alte Rezepte
- Rohana
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Re: alte Rezepte
So ein Zufall, hatten wir heute mittag... 
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
-
christine-josefine
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Re: alte Rezepte
Rohana: was esst Ihr dazu?
Bei meiner Oma gabs entweder Sauerkraut oder Apfelkompott
Bei meiner Oma gabs entweder Sauerkraut oder Apfelkompott
Viele Grüße, Christine mit J
Wait and see!
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- Rohana
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Re: alte Rezepte
Sauerkraut mit Wammerl gabs dazu, hat gut gepasst. Bloss der "Bröselschmarrn" war relativ fettig, hat SM in Schweineschmalz gemacht. Aber leckerchristine-josefine hat geschrieben:Rohana: was esst Ihr dazu?
Bei meiner Oma gabs entweder Sauerkraut oder Apfelkompott
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
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Doris L.
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Re: alte Rezepte
Hach, heute habe ich von noch jemanden Komplimente gehört@Doris,
du bist ein Schätzchen, da hab ich heute Abend was zum Lesen. Ersatunlich, um diese Zeit schon so viele Kartoffelgerichte-
vermute mal, dass das auch mit der damaligen Zeit zusammenhing, durch den Ausbruch des Tambora gabs ein Jahr ohne Sommer und entsprechend knapp war Getreide, aber ob damals die Kartoffeln noch gewachsen sind?
Dieser Autor hat auch ein umfangreiches Warenregister geschrieben von Dingen die man heute kaum noch kennt. Sehr interessant. Im Moment schau ich die DVD : Die andere Heimat, von Edgar Reitz. Zwar viel später , aber auch alle nah am Hungern.
Was geht es uns heute gut.
Apropo Hunsrück, ich habe ein Rezeptbüchlein aus dem Hunsrück .
Dibbelabbes
2 kg. Kartoffeln
2-3 Eier
Salz, Pfeffer
1 Eßl. Mehl
3-4 Zwiebeln
gestreifter Speck ( da weiß ich leider nicht was das ist)
Die Kartoffeln werden geschält, gerieben und dann fest ausgedrückt. Die Eier u. die zerkleinerten Zwiebeln werden untergemengt. Abschmecken. Der Speck wird in kleine Stücke geschnitten, er wird zuerst im Bräter angebraten. Nun die Kartoffelmasse darüber geben und brutzeln lassen. Immer wieder umrühren.
Man kann den Kartoffelteig auch , mit den gleichen Zutaten im Ofen bei 200 Grad 2 Stunden backen. Dann heißt das Gericht Schales.
Dazu gibt es Apfelmus, Kompott oder Salat.
Das sind so deftige Gerichte die ich jeder Mehlspeise, oder gar Nudeln vorziehen würde.
-
hobbygaertnerin
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Re: alte Rezepte
Was ich sehr interessant finde, jede Gegend hatte ihre eigenen Rezepte aus Kartoffeln.
In unserer Gegend gibts z.B. eher wenig Kartoffelknödel, aber dafür eher Kartoffelpflanzerl.
Da werden die gekochten Kartoffeln geschält und durch die Kartoffelpresse gedrückt,
wenn erkaltet, mit Eiern, Salz und Mehl ein Kartoffelteig gemacht. Soll er lockerer werden, kommt Knödelbrot (geschnittene Scheiben aus Semmeln) und weniger Mehl hinzu.
Aus der Masse werden kleine Frikadellen geformt und im Fett rausgebacken.
Man kann sie mit Sauerkraut, aber auch mit Apfelmus essen, sie als Beilage und Sossenschlucker verwenden.
Ich hab neulich auch einen Filmbericht über eine Hungerzeit gesehen, das ist mir ziemlich nahe gegangen- und heute wird verschwendet, dass einem schlecht werden kann.
Eine Bekannte- die weit über 80 ist, hat vor längerer Zeit erzählt, wie früher das Essen war, da gabs jeden Abend Dampfnudeln aus Roggenmehl und Sauerteig, im Winter dazu so eine Art Brühe aus gekochten Trockenfrüchten, täglich gekochtes Sauerkraut, im Sommer saure Milch dazu.
