Rohana hat geschrieben:Ökolandbau schlecht(er) für's Klima
Die dort verwendete Argumentation ist unzulässig.
Die Autoren behaupten, weil der Biolandbau weniger pro Fläche ernte, würde er dadurch anderswo klimaschädliche Abholzung verursachen.
Man kann aber nicht jemanden verantwortlich machen für die Folgen des Tuns von Dritten, die nicht von dem "Täter" selbst beauftragt worden sind, sondern unabhängig davon aus eigenen, in diesem Fall wirtschaftlichen Motiven handeln.
Wäre das so, dann müsste ich beispielsweise dem Staat Entschädigung zahlen für vermindertes Steueraufkommen wegen geringerem Einkommen dank freiwilliger Teilzeitarbeit. Ich wäre haftbar dafür, dass jemand seine Wohnung nicht richtig heizen kann, weil ich ihm nicht Brennholz geliefert habe. Ich wäre mitverantwortlich für die CO2-Emission aus der Autofahrt des Nachbarn, weil ich es unterlassen habe, ihn zu fragen, ob er mitfahren will, oder gar weil ich bloss ein Fahrrad habe und ihn nicht mitnehmen kann, er also wegen mir Auto fahren muss. Und so weiter.
Mindestens müsste die Studie nachweisen, dass die Abholzung vom Wäldern eine direkte Folge der unterlassenen Produktion durch Biolandbau ist und nur aus diesem Motiv heraus überhaupt erfolgt. Sie müsste ebenfalls nachweisen, dass das konventionelle Produkt das biologisch angebaute 1:1 mengenmässig ersetzen würde.
Das in der Studie verwendete Opportunitätskostenprinzip ist eine wirtschaftliche Methode, um die Nachteile einer Entscheidung in Geld umzurechnen. Was man zu tun unterlässt, um etwas anderes zu tun, kann aber nur aus Sicht eines Unternehmers relevant sein, der seinen Gewinn zu optimieren versucht und seine Ressourcen optimal einsetzen will, um dieses zu erreichen.
Es ist unsinnig, wenn man bloss fiktive Ernteausfälle berechnet, die der Produzent gar nie erzeugen wollte. Wenn ich beispielsweise Mais statt Kartoffeln anbaue, dann kann man nicht davon ausgehen, dass nun ein anderer anderswo die Kartoffeln anbauen muss, die ich nicht konnte, weil da eben Mais steht, und mir folglich die Umweltbelastung durch den Kartoffelanbau eines Dritten auf der Grösse meiner Maisfläche anlasten.
Hingegen kann man so fast alles kaputtrechnen. Ich mag beispielsweise meinen Ehepartner nicht wirklich, weil ich seinet/ihretwegen auf die Heirat mit einem/einer anderen verzichten musste. Wie bescheuert ist das denn?
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.