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Re: Sparen durch Selbstversorgung
Verfasst: So 5. Aug 2018, 17:37
von centauri
@ivy
So sehe ich das auch. Ich hab da einen Bekannten der beschäftigt sich nebenbei mit Tomaten-, Paprika-, Gurken-, Physalis-, Melonen und Auberginen- Anzucht. Da hole ich mir schon seit Jahren meine Pflanzen. Ich finde es nicht effektiv wenn ich das selber mache, macht vor allem so ziemlich eh die selben Sorten die ich machen würde.
Erstens hätte ich dafür dann wegen Saison gar keine Zeit. Dafür fällt in der Zeit gleich mal nebenbei unser Brennholz und vieles an Bauholz an.
Zweitens hab ich auch gar nicht die Gegebenheiten im Haus.
Drittens,wenn ich die Gegebenheiten schaffen würde ist dies auch mit einer Investition verbunden. Viertens hat meine Frau auch keine Zeit dafür.
Fünftens hab ich für alles (90 m² Tunnel) 50 € bezahlt. Mehr wollte er nicht. Gut dafür hau ich ihm ab und an im Wald auch mal ein paar Bäume um wo er sich nicht rantraut.
Selbst herangezogenes Gemüse ist schon etwas feines. Trotz alledem kann man einen Produktionsschritt abgeben.
@Ina
Schnitzt du dir auch jede Leiste oder Latte selbst und schmiedest ein Scharnier wenn du sowas brauchst? Jeder hält hier auch nur das hoch was er gut kann und schiebt es als gutes Beispiel vor!
Re: Sparen durch Selbstversorgung
Verfasst: So 5. Aug 2018, 19:09
von Benutzer 6122 gelöscht
Ich sehe es auch so, daß man sparen kann mit der SV. Sicherlich sind die Anfangsinvestitionen höher. Aber manche Sachen rechnen sich schon.
Z.B. habe ich vor 3 Jahren 3 Sträucher der Schwarzen Johannisbeere Titania gesetzt für 24 Euro. Dieses Jahr hatte ich von den 3 Sträuchern 18 kg Ertrag.
Schwarze Johannisbeeren gibt es selten zu kaufen. Gerade mal nachgesehen: Im Tiefkühlpack kostet das Kilo 3,30 Euro. Das hat sich also schon amortisiert.
Wenn ich allerdings die Pflückzeit und die Verarbeitung dazurechne, sieht das schon anders aus. Dafür brauchen die aber sonst nicht viel Pflege. Weder schneide ich die Sträucher noch
gieße ich sie.
Brombeeren und Himbeeren sind ähnlich wirtschaftlich und pflegeleicht.
Grünspargel hat sich bereits im ersten Erntejahr amortisiert und macht wirklich nicht viel Arbeit: 1x im Frühling jäten, 1x Kompost drauf, dann einige Wochen täglich schneiden, ein paar Käfer lausen und killen, Spargel waschen, in Stücke schneiden und einfrieren, 10 Jahre lang ernten.
Tafeltrauben habe ich gerade herausgesucht für die Pflanzung nächstes Jahr. Da kosten die Reben pro Stock zwischen 10 und 17 Euro.
Die Kosten sind angesichts der Traubenpreise wahrscheinlich schon im 1. Jahr wieder drin. Und da ist die Pflege und Ernte wirklich pillepalle: Schnitt Ende Winter, Sommerschnitt, anbinden, ernten.
Saatgut kaufe ich einmal und vermehre dann selbst weiter oder lasse Selbstaussaat zu, habe also auch nur am Anfang eine größere Investition.
Natürlich brauche ich trotzdem noch Bargeld. Und mehr Platz und Ausstattung braucht man auch für Gartengeräte, Werkzeug, Vorratsbehälter, Küchenutensilien, Gefriertruhen etc.
Aber ich bin ganz froh, daß ich nur Teilzeit arbeiten brauche und mehr Zeit habe für den Garten. Mein Job macht mir Spaß. Aber im Garten rumpusseln macht mich auch glücklich.
Und ich vergleiche auch meine Erträge aus dem Garten preislich eher mit Bioladen-Ware als mit Discounter-Sachen.
Re: Sparen durch Selbstversorgung
Verfasst: So 5. Aug 2018, 19:19
von centauri
Und genau da fängt die Sache an zu hinken. Wieso stellt ihr eure Obstbäume, Beerensträucher und Weinreben nicht selber her? Würde sich doch auch lohnen.

