Seite 15 von 74
Re: terra preta
Verfasst: So 11. Dez 2011, 22:23
von stoeri
Hallo Hobbygärtnerin
aber liest man nicht immer wieder das diese warmen Mistbeete dem Salat zuviel Nitrat geben?
Re: terra preta
Verfasst: Mo 12. Dez 2011, 08:02
von hobbygaertnerin
Hallo stoeri,
ich vermute, dass der Lichtmangel wohl der grössere Nitratfaktor sein könnte.
Unser Salat ist im Bereich Ende April im Mistbeet erntereif, da ist die Tageslichtlänge schon recht anständig. Bis zu dieser Zeit hab ich Feldsalat, Spinat und Portulak vom Beet. Salat aus Spanien, Marokko ist um diese Zeit womöglich sonnenmässig besser versorgt, mein Anspruch, uns selbst zu versorgen, steht hier dagegen.
In meiner Gartenzeitschrift ist diesmal ein Beitrag über alte Boden- und Gartenpioniere, gut dass jetzt Winter ist, da kann ich in Ruhe in den alten Büchern schmökern.
Das Thema Kompost, Düngung- eigentlich ist dieses Thema so alt wie die Welt der Bauern und Gärtner, nur die Sammler und Jäger mussten sich nicht mit der Bodenfruchtbarkeit auseinander setzen.
So gesehen, werd ich mir im Winter viele gemütliche Abende hinter Büchern machen und das Gelesene im nächsten Jahr wohl im Garten umzusetzen versuchen.
Gruss
hobbygaertnerin
Re: terra preta
Verfasst: Mo 12. Dez 2011, 09:21
von stoeri
Hallo HObbygärtnerin
oder Du legst Dir einen Jagdhund zu dann brauchst jetzt auch nicht Salate anbauen ;-).
Re: terra preta
Verfasst: Mo 19. Dez 2011, 02:35
von Seppel
Zur eigenen Herstellung von Biokohle möchte ich euch mal mein Verfahren vorstellen:
Holzkohle im Kleinformat
Es funktioniert ganz gut und kostet fast nix

Re: terra preta
Verfasst: Mi 18. Jan 2012, 00:21
von luitpold
input, gerade gefunden........
http://biocharfarms.org/research/
lg
luitpold
Re: terra preta
Verfasst: Mi 18. Jan 2012, 07:18
von hobbygaertnerin
Hallo Luitpold,
danke für den Link.
Ich hab 2 Bücher gelesen, in denen Terra Preta auch ein Thema ist:
Humus von Gerald Dunst und Dreck von Montgommery.
Diese schwarze Erde erscheint mir durch ein sehr geschlossenes Stoffstrom- und Abfallverwertungssystem aufgebaut worden zu sein.
Das sie sich aber wieder aufbaut, das grenzt für mich an ein kleines Wunder.
Ich denke, dass der Aufbau Terra Preta mit unserem Wissen über Boden- bzw. Humusaufbau nicht übereinstimmt.
Um Dauerhumus aufbauen zu können, müssten wir die Vorgänge im Boden viel mehr kennen.
Hier sind uns diese Kulturen um vieles voraus gewesen. Es kann ja sein, dass aus einigen Zufällen und dem Zusammenkombinieren diese Erde und die damit entstehende Fruchtbarkeit in Zusammenhang von dichtem Zusammenleben in diesem Klima und dem Wissen über Hygiene dieses System entstanden ist.
Mich hat immer verwundert, dass nur noch die Erde und Tonscheiben gefunden wurden, aber keine Knochen. Ich vermute, ich weiß inzwischen, woher die Phosphatquellen kamen.
Die Vorstellung auf so einem mächtigem Humusflöz Ackerbau betreiben zu können, so stell ich mir das Paradies vor.
Es bleibt spannend, was da noch alles herausgefunden wird.
Je besser das Pflanzenwachstum funktioniert, umso mehr CO2 wird damit umgesetzt, umso mehr Biomasse, umso mehr könnte Biokohle hergestellt werden.
Allerdings, wenn damit dem Verschwendungsverhalten damit weiter Tür und Tor geöffnet wird, ist es keine Lösung.
Im Garten ist diese Form der Komposterzeugung ein Traum, auf einer viel kleineren Fläche wächst ein Gemüse heran, das einem das Gärtnerherz nur so lächeln lässt.
Es wäre sicher eine gute Form gegen den Hunger auf der Welt.
Und viele kleine Gemüsegärten weltweit- was hier alles an Gemüse für den Eigenverbrauch erzeugt werden könnte.
Die Frage ist nur, ob dies überhaupt gewollt ist?
Gruss
hobbygaertnerin
Re: terra preta
Verfasst: Mi 18. Jan 2012, 21:13
von luitpold
hallo
hobbygaertnerin hat geschrieben:Diese schwarze Erde erscheint mir durch ein sehr geschlossenes Stoffstrom- und Abfallverwertungssystem aufgebaut worden zu sein.
Das sie sich aber wieder aufbaut, das grenzt für mich an ein kleines Wunder.
Ich denke, dass der Aufbau Terra Preta mit unserem Wissen über Boden- bzw. Humusaufbau nicht übereinstimmt.
Um Dauerhumus aufbauen zu können, müssten wir die Vorgänge im Boden viel mehr kennen.
meine theorie, es verlangsamt sich der humuskreislauf, eben wegen der eigenschaften der biokohle. ähnlich einem hochmoor, das wächst auch.
hobbygaertnerin hat geschrieben:Es wäre sicher eine gute Form gegen den Hunger auf der Welt.
Und viele kleine Gemüsegärten weltweit- was hier alles an Gemüse für den Eigenverbrauch erzeugt werden könnte.
Die Frage ist nur, ob dies überhaupt gewollt ist?
das ist es meiner meinung nach wirklich.
und wenn du dir den link anschaust, die halbe welt forscht wie verrückt daran, ich glaube es ist gewollt.
lg
luitpold
Re: terra preta
Verfasst: Do 19. Jan 2012, 07:30
von hobbygaertnerin
Lassen wir uns überraschen, was dabei herauskommt.
Ich fände es gut, wenn sich die anwendenden Hobbygartler über ihre Erfahrungen austauschen könnten.
Zum Glück hab ich selbst einiges über die Zusammenhänge im Boden gelernt, aber ich weiß eigentlich auch nur, dass ich nichts weiß.
Freu mich auf alle Fälle auf das heurige Gartenjahr, die ersten Samen können schon in der warmen Stube ans keimen und Wachsen denken.
Gruss
hobbygaertnerin
Re: terra preta
Verfasst: Sa 21. Jan 2012, 05:57
von Seppel
Es gibt 2 Arten, und zwar Nährhumus und Dauerhumus. Man sagt, um 1cm Dauerhumus aufzubauen, braucht es 500 Jahre. Konventionelle Landwirschaft mit synthetischen Düngern und Pestizideinsatz stört jedoch den Humusaufbau / die daran beteiligten Mikroorganismen.
Kohlenstoff allein in den Boden einbringen hat zunächst nur bedingt Vorteile. Das Bodenleben muss in seiner Gesamtheit betrachtet werden. Für mich sieht die Reihenfolge so aus: Umstellung auf organische Düngung + Verzicht auf synthetischen Pflanzenschutz, dann Humusaufbau (Kompost) und (aufgeladene) Pflanzenkohle.
Der Gerald Dunst hat 2 gute Bücher rausgebracht: Humusaufbau, und Kompostierung. Kann ich nur weiterempfehlen.
Hier:
http://www.sonnenerde.at die Leute sind schon ziemlich nah dran.
PS: Wer in Österreich wohnt, kann sich für betreute Terra Preta Versuche anmelden unter obiger Adresse;
Material wird gestellt

Re: terra preta
Verfasst: Sa 21. Jan 2012, 09:31
von hobbygaertnerin
Hallo Seppel,
das ist wohl das Geheimnis- Dauerhumus.
Ich hab das Buch von Gerald Dunst, finde es gut zu lesen. Jeden Winter lese ich in Anne France-Harrars Buch von einer Zukunft ohne Not - das Geheminis des Dauerhumus scheint wirklich ein Geheimnis zu sein, dass Gott wohl nur den Regenwürmern anvertraute.
Ich hab gelernt, dass ein Centimeter Humusaufbau 100 Jahre braucht.
Den wirklichen Humusaufbau kennen wohl wenige, es dann auch wirklich zu schaffen, noch weniger.
In meinem Bücherschrank stehen viele Bücher über den Kompost, 10 Experten, 20 Meinungen.
Deshalb bin ich um meinen Garten froh, dort können mir die Bodenlebewesen zeigen, was ihnen am Besten passt.
Auf alle Fälle muss mit der Biomasseverschwendung endlich mal Schluss sein - und hier bitte können sich alle an der Nase fassen, ich bin Bäuerin und manchmal steigt mir der Blutdruck, wenn immer die Bauern an allem Schuld sind.
Hobbygaertnerin