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Re: Glyphosat-Diskussion
Verfasst: Di 28. Aug 2018, 22:05
von Rohana
Warum sollte Dürre nur die "kleinen" betreffen? Der Regen bzw. dessen fehlen macht keinen Unterschied zwischen den Bauern.
Re: Glyphosat-Diskussion
Verfasst: Mi 29. Aug 2018, 09:42
von Rati
Rohana hat geschrieben:Warum sollte Dürre nur die "kleinen" betreffen? Der Regen bzw. dessen fehlen macht keinen Unterschied zwischen den Bauern.
betrifft natürlich nicht nur die Kleinen Rohana, aber 1. haben die- ich nenn sie jetzt mal "Großbauern" - im Gegensatz zu den Kleinen viel öfter noch andere Einnahmequellen als die von der Dürre betroffen und 2. haben die Großbauern auch viel eher die Chance eigene Rücklagen zu bilden.
Ich finde es ja grundsätzlich richtig das Hilfeleistungen nach Naturkatastrophen bzw Extremwetterlagen gegeben werden, allerdings würde ich die Bezugsfreigabe nicht nach einem %tualem Verlusten der betroffenen "Produktionseinheit" sondern nach einem %utalem Gesamtgewinnverlustes des Betriebes richten.
Grüße Rati
Re: Glyphosat-Diskussion
Verfasst: Mi 29. Aug 2018, 21:42
von Rohana
Den Verlust dessen was auf dem Feld stand, bzw. die Differenz zum Durchschnitt der letzten 3 Jahre, kann man aber wesentlich einfacher und zuverlässiger feststellen als den Verlust am Gewinn, meinst du nicht?
Bei der ganzen Helferei muss man mMn auch aufpassen dass nicht die Betriebe die schlecht kalkulieren bzw. schlecht wirtschaften am meisten "gewinnen". Der, der jetzt trotz Dürre und Mindererträgen kein Grundfutter zukaufen muss weil er schon im Voraus gekauft/gut auf Vorrat gewirtschaftet hat, hat jetzt die Arschkarte im Gegensatz zu dem, der sich einfach verzockt hat. Bissele unfair kann man das schon finden. Grundsätzlich möchte ich die Hilfe nicht in Frage stellen, die Art und Weise könnte man noch verfeinern... wird auch in der Bauernschaft stark diskutiert momentan, was ich so mitbekomme.
Re: Glyphosat-Diskussion
Verfasst: Do 30. Aug 2018, 10:04
von Spencer
strega hat geschrieben:
neee, ehrlich, wenn ich drüber nachdenke begreif ich es immer noch nicht, das System und den Grund der Ausgleichszahlungen....
aber ich bin dafür wohl schon zu weit draussen aus solchen Systemen.
Na Strega....
Das System ist doch genau so aufgebaut DAMIT immer weniger Große und ganz Große die immer weniger werdenden Kleinen schlucken können. Die Großen haben ja auch mehr Mitsprache"recht" auf Grund ihrer Größe ( Machteliten) und können sich somit das System durch Lobbyismus usw. zurecht basteln.
-Also das war mal jetzt ganz abstrakt erklärt -
Und ganz ehrlich.... So ein Agrarmulti hat ja auch irgendwie nicht mehr so den Bezug zu seiner Landwirtschaft wie ein Kleinbauer. Das behaupte ich mal so.... Anders kann ich mir nicht erklären das sie sich auf den besten, weil zusammen hängenden, großen Schlägen, Windräder setzen lassen. ( Ölkanne....würdest Du als BAUER ! einen über 300 ha Schlag mit Windrädern bepflastern lassen ? Oder muss man dazu Industrieller sein ?) Aber somit hat man dann einen Nebenerwerb der wiederum Vorteile gegenüber den Kleinen schafft... Und so dreht sich die Spirale weiter... Bis sie halt zum Stillstand kommt.
Hat aber nix mit Glypho zu tun, sorry... Bin ja schon wieder still...
Re: Glyphosat-Diskussion
Verfasst: Do 30. Aug 2018, 10:19
von Benutzer 2354 gelöscht
fast jeder Bauer würde sich eine Windkraftanlage auf sein Feld setzen lassen. Das bringt pro m² mehr Geld wie alles andere .
Das es bei jeder Diskussion am Ende wieder um Geld geht finde ich spannend .
Nichts mit Nachhaltig, Umweltschutz

Re: Glyphosat-Diskussion
Verfasst: Do 30. Aug 2018, 10:39
von Rati
Rohana hat geschrieben:Den Verlust dessen was auf dem Feld stand, bzw. die Differenz zum Durchschnitt der letzten 3 Jahre, kann man aber wesentlich einfacher und zuverlässiger feststellen als den Verlust am Gewinn, meinst du nicht? ...
kann schon sein, es geht aber nicht um Einfachheit sondern um Bedürftigkeit. Und wenn der Landwirt seinen Einkünfte außschließlich durch die von der Dürre betroffenen Flächen erzielt ist seine Bedürftigkeit nun mal größer als die eines Landwirtes der noch Einkünfte aus anderen Bereichen hat.
Außerdem kann ein Landwirt mit großen Flächen/Viehbeständen viel schneller Investitionen/Verluste wieder einfahren als einer mit kleinen Flächen/Viehbeständen.
Rohana hat geschrieben:dass nicht die Betriebe die schlecht kalkulieren bzw. schlecht wirtschaften am meisten "gewinnen". Der, der jetzt trotz Dürre und Mindererträgen kein Grundfutter zukaufen muss weil er schon im Voraus gekauft/gut auf Vorrat gewirtschaftet hat, hat jetzt die Arschkarte im Gegensatz zu dem, der sich einfach verzockt hat.
da ja die Hilfeleistungen auf Basis eines vergleiches zu den Vorjahren erbracht werden, sollte sich das nicht auswirken, es sei den der Landwirt hat gerade jetzt seine Art zu wirtschaften umgestellt und dann hat er halt mal Glück gehabt.
Es geht ja schließlich um einmalige Leistungen und nicht um regelmäßige.
Spencer hat geschrieben:Hat aber nix mit Glypho zu tun, sorry... Bin ja schon wieder still...
och, macht nix spencer, weil Ihno hat schon recht:
ihno hat geschrieben:Das es bei jeder Diskussion am Ende wieder um Geld geht finde ich spannend .
Grüße Rati
Re: Glyphosat-Diskussion
Verfasst: Do 30. Aug 2018, 10:42
von Rohana
Tja, von Nachhaltigkeit per se kann man halt nicht leben, da zählt am Ende doch das Geld - wie bei jedem anderen auch. Oder arbeitet ihr alle für lau?
Edit, grad erst Ratis Post gesehen:
Rati hat geschrieben:Rohana hat geschrieben:Den Verlust dessen was auf dem Feld stand, bzw. die Differenz zum Durchschnitt der letzten 3 Jahre, kann man aber wesentlich einfacher und zuverlässiger feststellen als den Verlust am Gewinn, meinst du nicht? ...
kann schon sein, es geht aber nicht um Einfachheit sondern um Bedürftigkeit. Und wenn der Landwirt seinen Einkünfte außschließlich durch die von der Dürre betroffenen Flächen erzielt ist seine Bedürftigkeit nun mal größer als die eines Landwirtes der noch Einkünfte aus anderen Bereichen hat.
Ich meinte auch eher die Zuverlässigkeit, denn du kannst mir viel erzählen wie toll diese und jene Früchte erlöst hätten, blah.. verstehst? Da es ja über den tatsächlichen Verlust bei der Ernte geht, wird immer noch der mehr profitieren der tatsächlich mehr Verluste hat, unabhängig von seiner Gesamtgrösse. Ob und in welcher Höhe die Hilfen für die regulären Feldfrüchte kommen, ist auch noch gar nicht raus... und warum soll man die bestrafen (durch vergleichsmässig weniger Hilfen) die sich breit aufstellen und gut wirtschaften und sich selbst helfen dadurch? Das hör ich doch immer, dass mehr Vielfalt und tralala her muss - und die gucken in diesem Fall in die Röhre...
Re: Glyphosat-Diskussion
Verfasst: Do 30. Aug 2018, 11:04
von Benutzer 2354 gelöscht
Rohana hat geschrieben:Tja, von Nachhaltigkeit per se kann man halt nicht leben, da zählt am Ende doch das Geld - wie bei jedem anderen auch. Oder arbeitet ihr alle für lau? :hmm
In vielen Köpfen ist es nicht drinnen das es zwar Landwirtschaft heißt es aber doch eben Unterschiede zur normalen Wirtschaft gibt .
Landwirtschaft sorgt für Nahrung soll das tatsächlich nach China ausgelagert werden weil das kostengünstiger ist ? Da müssen andere Ansätze gefunden werden
dieses schauen auf kurzfristigen Profit ist bei weitem nicht zu Ende gedacht.
Wer Nachhaltig denkt und macht muss belohnt werden, sonst haben wir Eu weit bald nur noch einige wenige Monopolisten auf der Anbau und der Abnehmer Seite und dann tja was dann ? Ob das gut oder nicht gut für den Verbraucher ist , ich fürchte wir werden es erleben.
Re: Glyphosat-Diskussion
Verfasst: Do 30. Aug 2018, 12:47
von strega
wer heute auf Nachhaltigkeit pfeift guckt morgen in die Röhre.... die Böden verzeihen nicht alles über Jahrzehnte, Jahrhunderte....
wenn das in der Landwirtschaft Privatvergnügen wär, dann könnts mir egal sein.
Aber Landwirtschaft ist nicht Privatvergnügen, das geht ne Menge Leute was an.
Der kurzfristige Maximalprofit ist genau das, womit die Menschen sich selbst zerstören und ihre Lebensgrundlage, anstatt ein ganz klein bischen weiter zu schauen als über das diesjährige Bilanzjahr...
...ich werd es vielleicht erleben, hoffe aber so langsam unabhängig zu sein vom Weltmarkt und in ein paar Jahren da vollends nix mehr kaufen zu müssen.
Denn wer nur auf die eigenen Bilanzen schaut dem ist der Rest eher ziemlich wurscht.....
nur will ich das mit meinem Geld nicht unterstützen.
Re: Glyphosat-Diskussion
Verfasst: Do 30. Aug 2018, 13:12
von Benutzer 72 gelöscht
Rohana hat geschrieben:Tja, von Nachhaltigkeit per se kann man halt nicht leben, da zählt am Ende doch das Geld - wie bei jedem anderen auch. Oder arbeitet ihr alle für lau?
Ich werde dafür plädieren, sofort alle landwirtschaftlichen Ausgleichszahlungen ersatzlos zu streichen!!
(die Auflagen werden natürlich nicht gestrichen) - weil
ich
arbeite "nicht für lau" - hihi, ich schon für lau, denn ich bau nur Gemüse und Obst für meine 6-köpfige Familie an (damit wir ein bisschen ein bisschen wenigstens unabhängiger sind von dem Geld-System....) und mache alles, was in einem Haushalt so anfällt.
Bezahlt werde ich nicht, ist mein/unser "Privatvergnügen".
Mein Mann wird wohl bezahlt, er muss alle Auflagen einhalten und bekommt "nur" seinen Lohn, der nun wirklich nicht sehr hoch ist.
Er
arbeitet und wenn er was vom Bauern haben will, muss er dafür Geld hergeben.
Früher war er Marktfahrer - musste er auch die gesetzlichen Auflagen einhalten, aber bekommen hat er nur das, was er selber erwirtschaftet hat - sprich: das, was die Leute ihm für seine Sachen bezahlt haben.
Keine Ausgleichszahlingen.
Bei Regenwetter konnte er kaum Geschäft machen, weil keine Leute kamen.