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Re: Glyphosat-Diskussion
Verfasst: Di 2. Jan 2018, 12:11
von Benutzer 4754 gelöscht
centauri hat geschrieben:ina maka hat geschrieben:danke! endlich kommt ein link
Ich bin mir weiterhin nicht sicher, ob Glyphosat für den Boden besser ist als flaches (!!) Pflügen....
Gute Frage. Gepflügt wird schon mind. seit der Jungsteinzeit. Hat eigentlich auch ganz gut funktioniert bis vor 40 Jahren eine findige Firma die Sache in die Hand nahm.

Nein, Gepflügt im Heutigen Sinne (wendende Bodenbearbeitung) gibt es erst seit Erfindung des leichtzügigen Eisenpfluges im 18 Jahrhundert, also seit etwa 300 Jahren.
Auch Flaches (Schäl-) Pflügen ändert nichts an der Tatsache daß der Boden dann zu 100% unbedeckt ist stark erodieren kann und der Humusabbau befeuert wird.
Re: Glyphosat-Diskussion
Verfasst: Di 2. Jan 2018, 13:17
von Thomas/V.
zumindest wurde früher der anfallende Mist und andere Biomasse (Erntereste, Plumpsklo, Schlachtabfälle ect.) dem Boden wieder zugeführt
heutzutage wird alles irgendwo anders hin geschafft, womöglich ist das des Pudels Kern des Humusverlustes?
und wenn ich sehe, mit welchen riesigen Traktoren (und neuerdings auch noch 3-achsigen Schüttgut-LKW) auf den Feldern herumgefahren wird, ist mir völlig klar, das da wieder gepflügt werden muß
ich sehe da eine Beschleunigung des Humusabbaues (von dem jahrelangen eintönigen Anbau von 1-2 "Marktfrüchten" ganz abgesehen)
Re: Glyphosat-Diskussion
Verfasst: Di 2. Jan 2018, 13:23
von centauri
@Ölkanne
dann könntest du mal Wikipedia und deine Schulbücher bearbeiten.
Da steht unter anderem folgendes;
In den 70er Jahren des 1. Jahrhunderts n. Chr. beschreibt Plinius der Ältere in seiner Naturgeschichte den Räderpflug mit breiter Schar zum Wenden der Scholle als neue Erfindung der rätischen Gallier: „Vor nicht langer Zeit hat man im rätischen Gallien die Erfindung gemacht, an einer solchen Pflugschar zwei kleine Räder anzubringen; man nennt diese Art plaumoratum. Die Spitze hat die Form eines Spatens. ... Die Breite der Pflugschar wendet den Rasen um“
Ist überhaupt ein interessanter Beitrag.
https://de.wikipedia.org/wiki/Pflug#Bod ... ger%C3%A4t
Re: Glyphosat-Diskussion
Verfasst: Di 2. Jan 2018, 19:34
von viktualia
ob Glyphosat für den Boden besser ist als flaches (!!) Pflügen....
(war das ursprünglich von dir, Ina?)
Bezogen auf den link von Manfred ganz oben (hat den überhaupt einer gelesen?) wäre dazu zu sagen, dass da,
wo das Mykorhizza schon seit Jahren futsch ist, es auf bissl mehr wohl auch nicht mehr ankommt;
während da, wo noch eines vorhanden ist, ein nur einmaliger Einsatz wohl schon fatal ist. Und pflügen somit das kleinere Übel.
Der in dem link untersuchte Pilz ist ein Schlauchpilz und hört zu den Mykorhizza bildenden.
Thomas/V:....früher wurden ..(Erntereste, Plumpsklo, Schlachtabfälle ect.) dem Boden wieder zugeführt....
womöglich ist das des Pudels Kern des Humusverlustes?
Genau. Wir haben keinerlei Verhältniss mehr zu der Scheisse, die wir machen.
Re: Glyphosat-Diskussion
Verfasst: Mi 3. Jan 2018, 01:04
von Benutzer 4754 gelöscht
zumindest wurde früher der anfallende Mist und andere Biomasse (Erntereste, Plumpsklo, Schlachtabfälle ect.) dem Boden wieder zugeführt
heutzutage wird alles irgendwo anders hin geschafft,
Da nur noch wenige Tiere auf Stroh gehalten werden und Zuckerrübenblattsilage nicht mehr verfüttert wird bleiben eigentlich alle Erntereste auf dem Feld.
Weiter vorne wird sich noch beschwert das Landwirte mit Gülle düngen
und jetzt wird gefordert das man mit Mist, Wirtschaftsdünger, düngt
das wiederspricht sich.
Klärschlamm (dein Plumpsklo) kann man nur noch mit viel Verwaltungsaufwand fahren und ebenso klang in diesem Forum an das keiner Klärschlamm auf dem Acker haben will sondern er verbrannt gehört.
Schlachtabfälle landeten noch nie unverarbeitetet auf dem Acker, wenn es unbedingt sein muss dann als FKM (Fleisch-Knochen-Mehl) aber anfreunden kann ich mich damit nicht,
da fahre ich lieber Klärschlamm.
Je weniger ein Boden bearbeitet wird, desto besser befahrbar ist er.
Der Große Traktor mit seinen breiten Reifen (in der Regel haben die Ackergäule 900mm Breite reifen) arbeitet Bodenschonender wie meine 28PS "Wunderwaffe" mit 180er reifen und Hinterradantrieb.
Das schlechteste (vom Bodendruck her) ist das befahren mit Rübenrodern gefolgt vom Maishäckslern und auf Platz drei der Mähdrescher.
dann kommt lange nix und dann die Traktoren.
Re: Glyphosat-Diskussion
Verfasst: Mi 3. Jan 2018, 09:51
von Benutzer 72 gelöscht
Oelkanne hat geschrieben:Klärschlamm (dein Plumpsklo)
Nee, nee - in meinem Plumpsklo ist kein Klärschlamm.
Da drinn ist nur organischer Dünger, also maximal Gülle.
Um den Inhalt des Plumpsklos tät ich mir keine Sorgen machen, den Inhalt der Waschmaschine tät ich allerdings nur ungern auf den Feldern verteilen.
Na ja, wir nehmen auch keine Hormone und keine Medikamente. Aber sind die (menschlichen) Rückstände wirklich so arg, dass sie mit Klärschlamm gleichzusetzen sind?
Ich verstehe unter Klärschlamm auch die ganzen Putzmittelrückstände und
die sind normalerweise kein Dünger, sondern meistens Sondermüll.
Re: Glyphosat-Diskussion
Verfasst: Mi 3. Jan 2018, 10:41
von Rohana
Ja dann er-klär mal, wie du aus üblichem Klärschlamm die menschlichen Ausscheidungen ausfiltern willst

Re: Glyphosat-Diskussion
Verfasst: Mi 3. Jan 2018, 11:18
von Akopalüze
Wenn ich es richtig verstanden habe, vermischt ina maka ihre Ausscheidungen garnicht erst mit Klärschlamm, da sie ja ein Plumpsklo benutzt
Bei Dir, Rohana , wird das Abwasser deiner Spülmaschine doch auch nicht in den Kuhstall geleitet, wo es sich dann mit der Gülle vermischt, oder?
Plumpsklo und Klärschlamm haben wirklich nichts miteinander zu tun.
https://de.wikipedia.org/wiki/Plumpsklo
https://de.wikipedia.org/wiki/Kl%C3%A4rschlamm
Re: Glyphosat-Diskussion
Verfasst: Mi 3. Jan 2018, 13:51
von Rohana
Es geht weder um mich noch um Ina, sondern um die Gesamtheit der Leute deren Ausscheidungen über die Kanalisation in die kommunalen Kläranlagen gelangen und diese als Klärschlamm wieder verlassen. Oder sind die für den geschlossenen Kreislauf egal?

Re: Glyphosat-Diskussion
Verfasst: Mi 3. Jan 2018, 14:03
von Thomas/V.
Oelkanne hat geschrieben:zumindest wurde früher der anfallende Mist und andere Biomasse (Erntereste, Plumpsklo, Schlachtabfälle ect.) dem Boden wieder zugeführt
heutzutage wird alles irgendwo anders hin geschafft,
Da nur noch wenige Tiere auf Stroh gehalten werden und Zuckerrübenblattsilage nicht mehr verfüttert wird bleiben eigentlich alle Erntereste auf dem Feld.
Weiter vorne wird sich noch beschwert das Landwirte mit Gülle düngen
und jetzt wird gefordert das man mit Mist, Wirtschaftsdünger, düngt
das wiederspricht sich.
Klärschlamm (dein Plumpsklo) kann man nur noch mit viel Verwaltungsaufwand fahren und ebenso klang in diesem Forum an das keiner Klärschlamm auf dem Acker haben will sondern er verbrannt gehört.
Schlachtabfälle landeten noch nie unverarbeitetet auf dem Acker, wenn es unbedingt sein muss dann als FKM (Fleisch-Knochen-Mehl) aber anfreunden kann ich mich damit nicht,
da fahre ich lieber Klärschlamm.
Je weniger ein Boden bearbeitet wird, desto besser befahrbar ist er.
Der Große Traktor mit seinen breiten Reifen (in der Regel haben die Ackergäule 900mm Breite reifen) arbeitet Bodenschonender wie meine 28PS "Wunderwaffe" mit 180er reifen und Hinterradantrieb.
Das schlechteste (vom Bodendruck her) ist das befahren mit Rübenrodern gefolgt vom Maishäckslern und auf Platz drei der Mähdrescher.
dann kommt lange nix und dann die Traktoren.
Ja, eben, es kommt allenfalls trockenes Stroh wieder zurück in den Boden, aber kein Mist.
Ansonsten wird hier alles abgefahren und in die Biogasanlage geschafft. Bester tierischer Dünger wird verschenkt oder vergast, z.B. Pferdemist von Reiterhöfen, nichts landet mehr dort, wo es her kommt.
Und deswegen fahren auch weniger Traktoren, sondern mehr Mähdrescher, Häcksler und LKW auf dem Feld herum.
Ich kann das alles hier live vor der Haustür beobachten, was so getrieben wird, um "Marktfrüchte" zu erzeugen.
In einem kleinen Büchlein eines alten Bauers aus der Umgebung, der seine Lebenserinnerungen in der Landwirtschaft veröffentlicht hat (Beginn als selbstständiger Kleinbauer) wurde beschrieben, was früher hier alles wuchs und auch, was auf die Felder kam. Da wurden auf dem Rübenacker im Herbst auch die Schlachtabfälle mit untergepflügt, neben dem Inhalt der Plumpsklos und Misthaufen. Ich vermute, es waren damit aber nicht die Knochen gemeint.
Und ich glaube auch nicht, das dieser Bauer der einzige war, der das so gemacht hat.