Re: Gegen die deutsche Schulpflicht
Verfasst: Sa 26. Okt 2013, 17:45
Ina schön und gut...bloss das die Wirklichkeit heute meistens so aussieht das Grosseltern weite weg wohnen,oder selber auf dem Verwirklichungstrip sind...Tante und Onkels selber damit beschäftigt sind ihren nachwuchs grosszuziehen...die Verwandtschaft nicht um die Ecke wohnt..die Eltern damit beschäftigt sind die Existenz zu sichern,sofern denn beide vorhanden sind..und alle unter wahnsinnigem Druck stehen bloss nicht zu versagen.
Eltern die genug Zeit haben fuer ihre Nachkommen sind ziemlich priviligiert und nicht die Regel...ebenso Eltern die ihre Kinder unter SV-Bedingungen aufwachsen lassen duerfen.
Und nein die Problematik ist nicht die..das sich Menschen die sich das nicht leisten können einfach keine Kinder bekommen sollten..die Problematik ist eher die Definition dessen was man haben muss um der Norm zu entsprechen.
Als erstes muesste die Meinung in den Köpfen sich verändern,was wichtig ist und was nicht und das längerfristig andere Strukturen zum tragen kommen muessten als die welche wir nun haben.
Toll auf den Punkt gebracht finde ich das hier:
http://www.bpb.de/izpb/7579/von-der-sel ... alte?p=all
Daraus:
"Mit verbesserten landwirtschaftlichen Methoden und der Industrialisierung wuchsen seit dem 19. Jahrhundert Bevölkerung und Städte. Die Produktion wurde weitgehend aus den Haushalten in Betriebe und Unternehmen verlagert. Die ursprünglichen Produktions-, Konsum- und Lebensgemeinschaften lösten sich auf, weil viele Menschen ihre Hausgemeinschaft verließen, um den Lebensunterhalt anderswo zu verdienen. Sowohl die Wohnsituation in den Städten wie auch die Arbeitsbedingungen für die Fabrikarbeiter, insbesondere für Frauen und Kinder, waren zunächst gesundheitlich und hygienisch katastrophal. Die im Zuge der Industrialisierung steigende Produktion erforderte die Ausweitung des Handels, um notwendige Ressourcen bereitzustellen und die Massenproduktion abzusetzen. Durch die wachsende Produktivität erhöhten sich auch die Spielräume, den erwirtschafteten Gewinn zu verteilen. Doch erst infolge von Arbeitskämpfen und staatlichen Regulierungen kam es zu Einkommenssteigerungen, sozialer Absicherung und Arbeitszeitverkürzung breiterer Bevölkerungskreise.
Mit der steigenden Massenkaufkraft, die es erlaubte, mehr zu konsumieren, als für die Grundbedürfnisse erforderlich war, und mit der wachsenden Freizeit, die es ermöglichte, die neuen, massenhaft hergestellten Konsumgüter auch zu nutzen, waren die Voraussetzungen für die heutige Wohlstands- oder "Konsumgesellschaft" geschaffen. Der Historiker Wolfgang König datiert den Beginn der Konsumgesellschaft in Deutschland auf die 1960er Jahre, während noch die 1950er Jahre nach Ansicht des Historikers Christian Kleinschmidt ein eher asketischer Umgang mit Konsumgütern prägte. Zu dieser Zeit besaß nur eine Minderheit von Haushalten langlebige Konsumgüter wie Fernsehgerät, Waschmaschine, Kühlschrank und Automobil. Der Alltag der meisten Haushalte war dagegen vor allem durch die Notwendigkeiten zur Existenzsicherung bestimmt, die kaum Wahl- und Entscheidungsmöglichkeiten zuließen.
Mit der steigenden Arbeitsteilung, der zunehmenden außerhäuslichen Erwerbstätigkeit, aber auch mit dem wachsenden Bedürfnis nach individueller Selbstentfaltung zerfielen die Haushalte als ganzheitliche Versorgungs- und Dienstleistungsgemeinschaften. Viele ihrer früheren Tätigkeiten wurden nach außen verlagert, zum Beispiel die Nahrungsmittelproduktion oder die Herstellung von Bekleidung. Damit verminderten sich allerdings zugleich die Fähigkeiten, etwas kreativ selbst zu erzeugen. Die Instabilität der Haushaltsgemeinschaften wuchs, und die früher lebensnotwendige Solidarität im Familienverband verlor an Bedeutung. Mit steigenden Einkommen, aber auch wegen der geringeren Zahl der in privaten Haushalten lebenden Personen konnten und mussten auch Dienstleistungen außer Haus vergeben werden: die Betreuung von Kindern und alten Menschen, die Pflege der Wohnungen. So entwickelten sich die privaten Haushalte in der Moderne zu Vergabehaushalten. "
Ich finde das sehr treffend auf den Punkt gebracht.
Was Lehrer angeht...natuerlich braucht es die weiterhin:
-weil nicht jeder Elternteil automatisch auch eine Begabung hat seine Sprösslinge zu unterrichten und Wissen zu vermitteln.
-weil es fuer manche Kinder einfacher ist, Dinge in gewissen Altersabschnitten von Anderen Personen als den Eltern anzunehmen.
-weil gewisse Berufe besonderes Wissen voraussetzen,welches von hierfuer geschulten Lehrern vermittelt werden kann.
Schulpflicht finde ich persönlich ok...man muesste sich einfach ueber den zu erlernden Stoff einig werden,was wirklich wichtig ist und was besser als freiwilliger Lernstoff dienen sollte.
Statt x-schulreformen durchzufuehren wäre es auch besser,längst veraltetes Lernmaterial auszusortieren.(mein Sohn hatte in der CH teils dieselben Schulbuecher die ich schon hatte :aeug:mit Erscheinungsangaben von 1974 )
Unterricht sollte wieder mehr praktisches fuers Leben statt theoretisches zum anpassen vermitteln.
Eltern die genug Zeit haben fuer ihre Nachkommen sind ziemlich priviligiert und nicht die Regel...ebenso Eltern die ihre Kinder unter SV-Bedingungen aufwachsen lassen duerfen.
Und nein die Problematik ist nicht die..das sich Menschen die sich das nicht leisten können einfach keine Kinder bekommen sollten..die Problematik ist eher die Definition dessen was man haben muss um der Norm zu entsprechen.
Als erstes muesste die Meinung in den Köpfen sich verändern,was wichtig ist und was nicht und das längerfristig andere Strukturen zum tragen kommen muessten als die welche wir nun haben.
Toll auf den Punkt gebracht finde ich das hier:
http://www.bpb.de/izpb/7579/von-der-sel ... alte?p=all
Daraus:
"Mit verbesserten landwirtschaftlichen Methoden und der Industrialisierung wuchsen seit dem 19. Jahrhundert Bevölkerung und Städte. Die Produktion wurde weitgehend aus den Haushalten in Betriebe und Unternehmen verlagert. Die ursprünglichen Produktions-, Konsum- und Lebensgemeinschaften lösten sich auf, weil viele Menschen ihre Hausgemeinschaft verließen, um den Lebensunterhalt anderswo zu verdienen. Sowohl die Wohnsituation in den Städten wie auch die Arbeitsbedingungen für die Fabrikarbeiter, insbesondere für Frauen und Kinder, waren zunächst gesundheitlich und hygienisch katastrophal. Die im Zuge der Industrialisierung steigende Produktion erforderte die Ausweitung des Handels, um notwendige Ressourcen bereitzustellen und die Massenproduktion abzusetzen. Durch die wachsende Produktivität erhöhten sich auch die Spielräume, den erwirtschafteten Gewinn zu verteilen. Doch erst infolge von Arbeitskämpfen und staatlichen Regulierungen kam es zu Einkommenssteigerungen, sozialer Absicherung und Arbeitszeitverkürzung breiterer Bevölkerungskreise.
Mit der steigenden Massenkaufkraft, die es erlaubte, mehr zu konsumieren, als für die Grundbedürfnisse erforderlich war, und mit der wachsenden Freizeit, die es ermöglichte, die neuen, massenhaft hergestellten Konsumgüter auch zu nutzen, waren die Voraussetzungen für die heutige Wohlstands- oder "Konsumgesellschaft" geschaffen. Der Historiker Wolfgang König datiert den Beginn der Konsumgesellschaft in Deutschland auf die 1960er Jahre, während noch die 1950er Jahre nach Ansicht des Historikers Christian Kleinschmidt ein eher asketischer Umgang mit Konsumgütern prägte. Zu dieser Zeit besaß nur eine Minderheit von Haushalten langlebige Konsumgüter wie Fernsehgerät, Waschmaschine, Kühlschrank und Automobil. Der Alltag der meisten Haushalte war dagegen vor allem durch die Notwendigkeiten zur Existenzsicherung bestimmt, die kaum Wahl- und Entscheidungsmöglichkeiten zuließen.
Mit der steigenden Arbeitsteilung, der zunehmenden außerhäuslichen Erwerbstätigkeit, aber auch mit dem wachsenden Bedürfnis nach individueller Selbstentfaltung zerfielen die Haushalte als ganzheitliche Versorgungs- und Dienstleistungsgemeinschaften. Viele ihrer früheren Tätigkeiten wurden nach außen verlagert, zum Beispiel die Nahrungsmittelproduktion oder die Herstellung von Bekleidung. Damit verminderten sich allerdings zugleich die Fähigkeiten, etwas kreativ selbst zu erzeugen. Die Instabilität der Haushaltsgemeinschaften wuchs, und die früher lebensnotwendige Solidarität im Familienverband verlor an Bedeutung. Mit steigenden Einkommen, aber auch wegen der geringeren Zahl der in privaten Haushalten lebenden Personen konnten und mussten auch Dienstleistungen außer Haus vergeben werden: die Betreuung von Kindern und alten Menschen, die Pflege der Wohnungen. So entwickelten sich die privaten Haushalte in der Moderne zu Vergabehaushalten. "
Ich finde das sehr treffend auf den Punkt gebracht.
Was Lehrer angeht...natuerlich braucht es die weiterhin:
-weil nicht jeder Elternteil automatisch auch eine Begabung hat seine Sprösslinge zu unterrichten und Wissen zu vermitteln.
-weil es fuer manche Kinder einfacher ist, Dinge in gewissen Altersabschnitten von Anderen Personen als den Eltern anzunehmen.
-weil gewisse Berufe besonderes Wissen voraussetzen,welches von hierfuer geschulten Lehrern vermittelt werden kann.
Schulpflicht finde ich persönlich ok...man muesste sich einfach ueber den zu erlernden Stoff einig werden,was wirklich wichtig ist und was besser als freiwilliger Lernstoff dienen sollte.
Statt x-schulreformen durchzufuehren wäre es auch besser,längst veraltetes Lernmaterial auszusortieren.(mein Sohn hatte in der CH teils dieselben Schulbuecher die ich schon hatte :aeug:mit Erscheinungsangaben von 1974 )
Unterricht sollte wieder mehr praktisches fuers Leben statt theoretisches zum anpassen vermitteln.