Re: Sparen durch Selbstversorgung
Verfasst: So 5. Aug 2018, 19:28
von Maeusezaehnchen
Ich mach mir heuer die Arbeit und schreib mit, wie viel ich ernte und vergleiche dass mit den aktuellen Bio-Produkten.
Das zahlt sich ja RICHTIG aus.
Durch Baggerarbeiten war im Frühjahr noch nicht viel mit Pflanzen und damit ernte ich heuer auf jeden Fall weniger als sonst. Vor allen, weil die meine Beerensträucher unfachgerecht ohne mein Beisein ausgegraben haben. Da war kein Ertrag. Obstbäume haben wir erst im Vorjahr gepflanzt. Da ist noch keine nenneswerte Ernte. Und meine Wildhecke wurde durch die Baggerarbeiten auch so gut wie vernichtet. Das dauert auch wieder 2-3 Jahre bevor ich da was nennenswertes ernte.
Aber bis jetzt hab ich ca. 60kg geerntet und im Preisvergleich sind in Bio-Ware knapp 800€
Die großen Erntemengen wie Kartoffeln, Trauben, Kürbisse, usw. sind noch ausständig. Also so hoch waren die Ausgaben auf keinen Fall.
Und Gartenarbeit macht mir viel mehr Spaß als nur am Pool zu liegen und zu warten das die Zeit vergeht oder im Cafehaus sitzen oder so.
Somit sehe ich die Gartenarbeit als Hobby das mir eigendlich noch einen Gewinn einbringt.
Und wenn man dann noch einiges Verarbeitet und das mit den Bio-Waren vergleicht bekommt man fast ein schlechtes gewissen.
Nur als Beispiel:
Für 16l Holunderblütensirup hab ich Zucker, Zitronen und Orangen im Wert von 11€ verbraucht.
Bio-Holunderblütensirup kostet bei uns in den Geschäften 11,90€ je Liter
Da hat man ja schon einen wirklich guten Stundenlohn wenn man das auch noch umrechnen würde.
Wenn ich das jetzt aber mit dem ganz billigen Zuckerwasser mit Holundergeschmack (die haben sicher nie eine echte Holunderblüte gesehen) zu €1,80/l vergleiche bliebe nicht viel Ersparnis übrig. Aber schon der Geschmack von dem billigen Zuckerzeug ist den Vergleich nicht wert.
Also ich finde schon, dass man mit SV wirklich viel sparen kann. Man darf halt nicht "Äpfel mit Birnen" vergleichen.
Re: Sparen durch Selbstversorgung
Verfasst: So 5. Aug 2018, 19:29
von Maeusezaehnchen
centauri hat geschrieben:Und genau da fängt die Sache an zu hinken. Wieso stellt ihr eure Obstbäume, Beerensträucher und Weinreben nicht selber her? Würde sich doch auch lohnen.

Ich hab meine teilweise durch Absenker selbst vermehrt. Das geht aber nicht bei allen Sorten so gut. Und man braucht halt auch vor irgendwoher das "Grundmaterial"
Re: Sparen durch Selbstversorgung
Verfasst: So 5. Aug 2018, 20:01
von poison ivy
Milchmaedchenrechnung, Zaehnchen,
wenn ich das Zeug nicht sowieso zum saufuttern haett wuerde ich ganz bestimmt kein Bio-Trallala kaufen
dito, Pitu, kann ich doch nicht sagen ich haette den monetaeren Gegenwert von 100 Pfund Feigen 'gespart'
ich wuerde mir sicher nicht 100Pfund Feigen kaufen, wozu auch?
aber ich hab sie nun mal, was bitte hab ich dadurch gespart?
Re: Sparen durch Selbstversorgung
Verfasst: So 5. Aug 2018, 20:13
von sybille
Natürlich spart man indem man das eigene Gemüse und Obst anbaut. Als ich den Hof noch hatte, habe ich kaum etwas einkaufen müssen. Ich hatte allerdings auch Tiere deren Mist ich auf die Beete aufbringen konnte und eine Zysterne mit reichlich Wasser so das ich immer gut Ertrag hatte.
Trotzdem kann ich die Gedanken von poison ivy verstehen. Wenn ich etwas nicht habe, muss ich es nicht unbedingt kaufen. Aber es ist doch schön es zu haben.
Re: Sparen durch Selbstversorgung
Verfasst: So 5. Aug 2018, 20:48
von Benutzer 72 gelöscht
centauri hat geschrieben:@Ina
Schnitzt du dir auch jede Leiste oder Latte selbst und schmiedest ein Scharnier wenn du sowas brauchst?
nein, wieso sollte ich? ich sagte doch eh:
ina maka hat geschrieben:Ich hab meine Sicht glaube ich schon dargelegt - Selbstversorgung zu hundert Prozent ist Illusion.
Aber jedes kleine Teil, dass man zur Selbstversorgung beiträgt, spart Geld.
Trotzdem kostet das, was ich tu kein Geld, sondern spart es.
centauri hat geschrieben:Und genau da fängt die Sache an zu hinken. Wieso stellt ihr eure Obstbäume, Beerensträucher und Weinreben nicht selber her? Würde sich doch auch lohnen.

hm, nein.
alles kann man nicht selber machen.
Tauschen ist zum Beispiel eine gute Alternative zu kaufen
Wir haben unsern Wein tatsächlich "selber gemacht" - Ableger von einem guten Freund. Ditto die Himbeeren und schwarzen Ribisel, die roten waren gar "von selber" auf unserm Grundstück!
Man kann natürlich auch für "Selbstversorgung" irre viel Geld ausgeben, muss man ja nur durch diverse Kataloge blättern - was es da alles gibt!
Aber das alles braucht man nicht wirklich, um SV zu machen.
poison ivy hat geschrieben:dito, Pitu, kann ich doch nicht sagen ich haette den monetaeren Gegenwert von 100 Pfund Feigen 'gespart'
ich wuerde mir sicher nicht 100Pfund Feigen kaufen, wozu auch?
aber ich hab sie nun mal, was bitte hab ich dadurch gespart?
hm, wenn wir viel von etwas ernten können, werden wir davon satt.

