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Re: Wölfe
Verfasst: Mo 26. Nov 2018, 14:02
von Tika
Rati hat geschrieben:ch denke (genau wie es hier in einiger Beiträgen anklang) das wird nicht anders sein als bei anderen Schreckmomenten die die Pferde erleben. Und wenn der Zaun bisher standgehalten hat wird er es auch weiterhin tuen.

Naja, dann brauch ich mir ja keinen Kopf mehr machen, dann is ja alles gut.........
Weißt Rati, das ist ja genau das Problem. Rohana hat das weiter vorne schonmal aufgezählt was so gesagt/geschrieben wird was die Wölfe so alles NICHT machen. Wenn sies dann doch machen war das entweder eine "unglaublich seltene Ausnahme" oder man hätte es als Tierhalter "doch vorher wissen können, dass sowas passieren KANN" und dass Zaun xy oder sonstwas nicht wirklich was hilft.
Und dann stehst als Tierhalter da.
Re: Wölfe
Verfasst: Mo 26. Nov 2018, 14:26
von Rati
Hi Tika, da habe ich mich wohl missverständlich ausgedrückt.
Denn:
Tika hat geschrieben:...was so gesagt/geschrieben wird was die Wölfe so alles NICHT machen.
soetwas habe ich nicht geschrieben.
Was ich meinte, war das Pferde auch auf Grund anderer Ereignisse durchgehen, es in allen Fällen also fraglich wäre ob der Zaun sie aufhält oder nicht.
Der Wolf bildet da keine Außnahme, ein aufspringender Hase oder ein wegfliegender Fasan oder ein Sandteufel kann das auch auslösen.
Tika hat geschrieben:Naja, dann brauch ich mir ja keinen Kopf mehr machen, dann is ja alles gut.........
wenn du dir also erst mit der drohenden Möglichkeit eines auftauchenden Wolfes darüber einen Kopf gemacht hast, hast du all die anderen schon die ganze Zeit bestehenden Risiken entweder ignoriert, oder unterschätzt.
Grüße Rati
Re: Wölfe
Verfasst: Mo 26. Nov 2018, 14:36
von Edermühle
Rati hat geschrieben:
Aber wahrscheinlich möchte eine Statistik, die das Beutejagen der Wölfe als Übergriffe bezeichnet nicht all zu sehr darauf hinweisen, das die wohl doch nicht so bestialisch sind wie sie es gern hätten.
https://www.duden.de/rechtschreibung/Uebergriff
"Beeinflussung, Beschneidung, Eingriff, Einmischung, Einwirkung; (bildungssprachlich) Intervention"
Wenn ein Wolf Nutztiere reißt, sprich außerhalb seines Spektrums Beutejagd betreibt, ist das laut Duden ein Übergriff, auch wenn der Begriff mit der zitierten Bedeutung ,dann nicht mehr die "hetzterische" Wirkung hat wie Du sie gerne unsterstellen möchtest
Rati hat geschrieben:in der Sache gebe ich dir recht, allerdings ist das genau so eine falsche Verkettung von Schlussfolgerungen wie die der Demonstranten welche der Meinung sind das ihen zustehende Geld würde Ausländern in den Hals gestopft werden.
Grüße Rati
Was dieses Thema schon wieder beim Wolf zu suchen hat und wieso man sich dabei so polemisch ausdrücken muss ("...in den Hals gestopft..." ) weißt nur Du, aber gerne auch hierzu eine Info:
https://www.nzz.ch/meinung/kommentare/d ... ld.1316333
Es wäre nett und v.a auch sinnvoll, wenn wir einfach beim Thema bleiben könnten und Du für das Thema Flucht/Migration einfach einen eigenen Thread aufmachst sonst kommt man ja nur unnötig durcheinander.
Ich halte mich beim Thema Migration nämlich generell und komplett raus und finde es deswegen völlig unangebracht das hier zu vermischen.
Ich bitte jetzt übrigens schon das zweite mal darum dieses Thema eigenständig zu behandeln. Danke
Re: Wölfe
Verfasst: Mo 26. Nov 2018, 14:47
von Edermühle
Rati hat geschrieben:
wenn du dir also erst mit der drohenden Möglichkeit eines auftauchenden Wolfes darüber einen Kopf gemacht hast, hast du all die anderen schon die ganze Zeit bestehenden Risiken entweder ignoriert, oder unterschätzt.
Grüße Rati
Lieber Rati, jetzt hab ichs lang geschafft, aber da MUSS man ja drauf antworten.
Vielleicht möchte Tika ganz einfach kein zusätzliches Risiko und steht nicht ganz so auf das Motto "Auf ein zusätzliches Risiko kommts auch nicht mehr drauf an"?!
