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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Mo 9. Jul 2018, 21:56
von centauri
Ich bin nicht unbedingt für die Abschaffung von Subventionen. Ich wäre dafür die Subventionen anders zu verteilen. Sowie diese jetzt verteilt werden, nach dem Prinzip wer viel Hektar hat bekommt bekommt viel Geld ist nicht die beste Lösung. Ich bin auch dagegen das Konzerne wie Eon oder RWE Agrarsubventionen bekommen. Und ich finde es auch nicht gut das Subventionen an Wirtschaftsweisen geknüpft werden die nur den Agrokonzernen letztendlich zu gute kommen. ;)

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Mo 9. Jul 2018, 21:58
von Benutzer 6122 gelöscht
Okay, Entschuldigung angenommen smallfarmer! Hast halt mit mir grad die Falsche erwischt ... ;)

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Mo 9. Jul 2018, 22:08
von Benutzer 4754 gelöscht
:schaf_1:
centauri hat geschrieben:Ich bin nicht unbedingt für die Abschaffung von Subventionen. Ich wäre dafür die Subventionen anders zu verteilen. Sowie diese jetzt verteilt werden, nach dem Prinzip wer viel Hektar hat bekommt bekommt viel Geld ist nicht die beste Lösung. Ich bin auch dagegen das Konzerne wie Eon oder RWE Agrarsubventionen bekommen. Und ich finde es auch nicht gut das Subventionen an Wirtschaftsweisen geknüpft werden die nur den Agrokonzernen letztendlich zu gute kommen. ;)
Na, die Kosten fallen immer pro Hektar an, warum sollte es dann nicht auch Zahlungen pro Hektar geben?
Ja, da sind wir uns einig, die Zahlungen kommen aus dem Agarhaushalt und sind (meiner Meinung nach) für landwirtschaftliche Betriebe bestimmt und nicht für:
- Invesmentfonds
- Naturschutzorganisationen (die wettern ja selber gegen die Zahlungen)
- Unternehmen die nichts mit der Landwirtschaft zu tun haben
sondern nur für die Unternehmen die das Land tatsächlich bewirtschaften.
Und ich finde es auch nicht gut das Subventionen an Wirtschaftsweisen geknüpft werden die nur den Agrokonzernen letztendlich zu gute kommen. ;)
Gibt es jetzt schon Bio-Agrarkonzerne? :eek:
Die eine Förderung die an die Wirtschaftsweise geknüpft ist, ist die Extraportion Geld pro Hektar für Biolandwirte.

Und die ersten 40ha werden stärker gefördert als alle Hektar danach, nennt sich Umverteilungsprämie und soll die Kleinbetriebe Fördern.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Mo 9. Jul 2018, 22:23
von Benutzer 6122 gelöscht
Sollte da nicht sowieso was geändert werden, daß die Verteilung anders wird? Also die kleineren Betriebe stärker gefördert werden? Oder andere Sachen gefördert werden als bisher?
Oelkanne, weißt Du da was Genaueres?

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Mo 9. Jul 2018, 23:29
von Benutzer 4754 gelöscht
Pitu hat geschrieben:Sollte da nicht sowieso was geändert werden, daß die Verteilung anders wird? Also die kleineren Betriebe stärker gefördert werden? Oder andere Sachen gefördert werden als bisher?
Oelkanne, weißt Du da was Genaueres?
Die kleinen Betriebe werden ja schon durch die Umverteilungsprämie stärker gefördert.
Für die ersten 30ha +50€/ha (+28,4%)
Für weitere 16ha +30€/ha (+17%)
Die Basisprämie beträgt ab 2019 pro Hektar 176€.

Es war Mal kurzzeitig eine generelle Deckelung im Gespräch, das hat man aber schnell wieder verworfen als man darauf kam das das Schwachsinn ist.
Die damals angedachte Grenze (60.000€) hätte auch schon den mittleren Familienbetrieb geschröpft.
So kaum in der Versenkung verschwunden kramt der jetzige Kommisar in Brüssel die Deckelung wieder aus,
diesmal mit einer Beschränkung ab 60.000€ und einer endgültigen Deckelung bei 100.000€.
Hoffentlich verschwindet das Thema bis 2020 wieder in der Versenkung...
... den jeder Hektar ist gleich viel Wert!
egal ob er in BaWü, ST, RLP oder TH liegt und egal ob er von einem 12ha Nebenerwerbler oder einer 3000ha Agrargenossenschaft bewirtschaftet wird.

Mein letzjähriger Ausbildungsbetrieb (ohne Azubi ein zwei Mann-Betrieb) bewirtschaftet 300ha nach Bioland-Richtlinen und bekam 2017 157.000€ = 523€/ha
Sein Nachbar bewirtschaftet konventionell ganz alleine 260ha und bekommt 71.600€ = 275€/ha
Kürzt man nun dem Biobetrieb die 57.000€ weg kann er dicht machen, denn dann ist die Wirtschaftlichkeit nicht mehr gegeben.
Ein relativ bekannter Großbetrieb bekommt 1.204.500€.
1,2 Mio € hört sich erstmal viel an,
der Laden bewirtschaftet aber 4500ha und schon schrumpft der Hektarsatz auf 269€
Das sind 6€/ha weniger als der konventionelle ein-Mann Betrieb und etwa die Hälfte von dem was der Biobetrieb bekommt.
So viel zu dem, das die "bösen großen Giftspritzer" das meiste Geld abgreifen...

