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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: So 22. Jul 2018, 09:32
von Benutzer 4754 gelöscht
emil17 hat geschrieben:Kurzfristig mag sich so manches rechnen.
Langfristig ruiniert man damit produktive Fläche, und das lässt sich kaum rückgängig machen.
Dabei gäbe es genug tote Flächen, wo die Sonne genauso draufscheint wie auf Land mit zuwenig Ertragspotential.
Deshalb gehört die PV-Anlage aufs Hangardach und nicht auf die Wiese.
Na, Emil da sind wir uns einig!

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: So 22. Jul 2018, 10:10
von Benutzer 146 gelöscht
Oelkanne hat geschrieben:
Die Windkraftanlagen wurden mich vor allem als Schlepperfahrer stören.
andauernd muss man so eine blöde Insel umfahren
:roll:
wenn man pflügt, muss man die ganzen Kanten Ausflügen und braucht ewig,
die Spritzenfahrer raufen sich die Haare.

Aber da wird meist der Chef auf den Taschenrechner geguckt und gesagt habe: "lohnt sich, machen wir."
meist wird nur der Grund verpachtet, die eigentliche WKA baut dann eine Betreibergeselschaft drauf.
Hier zahlen die pro Anlage zwischen 30 u. 50tsd.€ / Jahr an Pacht, - dafür wird der Eine oder Andere vermutlich gerne ein paar Kurven mit dem Schlepper fahren (lassen) ;)
Bei uns stehen die Anlagen allerdings zu 90% im Wald, - dafür wird dann fleißig gerodet... :roll:

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: So 22. Jul 2018, 10:17
von Benutzer 4754 gelöscht
fahren (lassen)
Du sagst es, keiner der selber fährt baut sich einen schönen acker zu.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: So 22. Jul 2018, 10:41
von Benutzer 72 gelöscht
Oelkanne hat geschrieben:
fahren (lassen)
Du sagst es, keiner der selber fährt baut sich einen schönen acker zu.
Aber Strom haben will wohl jeder??
Oelkanne hat geschrieben:mag eine Solaranlage wirtschaftlich und angebracht sein (der Markt/Verbraucher bzw die Politik fordern und fördern sie ja)
:roll:
eh klar, und die "Produzenten" beleuchten ihre Häuser nur mit eigenem Öl - Rapsöl??
Und der Trecker fährt auch mit Heu oder Mais oder Weizen?
ausschließlich?

**************************

Was emil gesagt hat, klingt sehr wohl logisch.
Mich täte es echt interessieren, ob eine Solaranlage für die Umwelt besser oder schlechter ist als ein Bioenergie-Acker?
Gibt es da Studien?

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: So 22. Jul 2018, 11:04
von Rati
mensch, mensch, soviele "das Glas ist halb leer " Denker hier und schon wieder so viele Vorwürfe und Zurückvorwürfe. Eigentlich sollte mich das deprimieren, aber zum Glück gibt es ja Leute die tatsächlich schwungvoll versuchen an einer Zukunft zu bauen die Natur und Technik gesund vereinen kann.
Wie zB diese Demeterleute und natürlich auch so mancher der hier im traed geschrieben hat. :)
Das beschränkt mein deprimiert sein auf ein kurzes mitleidvolles Seufzen für all jene die jetzt schon wieder lieber über angeblich profitgierige Strombauern, verbaute Landschaften oder mehr Lenkbewegungen bei Ackerfahrten schimpfen wollen.

Für mich ist diese SolarAckerfruchtdoppelnutzung ein gutes Beispiel und ich bin sicher es wird immer mehr davon geben.
:hmm: Vielleicht ist es auch gerade die Anwesenheit der sauertöpfigen ;) welche die "das Glas ist halb voll" Denker zusätzlich motiviert.

In diesem Sinne:
Weitermachen! :mrgreen:

Grüße Rati

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: So 22. Jul 2018, 11:24
von Benutzer 4754 gelöscht
ina maka hat geschrieben:
Oelkanne hat geschrieben:
fahren (lassen)
Du sagst es, keiner der selber fährt baut sich einen schönen acker zu.
Aber Strom haben will wohl jeder??
Hat jemand etwas anderes gesagt?
Nein.
Aber muss man dazu Ackerflächen zubauen?
Nein.

Oelkanne hat geschrieben:mag eine Solaranlage wirtschaftlich und angebracht sein (der Markt/Verbraucher bzw die Politik fordern und fördern sie ja)
:roll:
eh klar, und die "Produzenten" beleuchten ihre Häuser nur mit eigenem Öl - Rapsöl??
Und der Trecker fährt auch mit Heu oder Mais oder Weizen?
ausschließlich?
Das verstehe ich nicht, warum sollte der Schlepper mit Heu, Mais oder Weizen fahren?

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: So 22. Jul 2018, 15:55
von emil17
Gemeint ist wohl die nachhaltige Erzeugung von Treibstoff, um den Hof auch aus energetischer Sicht als Nettoproduzent bewirtschaften zu können.
Für mich ist das Energeiproblem nicht mit einem Patentrezept lösbar, egal ob das nun AKWs oder Biodiesel sein soll. Vielmehr geht es darum, alle sich als Nebennutzung ergebenden Energiequellen maximal auszunutzen. Also Solaranalge aufs bestehende Dach, anfallende Biomasse vergären (ist nicht dasselbe, wie Biomasse ausschliesslich zu Energeizwecken extra anzubauen), anfallendes Brennholz nutzen, im Winter wo es geht den Hof mit der Abwärme der Milchkühlung heizen, und was der Möglichkeiten mehr sind.
Wesentlich ist, dass die Währung, in der nachhaltig gerechnet wird, nicht Euros sind, sondern Nettoenergie oder Nahrungsmittel - man kann ja nicht den ganzen Hof umstellen bloss weil der wetterwendische Markt gerade Strom oder Biodiesel nachfragt. Was sich nur wegen Fördernung rechnet, hat längerfristig keinen Bestand.

Es fragt sich auch, ob die immer energiesüchtigere städtische und vorstädtische Bevölkerung einfach Energie fordern kann, weil produzieren bequemer als sparen ist, und dafür die Landschaft zugestellt werden muss - damit verliert die ländliche Gegend ihren Selbstwert und wird als Lieferant und Entsorgungsplatz deklassiert.
Ein Beispiel: Viele moderne Häuslebauer fressen mit ihrem Traum nicht nur bestes Kulturland für ihre Einfamilienneubauten, um die dann ein Schottergarten mit automatischer Bewässerung und Rasenmähroboter kommt, weil ja alles keinen Aufwand machen darf. Sie verlangen auch Verkehrsfläche und Energie, die selbstverständlich billig sein und vor allem vorhanden zu sein hat. So sind intelligente Häuser immer mehr in Mode, man lässt dafür einen Home Server Tag und nacht laufen, nur um immer und überall Multimedia bereit zu haben und damit man die Sonnenstoren nicht mehr selber runterlassen muss. Die Kilowattstunden, die dafür durch den Zähler laufen, sind Energiebedarf und haben vorhanden zu sein (50 Watt für einen Homeserver, und das ist nicht viel, sind im Jahr 440 kWh Verbrauch!).
Wärmepumpe ist "umweltfreundlich" - sicher besser als Widerstandsheizung, aber warum man eine tagsüber unbewohnte Hütte im ganzen Volumen der inzwischen für 2 Personen üblichen 140 m2 Wohnfläche auf 23 Grad im Winter halten soll, darf man sehr wohl in Frage stellen.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: So 22. Jul 2018, 18:20
von Benutzer 72 gelöscht
emil17 hat geschrieben:....weil produzieren bequemer als sparen ist....
so hab ich das noch nie gesehen, aber..... ja, hm - das dürft einiges erklären!
ist es wirklich so??
für die meisten wohl tatsächlich :hmm:

hast du da in deinen Lösungsvorschlägen nicht einfach Permakultur beschrieben?

Wir überlegen ja jetzt ernsthaft, doch draußen zu bauen und natürlich ist die Größe des Hauses ein Thema!
so klein wie geht - damit wir weniger heizen müssen und damit weniger Fläche "verloren" geht und im Sommer sind wir sowieso fast nur draußen....
Aber als Städter ist man es ja gewohnt, auf wenigen m² glücklich zu sein - Siedlungsbauten verbrauchen viel viel weniger Platz als Einfamilienhäuser!! :oma:

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: So 22. Jul 2018, 18:57
von woidler
Mal ne kleine Anmerkung:

in D stammen heute gerademal 30 % der Stromeregie aus erneuerbaren Quellen:

der Rest: Erdgas , Braunkohle, Steinkohle und Atomkraft

Aus Erdölverbrennung werden grad mal ca. 5% erzeugt. Die Großteil der energetischen Erdöleinsatzes geht für Mobilität
und Heizung drauf.

woidler

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: So 22. Jul 2018, 21:58
von centauri
Ja aber eigentlich hat emil schon Recht mit seiner Aussage. Wen interessiert es schon in der Stadt wo alles so her kommt. Da kommt eben der Strom aus der Steckdose und warm wird es wenn man am Heizkörper dreht. Fressen produziert ja nicht der Landwirt sondern wir steril verpackt vom Discounter bereitgehalten. Alle paar Jahre paar neue Gardinen und ein paar neue Schrottmöbel. Mehr braucht es ja eigentlich nicht um glücklich zu werden in einer urbanen Gesellschaft.
Viele wollen ja auch in einer Stadt wohnen weil das kulturelle Angebot so groß ist. Das kann sein das man das so denkt. Nur ohne Moos nix los. Das ist hier auf dem Land so, das wird in der Stadt nicht anders sein. Nur wenn ich die Möglichkeit haben möchte an einer kulturellen Veranstaltung teil zu nehmen dann fahre ich mal eben 45 min nach Leipzig. Wenn ich in Leipzig ungünstig wohne brauche ich vielleicht auch eine Std zum Veranstaltungsort. Liegt eben daran das die Infrastruktur in die Stadt besser ist wie die innerstädtische Infrastruktur. ;)