Tiefkühltruhe gab es noch nicht, ein Schwein wurde im Winter geschlachtet und ein grosser Teil des anfallenden Fleisches kam in einen Surkübel, wurde dort mit Salz für 4-6 Wochen in dieser Sur gelassen, dann geräuchert. Die Auswahl beim Fleisch war sehr einfach, am Anfang wurde alles verwertet, was nicht länger haltbar war, dann gabs das in Salz eingelegte Fleisch entweder gekocht oder gebraten und dann das geräucherte Fleisch gekocht.
Sie kannte noch Kübelfleisch, Rindfleisch gabs nur - wenn jemand aus dem Dorf ein Tier nochtschlachten musste- da war es Sitte, dass jeder davon was nehmen musste. So richtig abgehängt war das leider nicht, konnte entsprechend zäh sein.
Hühner gab es in gekochter Form, die überzähligen Masthähnchen wurden eher verkauft, wenn es einen Hahn dann doch mal an den Kragen ging, wurde er geschlachtet, vorgekocht und dann paniert und im Fett rausgebacken- ein Backhähnchen.
Sie erzählte, dass es zum Glück sehr viele Mehlspeisen gab, ob aus Kartoffeln oder anderen Zutaten, die sie als Kinder viel lieber hatten.
Griesschnitten, Apfelstrudel, Zwetschgenknödel, Rupfhauben, Kartoffelnudeln, Reinsterz, Heidelbeersterz.
Als sie Kinder waren, war es selbstverständlich, dass sie Himbeeren, Heidelbeeren im Wald gepflückt haben, die wurden zu Saft gemacht oder getrocknet, Pilze gesammelt, die dann ebenfalls getrocknet wurden.
In ihrer Jugendzeit half sie noch bei Bauern aus und da gabs eben Höfe, auf denen die Bäuerin sehr gut kochte und andere, wo das nicht der Fall war.
Das sprach sich herum und entsprechend wurde ausgewählt.
In unserer Gegend gibts z.B. eher wenig Kartoffelknödel, aber dafür eher Kartoffelpflanzerl.
Da werden die gekochten Kartoffeln geschält und durch die Kartoffelpresse gedrückt,
wenn erkaltet, mit Eiern, Salz und Mehl ein Kartoffelteig gemacht. Soll er lockerer werden, kommt Knödelbrot (geschnittene Scheiben aus Semmeln) und weniger Mehl hinzu.
Aus der Masse werden kleine Frikadellen geformt und im Fett rausgebacken.
Man kann sie mit Sauerkraut, aber auch mit Apfelmus essen, sie als Beilage und Sossenschlucker verwenden.
Ich hab neulich auch einen Filmbericht über eine Hungerzeit gesehen, das ist mir ziemlich nahe gegangen- und heute wird verschwendet, dass einem schlecht werden kann.
Eine Bekannte- die weit über 80 ist, hat vor längerer Zeit erzählt, wie früher das Essen war, da gabs jeden Abend Dampfnudeln aus Roggenmehl und Sauerteig, im Winter dazu so eine Art Brühe aus gekochten Trockenfrüchten, täglich gekochtes Sauerkraut, im Sommer saure Milch dazu.
Tiefkühltruhe gab es noch nicht, ein Schwein wurde im Winter geschlachtet und ein grosser Teil des anfallenden Fleisches kam in einen Surkübel, wurde dort mit Salz für 4-6 Wochen in dieser Sur gelassen, dann geräuchert. Die Auswahl beim Fleisch war sehr einfach, am Anfang wurde alles verwertet, was nicht länger haltbar war, dann gabs das in Salz eingelegte Fleisch entweder gekocht oder gebraten und dann das geräucherte Fleisch gekocht.
Sie kannte noch Kübelfleisch, Rindfleisch gabs nur - wenn jemand aus dem Dorf ein Tier nochtschlachten musste- da war es Sitte, dass jeder davon was nehmen musste. So richtig abgehängt war das leider nicht, konnte entsprechend zäh sein.
Hühner gab es in gekochter Form, die überzähligen Masthähnchen wurden eher verkauft, wenn es einen Hahn dann doch mal an den Kragen ging, wurde er geschlachtet, vorgekocht und dann paniert und im Fett rausgebacken- ein Backhähnchen.
Sie erzählte, dass es zum Glück sehr viele Mehlspeisen gab, ob aus Kartoffeln oder anderen Zutaten, die sie als Kinder viel lieber hatten.
Griesschnitten, Apfelstrudel, Zwetschgenknödel, Rupfhauben, Kartoffelnudeln, Reinsterz, Heidelbeersterz.
Als sie Kinder waren, war es selbstverständlich, dass sie Himbeeren, Heidelbeeren im Wald gepflückt haben, die wurden zu Saft gemacht oder getrocknet, Pilze gesammelt, die dann ebenfalls getrocknet wurden.
In ihrer Jugendzeit half sie noch bei Bauern aus und da gabs eben Höfe, auf denen die Bäuerin sehr gut kochte und andere, wo das nicht der Fall war.
Das sprach sich herum und entsprechend wurde ausgewählt.
Re: alte Rezepte
hobbygaertnerin, so erzählen es die alten Leute hier auch noch und z.T. habe ich es selbst noch erlebt.
Bei uns wurde das Scheinefleisch genauso verarbeitet und denke sich bloß niemand das da ein Stück verschwendet wurde. Alles aber auch alles wurde verwertet und das mache ich heute noch so. Jedes Hühnerbeinchen und jeder Knochen wird abgenagt (das Fleisch nahe des Knochens schmeckt eh am besten).
Die Kartoffeln gab es meistens als Salzkartoffeln und abends gab es die Reste als Bratkartoffeln oder je nach Jahreszeit Milchsuppe mit Pflaumen oder Kirschen oder Brot.
Bei uns gab es entweder den eigenen Schinken oder den von der Molkerei gekauften Käse. War der eigene Schinken alle wurde ein Rad Käse gekauft und dann gab es nur Käse. Selbstgemachte Marmeladen und Geeles gab es fast immer und wenn die alle waren wurde bei der Zuckerfabrik ein großer Eimer Rübenkraut gekauft. Aber nur Einer und wenn der alle war gab es eben Zucker oder Salz aufs Brot was selten vorkam da vorher schon angesagt wurde das man sparen müsse. Das kann sich heute niemand mehr vorstellen. Von daher wird es mir auch schlecht wenn ich das
Wenn ich Essensgäste habe gibt es kein Fleisch mehr mit Knochen. Habe mich lange genug darüber geärgert das das Fleisch nur grob vom Knochen abgeschnitten wurde und der Rest liegenblieb. Auch fettes Fleisch gibt es nicht mehr da jeder kleine Fettrand abgeschnitten wird. Da wird es schon schwierig und von daher lade ich eher zu Kaffee und Kuchen ein und esse gutes Fleisch selber.
Heute hatte ich ein Huhn mit Lorbeerblättern und etwas Salz 4 Stunden langsam köcheln lassen und dann Gemüse, Zwiebel, Knobi und Kartoffeln in die schöne fette Brühe gegeben. Es war ein Genuss! Da kommt kein Brathähnchen dran.
Bei uns wurde das Scheinefleisch genauso verarbeitet und denke sich bloß niemand das da ein Stück verschwendet wurde. Alles aber auch alles wurde verwertet und das mache ich heute noch so. Jedes Hühnerbeinchen und jeder Knochen wird abgenagt (das Fleisch nahe des Knochens schmeckt eh am besten).
Die Kartoffeln gab es meistens als Salzkartoffeln und abends gab es die Reste als Bratkartoffeln oder je nach Jahreszeit Milchsuppe mit Pflaumen oder Kirschen oder Brot.
Bei uns gab es entweder den eigenen Schinken oder den von der Molkerei gekauften Käse. War der eigene Schinken alle wurde ein Rad Käse gekauft und dann gab es nur Käse. Selbstgemachte Marmeladen und Geeles gab es fast immer und wenn die alle waren wurde bei der Zuckerfabrik ein großer Eimer Rübenkraut gekauft. Aber nur Einer und wenn der alle war gab es eben Zucker oder Salz aufs Brot was selten vorkam da vorher schon angesagt wurde das man sparen müsse. Das kann sich heute niemand mehr vorstellen. Von daher wird es mir auch schlecht wenn ich das
lese. In guten Lebensmitteln steckt so viel Arbeit.heute wird verschwendet, dass einem schlecht werden kann.
