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Re: terra preta
Verfasst: Mi 1. Feb 2012, 21:50
von Benutzer 68 gelöscht
Danke für den Beitrag!
Re: terra preta
Verfasst: Do 2. Feb 2012, 07:05
von hobbygaertnerin
Wir hatten vor ein paar Jahren eine Feier, es wurde gebeten, Kartoffelsalat mitzubringen und die Bitte, auf Majonaise zu verzichten.
15 Leute kamen mit Kartoffelsalat, ich werde nie vergessen, wie wir alle staunen:
15 mal aus Kartoffeln einen Salat und 15 mal schmeckte er anders.
Für mich ist es wichtig, das Grundrezept zu wissen, dann kann ich versuchen, mit dem was ich habe, meinen Salat zu machen,
übertragen auf diese "schwarze Erde" sehe ich es genauso.
Ein Jahr hat unser Gemüse mit meinen Versuchen sich ernährt, ich werde sicher meine Wahrnehmung, mein Wissen, meine Erfahrungen erweitern, weil es mich neugierig gemacht hat, es ist spannend, zu sehen, wie in verschiedenen Erden gleich herangezogene Pflanzen sich total unterschiedlich entwickeln. Es ist auch total interessant, zu sehen, dass Kompost mit Holzkohle eine andere Wirkung hat, dass Pflanzen wohl viel mehr "Intelligenz" haben, als uns das wirklich bewusst ist.
Niemand kann ganz genau sagen, welches Verfahren diese Hochkulturen anwandten, es gibt über die Herstellung von Kompost auch sehr viele "Rezepte".
Man würde für Kartoffelsalat wohl auch sehr viele Rezepte finden.
Mir gehts immer darum, wie etwas gehen könnte, nicht darum, wie es nicht gehen kann.
Inzwischen erscheint mir bei der Terra Preta der gleiche Weg eingeschlagen zu werden, wie es meist der Fall ist, jeder beansprucht für sich, das Grundrezept wiedergefunden zu haben, die einen aus der wissenschaftlichen Seite, die anderen wollen damit Geld verdienen.
Das Erbe und das Vermöchtnis dieser untergegangenen Kulturen könnten wir doch auch aus einer anderen Seite sehen-
Wissen vermehrt sich, wenn man es teilt.
Und niemand ist eine Insel.
In diesem Sinne
hobbygaertnerin
Re: terra preta
Verfasst: Do 2. Feb 2012, 10:14
von Grunling
Der spanische Wiki-Artikel ist umfangreicher als der deutsche und englische. Könnte sich lohnen.
http://es.wikipedia.org/wiki/Terra_preta
Re: terra preta
Verfasst: Do 2. Feb 2012, 10:29
von Benutzer 68 gelöscht
hobbygaertnerin hat geschrieben:Wir hatten vor ein paar Jahren eine Feier, es wurde gebeten, Kartoffelsalat mitzubringen und die Bitte, auf Majonaise zu verzichten.
15 Leute kamen mit Kartoffelsalat, ich werde nie vergessen, wie wir alle staunen:
15 mal aus Kartoffeln einen Salat und 15 mal schmeckte er anders.
Interessanter Vergleich!
hobbygaertnerin hat geschrieben:Für mich ist es wichtig, das Grundrezept zu wissen, dann kann ich versuchen, mit dem was ich habe, meinen Salat zu machen,
übertragen auf diese "schwarze Erde" sehe ich es genauso.
Zum gleichen Ergebnis bin ich auch gekommen. Man wird nie wissenschaftlich exakt feststellen können, was "Terra Preta" oder Kompost genau ist, eben weil die Begriffe nicht genau zu definieren sind.
Für den Gärtner macht das aber nichts. Der sollte nur wissen, wie Boden ungefähr aufgebaut sein sollte.
Ein paar physikalische und biologische Grundkenntnisse können dabei aber helfen.
Aber man muss nicht alles wissen

Re: terra preta
Verfasst: Do 2. Feb 2012, 22:38
von Seppel
Ich sehe die "Aufladung" mit effektiven Mikroorganismen auch als ziemlich nutzlos, weil
Der Prozess findet unter anaeroben Bedingungen statt; was für die Mikroorganismen auch gut funktioniert,
nur wird das fertige Produkt dann in den Boden ausgebracht, wo idealerweise aerobe Bedingungen herrschen.
Unter den neuen Umweltbedingungen stellen die Mikrooganismen ihre Arbeit weitgehend ein.
Daher bin ich auch dafür: Kohle ordentlich mit-kompostieren!

Re: terra preta
Verfasst: Do 2. Feb 2012, 23:59
von luitpold
am Sa 23. Jul 2011, 20:00 luitpold hat geschrieben:danke exi.
ich hab mir gerade das dokument über den fast hochwissenschaftlichen großversuch durchgelesen, das wetter war danach.
das ergebnis hat dann vollinhaltlich meine meinung bestätigt.
wichtig ist nur die biokohle. je mehr kohle um so besser. alles andere ist brimborium.
keine urnen keine fische keine muscheln keine opfergaben keine fermentation, bringt alles nichts.
effeektive mikroorganismen sind unnötig, mühsam in der anwendung und teuer.
die besiedelung der kohle erfolgt in der kompostmiete oder direkt im boden.
die im boden vorhandenen MO sind am effektivsten und verdrängen die teuer extern zugekauften.
da zusätzlich mit selbstgebrauten komposttee nachhelfen beschleunigt vermutlich das ergebnis.
je mehr kohle, umso besser das stickstoffhaltevermögen.
im zweiten teil, dem anpflanzversuch hat sich dann gezeigt, wenn man den boden bis zum anschlag überdüngt können sich keine signifikanten ergebnisse abzeichnen.
mit überdüngt sind subsratauflagen von bis zu 20cm gemeint, und ein kohlegehalt von 20kg/m2.
sinnvoll wären vermutlich jährliche substratauflagen von 3-5 cm und kohleanteile von 2-4kg/m2.
stellt man die kohle mit landwirtschaftlichen ausgangsstoffen her sind jährlich 0,2 - 0,3 kg kohleeinbringung möglich.
bis so ein acker zum schwarzerdeähnlichen boden umgebaut ist dauert es dann 15-30jahre.
lg
luitpold
Re: terra preta
Verfasst: Fr 3. Feb 2012, 07:56
von hobbygaertnerin
Mich würde interessieren, wer macht mit Terra Preta" Versuche, ob in einem Blumentopf, im Garten usw., wer hat schon längere Erfahrungen?
Bitte Hand heben
Gruss
hobbygaertnerin
Re: terra preta
Verfasst: Fr 3. Feb 2012, 09:58
von Benutzer 72 gelöscht
hallo!
hobbygaertnerin hat geschrieben:Mich würde interessieren, wer macht mit Terra Preta" Versuche, ob in einem Blumentopf, im Garten usw., wer hat schon längere Erfahrungen?
Bitte Hand heben
Gruss
hobbygaertnerin
luitpold hat geschrieben:wichtig ist nur die biokohle. je mehr kohle um so besser. alles andere ist brimborium.
keine urnen keine fische keine muscheln keine opfergaben keine fermentation, bringt alles nichts.
und mich tät interessieren, wer seine Pflanzen in reiner Biokohle anbaut?
Ohne Brimborium wie organischen Dünger, Knochen, Algenkalk etc.
p.s.: im spanischen wiki steht ziemlich genau, was alles drin ist und "nur Kohle" ist es leider wirklich nicht!
Außerdem wüßte ich gerne, welche Verbesserungen auf schweren Lehm- oder sogar Tonboden erzielt werden können.
Ich bin ausgelastet mit den Kindern, dem Teich, den "eßbarer Wald" - Setzaktionen und so nebenbei wollte ich heuer wieder ordentlich Gemüse anbauen (weil Baby endlich groß ist....).
Sonst tät ich ja vielleicht sogar selber Terra Preta bei unserem Lehmboden versuchen.
Aber da ich wenig Zeit habe und auch wenig Erfolg erwarte (bei unserem Boden!!), frag ich lieber hier:
Welche Verbesserungen erfolgen durch Terra Preta in schweren Böden?
Kann Terra Preta auch Böden lockern?
liebe Grüße!
Re: terra preta
Verfasst: Fr 3. Feb 2012, 13:20
von hobbygaertnerin
Hallo Ina,
du kannst spanisch, beneidenswert,
oder wie bringt ein PC-Greenhorn das spanische Wiki dazu, es mir auf deutsch zu übersetzen?
Wir haben einen sehr schweren Lehmboden, den kriegt man schon hin,
wenn man die Bilder der Urwaldböden ohne Terra Preta ansieht, dann ist dort auch ganz schön was aufgebaut worden.
Wegen Anbau kann dir sicher geholfen werden, wir können doch voneinander lernen.
Wenn wir es schaffen würden, so unsere Gärten bestellen zu können, wie diese glücklichen "Terra Preta" Nutzer, dann bräuchten wir mit Sicherheit viel weniger mit unserem Gemüse herumpapperln.
Bei mir steht heuer viele alte Sorten zum Anbauen an- und in diesem Sinne
lernen wir voneinander,
Gruss
hobbygaertnerin
Re: terra preta
Verfasst: Fr 3. Feb 2012, 15:18
von Benutzer 72 gelöscht
hallo!
Es gibt doch Übersetzungsprogramme?
Vielleicht kann dir da ein Computer-Profi weiterhelfen? Ich weiß leider nix konkretes...
Unser Boden ist gut! Wenn ich ihn nicht arg mißhandel, liefert er ohne Dünger (außer Algen und Schlamm aus dem Teich und unsre Küchenabfälle) gute Ernten.
Das einzige sind die Wegschnecken und vielleicht die fehlende Sonne.....
Da kann ich mir schwer vorstellen, dass Holzkohle in der Erde bei uns was bringen tät
Es ist jeder Boden anders!
Und "Terra Preta" ist am Ende wirklich nur das Ergebnis einer klugen Abfallwirtschaft der Indios - ??
liebe Grüße!