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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Mo 31. Dez 2018, 10:22
von Rohana
ina maka hat geschrieben: Übrigens gibt es sehr wohl Pflanzen, die Glyphosat "vertragen", das ist ja das tolle an den genmanipulierten Mais- und Soya (?) erfindungen von Monsanto :roll: eine tolle Arbeitserleicherung..... Leider wegen der blöden Bürokratie in manchen Ländern verboten.
Da kann man drauf rumreiten wie man will, in D ist es nicht erlaubt und wird es auch nicht werden. Mag ja auch sein dass *du* total motiviert bist, geht aber nicht um dich. Komischerweise werden auch die Landwirtschaftsbetriebe nicht überrant von Freiwilligen, die Unkraut jäten wollen, damit der Pestizideinsatz sinkt...

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Mo 31. Dez 2018, 10:29
von Benutzer 72 gelöscht
genau! :daumen:
weil es um´s "wollen" geht, nicht um die Qualifikation, die man in Kursen oder in einer Lehre lernen kann.....

:flag:

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Mo 31. Dez 2018, 10:41
von Rohana
Um die Qualifikation gehts schon auch, schliesslich brauchts nicht ständig nur Hilfsarbeiter sondern auch Leute die schon was können. Grad wenns um längerfristige Beschäftigung ausserhalb der Ernte geht.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Mo 31. Dez 2018, 11:29
von kaulli
emil17 hat geschrieben:Zwangsarbeitseinsatz für Arbeitsunwillige um die Produktion zu verbilligen (der Zweck von Glyphosat) und damit die Gewinne von Unternehmen zu erhöhen, erinnert mich verzweifelt an was schon wieder?
Warum Zwang? Muss ja keiner, nur der, der Geld will.
Die anderen werden auch nicht gefragt, ob sie von ihrem Lohn etwas abgeben wollen, es werden die Beiträge auch zwangsabgezogen.
Wenn man Geld teilen soll, warum nicht auch Arbeit?
Die Gewinne der Unternehmen werden am meisten erhöht, wenn sie in Billiglohnländern produzieren lassen und "billig" kommt auch dem Konsumenten zugute.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Mo 31. Dez 2018, 12:10
von Benutzer 72 gelöscht
@Rohana: und der Aufwand für den Unternehmer, sich die Leute selber auszubilden, ist echt zu groß?
Ich mein, wie war das überhaupt gedacht - zahlt "der Staat" oder "der Unternehmer"?
Bei mir damals hat der Landwirt aus eigener Tasche bezahlt und mir dazu noch einiges gezeigt und erklärt. Und ich denke, es war für beide Seiten ein Gewinn! :im:

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Mo 31. Dez 2018, 12:18
von Rohana
Das was du meinst nennt man Ausbildung und ja, die macht der Landwirt mit entsprechender Qualifikation, der einen Lehrjungen aufnimmt. Den bezahlt er auch selbst. Aber meinst du wirklich jeder der eine qualifizierte Stelle offen hat (= mit mehr Anforderungen als grade ein Ungelernter in ein paar Tagen lernen kann) sollte sich erst jemanden ausbilden?!
Nach der Logik dürfte es keinerlei qualifizierte Stellen irgendwo geben. Man kann die Leute ja immer erst anlernen :dreh:

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Mo 31. Dez 2018, 14:45
von emil17
kaulli hat geschrieben: Warum Zwang? Muss ja keiner, nur der, der Geld will.
Nur kann man bei uns nicht ohne Geld leben ...
kaulli hat geschrieben:Die anderen werden auch nicht gefragt, ob sie von ihrem Lohn etwas abgeben wollen, es werden die Beiträge auch zwangsabgezogen.
Das sind Steuern, die erhoben werden, um die Infrastruktur zu bezahlen, ohne die man keinen Erwerb erzielen könnte.
Die werden zwangsfinanziert, um Trittbrettfahrerei zu verhindern.
Über Politiker, die den Staat dazu missbrauchen, die privatisierten Gewinne ihrer Klientel zu erhöhen, reden wir hier nicht, das ist ein ziemlich offensichticher Systemfehler.
kaulli hat geschrieben: Die Gewinne der Unternehmen werden am meisten erhöht, wenn sie in Billiglohnländern produzieren lassen und "billig" kommt auch dem Konsumenten zugute.
Ja, wenn das so einfach wäre ... Allzu häufig ist Hauptsache billig ein Schuss in den eigenen Ofen.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Mo 31. Dez 2018, 17:28
von kaulli
emil17 hat geschrieben:
kaulli hat geschrieben: Warum Zwang? Muss ja keiner, nur der, der Geld will.
Nur kann man bei uns nicht ohne Geld leben ...
na dann - arbeiten oder hungern.
Aber entscheiden kann das jeder selber.
Ich hatte in meiner Studentenzeit auch oft kein Geld, ich wäre nie auf die Idee gekommen, dass andere für mich zahlen könnten oder müssten.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Mo 31. Dez 2018, 17:59
von viktualia
arbeiten oder hungern.
Hmm, irgendwie muss ich da an Charles Dickens denken. Kennt ihr noch Oliver Twist?