Diesen naheliegendsten Schluss zu ignorieren und daraus statdessen ab zu leiten sie hätte die davor bestehenden Risiken entweder ignoriert oder unterschätz, wird nur noch davon übetroffen ein jagendes Wolfsrudel mit einem springenden Hasen oder einem auffliegenden Fasan zu vergleichen.
Das ist doch bitte nicht Dein Ernst oder?
Re: Wölfe
Verfasst: Mo 26. Nov 2018, 15:11
von penelope
Hallo in die Runde,
ich lese hier schon seit längerer Zeit mit und habe mich jetzt gerade angemeldet, da ich zur Problematik Wolf und Pferd leider Praxiserfahrung beitragen kann.
Ich wohne im ländlichen Niedersachsen, nördlich der Lüneburger Heide. Ich halte zwei Pferde, die gemeinsam mit ca. 8-10 anderen Pferden im Sommer auf ca. 3 ha Weide, etwa 500 Meter entfernt von den nächsten Häusern, ca 1 km entfernt vom nächsten Dorf stehen. Hier in der Gegend ist ein Wolfspaar ansässig, dass diesen Sommer junge hatte (Auskunft der Jäger vor Ort - im offiziellen Monitoring sind die noch nicht verzeichnet).
Im Frühjahr hatten wir leider "Besuch" von einem Wolf auf der Weide. Bzw es ist sehr stark anzunehmen: es wurde in einer Nacht ein Wolf auf einer nahegelegenen Wildkamera gesichtet, etwa eine halbe Stunde später wurde eines der Pferde mehrere Kilometer entfernt von der Autobahnpolizei auf eine Landstraße eingefangen - glücklicherweise noch vor der Autobahn, es ist kein Unfall entstanden. Das Pferd hat in der Nacht in Panik 5 Zaunpfähle, verbunden mit Förderband und mit einer strohmführenden Litze davor, herausgerissen und einen Drainagegraben direkt dahinter übersprungen. Noch stabiler kann man Pferde nicht einzäunen, aber in Panik hält die halt leider wirklich nichts...
Ein Wolf, der lauert und beobachtet ist nicht mit einem auffliegenden Vogel zu vergleichen. Der fliegt einmal hoch, ist dann aber ja auch gleich wieder weg. Nach dem Vorfall zeigte sich mein Reitpferd bei Ausritten natürlich schreckhaft, aber was es seitdem völlig aus der Fassung gebracht hat, war die Begegnung mit zwei Leuten, die bei einem Feld, noch weiter von uns entfernt, Bodenproben genommen haben. Die beiden gingen langsam auf und ab, näherten sich einander, warteten, gingen wieder auseinander, hockten sich hin, verharrten etwas, gingen wieder ein paar Meter ... Anscheinend hat das für das Pferd dann zusehr nach lauernden Raubtier ausgesehen, es ist völlig erstarrt, den Puls konnte man sofort sogar am Hosenbein spüren und es war so gar nicht mehr ansprechbar. Eine völlig andere Welt, als ein Pferd, dass sich mal vor einem Vogel oder ein paar Blättern erschreckt.
In Niedersachsen soll jetzt ja der Wolf in das Jagdrecht aufgenommen werden. Ich hoffe sehr, dass das jetzt schnell umgesetzt wird. Die Tiere vermehren sich hier in einer rasanten Geschwindigkeit und ich sehe keine praktische Alternative dazu, den Bestand an Wölfen durch Jäger klein und scheu zu halten.
Re: Wölfe
Verfasst: Mo 26. Nov 2018, 16:40
von Tika
Rati hat geschrieben:wenn du dir also erst mit der drohenden Möglichkeit eines auftauchenden Wolfes darüber einen Kopf gemacht hast, hast du all die anderen schon die ganze Zeit bestehenden Risiken entweder ignoriert, oder unterschätzt.
Sorry Rati, aber dazu fällt mir jetzt auch nix mehr ein
Danke Edermühle. Und auch penelope für den Erfahrungsbericht.
Re: Wölfe
Verfasst: Mo 26. Nov 2018, 16:45
von Rati
Edermühle hat geschrieben:Rati hat geschrieben:
Aber wahrscheinlich möchte eine Statistik, die das Beutejagen der Wölfe als Übergriffe bezeichnet nicht all zu sehr darauf hinweisen, das die wohl doch nicht so bestialisch sind wie sie es gern hätten.
"Beeinflussung, Beschneidung, Eingriff, Einmischung, Einwirkung; (bildungssprachlich) Intervention"
Wenn ein Wolf Nutztiere reißt, sprich außerhalb seines Spektrums Beutejagd betreibt, ist das laut Duden ein Übergriff, auch wenn der Begriff mit der zitierten Bedeutung ,dann nicht mehr die "hetzterische" Wirkung hat wie Du sie gerne unsterstellen möchtest

...
Edermüller, wer schult den einen Wolf oder jedes andere Wildtier darin, das Nutztiere oder Nutzpflanzen außerhalb ihres Spektrums liegen?

Sorry, aber DAS ist doch bitte nicht Dein Ernst oder?
Edermühle hat geschrieben:Diesen naheliegendsten Schluss zu ignorieren und daraus statdessen ab zu leiten sie hätte die davor bestehenden Risiken entweder ignoriert oder unterschätz, wird nur noch davon übetroffen ein jagendes Wolfsrudel mit einem springenden Hasen oder einem auffliegenden Fasan zu vergleichen.Das ist doch bitte nicht Dein Ernst oder?
was ich mir ernsthaft wünschen würde, wäre eine ehrliche Abschätzung der verhältnissmäßigkeiten von Risiken und nicht die punktuelle hervorhebung eines Faktes und die Vernachlässigung aller anderen Fakten. Wie zB Angst zu haben jetzt im Wald einem Wolf zu begegnen, während Angriffe von Wildschweinen schon seit vielen Jahren und viel öfter zu schweren Verletzungen und auch zu Totesfällen geführt haben.
Oder aber nun ohne Beweislage alles auf den neu ausgerufenen Volksfeind zu schieben:
Im Frühjahr hatten wir leider "Besuch" von einem Wolf auf der Weide. Bzw es ist sehr stark anzunehmen: es wurde in einer Nacht ein Wolf auf einer nahegelegenen Wildkamera gesichtet, etwa eine halbe Stunde später wurde eines der Pferde mehrere Kilometer entfernt von der Autobahnpolizei auf eine Landstraße eingefangen
oder einfach mal ohne Kenntnisse der Lebensweise Dinge zu postulieren
Ein Wolf, der lauert und beobachtet ist
(Wölfe sind keine Lauerjäger).
Und ja, ich polemisiere tatsächlich, weil die Situation einfach zu sehr an den Umgang mit unliebsamen (unliebsam gemachten) Wesen unserer eigenen Art erinnert.
Ich mein, da wurden jetzt zwei Statistiken verlinkt die beide die selbe Aussage haben: weniger Schaden am Nutztier bei steigender Zahl an Wölfen und trotzdem wird weiterhin in die selbe schwarze Tröte geblasen.
Ist das nicht echt ein wenig irrational?
Grüße Rati
Re: Wölfe
Verfasst: Mo 26. Nov 2018, 16:49
von Rati
Tika hat geschrieben:Rati hat geschrieben:wenn du dir also erst mit der drohenden Möglichkeit eines auftauchenden Wolfes darüber einen Kopf gemacht hast, hast du all die anderen schon die ganze Zeit bestehenden Risiken entweder ignoriert, oder unterschätzt.
Sorry Rati, aber dazu fällt mir jetzt auch nix mehr ein

...
Mir auch Tika.
Weist du ich habe gerade erst am Wochenende ein Huhn durch einen Greifvogel verloren, vor zwei Jahren hat sich ein Fuchs reichlich bei mir bedient. Mit dem Risiko muß ich leben, niemals würde ich deshalb auf die Idee kommen zu verlangen das Greifvögel oder Füchse in der Nähe meiner Hühner gefälligts abzuschießen sind.
Grüße Rati
Re: Wölfe
Verfasst: Mo 26. Nov 2018, 17:07
von Rohana
Du könntest deine Hühner einfach vernünftig einzäunen und hättest deine Ruhe. Rinder, Pferde und Schafe sind vorm Wolf leider nicht ganz so leicht zu schützen - nicht alles was hinkt, ist ein Vergleich...
Re: Wölfe
Verfasst: Mo 26. Nov 2018, 18:02
von Rati
Tika, ich möchte mich bei dir für meinen letzten Beitrag entschuldigen. Was ich da geschrieben habe hat keinerlei Bezug zu dir und der Sorge um deine Tiere.
Das war eher prinzipiell gemeint.
Rohana, natürlich könner größere Tiere in Außenhaltung gegen größere Beutegreifer genau so geschützt werden wie kleinere Tiere in Außenhaltung gegen kleinere Beutegreifer.
Der einzige Unterschied ist, das uns damit die Erfahrung fehlt. Das die Maßnahmen funktionieren können zeigen die verlinkten Statistiken.
Grüße Rati