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Di 10. Jul 2018, 04:23
von centauri
Was ich eben bei der ganzen Sache nicht verstehe das es schon seit Jahrzehnten ein Bauernsterben gibt und keiner etwas dagegen getan hat. Damals hätten diese Bauern Unterstützung und Förderung gebraucht. Dagegen hat man eigentlich weiter gesteuert was eigentlich auch Heute noch passiert. Groß, größer und noch größer ist Heute die Devise. Hätten doch früher die Förderung auf 500 Hektar deckeln können. Würde doch als Betriebsgröße auch reichen. Klar jetzt kommt wieder das Gedöns vom Weltmarkt mit dem man ja mithalten muss und das "We feed the World" Geschwafel. Alles Blödsinn. Dann kam der sinnfreie Ökostrom- Blödsinn noch dazu. Da war dann das "We feed the World" Geschwafel auch gar nicht mehr so wichtig.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Di 10. Jul 2018, 06:31
von Rohana
centauri hat geschrieben:Was ich eben bei der ganzen Sache nicht verstehe das es schon seit Jahrzehnten ein Bauernsterben gibt und keiner etwas dagegen getan hat.
Das wird auch heute niemand tun. Siehste ja hier im Thread. Der Markt wirds schon regeln, soll jeder seine Nische finden :roll:

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Di 10. Jul 2018, 09:39
von centauri
Siehst du Rohana und da hängt die Krux.
Jetzt könnte man ja diesen Bauern helfen wenn jemand eine Nische besetzen möchte. Nur das geht eben nicht weil die Leute die das Geld verteilen kein unternehmerisches Risiko kennen. Desweiteren sind für diese Nische noch keine Regeln aufgestellt bzw. Gesetze geschrieben worden. Klar einige Regeln müssen schon sein. Aber doch nicht alles muss reglementiert werden. Jetzt müsste sich natürlich auch der Bauer selbst bewegen. Das hat er aber die Jahrzehnte davor auch nicht gemacht und sich nur auf die Aussagen der Politik und den Verbänden verlassen.
Unsereins der ja auch unternehmerisch denken muss hat auch schon öfter mal umstellen müssen.
Mein Nische ist ja auch nicht einfach vom Himmel gefallen. Die musste ich auch erst einmal besetzen und mich behaupten. Und da geht man eben auch einmal ein Risiko ein. Aber letztendlich passt hier auch Bernhards Spruch, "Klein anfangen und bei Erfolg erweitern!".
Und wenn ich mir jetzt so anschaue was sich auf dem Baumklettermarkt so rum treibt ist das auch krass. Nur im Umkreis von 25 km kenne ich schon mind. 10 Leute die das mittlerweile machen. Nur bis die reagiert haben hatte ich meinen Kundenstamm und einen guten Ruf. Und eins noch, am Anfang wäre es auch schön gewesen eine Förderung zu bekommen. Aber so wie ich mich kenne hätte ich sowas eh nicht in Anspruch genommen weil ich eben gerne der Chef im eigenem Laden bleiben möchte und mir der Bürowust sowieso auf den Sack gegangen wäre. ;)

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Di 10. Jul 2018, 11:36
von Benutzer 3370 gelöscht
Rohana hat geschrieben:Das wird auch heute niemand tun. Siehste ja hier im Thread. Der Markt wirds schon regeln, soll jeder seine Nische finden :roll:

Das ist genau das große Missverständnis.

"Der Markt wirds schon regeln" ist das Kredo der Ökonomen, das nennt man auch Neoliberalismus oder Raubtierkapitalissmus (Jean Ziegler )

Solange man sich diesem Kredo anschließt und das tun mE alle, die sich auf Subventionen verlassen kann man bis in alle Ewigkeit jammern,

Die Nischen finden die, die wissen, dass eben der Markt ( wer soll das eigentlich sein? fragen die sich) nicht alles regelt, sondern nur die Eigeninitiative zu einem guten Ergebnis führt.

Es kommt immer das selbe heraus. Wer kein Unternehmer ist, wird Untergehen.

Gegen das Bauernsterben haben die Inder etwas unternommen 200.000 Selbstmorde waren genug.

Alle großen Imperien /Wirtschaftsräume sind auch aus dem Grund untergegangen, weil sie den Bauernstand vernachlässigt haben, keinen Wert auf die Selbstversorgung mehr gelegt haben und statt dessen in die Rüstung investierten.

Durch die Eu Subventionen in der Landwirtschaft ist es möglich die lokalen Märkte in Afrika mit billigen Lebensmitteln zu fluten (die kriegen aber nur das was der Europäer nicht essen will, siehe Hühner) Das zerstört die lokale Landwirtschaft, dadurch werden Bauern frei, kommen als Flüchtlinge (zurzeit nennen wir sie noch Wirtschaftsflüchtlinge) zu uns.durch billige Arbeitskräfte, könne die Subventionen aufgelassen werden.

Das betrifft nicht nur die Landwirtschaft, das wird alle Wirtschaftsbereiche berühren, denn was kann einem Großkonzern besseres passieren als billigste Arbeitskräfte im eigenen Land, da muss man nicht mehr in Korea, Bangladesh oder China produzieren und hat eine höhere Kontrollmöglichkeit.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Di 10. Jul 2018, 11:49
von Rohana
Merkst du deinen Widerspruch eigentlich nicht? :aeug: