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Re: Glyphosat-Diskussion

Verfasst: Mo 8. Jan 2018, 15:57
von Buchkammer
hobbygaertnerin hat geschrieben:... Habe gerne hier mitgeschrieben, aber jetzt glaub ich wird es Zeit dieses Forum zu verlassen.
Das fände ich auch sehr schade. Auf deinen Erfahrungsschatz zu verzichten wäre ein Verlust für dieses Forum.

135 Seiten nur über ein Mittelchen, dass die einen verfluchen - andere wiederum für unverzichtbar halten. Ich bin hier denke ich bei Seite 100 ausgestiegen und lebe seitdem ruhiger. Sporadisch schaue ich ab und an mal rein und entdecke solche Beiträge wie deinen, die mich zum Tastenkloppen veranlassen.

Du kannst die Welt nur in deinem kleinen Umfeld ändern - die Lobbyisten-TrolleInnen, der agrochemischen Industrie, die hier ohne Zweifel mitschreiben, wirst du nicht umstimmen können.

Mein Tipp: Nimm ein paar Kressesamen und steck sie in die Erde, stell ein paar Sprossen her oder mach einen gemütlichen Spaziergang/Fahrradtour. Das ist in meinen Augen sinnvoll verwendete Lebenszeit. ;)

Re: Glyphosat-Diskussion

Verfasst: Mo 8. Jan 2018, 16:34
von Rohana
Also, soweit ich weiss will sie weder mich noch Ölkanne umstimmen - haben wir sonst noch Leute im Forum die mit solcherart Kosenamen belegt werden? :lol: - aber schön dass wir wiedermal als Sündenböcke dienen können! Gern geschehen! :grinblum:

Re: Glyphosat-Diskussion

Verfasst: Mo 8. Jan 2018, 17:47
von Wildling
Ich empfehle den Glyphosatverteidigern hier:Jeden Morgen einen Kurzen von dem Zeug zum Frühstück,das ganze nenne ich verkürzte Langzeitstudie...welche ja lange überfällig ist um endlich Klarheit zu schaffen,wie giftig es nun wirklich ist.

Mein logischer Menschenverstand sagt:Etwas,das so gut wie alles auf dem Acker tötet,möchte ich nicht essen,sei es auch nur in Spuren.
Dafür braucht es keine Lobbyarbeit,keine wirtschaftlichen Faktoren und in meinen Augen nichtmal eine Studie (Geldgeber).

Habt ihr euch mal ein Acker nach der "Behandlung" angesehen?Sieh mal selbst hin,anstatt die Meinung anderer hinzunehmen.Da findet jeder die Antwort,der mit offenen Augen durchs Leben geht.

Für Landwirte ist es eine extreme Arbeitserleichterung,der Rest zählt wohl kaum.Geht schnell und Produziert viel.Vielleicht muss man Anreize schaffen,oder Strafzahlungen,wenn der Landwirt es benutzt...oder das ganze System umstellen,kleinere und mehr Höfe,die in der Lage sind mit Pflege und Wissen ohne Gift ausreichend Nahrung zu Produzieren.Manchmal ist der einfachste Weg eben nicht der beste.

Ja,ich bin ein Träumer,aber es ist mir egal,wenn ich gesteinigt werde,zumindest kehre ich vor meiner eigenen Tür :pft:

Deutschland ist in vielen Dingen in Sachen Umweltschutz schon ein Vorreiter,es wäre schön gewesen,wenn Deutschland das Zeug verbietet und dem Rest der Welt zeigt,das es auch anders geht!

Re: Glyphosat-Diskussion

Verfasst: Mo 8. Jan 2018, 19:05
von viktualia
Hobbygärtnerin, bitte bleib, ich würde dich sehr vermissen.

Wildling, grundsätzlich haste ja voll recht. Und solange du keine Pseudostudien verlinkst ist ja auch alles in Ordnung.
Als ich das erste Mal hier in den Faden reinschaute, dachte ich auch noch "Sauzeug". Denk ich auch immer noch.
Aber ich möchte nicht mit meiner Unterschrift bei irgendeiner Aktion mitmachen, die letztlich dazu führt,
dass NOCH GIFTIGERE SACHEN auf dem Acker landen. (Und die gibt es, nicht zu knapp.)
Darum geht es mir. Nicht darum, was zu verharmlosen, sondern die konkrete Manipulation durch Massenmedien ein wenig abzuschwächen.
Und ein bissl langfristiger zu denken, als es der Zeitgeist grad so vorgibt.
Klar ist da ne große Versuchung auch für mich, mich einfach zu freuen, dass ich auf einmal "Recht habe". Bin ja jahrelang komisch angesehen worden, weil ich so "Grün" bin. Jahrzehnte.
Und plötzlich dreht sich der Wind, aber die Verarschung ist die gleiche.
Ist nicht leicht, das.

Re: Glyphosat-Diskussion

Verfasst: Mo 8. Jan 2018, 19:45
von Wildmohn
viktualia hat geschrieben:Hobbygärtnerin, bitte bleib, ich würde dich sehr vermissen.

Wildling, grundsätzlich haste ja voll recht. Und solange du keine Pseudostudien verlinkst ist ja auch alles in Ordnung.
Als ich das erste Mal hier in den Faden reinschaute, dachte ich auch noch "Sauzeug". Denk ich auch immer noch.
Aber ich möchte nicht mit meiner Unterschrift bei irgendeiner Aktion mitmachen, die letztlich dazu führt,
dass NOCH GIFTIGERE SACHEN auf dem Acker landen. (Und die gibt es, nicht zu knapp.)
Darum geht es mir. Nicht darum, was zu verharmlosen, sondern die konkrete Manipulation durch Massenmedien ein wenig abzuschwächen.
Und ein bissl langfristiger zu denken, als es der Zeitgeist grad so vorgibt.
Klar ist da ne große Versuchung auch für mich, mich einfach zu freuen, dass ich auf einmal "Recht habe". Bin ja jahrelang komisch angesehen worden, weil ich so "Grün" bin. Jahrzehnte.
Und plötzlich dreht sich der Wind, aber die Verarschung ist die gleiche.
Ist nicht leicht, das.
Fände es auch schade, wenn Hobbygärtnerin die Segel streicht. Ist doch im Prinzip nur ein Meinungsaustausch, der nicht unüblich bei sochen Themen ist...
Wildling hat in meinen Augen das Thema Glyphosat auf den Punkt gebracht: Etwas, das so vernichtend wirkt, möchte Mensch nicht in seiner Blutbahn kreisen haben...
@viktualia:
Bist nicht auch Du einem Dogma unterlegen, dass behauptet wird, dass nach Glyphosat "noch giftigere Sachen" auf dem Acker landen?
Soll diese Tatsache oder Behauptung den Einsatz von Glyphosat relativieren?
Sind Menschen, die sich gegen Umweltzerstörung engagieren alles nur "Grüne Spinner"?
Sollte nach Glyphosat etwas gleichwertiges oder giftigeres auf den Markt kommen, wird es halt wieder Menschen und Meinungen geben, die dagegen sind und dies auch kundtun. Es ist ja zum Glück nicht Verboten, eine Meinung gegen den Mainstream zu haben.
Übrigens: Egal, auf welcher Seite Mann/Frau steht, der Wind, wie Du es grade erfährst, bläßt einem immer rücksichtslos ins Gesicht. Wichtig ist die Haltung und Einstellung zu einem Thema, denn dann kommt man auch besser durch den Sturm...

Re: Glyphosat-Diskussion

Verfasst: Mo 8. Jan 2018, 23:15
von Benutzer 146 gelöscht
So, ich habe mir mal die Zeit genommen nachzulesen, wie dieser Faden eigentlich entstanden ist vor über 2 Jahren, denn auf mich wirkt dieses Thema in diesem Forum etwa so sinnvoll wie ein Faden über die Einführung von Tempo 120 auf allen Autobahnen in einem Porsche-Forum.
Eigentlich stand auf den ersten 3 Seiten fast das Gleiche wie auf den letzten 30 Seiten, - Diskussion über die Glaubwürdigkeit von wissenschaftlichen Studien und die unvermeidlichen Praxisbeispiele aus dem unerschöpflichen Agrochemie-Wissensschatz unseres Jung-Lobbyisten.
Das hier ist ein Forum für Leute, die zur weit überwiegenden Mehrheit die Absicht haben oder schon umsetzen, ihre Lebensmittel NICHT aus dem Angebot der sog. Lebensmittelindustrie (ob man deren Produkte überhaupt als "Lebens"-Mittel bezeichnen dürfte, ist eine andere Frage) zu beziehen, sondern selbst anzubauen, und zwar aus der Überzeugung heraus, dass dies für einen selbst und die Umwelt besser ist. Den bewussten Verzicht auf Agrochemie, halte ich dabei für einen ebenfalls mehrheitlichen Konsens.
Nun ist es kein Einzelfall, dass hier im Forum über Dinge diskutiert wird, die nicht direkt mit SV zu tun haben, aber wir hatten meines Wissens noch keinen Faden, der sich mit einem Thema beschäftigte, das dem mehrheitlichen Grundkonsens, worauf es hier ankommt, so widerspricht.
Die Selbstversorgung, um die es hier mehrheitlich geht, ist eine per Definition private, individuelle Einzellösung für eine mehr oder weniger privilegierte (was die Verfügbarkeit von Nutzflächen betrifft) Minderheit, und kein Forschungsprojekt für die Lösung der Welt-Ernährungsfrage. Es dürfte jedem Gartenbesitzer oder-Nutzer klar sein, dass das, was er tut, nicht möglich wäre, wenn Alle versuchen würden, es zu tun, und zwar schon gestern nicht, heute auch nicht, und morgen sowieso nicht, und mit Alle meine ich sowohl die Einwohner dieses Landes, als auch die Bewohner dieses Planeten.
Es gibt keine umweltschonende Methode, denn es gibt garkeine Methode, eine unbegrenzt wachsende Population auf einer begrenzten Fläche zu ernähren! Darum ist es langfristig völlig wurscht, ob Glyphosat schädlich für die Umwelt ist, oder nicht.

Glyphosat ist nur Einer von unzähligen Versuchen, mit technischen Mitteln die Folgen einer Überpopulation hinauszuzögern oder zu mildern (und gleichzeitig evtl. ein kleiner Beitrag, das irgenwann auch zu schaffen, - aber durch die möglichen Spätfolgen für die allgemeine Lebenserwartung, nicht durch billigere Nahrungsmittel :pfeif: )

Jedenfalls wäre dieser Faden aus meiner Sicht nach spätestens 5 Seiten in die "Relative Realität" gewandert, denn es geht überwiegend um ein Rhetorik-Trainingsprogramm für Ölkanne, der bestimmt (sofern er ihn nicht längst hat) bald einen gut bezahlten Job findet mit seiner Fähigkeit zur Abstraktion und Transformation von rationaler Einsicht:
Oelkanne hat geschrieben:
Umweltchemikalie problemlos ist [...]bis die Harmlosigkeit klar bewiesen ist.
Ich glaube das PSM weder harmlos noch problemlos sind, in Deutschland gibt es 11mio Hektar Ackerland die konventionell bewirtschaftet werden, die Hälfte davon wird mit Getreide bebaut, der standart im Getreide gegen Blattläuse und Getreidewickler sind Phyrethoide, meist DecisForte von Bayer oder Karate von Syngenta, einmal im Herbst und mindestens einmal im Frühjahr.
von beidem braucht man 70ml/ha entsprechend 7g Wirkstoff/ha mal 11 mio Hektar ergeben 77t von zwei hochpotenten Wirkstoffen(Cyhalotrhin und Deltametrhrin) in ganz DE pro Jahr und das nur auf Getreideflächen, Karate beispielsweise darf man auch in Kartoffeln, Raps, Zuckerrüben, Birnen, 45 Gemüsearten und Tabak einsetzten, jeweils meist mit 70(75)ml/ha.
Und mir kann keine Behörde weiß machen, das ein Stoff der mit einer Menge von 0,00075g/qm alle Blattläuse, Zikaden, Getreidewickler und Frittfliegen für 2-3 Wochen sicher beseitigt völlig harmlos für den Menschen sein kann... ;)

Edit:
Das Beispiel ist vielleicht etwas krass.... :rot:

Interessant finde ich PSM trotzdem :engel:
Ein Eisengießer heult schließlich auch nicht rum, bloß weil der Stahl 1700°C hat den er verarbeitet und dabei u.u. gesundheitsschädlicher Rauch/Staub/Gase entstehen... ;)

Re: Glyphosat-Diskussion

Verfasst: Di 9. Jan 2018, 07:38
von Wildling
Herr Frodo,der Saatgut und Giftspritzersauron möchte ganz genau,das die Bewohner Mittelerdes glauben was du sagst :

Es gibt keine umweltschonende Methode, denn es gibt garkeine Methode, eine unbegrenzt wachsende Population auf einer begrenzten Fläche zu ernähren! Darum ist es langfristig völlig wurscht, ob Glyphosat schädlich für die Umwelt ist, oder nicht.

Das würde Sam,dein Gärtner,bestimmt ganz anders sehen.Er hat noch einen klaren Geist,der Ring lastet schwer auf dir!
Die Landwirtschaftsorks rücken an,es ist fast zu spät für Mittelerde. :ua:

Wie wäre es denn,wenn man Altes Saatgut wieder freigibt,um überhaupt aus der Spirale des Saatgut- und des Giftsaurons herauszukommen?
Ein Korn,sie zu knechten...
Dazu könnte Gandalf seine Weisheit nutzen,damit nicht die hälfte der Lebensmittel in Sarumans Müllverbrennungsanlage landet.

Schmeiss das Korn in den Schicksalsberg,das Gift gleich hinterher.Manchmal braucht man eben Gollums anstoß... :mrgreen:

Re: Glyphosat-Diskussion

Verfasst: Di 9. Jan 2018, 07:49
von Rohana
Es gibt keine umweltschonende Methode, denn es gibt garkeine Methode, eine unbegrenzt wachsende Population auf einer begrenzten Fläche zu ernähren!
Nagel auf den Kopf getroffen.

Re: Glyphosat-Diskussion

Verfasst: Di 9. Jan 2018, 08:40
von Manfred
Welche unbegrenzt wachsende Population denn?
Euch ist schon klar, dass der Geburtenzuwachs bereits gestoppt ist?
Der Zuwachs bei den Kleinkindern resultiert nur noch daher, dass trotz Stabilisierung mehr geboren werden als in den geburtenschächeren Jahrgängen davor. Das Hauptwachstum kommt inzwischen daher, dass wir noch einen hohen Anteil junger Menschen haben, die deutlich älter werden werden als früher.
Aber der Peak ist absehbar, und so wie die Geburtenkontroll-Programme in vielen bevölkerungsstarken Länden laufen, wird die Zahl danach wohl sogar wieder sinken.

Das Potential den kommden Peak zu ernähren, haben wir. Besonders inden Entwicklungsländern vergammeln derzeit noch sehr viele Lebensmittel (ca. 1/3), weil die Transpsortlogistik und die Lagerkapazitäten fehlen. Aber der Ausbau dieser läuft.
Und wenn wir die Landwirtschaft in den Trockengebieten wieder besser in Gang kriegen (dazu gibt es im Bereich der wiederherstellenden Landwirtschaft bereits viele erfolgreiche Projekte), können wir den Peak sogar sehr gut ernähren.
Wir müssen nur in Gang kommen mit der Reform der Landwirtschaft.
In D haben wir in dieser Hinsicht katastrophale Fehlentwicklungen, weil in der Politik die Probleme nicht verstanden und stattdessen ideologische Projekte betrieben werden, die sehr viel fruchtbares Land zerstören, nicht nur durch Bebauung, sondern durch Humusverlust, Erosion, Ausmagerung und die massive Ausbreitung von Giftpflanzen im Grünland. Unsere Nachbarn Frankreich und GB sind da schon deutlich weiter.

Re: Glyphosat-Diskussion

Verfasst: Di 9. Jan 2018, 09:18
von viktualia
Ein Korn,sie zu knechten...
Wildling, you made my day!

Mensch, Frodo, "eine unbegrenzt wachsende Population" ist aber auch nicht wirklich Grundlage für irgendwas klares......
Frodo, es gibt Menschen hier, die ihr Hauptaugenmerk auf Tomaten legen, manche stehen auf PK, vielen geht das schon auf den Nerv, weil es ja "politisch" sein könnte und ich bin relativ allein hier mit dem Punkt, dass ich mich auch MIT EIGENEN GEDANKEN SELBSTVERSORGEN möchte.
Daran herrscht mittlerweile auch schon Mangel in diesem Land.
Und die Diskussion hier führt, ohne Rücksicht auf die realen Bedingungen für die realen Menschen die sie umsetzten sollen, in eine Richtung, die von aussen, ohne Kontext, die "Wünsche" einer Altgrünen erfüllt; mit Kontext aber, oh Wunder, dann doch nicht.
Soll vorkommen so was, in einer komplexen Welt.
Da dies auch noch mit recht offensichtlichen Fehlinformationen einher geht (Krebsrisiko sei festgestellt von der WHO, hüstel) ist es mir ein Anliegen, da nicht selber mit Instrumentalisiert zu werden.
Und mich einzuklinken, wenn es ausartet, wie bei der letzten Attacke auf Ölkanne bzw. diesem Artikel über die "Schwarzweissfotos".
Weil ich finde, dass auch dies unsere Mitwelt pflegt.
Ihr ollen Giftspritzen ihr.....

Ist vielleicht so ne "Realo versus Fundi" Sache: geht es ums Prinzip oder geht es um die Umsetzung.
Und wie geht man vor, wenn sich das wirklich mal widersprechen sollte.
Ich versteh nicht viel von Landwitschaft, aber genug um die Gesamtmenge an "Pflanzenschutz" nicht auf Glyphosat zu reduzieren.