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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: So 21. Okt 2018, 13:53
von strega
naja, wenns Produkte einer guten Qualität sind aus Russland (was für mich heisst: möglichst un-vergiftet), warum nicht....
Konkurrenz tut ja zuweilen schon gut, dann denken manche Leut nicht sie wären allmächtig und unendlich wichtig aufm Markt...

klar, falls ich was kauf kauf ich regional und maximal schadstoffrei, ist in DE sicherlich auch möglich und wünschenswert, aber bevor ich konventionell erzeugten Knoblauch aus China im Supermarkt kaufen würd, der auch nach drei Monaten noch aussieht wie neu tät ich bio-Knoblauch aus Russland kaufen....

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: So 21. Okt 2018, 14:07
von Benutzer 4754 gelöscht
naja, wenns Produkte einer guten Qualität sind aus Russland (was für mich heisst: möglichst un-vergiftet), warum nicht....
Für mich persönlich haben Bio-Produkte aus Spanien und Asien sowie den südlichen Teilen der Erdkugel nichts mit Bio zu tun,
in dieses Regionen ist auf dem Papier mit Sicherheit alles in Ordnung,
Praktisch wird dann doch des öfteren hier und da nachgeholfen mit Sachen die auf einem Bio-Betrieb nichts zu suchen haben...

Wenn Bio dann aus (West/mittel) Europa.

Rein nach der Bio-Ideologie dürfte es nichts geben was nicht aus dem eigenen Land kommt...
aber wer will schon auf Kaffee, Schokolade, Bananen und Südfrüchte verzichten...
... so weit geht die Überzeugung dann meist doch nicht.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: So 21. Okt 2018, 14:21
von Benutzer 72 gelöscht
Meine Mutter wollte nie Rübenzucker, sie sagte immer "der braucht soviel Chemie bei der Verarbeitung. Ich kauf nur Rohrzucker"
.....

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: So 21. Okt 2018, 14:41
von Benutzer 4754 gelöscht
ina maka hat geschrieben:Meine Mutter wollte nie Rübenzucker, sie sagte immer "der braucht soviel Chemie bei der Verarbeitung. Ich kauf nur Rohrzucker"
.....
Da hat man deiner Mutter einen Bären aufgebunden.
Für die Zuckerproduktion braucht es Rüben/Rohr, Wasser, Kalk und Koks (Kohle), mehr nicht.

Rübe und Rohr unterscheiden sich in der Verarbeitung nur ein einem Punkt, der Gewinnung des Rohsaftes:
Im ersten Produktionsschritt wird die zerkleinerte Rübe ausgekocht, traditionel wird das zerkleinerte Rohr mechanisch ausgepresst.
Neue, größere Rohranlagen koche das Rohr ebenfalls, da sich dadurch die Zuckerausbeute erhöht.

Die Verarbeitung des Rohsaftes zu Zucker ist dann identisch.

Ein unterschied besteht noch in der Umweltbelastung der Werke:
Die Rübenzuckerwerke stehen nur in Mitteleuropa und Nordamerika, beides Regionen mit hohen Umweltschutzstandards.
Die Rohrzuckerwerke in Südamerika und Asien stehen in Ländern mit sehr niedrigen Umweltschutzvorgaben, dem entsprechend hoch ist die Umweltbelastung durch die Zuckerwerke dort.
Wird der Anbau nicht vollmechanisiert betrieben sonder wie üblich mit der Handernte entstehen zusätzliche Umweltbelastungen durch das abbrennen der Felder kurz vor der Ernte,
das abbrennen erleichtert die Handernte erheblich.

Dazu ist die Rohrernte von Hand keine Arbeit von der man gut leben kann:
Ein brasilianischer Erntearbeiter kann an einem sehr guten Tag in 12 Stunden 15-20 Tonnen Rohr ernten,
dafür bekommt er 9-12€ am Ende des Tages,
das macht einen Stundenlohn von 0,75-1€...

Die niedrigen Personalkosten und die, wenn überhaupt vorhandenen, niedrigen Umweltschutzstandards machen den Rohrzucker konkurrenzlos billig.
Angebaut und verarbeitet nach unseren deutschen/mitteleuropäischen Standarts wären beide Zuckersorten gleich teuer.
Qualitativ besteht zwischen Rohrraffinade und Rübenraffinade kein Unterschied.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: So 21. Okt 2018, 16:56
von Wildmohn
Schöne neue Welt...
...vielleicht kommt ja alles ganz anders:

https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/ ... -1.4177054

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: So 21. Okt 2018, 17:35
von Benutzer 72 gelöscht
Oelkanne hat geschrieben:Ein unterschied besteht noch in der Umweltbelastung der Werke:
Die Rübenzuckerwerke stehen nur in Mitteleuropa und Nordamerika, beides Regionen mit hohen Umweltschutzstandards.
Die Rohrzuckerwerke in Südamerika und Asien stehen in Ländern mit sehr niedrigen Umweltschutzvorgaben, dem entsprechend hoch ist die Umweltbelastung durch die Zuckerwerke dort.
hm ...
wikipedia hat geschrieben:Rübenzuckerfabriken betreiben wegen des Energiebedarfs eigene Kraftwerke, insbesondere beim Einsatz von Braun- und Steinkohle wird hier ein Beitrag zum Klimawandel geleistet. Rohrzucker kann ohne den Einsatz fossiler Brennstoffe, mit den Resten des Zuckerrohrs als Energiequelle, extrahiert werden.
( Zuckerfabrikation )

Wir mögen Sucanat sehr gerne und kaufen es bio und fairtrade ;)
Ich denke nicht, dass das für die Menschen und die Umwelt schädlicher ist als Rübenzucker.
Das mit der "Chemie", die eingesetzt werden muss - meine Mutter wird doch nicht dei Kalkmilch gemeint haben??
Zuckerrohrsaft jedenfalls kann man einfach trocknen lassen und es wird Zucker draus!

@Wildmohn - aus deinem link:
All das wäre gut für die Umwelt
:ohm:

und statt Sonnenlicht nehmen wir Vitamin D Tabletten..... :pfeif:

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: So 21. Okt 2018, 18:09
von Rohana
ina maka hat geschrieben: Zuckerrohrsaft jedenfalls kann man einfach trocknen lassen und es wird Zucker draus!
Kann man bei Zuckerrüben auch, und die wachsen hier. Vielleicht solltest du mal selber welche anbauen ;)

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: So 21. Okt 2018, 19:11
von Wildmohn
ina maka hat geschrieben: @Wildmohn - aus deinem link:
All das wäre gut für die Umwelt
:ohm:
und statt Sonnenlicht nehmen wir Vitamin D Tabletten..... :pfeif:
Sieh es als Übung für die Neubesiedlung ferner Planeten an, nachdem wir unsere Erde bis ans Limit geschleift haben...

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: So 21. Okt 2018, 19:29
von Benutzer 4754 gelöscht
ina maka hat geschrieben:
Oelkanne hat geschrieben:Ein unterschied besteht noch in der Umweltbelastung der Werke:
Die Rübenzuckerwerke stehen nur in Mitteleuropa und Nordamerika, beides Regionen mit hohen Umweltschutzstandards.
Die Rohrzuckerwerke in Südamerika und Asien stehen in Ländern mit sehr niedrigen Umweltschutzvorgaben, dem entsprechend hoch ist die Umweltbelastung durch die Zuckerwerke dort.
hm ...
wikipedia hat geschrieben:Rübenzuckerfabriken betreiben wegen des Energiebedarfs eigene Kraftwerke, insbesondere beim Einsatz von Braun- und Steinkohle wird hier ein Beitrag zum Klimawandel geleistet. Rohrzucker kann ohne den Einsatz fossiler Brennstoffe, mit den Resten des Zuckerrohrs als Energiequelle, extrahiert werden.
( Zuckerfabrikation )
In Deutschland laufen alle Zuckerwerke mit Erdgas in einer Kraft-Wärme-Kopplung:
die Gasturbinen erzeugen den nötigen Strom für das Werk, gleichzeitig wird alle Abwärme genutzt um die Prozessenergie für die Zuckergewinnung zu nutzen.

Das mit der Umwelt bezog sich vor allem auf die abgegeben Abwässer und die Abgase aus den Feuerungen der Kessel,
jedes europäische Zuckerwerk besitzt eine Kläranlage und Abluftfilter, andersfalls könnte es nicht die Umweltschutzvorschriften einhalten.
Wir mögen Sucanat sehr gerne und kaufen es bio und fairtrade ;)
Ich denke nicht, dass das für die Menschen und die Umwelt schädlicher ist als Rübenzucker.
Das mit der "Chemie", die eingesetzt werden muss - meine Mutter wird doch nicht dei Kalkmilch gemeint haben??
Etwas anderes als Kalk setz kein Zuckerwerk der Welt ein :aeh:

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: So 21. Okt 2018, 21:55
von Benutzer 72 gelöscht
Rohana hat geschrieben:Kann man bei Zuckerrüben auch, und die wachsen hier. Vielleicht solltest du mal selber welche anbauen ;)
hab ich schon mal gemacht, echt jetzt.
war riesig-enttäuscht, weil die gar nicht süß schmeckten. Da muss man sicherlich sehr lange eindicken, bevor es zu Zucker wird.

Zuckerrohr kauen ist leckerer ;)