Nach Schweizer Logik würde ein Landwirt Geld bekommen, wenn er vertraglich oder durch Umzonung dazu verpflichtet würde, zeitweilig als Grünland genutztes Ackerland dauerhaft so zu belassen und dadurch auf Ertrag zu verzichten. Diese Verträge wären dann allerdings unkündbar.
Ich vermute, hier will man unter dem Deckmantel Naturschutz etwas anderes, nämlich die Ackerfläche reduzieren, um weniger Überschüsse verwerten zu müssen oder um mehr Ackerprodukte importieren zu können (bei Handelsabkommen im Austausch für Exporte eigener Industrieprodukte, wo nun mal mehr Wertschöpfung möglich ist).
In den Teilen, die ich beurteilen kann, ist der Artikel schlecht recherchiert.
Das mit dem Hochwasserschutz in Auengebieten dürfte stimmen, das mit der CO2-Bindung wegen Klimaschutz ist quantitativ unsinnig - so wie man dann auch empfehlen müsste, statt Kiefernmöbel solche aus Esche zu kaufen, weil der Heizwert höher ist. Wenn schon, dann macht Wald draus. Und verhindert dann bitteschön, dass Kulturland überbaut wird - denn das schenkt CO2-mässig viel mehr ein.
Das
Je nach Intensität der Nutzung wachsen auf Wiesen und Weiden seltene Ackerwildkräuter wie Rundblättriges Hasenohr, Knollen-Platterbse ...
passt auch nicht zu meinen Erfahrungen.
Das Bupleurum rotudifolium habe ich massenhaft im Garten und in meinem winzigen Roggenäckerchen, es geht aber nicht ins daneben liegende Dauergrünland, obwohl dieses mager ist und recht viele offenen Stellen hat (nachsäen, düngen, wässern, mähen würde der ertragsoptimierende Landwirt hier wohl machen). Überhaupt habe ich diese Pflanze noch nie im Dauergrünland gesehen, auch in den französischen Alpen nicht, wo sie, immer unter Getreide, noch recht häufig ist. Aber wer lange genug sucht, findet bekanntlich auf der kahlsten Glatze noch ein Haar, also mag schon dann und wann ein Kümmerling dieser Art in einer Wiese gesehen worden sein.
Der einzige Wiesenstandort, wo ich mir diese Pflanze vorstellen kann, sind übernutzte und von Bodenerosion bedrohte Pferde-Dauerweiden an Orten, wo früher Acker war und noch Samen dieser Pflanzen im Boden überdauert haben.
Es ist übrigens eine schöne Gartenzierpflanze, sie macht sich gut in Blumensträussen.
Das Lathyrus tuberosus, die Knollen-Platterbse, ist bei uns ein Kulturrelikt aus der Zeit, da überall extensiv Getreide gebaut wurde. Sie hält sich in Wiesen und an Böschungen noch jahrzehntelang, aber nur, wenn nicht gedüngt wird. Sie blüht sehr schön, hat aber einen grossen Nachteil: Die Wildschweine graben nach den Knollen und wie die Wiese dann aussieht kann man sich denken.
Ackerwildkräuter kann man mit extensiver Ackerwirtschaft oder mit Brache erhalten. Brache muss ab und zu umbrochen werden, sonst wird sie Gebüsch oder Wiese. Für den Schutz kurzlebiger Arten wäre es gut, die Brache wandern zu lassen, indem z.B. jedes Jahr 1/3 alte Brache gepflügt wird und dafür am anderen Ende 1/3 neu brach gelassen wird. Das Problem ist stets, dass die vom Naturschutzaspekt her interessanten Arten nicht konkurrenzfähig und daher auf viel Licht angewiesen sind, d.h. bei zu fettem Boden werden sie bald unterdrückt.