@frodo: Das was die Jäger hier bei uns sagen, deckt sich übrigens mit Erfahrungen von Bekannten von mir aus Kanada. Die leben in den Rocky Mountains, mehrere Autostunden von der nächsten Ansiedlung mitten in der Wildnis auf einer kleinen Ranch und bieten Trailrides, Überlebenstraining in der Wildnis und Jagdausflüge an. Alles sehr naturnah, ohne Schnickschnack und Errungenschaften der Zivilisation. Hauptsächlich ernähren sie sich von dem erjagtem Fleisch, Fisch, wildem Gemüse und Beeren. Nur Mehl, Öl Zucker und Kartoffeln kaufen sie zu. Ich war in jungen Jahren Sommers wie Winters einige Wochen dort, zum Schluss sogar als Guide und habe vieles gelernt. Seine Pferde, die völlig frei auf der Ranch umherziehen und das sind immerhin rund 50 km² flüchten auch sofort, wenn sie Wölfe zu Gesicht bekommen oder die Witterung aufnehmen. Die gleichen Pferde tragen aber auch einen erlegten Wolf anstandslos auf dem Rücken wieder nach Hause ohne jegliches Theater. (Wölfe dürfen dort nach Quote gejagt werden.)
Das deckt sich mit den Erkenntnissen von Professor Janne Winther Christensen, den du erwähnst. Aber Blut, Haare, Urin etc. sind bereits tot und daher ungefährlich. Das getestete Material stammte sicherlich aus Zoos oder von Gehegewölfen. Wilder, lebendiger Wolf riecht sicherlich aber etwas anders als mit Rind und Pferd gefütterter Knastwolf.
Das ganze Problem hier in Deutschland ist, dass dem "heiligen" Wolf ja nichts geschehen darf, er könnte ja von Vergrämungsmitteln traumatisiert werden... Er hat hier völlige Narrenfreiheit und das nutzt er auch aus. Dekadent ist übrigens, dass es in Deutschland einen voll ausgestatteten Wolfs-Krankenwagen gibt, in einigen Regionen in D der Rettungsdienst nur mit großen Kraftanstrengungen aufrecht erhalten werden kann, da die benötigten Rettungswagen fehlen.
Dann kommt noch das Problem mit der Verkreuzung mit Hunden. Diese Mischlingswölfe haben dann noch weniger Scheu vor den Menschen. Die Mixe in Thüringen konnten ja nicht eingefangen werden, da zu clever. Die vermehren sich ab nächstes Jahr auch weiter. So kann man die Wolfspopulation auch verderben.
In anderen Länder, wo ein Zusammenleben mit dem Wolf klappt setzt man nicht auf friedliche Coexistenz, die es so nicht geben kann, sondern auf konsequente Abschreckung. Kommst Du, Wolf ,mir zu nahe und tötest meine Tiere, musst du mit den Konsequenzen leben und sei es ein Leben als Bettvorleger. Da Wölfe sehr intelligent sind, überlegen sie es sich 2x, ob sie in die Siedlungen gehen, Nutztiere angreifen und dabei eins auf's Fell gebrannt bekommen könnten oder doch lieber Wildtiere jagen. Es wird in Deutschland in den nächsten Jahren sicherlich zu einem Umdenken kommen, spätestens wenn sich Wolf in Stadtnähe an den ebenfalls "heiligen" Kuscheltieren vergreift, da es einfach zu viele von ihnen gibt, die keinen Platz mehr für ein artgerechtes Leben finden.
Die Entscheidungsträger hier sind nicht in der Lage, von anderen Ländern zu lernen, funktionierende Lösungen hier 1:1 umzusetzen. Lieber träumt man weiter. Gelder fließen ja üppig. Übrigens sind die meisten Wolfsberater hier keine Biologen, die sich mit dem natürlichen Verhalten von Wölfen auskennen, sondern Leute, die "irgend was mit Medien" oder anderes in dieser Richtung studiert haben. Genauso sieht dann die Beratung aus....Nein, der Wolf tut so was nicht.....
Dann würde es schon helfen, zumindest in dichter besiedeltem Gebiet, wenn sich Bauvorschriften und Naturschutz nicht ständig widersprechen würden. Im Außenbereich dürfen keine festen Zäune um die Weiden gebaut werden. Ein 2m hoher Wildzaun und davor ein Elektrozaun würden mich ruhiger schlafen lassen, seit wir hier in der Börde auch Wölfe haben. Aber nein, Wildzaun um die Weide wird nicht genehmigt. "Wolfsichere" Netze für die Schafe und Litzenzaun für die Pferde haben wir bereits, Herdenschutzhund im Dorf ist illusorisch haben zu wollen. Sachsen Anhalt hat nur 2 Hunderassen genehmigt, die wahrscheinlich nur nach dem Kuschelfaktor ausgesucht wurden. Hobbyhalter wie wir haben keinen Anspruch auf irgendwelche Förderung oder Entschädigung. Dabei sind sie es, die alte, seltene Rassen erhalten. Ich vertraue hier erst mal auf 2 Autobahnen und 3 Landstraßen, die unser Dorf hier in rel. geringer Entfernung umschließen und die freie Landschaft ohne zusammenhängende Wald & Buschflächen.