Wenn ich Essensgäste habe gibt es kein Fleisch mehr mit Knochen. Habe mich lange genug darüber geärgert das das Fleisch nur grob vom Knochen abgeschnitten wurde und der Rest liegenblieb. Auch fettes Fleisch gibt es nicht mehr da jeder kleine Fettrand abgeschnitten wird. Da wird es schon schwierig und von daher lade ich eher zu Kaffee und Kuchen ein und esse gutes Fleisch selber.
Heute hatte ich ein Huhn mit Lorbeerblättern und etwas Salz 4 Stunden langsam köcheln lassen und dann Gemüse, Zwiebel, Knobi und Kartoffeln in die schöne fette Brühe gegeben. Es war ein Genuss! Da kommt kein Brathähnchen dran.
Hühner sind Menschen wie Du und ich, nur das sie zur Hausordnung Hackordnung sagen.
- si001
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Re: alte Rezepte
Quarkkeulchen kenne ich von meiner Oma und meiner Tante. Das ist sind auch so ein altes Rezept aus Kartoffeln.hobbygaertnerin hat geschrieben:Was ich sehr interessant finde, jede Gegend hatte ihre eigenen Rezepte aus Kartoffeln.
Karoffeln gedämpf und durchgedrückt und mit (Mais-)Mehl, Eiern und Quark zu einem glatten Teig gerührt, zu bulettenartigen Teiglingen geformt und in der Pfanne gar gebraten. Dazu gab es Zucker und Zimt.
Wenn vorhanden, kamen ich Rosinen in den Teig. Oder es gab Kompott zu den Quarkkeulchen.
Ist ein Arme-Leute-Essen, aber ich mag´s gern.
-
Zaphira
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Re: alte Rezepte
Ich habe mir im Freilandmuseum ein kulturgeschichtliches Koch- und Lesebuch gekauft: Kartoffel in der Früh.
Die Rezepte sind aus Franken und der Oberpfalz, teilweise auch aus Thüringen. Da ist alles drin Kuchen, Brot, Eintopf, Suppe, Beilagen, Aufläufe, alles mit Kartoffeln. Habe ich jetzt mal wieder rausgekramt.
Die Rezepte sind aus Franken und der Oberpfalz, teilweise auch aus Thüringen. Da ist alles drin Kuchen, Brot, Eintopf, Suppe, Beilagen, Aufläufe, alles mit Kartoffeln. Habe ich jetzt mal wieder rausgekramt.
Mein Ziel ist ein Leben von dem ich keinen Urlaub brauche.
-
christine-josefine
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Re: alte Rezepte
saures Lüngerl:
Lunge in Essig-Salzwasser kochen, ist bissl schwierig weil sie nicht unter Wasser bleiben will
abkühlen lassen und dann in Streifen schneiden
Zwiebeln mit bissl Zucker in Fett anbräunen
Mehl dazu bis alles schön mittelbraun ist
mit dem Kochwasser aufgießen rühren bis es schön cremig ist, dann noch Milch oder Sahne dazu, nach Geschmack
würzen mit Salz, Pfeffer, Lorbeer, Essig
die Lungenstreifen rein und noch etwas ziehen lassen
dazu Semmelknödel
Guten Appetit
Lunge in Essig-Salzwasser kochen, ist bissl schwierig weil sie nicht unter Wasser bleiben will
abkühlen lassen und dann in Streifen schneiden
Zwiebeln mit bissl Zucker in Fett anbräunen
Mehl dazu bis alles schön mittelbraun ist
mit dem Kochwasser aufgießen rühren bis es schön cremig ist, dann noch Milch oder Sahne dazu, nach Geschmack
würzen mit Salz, Pfeffer, Lorbeer, Essig
die Lungenstreifen rein und noch etwas ziehen lassen
dazu Semmelknödel
Guten Appetit
Viele Grüße, Christine mit J
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- Minze
- Förderer 2019

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Re: alte Rezepte
Lecker, Christine, aber es muß unbedingt ein Herz mit der Lunge gekocht werden, schon wegen dem Biss 
Liebe Grüße
Minze
Minze