Wir täten auch nicht so viele Weintrauben kaufen, wie wir jetzt haben, aber weil wir die Trauben haben, essen wir uns satt daran und müssen nichts anderes kaufen.
Und machen eben den den Wein selber, "müssen" ihn nicht mehr kaufen.
Re: Sparen durch Selbstversorgung
Verfasst: So 5. Aug 2018, 21:19
von Benutzer 4754 gelöscht
ina maka hat geschrieben:Trotzdem kostet das, was ich tu kein Geld, sondern spart es.

Deine Zeit ist dir nix wert, Samen, Erde, Wasser und Geräte bekommst du geschenkt?
ina maka hat geschrieben:Kinder hab ich, keine Berufsausbildung und inzwischen auch keinen job mehr
Und damit auch nix in die Rentenkasse bezahlt, dadurch bekommen aber die die eingezahlt haben weniger weil du nichts dazu beigetragen sondern nur profitiert hast!
Aber für einfache Handlanger brauchst du bei der Gemüsekalkulation immer hin nur den Mindestlohn veranschlagen...
pitu hat geschrieben:Z.B. habe ich vor 3 Jahren 3 Sträucher der Schwarzen Johannisbeere Titania gesetzt für 24 Euro. Dieses Jahr hatte ich von den 3 Sträuchern 18 kg Ertrag.
Schwarze Johannisbeeren gibt es selten zu kaufen. Gerade mal nachgesehen: Im Tiefkühlpack kostet das Kilo 3,30 Euro. Das hat sich also schon amortisiert.
Wenn ich allerdings die Pflückzeit und die Verarbeitung dazurechne, sieht das schon anders aus.
pitu hat geschrieben:Grünspargel hat sich bereits im ersten Erntejahr amortisiert und macht wirklich nicht viel Arbeit: 1x im Frühling jäten, 1x Kompost drauf, dann einige Wochen täglich schneiden, ein paar Käfer lausen und killen, Spargel waschen, in Stücke schneiden und einfrieren
Schreibe da Mal alle Stunden auf die du brauchst...
Aufgehangen habt ihr euch ja an Centauris zugekauften Jungpflanzen...
... wir ziehen Tomaten (30 Pfl.), Chilli (25pfl.), Sellerie und Lauch vor.
Fur mich selbst brauche ich 2000 Kohlsetzlinge,
die Kosten mich 200€, pflanzfertig.
Für 10ct das Stück kann ich nicht das Saatgut besorgen, die Anzuchtplatten, die Erde und dann in Einzelkorn aussäen, im Glashaus wässern usw.
Die Gartenarbeit rechnet sich verglichen mit den Ladenpreisen bei einer Vollkostenkalkulation nicht,
das einzige was sie hat ist einen Idellen wert und der ist eben sehr hoch.
Mein Kohl rechnet sich, aber nur durch kosten Optimierung (also Zeit sparen!), den relativ hohen Verkaufspreis von 1€/kg bzw 2€/Kopf und da er nach ,70 Tagen reif ist kann ich zweimal im Jahr ernten, da habliet die Pacht.
Re: Sparen durch Selbstversorgung
Verfasst: So 5. Aug 2018, 21:45
von Maeusezaehnchen
Von irgend etwas muss man leben.
Und ich will keine chemisch totgespritzten Tomaten aus Spanien um 2€ das Kilo. Also warum soll ich die dann mit meinen leckeren ungespritzten vergleichen statt mit Bio-Ware? Die würde ich mir ja sonst auch kaufen.
Und wenn du keine Feigen magst musst du sie ja von vornherein nicht pflanzen.
Ich brauch im Sommer kaum etwas aus der Obst- und Gemüseabteilung. Für den Winter hab ich viel auf Vorrat.
Wenn dir das giftige geschmacklose Billigzeug reucht solltest du mit SV aufhören.... das kriegst immer billiger als gute Qualitätsware.
Und wie schon gesagt. Andere zahlen viel für ihr Hobby und da wird die Zeit nicht dazukaltuliert. Mein Hobby ist der Garten und warum soll ich dann meine Zeit rechnen?
Wasser hab ich übrigens fast immer genug. Samen ziehe ich selbst. Der Dünger ist Kompost und Pfanzenjauchen (Brennessel usw). Erde hab ich ja im Garten sowiso und natürlich jede Menge Kompost. Die 2-3 Sack Anzuchterde fallen auf das Jahr gesehen nicht auf. Und ich brauch keine teuren Anzuchtplatten. Da kann man auch ganz einfach Joghurtbecher usw verwenden.
Und ich brauch keine 200 Pflanzen einer Art. So viel kann ich ja gar nicht essen.... und verkaufen ist nicht mein Ziel.... ist dann auch nicht SV sondern Gewerblich.