Wer muss denn heute hungern, weil er kein Geld hat? Hier in Mitteleuropa?
Nur weil es um Landwirtschaft geht, kann man doch keinen solchen Rückschluss auf Lebensmittel zulassen, das ist doch krümmer als krumm gedacht.
Im "Warum unsere Gesellschaft so krank ist"- Faden geht es grad drum, dass bei der Tafel die Kartoffeln und der Kohl nicht weg gehen und Pudding kochen an Alchemie grenzt - und hier wird dem frühen Kapitalismus gehuldigt?

Wenn Arbeitslose kein Geld bekämen, wer hätte dann mehr einbussen, der Bauer, dem sie seine Kartoffeln sowieso nicht abkaufen, oder die ganzen Handy-Anbieter, Kühlschrankverkäufer, Coffe-to-go Anbieter, Lebensversicherungsvertreter, Autoverkäufer?
Der Milchbauer oder die Tankstelle?

Irgendwie klingt das immer, als würden Arbeitslose Geld essen können. Die bekommen das, damit sie die Wirtschaft füttern;
würde man sie auf anderer Ebene als "Helden der Arbeit", oder besser noch der "sinnvollen Beschäftigung" feiern, täte uns das allen gut.
Wär doch cool: nicht nur "güne Damen" im Altenheim, sondern auch " Grüne Helden des Feldes" uuaaahhh....
O.K., den Namen müsste man überdenken; aber die Bauern, die das dann stemmen müssten, sollten auch geehrt werden, denn ein zuckerschlecken würde das bei uns denaturierten Mitteleuropäern nicht.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Di 1. Jan 2019, 07:21
von hobbygaertnerin
Wir haben vor einer Weile eine grosse Tomatenanlage angesehen, zur Pflege und zur Ernte sind Erntehelfer aus Rumänien im Einsatz-
auf die Frage, warum keine Einheimischen- es gab niemand, der sich dafür meldete- für die Rumänen ist das noch einigermaßen gutbezahlte Arbeit im Vergleich zu den Löhnen in ihrem Land.
Hab mich gefragt, wenn die Tomatenernte viel besser bezahlt wäre- würden dann auch Deutsche zum Abeiten kommen?
Dass diese Tomaten dann um einiges teurer in den Geschäften im Vergleich zu den aus den spanischen Gewächshäusern kommenden wären- die Frage wäre, wonach würde nach den Tomaten ausgesucht.
Die kleinen Einlegegurken kommen inzwischen immer öfters aus Indien, weil dort noch billiger produziert werden kann,
auch aus China und vielen anderen Ländern kommen die sehr preiswerten Lebensmittel.
Der Witz ist, die Chinesen, die es sich leisten können, suchen nach Lebensmittel aus anderen Ländern in ihrem Land-
und da bei uns alles sehr billig sein soll- bekommen wir eben aus anderen Ländern.
Die Vorstellung, dass die Masse an Freiwlligen zum Ampferstechen, Hacken und sonstigen Arbeiten kommt-
da hab ich so meine Zweifel.
Wenn Mithilfe, dann als Mitbauern bei einem solidarischen landw. Betrieb-
aber das ist noch ein sehr kleiner Anteil der Bevölkerung.
Solange selbst die Leute, die sich eigentlich glücklich schätzen können, einen Garten um ihr Haus zu haben, ihren Rasen zu pflegen mit allen Mittelchen und das Gemüse im Geschäft zu kaufen, weil es sich doch überhaupt nicht lohnt, sich darum zu kümmern und dafür zu bücken-
hoffe ich, das es auch in Zukunft noch ein paar Bauern gibt und wir nicht alles von irgendwoher karren müssen.