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Re: Die schönen Momente des Selbstversorgerlebens

Verfasst: Do 13. Okt 2022, 19:43
von sybille
Eberhard und das soll gesund sein? Braucht der Mensch nicht einen gewissen Anteil an Mikroben, Bakterien um sein Immunsystem aufrecht zu erhalten?

Re: Die schönen Momente des Selbstversorgerlebens

Verfasst: Do 13. Okt 2022, 20:09
von Ferry
Das nennt sich "Erdeloser Anbau oder auch Hydrokultur" ist schon seit vielen Jahren verbreitet.

Re: Die schönen Momente des Selbstversorgerlebens

Verfasst: Do 13. Okt 2022, 20:36
von Eberhard
Das mit dem gesund ist doch relativ.

Dieses saubere Gemüse ist doch gesünder als welches, das mit Pestiziden behandelt wurde und auf Böden mit jahrzehntelanger Pestizidbelastung wächst. Ein paar Vitamine und Mineralstoffe wird es schon liefern. Nach Herwig Pommeresche ist Rohkost (noch lebend) essentiell wichtig für Ernährung. Irgendwo habe ich gelesen, dass der menschliche Stoffwechsel noch dem entspricht wie jener unserer Vorfahren vor 200.000 Jahren, und unsere Stoffwechsel-Zivilisationskrankheiten resultieren u.a. daraus, dass sich unser Essen sehr geändert hat, nicht aber der Stoffwechsel.
Nicht ganz optimales frisches Gemüse ist also allemal besser als irgendwelches zerkochtes Zeugs aus der Dose.
Äpfel sind jetzt Obst, die Betrachtung ist aber die gleiche. Bei den tollen Südtiroler Äpfeln fährt die Giftspritze mehr als 20-mal im Jahr durch die Plantagen. Da kann nicht alles an Gift weg sein, und wenn man etwas misst, dann sind das Einzelsubstanzen und deren Grenzwerte. Bei den verwendeten und möglichen Kombinationen daraus ist man i.d.R. ahnungslos. Auch jeder hiesige Obstbauer wird bestätigen, dass Äpfel in der Auslage des Marktes nur so schön und gleichmäßig aussehen können, wenn gespritzt wird.

Natürlich ist jahreszeitgewachsenes Freilandgemüse auf gesundem Boden gewachsen höher einzustufen. Mit etwas Glück und Geschick sind die Pflanzen so gesund und resistent, dass man gar nicht auf die Idee kommen muss, mit Mittelchen nachzuhelfen: Vollständige Resistenz dank gesunder Pflanzen

Im eigenen Garten hat man öko, bio und regio automatisch dabei, ohne groß darauf zu verweisen. Da verkraftet man dann auch zusätzlich etwas "Futter", wer kann laufend nur Heilkräuter essen und vertragen.
Braucht der Mensch nicht einen gewissen Anteil an Mikroben, Bakterien um sein Immunsystem aufrecht zu erhalten?
Na klar, und der Anteil ist hoch. Wenn man die Anzahl der Gene bestimmt, die wir mit uns herumtragen, sind wir überwiegend nichtmenschlich:
Martin Grassberger // Holobionten und ihr Mikrobiom // Symposium "Aufbauende Landwirtschaft" 2020

Re: Die schönen Momente des Selbstversorgerlebens

Verfasst: Sa 15. Okt 2022, 16:48
von emil17
Eberhard hat geschrieben: Do 13. Okt 2022, 20:36 Wenn man die Anzahl der Gene bestimmt, die wir mit uns herumtragen, sind wir überwiegend nichtmenschlich
Diese Aussage hört man immer wieder, dennoch trifft sie nicht den Kern der Sache:
Einmal sind wir vom Bauplan und Stoffwechsel her ein Säugetier unter vielen, als Säugetier ein Wirbeltier unter vielen, als Wirbeltier ein Vielzeller unter vielen, also stimmen logischerweise viele Gene mit denen anderer lebewesen überein. Grundlegende Dinge des Zellstoffwechsels wie der Zitratzyklus oder die Codierung von Aminosäuren in der DNA wurden vor mehreren Milliarden Jahren erfunden und sind bei allen Lebenwesen gleich. So etwas wie eine Wirbelsäule ist auch schon einige hundert Millionen Jahre alt. Wir benutzen dazu nicht Gene von Grünalgen oder Rippenquallen, sondern alle benutzen die gleichen Gene, weil die bewährt funktionieren. Das sind viele Gene, und sie bewirken, dass unser Körper so gut funktioniert, dass wir das spezifisch Menschliche in uns auch leben können - was unmöglich wäre, wenn die Niere oder das Hämoglobin oder die Knochenbildung nicht funktionierten.
Alle unserer Gene stammen von unseren direkten Vorfahren, auch wenn sie baugleich mit denen ganz anderer Organismen sind. Insofern sind alle Gene menschlich, weil wir Nachkommen von Menschen sind.
Dann gibt es bei allen Lebewesen sehr grosse Anteile nicht kodierender Gene. Auch deshalb ist eine rein qualitative Aussage (99% Affewngene) ziemlich sinnlos.
Wenn man die Eigenschaft "menschlich" als Unterscheidungsmerkmal von Mensch und Nicht-Mensch verwenden will, dann benutze man sie auch so, nämlich als Differenzierung, und dann sind die allermeisten unserer Gene eben nicht geeignet.
Drittens dürfte bekannt sein, dass bei den relativ wenigen Genen, die den Menschen ausmachen und nur bei Menschen zu finden sind, nämlich vor allem was die Gehirnentwicklung, Sprache und Sozialverhalten angeht, das meiste von der Sozialiserung und von den äausseren Umständen des Lebens abhängt.


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Re: Die schönen Momente des Selbstversorgerlebens

Verfasst: Sa 15. Okt 2022, 17:00
von Eberhard
@emil: WIR ohne unser Bionom könnten nicht überleben, und Du setzt sicher nicht die Bakterien aus Darm und Nasenhöhle usw. gleich mit Menschen und deren Genen. Eine Quelle hatte ich ja unmittelbar angegeben, wo man etwas tiefer in die Materie eindringen könnte. Man kann aber auch im Selbstwissen verharren und da etwas davon erzählen.
Ehe Du belehrst, solltest Du die Aussage verstanden haben. Nicht jeder hängt Dir bedingungslos an den Lippen.

Re: Die schönen Momente des Selbstversorgerlebens

Verfasst: Sa 15. Okt 2022, 19:04
von Ellie
Ich glaube ihr redet aneinander vorbei. So wie ich es verstehe meint Eberhard Zellen. Unser Körper besteht aus mehr nichtmenschlichen Zellen als Menschlichen. Viren, Bakterien, Pilze, Protisten auf Haut, Schleimhäuten, in unseren Zellen (Mitochondrien), im Magen-Darm-Trakt. Viele unserer Hormone werden tatsächlich von nicht-menschlichen Organismen hergestellt. Coole Sache, oder?

Um auch zurück zum Thema zu finden: ich genieße gerade in vollen Zügen meinen neuen Rückzugsort im Folientunnel. Dort ist es warm, windgeschützt, da steht in Stuhl und ich hab einen tollen Blick über die Beete ohne vom Haus aus sichtbar zu sein (Maaaaamaaaaaaaa!) :engel:

Re: Die schönen Momente des Selbstversorgerlebens

Verfasst: Sa 15. Okt 2022, 19:36
von Tscharlie
Ich habe gerademal bei mir nachgezählt, wie bei den meisten Menschen hat allein mein Mikrobiom, einen Namen hat man schon gefunden, wenn man auch sonst eher wenig Ahnung davon hat, also bei mir sind es 35 000 000 000 000, ja was eigentlich?

Re: Die schönen Momente des Selbstversorgerlebens

Verfasst: Sa 15. Okt 2022, 21:53
von emil17
Ich habe nur zu erklären versucht, warum eine Aussage wie "Wenn man die Anzahl der Gene bestimmt, die wir mit uns herumtragen, sind wir überwiegend nichtmenschlich" Unsinn ist und von Unverständnis der Rolle der Gene zeugt.
Zu den Unterschieden von Mensch und Bakterium und zur Funktion des Zusammenlebens habe ich mich nicht geäussert.

Re: Die schönen Momente des Selbstversorgerlebens

Verfasst: Sa 15. Okt 2022, 23:15
von Eberhard
Dann ist Dein Versuch massiv schiefgegangen, oder lässt ein Mensch sein mehrere Kilogramm schweres Bionom in einer Kiste unterm Schreibtisch und macht sich alleine auf den Weg in die Welt? Ich kann und will da meinen Darm nicht auskehren.

Re: Die schönen Momente des Selbstversorgerlebens

Verfasst: Mi 19. Okt 2022, 19:46
von Ellie
Gerade als ich überlegt habe, was ich mit der heutigen Ernte anstelle, kam mein Nachbar und hat mir zwei fette Hechte in die Hand gedrückt. Er ist leidenschaftlicher Angler, isst aber selbst keinen Fisch 🤷 er wollte einfach ein paar Eier dafür haben. Schön, wenn man als SVler immer was zum tauschen hat :daumen: