanzen so ganz ohne Rechte sind, wie es ja jetzt der Fall ist - nicht gut
obwohl da ist eh schon einiges im Begriff, sich zu ändern! :)

Also:
wiil ich Glyphosat anwenden, darf ich nicht nur daran denken, dass es meine Arbeit erleichtert und es mir ermöglicht, meine Familie zu ernähren und dass es so und so vielen Menschen heute Nahrung beschafft.
Ich muss auch daran denken, dass 7 Generationen nach uns mit den Folgen meines Handelns gut leben werden.
Ich muss auch daran denken, dass "Großvater Fliege" so gut wie möglich weiterleben kann (nein, nicht jedes einzelne Insekt) und ich müsste eigentlich auch daran denken, dass jede Pflanze das Recht hat, ihre Samen auszustreuen und irgendwo wachsen zu lassen....

ist nicht einfach, ich weiß

sorry, ich denke anders :aeh:

Re: Glyphosat-Diskussion

Verfasst: Sa 6. Okt 2018, 09:52
von Rati
kraut_ruebe hat geschrieben:die suche nach allheilmittel hat uns zum status quo gebracht.

von der idee, irgendwas für alles und jedes zu nutzen, wieder abzukommen, wäre der erste schritt zur besserung. bzw. ist er....
:daumen:
Grüße Rati

Re: Glyphosat-Diskussion

Verfasst: Do 11. Okt 2018, 13:42
von Buchkammer
Auch hier der Hinweis: Ich bin nur der Überbringer der Informationen - habe den Artikel also nicht geschrieben und muss mir dessen Inhalt nicht zu eigen machen. Stelle ihn lediglich zur Diskussion hier ein, um darauf hinzuweisen, wie Entscheidungsträger ticken.

Unfassbar: So dreist verteidigt der Bayer-Chef Glyphosat
In einem Interview mit der Bild am Sonntag hat Bayer-Vorstandsvorsitzender Werner Baumann Monsanto und das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat verteidigt.

Glyphosat sei für die Ernährung der Weltbevölkerung wichtig: „Dank Glyphosat werden die Menschen satt“, sagte Baumann in dem Interview. Die Botschaft hinter der Aussage: Da Glyphosat Unkraut zerstört, sind die Erträge größer – und das kommt der Menschheit zugute.

... Vor diesem Hintergrund klingt die Aussage „dank Glyphosat werden die Menschen satt“ geradezu zynisch. Betrachtet man die wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Thema könnte man auch sagen: „Dank Glyphosat werden Menschen, Tiere und die Umwelt krank“.

Bayer-Chef Werner Baumann hält die Bedenken zu Glyphosat jedoch für übertrieben. In seinem Interview mit der Bild am Sonntag warf er Umweltschützern vor, die Bekanntheit von Glyphosat und Monsanto für ihre Zwecke zu missbrauchen: Hinter ihrer Kritik stecke ein „Geschäftsmodell“, um möglichst viele Spenden zu erhalten. „Manche arbeiten dabei bewusst mit Fehlinformationen“, sagte Baumann.

Baumann ist mit seinen Ansichten nicht alleine. Immer wieder hört man von Bio-Kritikern das Argument, mit rein ökologischem Anbau könne man es gar nicht schaffen, genug Lebensmittel für alle zu produzieren – wir seien einfach zu viele.

Eine kürzlich im Fachmagazin „Nature“ veröffentlichte Studie rechnete jedoch vor, dass auch reine Bio-Landwirtschaft die Menschheit versorgen könnte – wenn wir weniger Lebensmittel verschwenden und weniger Fleisch essen würden.

Quelle und der ganze Artikel: https://utopia.de/glyphosat-bayer-chef- ... nn-107515/